Steuer­programme Test

Neue Anbieter versprechen die kinder­leichte Steuererklärung bei maximaler Erstattung. In unserem Steuersoftware-Test rechneten sie aber oft falsch. Die Stiftung Warentest hat 14 Steuer­programme untersucht – darunter die Wiso-Produkte, die Steu­erspar­erklärung, Quick­steuer und Smart­steuer (Preise: knapp 15 bis 35 Euro). Nicht alle digitalen Helfer rechnen und unterstützen gleich gut. Nur drei Steuer­programme sind gut.

Kompletten Artikel freischalten

TestSteuer­programme16.04.2019
Sie erhalten den kompletten Artikel mit Testtabelle (inkl. PDF, 6 Seiten).

Drei Steuer­programme sind gut, eins gibts schon für rund 15 Euro

Rund 13 Millionen Steuerzahler gaben laut Statistischem Bundes­amt für 2014 keine Steuererklärung ab. Doch wer vor dem komplizierten Steuerrecht kapituliert, verschenkt Geld: Im Schnitt gibt es 974 Euro zurück. Hilfe versprechen digitale Steuerhelfer. Die Stiftung Warentest hat 14 Programme untersucht. Drei Programme schnitten mit der Note gut ab, sieben waren befriedigend, vier nur ausreichend. Die Testsieger helfen und rechnen gut. Sie führen Steuerlaien außerdem sehr gut durchs Programm. Eines der besten Programme gibt es schon für unter 15 Euro.

Das bietet Ihnen unser Steuersoftware-Test

Test­ergeb­nisse. Unsere Tabelle zeigt Bewertungen der Stiftung Warentest für 14 Steuer­programme, die als Download, Handy-App oder Browser-Software erhältlich sind. Unter den getesteten Programmen sind alte Bekannte – die Testsieger aus unserem letzten Test vor zwei Jahren – Wiso Steu­erspar­buch, Wiso Steuerweb und Tax 2019, aber auch die Steu­erspar­erklärung, Quick­steuer oder Smart­steuer und drei neue Anbieter. Wir haben untersucht, wie gut die Programme in den Prüf­punkten Steuerbe­rechnung, Hilfen und Benutzerführung sind. Außerdem haben wir uns das Daten­sende­verhalten angesehen.

Kauf­beratung. Wir sagen Ihnen, mit welcher Software Sie am besten und einfachsten Ihre Steuererklärung für 2018 bewältigen. Die Programme sollten vor allem Arbeitnehmern helfen und in vielen Steuerfragen unterstützen. Sie erfahren, wer am besten rechnet, Sie leicht durchs Programm führt und keine unnötigen Daten sendet. Drei Programme sind nichts für Eltern: Sie vergessen unter anderem den Ausbildungs­frei­betrag oder beantragten zu geringe Kinder­frei­beträge.

Tipps. Wir sagen, wie Sie Steuer­programme „austricksen“, die kein Feld für den Behindertenpausch­betrag haben, und in welchen Fällen Sie Ihre Steuererklärung auch noch rück­wirkend ändern lassen können.

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus 5/2019.

Mit den Testsieger-Programmen haben auch Steuerlaien leichtes Spiel

Im Test mussten die digitalen Helfer zwei komplexe Steuerfälle mit verschiedenen Schwer­punkten berechnen. Ein weiterer einfacher Fall sollte zeigen, wie gut Steuerlaien durchs Programm geführt werden (siehe So haben wir getestet). Drei Programme rechneten am besten. Sie bieten die verständlichsten Tipps und Hilfen an den richtigen Stellen, sodass auch Steuer­anfänger gut zurecht­kommen. Eins davon gibt es bereits für knapp 15 Euro. Genauso günstig sind zwar noch andere Programme. Doch sie machen mehr Fehler in der Berechnung und bei den Hilfen und sind nur befriedigend oder sogar nur ausreichend. Drei Steuer­programme enttäuschten mit Rechen­fehlern und lückenhafter Hilfe und sind zudem für Laien oft unver­ständlich und daher nicht empfehlens­wert.

Perfekt ist keine Steuersoftware

Selbst die Testsieger rechnen nicht hundert­prozentig richtig. Einige Sach­verhalte löste kein Programm perfekt, zum Beispiel den Abzug von Kranken- und Pflege­versicherungs­beiträgen für Kinder und den Antrag auf den Behindertenpausch­betrag, wenn Pfle­gegrad IV vorliegt. Richtig schlecht machten es aber andere.

Steuer­programme für Junge sind nichts für Eltern

Drei Produkte wollen gezielt junge Menschen ansprechen – und Bequeme, die bislang keine Steuererklärung abge­geben haben. Bei der Steuerbe­rechnung und den Hilfen schneiden diese Programme aber katastrophal ab und sind wegen der vielen Rechen­fehler nicht zu empfehlen. Da hilft die beste Nutzerführung nichts. Auch wer Kinder hat und Kosten für Kinder­betreuung, Unterstüt­zung des studierenden Nach­wuchses oder teure Zahn­spangen absetzen will, sollte keines der drei Programme kaufen: Die drei „jungen“ Programme beantragten zu geringe Kinder­frei­beträge oder keinen Ausbildungs­frei­betrag.

Download-Programme sicherer im Umgang mit Daten

Auf der sicheren Seite sind Steuerzahler, die sich ein Programm auf den eigenen Rechner herunter­laden. Alle sechs von uns getesteten Download-Programme versenden bis zum Abschi­cken der Erklärung keine Daten. Anders die Browser-Anwendungen. Bis auf eine Ausnahme haben alle Tracker integriert, versenden also Daten an Dritte – selbst im Log-in-Bereich, in dem der Nutzer an seiner Steuererklärung arbeitet. Zwei Programme senden Daten, die den Nutzer identifizieren können.

Kein Programm erfasste den Pfle­gegrad

Wie gut die Steuer­programme arbeiten, haben wir anhand von zwei Testfällen ermittelt.

Testfall A: Ehefrau pflegebedürftig, doppelter Haushalt.

So auch in unserem Testfall A. Unsere Tester versuchten vergeblich, den Pfle­gegrad einzugeben, um via Behindertenpausch­betrag und Fahrt­kosten eine Steuer­vergüns­tigung zu beantragen – keines der Programme hatte dafür ein Eingabefeld. In unserem Testfall gingen der Familie so 1 034 Euro Erstattung verloren. Wendet der Nutzer einen bestimmten Trick an, berück­sichtigt das Steuer­programm dennoch eine Behin­derung oder Pflegebedürftig­keit. Wie es funk­tioniert, erfahren Sie, wenn Sie den Test frei­schalten.

Testfall B: Gekündigte Single-Mutter mit erwachsenen Kindern und neuem Job.

Unsere Test­person hat eine Abfindung erhalten. Diese wird ermäßigt besteuert. Das Geld hat sie mit einem Rechts­anwalt erstritten. Wir haben geprüft, ob die Programme das Anwalts­honorar in der Steuererklärung von der Abfindung als Kosten abziehen. Für ihren neuen Job ist unsere Test­person in eine andere Stadt gezogen und kann somit Werbungs­kosten geltend machen. Zudem hat sie Anspruch auf den Entlastungs­frei­betrag für Allein­erziehende.

Jetzt freischalten

TestSteuer­programme16.04.2019
2,50 €
Sie erhalten den kompletten Artikel mit Testtabelle (inkl. PDF, 6 Seiten).

Wie möchten Sie bezahlen?

  • Unser Tipp
    test.de-Flatrate

    Freier Zugriff auf alle Testergebnisse und Online-Artikel für 7,90 € pro Monat oder 54,90 € im Jahr. Abonnenten von test oder Finanztest zahlen die Hälfte.

    Flatrate neu erwerben

  • Diesen Artikel per Kreditkarte kaufen
  • Diesen Artikel per PayPal kaufen
  • Diesen Artikel per Handy kaufen
  • Gutschein einlösen
Preise inkl. MwSt.
  • kauft alle Testprodukte anonym im Handel ein,
  • nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch,
  • lässt mit wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten testen,
  • ist vollständig anzeigenfrei,
  • erhält nur rund 6 Prozent ihrer Erträge als öffentlichen Zuschuss.

Dieser Artikel ist hilfreich. 85 Nutzer finden das hilfreich.