Was hilft gegen Kater? Tipps bei Kopf­schmerzen nach Alkohol­konsum

Was hilft gegen Kater? - Tipps bei Kopf­schmerzen nach Alkohol­konsum
Was tun gegen Kater? Viele halten Roll­mops für das ideale Kater-Frühstück, dabei ist er schwer verdaulich. © Adobe Stock / Thomas Francois

Geburts­tag, Weih­nachten, Silvester: Auf Feiern gehört für viele Alkohol dazu. Doch nach dem Rausch kommt oft der Kopf­schmerz. Wir sagen, was gegen Kater hilft.

Alkohol entzieht dem Körper Wasser

Symptome. Grund für den Katzenjammer am Morgen danach: Alkohol entwässert. Der verkaterte Körper braucht für den Abbau von Alkohol mehr Flüssig­keit und Mineralstoffe, als er aufgenommen hat. Das fehlende Wasser entzieht er den Organen – auch dem Gehirn. Die Folgen sind am nächsten Tag als Kater in Form von Kopf­schmerzen, Übel­keit und Schwindelgefühlen zu spüren. Der Zuckerspiegel des Blutes sinkt.

Gift. Manche Drinks enthalten auch Fuselöle, die sich bei der alkoholischen Gärung bilden. Die verschärfen das Problem. Im Körper, etwa in der Leber, können daraus Gift­stoffe entstehen. Ob mit oder ohne Fuselöl: Wissenschaftlich gesehen ist der Kater eine Alkohol­vergiftung. Große Mengen Alkohol über­lasten die Leber. Sie kann in der Stunde nur etwa sieben Gramm Alkohol abbauen. Kommt mehr rein, reagiert der Körper mit Kopf­schmerzen und Unwohl­sein.

Der Kater ist eigentlich ein Katarrh

Leipziger Erfindung. Die Redewendung „einen Kater haben“ geht wohl auf das grie­chische Wort Katarrh zurück. Das bedeutet Schnupfen, sprich: Schleimhaut­entzündung. Im 19. Jahr­hundert verglichen Leipziger Studierende ihren Zustand nach zu viel Alkohol mit einer dicken Erkältung. So wurde der Kater geboren.

Auf die Menge kommts an. Entscheidend für einen Kater mit Kopf­schmerzen und Übel­keit ist übrigens nicht die Reihen­folge der alkoholischen Getränke, sondern die Alkoholmenge. Der Spruch „Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier, das rat‘ ich dir“, stimmt nicht. Das hat eine Unter­suchung von deutschen Forschenden bestätigt, nach­zulesen im American Journal of Clinical Nutrition und verständlich zusammengefasst von Spiegel Online.

Was hilft gegen Kopfweh und Übel­keit nach Alkohol?

Was hilft gegen Kater? - Tipps bei Kopf­schmerzen nach Alkohol­konsum
Kopf­schmerzlindernd. Dazu starken Kaffee mit dem Saft einer halben Zitrone kombinieren. © Alamy Stock Photo / Roman Sahaidachnyi

Espresso mit Zitrone. Diese Kombination ist als Haus­mittel gegen Kater-Kopf­schmerzen in aller Munde. Koffein und Zitronensäure blockieren die Bildung eines Enzyms, das die Freiset­zung von Prosta­glandinen steuert. Prosta­glandine sind hormon­ähnliche Substanzen. Sie helfen bei der Weiterleitung von Schmerzen. Koffein soll laut mehrerer Studien auch die Wirkung einfacher Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS) verstärken. Was tun, wenn Kaffee und Zitrone nicht helfen? Dann nehmen Sie zum Frühstück zusätzlich eine Kopf­schmerz­tablette ein.

Kombi-Präparate meiden

Achtung!
Von Kombinationspräparaten mit Koffein raten die Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest ab: Die belebende Wirkung des Koffeins kann dazu verleiten, solche Mittel häufiger und länger einzunehmen als empfohlen wird. Damit steigt das Risiko für Dauer­kopf­schmerzen und Nierenschäden. Besser ist es, eine Schmerz­tablette zu nehmen, die kein Koffein enthält, und danach eine Tasse Kaffee zu trinken.

Deftig frühstücken. Wichtig: Das richtige Essen bei Kater. Am Morgen nach der Feier hilft ein deftiges Frühstück mit sauren Gurken, Salz­stangen und Brühe. Säure fördert den Alkohol­abbau, Salz ersetzt verlorene Mineralstoffe, scharfe Gewürze regen die Verdauung an. Wer es bei Übel­keit nach Alkohol sanfter für den Magen mag, isst Voll­korn­brot und Käse. Verzichten Sie auf Roll­möpse: Die sind schwer verdaulich.

Honig und Früchte. Krönen Sie das Frühstück mit Honig, Obst und Joghurt. Honig enthält Frucht­zucker und fördert den Abbau von Alkohol. Vitamin C hilft der Leber bei der Entgiftung.

Frucht­saft. Was auch hilft: Frisch gepresste Fruchtsäfte bringen Vitamine. Vor allem Tomatensaft enthält viel Frucht­zucker und beschleunigt den Abbau von Alkohol. Trinken Sie Bloody Mary mit Pfeffer und Salz – aber ohne Wodka. Über­haupt braucht der Körper nach dem Alkoholrausch jetzt viel Wasser: Trinken Sie davon, so viel Sie können. Am besten in Form von Mineralwasser, Apfelschorle oder Früchtetee ohne Zucker.

Frische Luft. Sie versorgt den Körper mit Sauer­stoff. Gehen Sie nach dem Frühstück also am besten eine Runde spazieren.

So beugen Sie dem Kater vor

  • Fett essen. Trinken Sie nicht auf nüchternen Magen. Essen Sie vor dem Feiern deftig und salzig. Etwa Pommes, Mayonnaise, Kartoffel­salat, Bratkar­toffeln, Käse oder Pasta mit Käse. Das kann den Kater lindern: Fett verzögert die Aufnahme von Alkohol ins Blut. Salz beugt zudem der harn­treibenden Wirkung des Alkohols vor.
  • Lang­sam trinken. Stürzen Sie die Getränke nicht einfach hinunter. Trinken Sie lang­sam und möglichst maßvoll. Legen Sie Pausen ein.
  • Maß halten. Kennen Sie Ihr Limit. Je betrunkener man sich fühlt – also je höher die konsumierte Alkoholmenge ist, umso stärker fällt der Kater aus.
  • Wenig Zucker. Verzichten Sie auf süße Cock­tails, Liköre, Glüh­wein und Punsch mit viel Zucker. Auch süße Weine und Sekt machen schnell einen dicken Kopf.
  • Wenig Kohlensäure. Meiden Sie Getränke mit viel Kohlensäure. Kohlensäure beschleunigt die Aufnahme von Alkohol ins Blut.
  • Ziga­retten weglassen. Weil Alkohol und Nikotin sich gegen­seitig beein­flussen, kann es bei Rauchern länger dauern, bis sie die Wirkung des Alkohols spüren. Sie vertragen scheinbar mehr. Doch die Gift­wirkung des Alkohols bleibt dieselbe: Der Stoff­wechsel wandelt Alkohol in giftiges Acetaldehydum. Wer raucht und trinkt, braucht zudem besonders viele Vitamine. Versorgen Sie sich am Buffet vor allem mit Obst, Gemüse und frischem Salat.
  • Viel Wasser. Alkohol entzieht dem Körper Wasser. Trinken Sie zwischen­durch auch Wasser oder Saft. Das gibt dem Körper Reserven.
  • Bittere Kräuter. Wein­verkoster und Naturheil­kundler empfehlen Kräuter­auszüge aus Wermut, Arti­schocke oder Mariendistel. Die bitteren Kräuter sollen die Leber­funk­tion unterstützen und dem Kater vorbeugen. Wissenschaftlich ist das nicht bewiesen. Probieren Sie es aus: Alkoholfreie Kräuter­auszüge zum Trinken gibt es in der Apotheke.
  • Mineralstoffe. Trinken Sie vor dem Einschlafen viel Wasser oder Mineralwasser, einen Isodrink oder einen Kalzium-Magnesium-Cock­tail aus Brause­tabletten mit Leitungswasser.
  • Auf Alkohol verzichten. Das ist radikal, aber wirk­sam. Trinken Sie statt­dessen Frucht­cock­tails, Wasser, Apfelschorle und Saft. Experten raten ohnehin zu mehr­wöchiger Abstinenz im Jahr – etwa gleich zu Jahres­anfang mit einem so genannten Trockenen Januar oder dem Alkoholfasten. Das tut nach­weislich der Leber gut. Auch sons­tige gute Vorsätze wie Nichtraucher werden oder regelmäßig Essenspausen einlegen lassen sich zu Jahres­beginn mit neuem Schwung angehen.

Gelassen leben, weniger trinken – zwei Bücher bieten Hilfe

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© Stiftung Warentest

Gestresst, angespannt, ruhelos – wer sich im Alltag dauer­haft so fühlt, sollte etwas dagegen tun. Unser Ratgeber „Gelassen leben“ bietet Tipps und Übungen, wie sich mehr Lebens­freude, Gelassenheit, Resilienz und eine gute Balance zwischen Bean­spruchung und Erholung erreichen lässt.

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© Stiftung Warentest

Beob­achten Sie, dass Freunde oder Angehörige zu viel trinken? Alkoholismus kann schwere Folgen haben, deshalb ist es ratsam, das Problem anzu­gehen. Wer andere unterstützen möchte, findet in unserem Ratgeber „Problem: Alkohol“ hilf­reiche Informationen und wissenschaftliche Expertise zu allen Phasen der Krankheit bis hin zur Therapie sowie bewährte Kommunikations­regeln.

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3 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Erna.Luther am 23.04.2022 um 08:43 Uhr
Beugen Sie dem Kater vor

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass vor dem zubettgehen nach einer Party, eine Kopfschmerztablette mit viel Wasser, den Kater am anderen Tag spürbar entschärft.

flo232017 am 27.12.2021 um 23:10 Uhr
Gibt "bessere" Drogen

Psychedelikas z.B.
Aber eher nicht auf Partys. Und auch nicht für jede n verträglich. Aber nachhaltig und eher nicht süchtig machend. Ist ja auch viel zu anstrengend um so was ständig zu sich zu nehmen.
Die Schüchternheit will ich am liebsten auch außerhalb eines Rausches überwunden wissen. Aber so einfach ist das alles nicht. Ist auch nicht das drängenste Problem.

dreamerkiwi am 03.01.2021 um 01:21 Uhr
Nur Radikale üben sich in Alkoholverzicht?

"Auf Alkohol verzichten. Das ist radikal"
-- Ich trinke seit mehr als einem Jahrzehnt keinen Alkohol mehr. Allerdings habe ich es nie als radikal oder Verzicht gesehen; viel mehr war es für mich eine kleine Befreiung. Meine Gesundheit, mein Befinden und meine Stimmung danken es mir sehr, kann ich nur empfehlen! :-)

MarcP am 21.01.2014 um 00:07 Uhr

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BigBoy69 am 12.10.2012 um 16:54 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht. Grund: Schleichwerbung