Zahn­zusatz­versicherung im Test: 91 von 244 Tarifen sind sehr gut

Zahn­zusatz­versicherung im Test - 91 von 244 Tarifen sind sehr gut

Mitte 40. Bei vielen kommt in diesem Alter der erste Zahn­ersatz. Kronen machten im Jahr 2018 rund die Hälfte der rund 8 Millionen Zahn­ersatz-Versorgungen bei gesetzlich Versicherten aus.

Kronen, Inlays, Implantate – welche Zusatz­versicherung zahlt am meisten? Sehr gute Zahn­zusatz­versicherungen über­nehmen den Eigen­anteil auch bei teurem Zahn­ersatz oft komplett.

Tops
Nach Freischaltung verfügbar

Zahn­zusatz­versicherungen im Test

Zahn­ersatz kann teuer werden – vor allem, wenn Patienten sich für eine aufwendige Versorgung wie ein Implantat entscheiden. Dann ist es gut, eine private Zahn­zusatz­versicherung zu haben – denn die Krankenkasse über­nimmt von solchen Kosten nur einen geringen Teil. Die Stiftung Warentest hat die Zahn­zusatz­versicherungen aller Versicherer auf dem deutschen Markt untersucht, deren Angebote Versicherten aller gesetzlichen Krankenkassen offen­stehen. Die Anbieter haben im Spitzensegment noch einmal nachgelegt: Von den 244 Zusatz­policen aus unserem Test waren 91 sehr gut.

Das bietet der Test Zahn­zusatz­versicherungen

Test­ergeb­nisse. Die Tabelle zeigt Bewertungen der Stiftung Warentest für 244 Zahnzusatzversicherungstarife. Bewertet haben wir die Leistungen für Zahn­ersatz: Regel­versorgung, privat zu zahlenden Zahn­ersatz, Inlays und Implantate. In die Bewertung der Zahn­zusatz­versicherung floss zudem ein, welche jähr­lichen Ober­grenzen für die Tarif­leistungen gelten. Die Tabelle lässt sich individuell nach einzelnen Leistungen sowie nach den monatlichen Beiträgen filtern.

Vier Leistungs­beispiele. Sie zeigen, welche Kosten für Kronen, Inlays oder Implantate anfallen können, was davon die Kasse über­nimmt und in welcher Höhe sich Zusatz­versicherungen beteiligen.

Infos über Zusatz­leistungen. Tarife enthalten oft auch Leistungen, die dem Zahnerhalt dienen, etwa für professionelle Zahn­reinigung oder Wurzelbe­hand­lungen. Wir sagen, welche Leistungen das sind und wie viel von den Kosten Sie selbst tragen müssen. Bei ansonsten gleich guten Angeboten kann das eine wichtige Entscheidungs­hilfe sein, um die für Sie beste Zahn­zusatz­versicherung zu finden.

Was die Kasse zahlt. Sie erfahren, wie Sie mit einem gut gepflegten Bonus­heft mehr Zuschuss von Ihrer Krankenkasse bekommen und auf welche Hilfe Sie Anspruch haben, wenn Ihr Einkommen sehr gering ist.

Heft-Artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie auch Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus Finanztest 4/2021.

Zahl der sehr guten Zahn­zusatz-Tarife gestiegen

Mit den leistungs­stärksten Tarifen decken gesetzlich Versicherte auch bei teurem Zahn­ersatz zusammen mit dem Anteil ihrer Krankenkasse 80 bis 100 Prozent der Rechnung. Gegen­über den Vorgänger­unter­suchungen gibt es jetzt noch mehr sehr gute Angebote. Neukunden können also unter vielen leistungs­starken Tarifen auswählen. Versicherte mit älteren Verträgen sollten prüfen, ob sie sich durch einen Wechsel in einen höher­wertigen Tarif bei ihrem derzeitigen Versicherer verbessern können.

Die passende Police für jeden Kunden­typ

Welcher der 244 getesteten Tarife für Sie passt, hängt von Ihren Wünschen und finanziellen Möglich­keiten ab. Unsere drei Kunden­typen „Rundum sorglos“, „Gut und günstig“ und „Kasse ­genügt“ sollen Ihnen ­helfen, passende Angebote für Ihren persönlichen Bedarf zu finden.

  • Kunden­typ 1 – „Rundum Sorglos“: Ihnen ist ­ästhetische Perfektion wichtig, und Sie wollen sich beim Zahn­ersatz nicht mit Leistungs­einschränkungen und ­Ver­sicherungs­klauseln befassen. Sie ­brauchen eine „Voll­kasko“-Versicherung, die auch bei teuren Inlays oder Implan­taten möglichst alle Kosten deckt. Passende Angebote finden Sie, wenn Sie nach Qualitäts­urteil sortieren, an der Spitze der Tabelle. Dort stehen 13 Angebote mit der Bestnote Sehr gut (0,5). Unsere 43-jährigen Modell­kunden zahlen für diese Tarife im ersten Vertrags­jahr 33 bis 46 Euro im ­Monat, die Beiträge steigen bis zum Alter von 73 Jahren auf 56 bis 88 Euro an.
  • Kunden­typ 2 – „Gut und günstig“: Keramik statt Metall im Mund: Wenn die teurere Lösung Sie über­zeugt, soll es nicht am Geld scheitern. Sie sind aber bereit, einen Teil der Zahn­arzt­rechnung selbst zu zahlen. Denn Sie haben auch die ­laufenden Kosten durch Versicherungs­beiträge im Blick. Auch im Alter soll Ihre Zahn­zusatz­versicherung nicht zu viel kosten. Sie suchen ein leistungs­starkes Angebot für möglichst wenig Geld. Passende güns­tige und gute Tarife finden Sie, indem Sie in der nach Qualitäts­urteil sortierten Tabelle den Filter „Maximaler Beitrag zwischen 43 und 73 Jahren“ auf 30 Euro setzen.
  • Kunden­typ 3 – „Kasse genügt“: Sie sehen es pragmatisch, der ­Kassen­stan­dard beim Zahn­ersatz ist für Sie völlig in Ordnung. Mehr ist ­finanziell ohnehin nicht drin. Sie brauchen die Versicherung nur, um den Eigen­anteil an der Regel­versorgung abzu­decken. Eigentlich könnten Sie auch jeden Monat etwas Geld zur Seite legen. Aber Sie kennen sich: Das ist nicht realistisch. Sie brauchen die Ver­sicherung, damit das Geld für die ­Zähne im Falle eines Falles auch wirk­lich da ist. Passende Policen ab 6 Euro im ­Monat für 43-Jährige finden Sie mithilfe unseres Filters Sehr guter Basisschutz für wenig Geld.

Wir vergleichen – Sie sparen: Eine Police genau für Sie

Sie wollen genau auf Sie zuge­schnittene, gute und güns­tige Angebote nach Ihren individuellen Vorgaben mit den Beiträgen für Ihr Alter bekommen? Nutzen Sie den individuellen Tarif­rechner der Stiftung Warentest! Die Daten­bank Zahnzusatzversicherung im Vergleich wird laufend aktualisiert und ist immer auf dem neuesten Stand. Sie enthält Angebote nahezu aller privaten Kranken­versicherer, die in Deutsch­land Zahn­zusatz­versicherungen anbieten. So erfahren Sie mit wenig Aufwand, welche Zusatz­versicherung die für Sie beste ist. Kurzum: Wir vergleichen - Sie sparen.

Tipp: Zahlreiche weitere wert­volle Informationen rund um die Zahn­zusatz­versicherung finden Sie in unseren FAQ Zahnzusatzversicherung. Infos, Orientierung und Spartipps rund ums Thema Zahn­ersatz bietet unser Special Kosten von Zahnersatz.

Kasse zahlt nicht für teureres Material

Zahn­zusatz­versicherung im Test - 91 von 244 Tarifen sind sehr gut

Fein­arbeit. Schicht für Schicht wird die zahn­farbene Keramik­verblendung aufgetragen und im Ofen gebrannt.

Eine Zusatz­versicherung ist sinn­voll, weil die Krankenkasse nicht die tatsäch­lichen Kosten für Zahn­ersatz über­nimmt. Sie zahlt für jeden zahnmedizi­nischen Befund einen festen Zuschuss in Höhe von 60 Prozent des Betrags für die Regel­versorgung – unabhängig davon, welche Art von Zahn­ersatz jemand bekommt. Regel­versorgung heißt: Zahn­ersatz in einfacher Ausführung, der medizi­nisch ausreichend ist, aber beispiels­weise keine Gold­legierungen, keine Verblendungen von Seiten­zähnen und keine Implantate vorsieht.

Mit dem Bonus für regel­mäßige Zahn­arzt­besuche lässt sich der Fest­zuschuss von der gesetzlichen Krankenkasse auf maximal 75 Prozent des Betrages für die Regel­versorgung steigern. Was darüber hinaus­geht, stellt der Zahn­arzt dem Patienten privat in Rechnung. Umfasst eine Behand­lung gleich mehrere Zähne, kann das ziemlich ins Geld gehen.

Zahn­zusatz­versicherung im Test - 91 von 244 Tarifen sind sehr gut

Keramik statt Metall im Mund – die Mehr­kosten für eine ästhetisch anspruchs­vollere Versorgung müssen Patienten selbst tragen. Gute Zusatz­policen über­nehmen diese Kosten zum größten Teil.

Leistungen für Implantate oft einge­schränkt

Werbung für Zahn­versicherungen begegnet Kunden auf Schritt und Tritt. Wer einfach beim erst­besten Angebot zugreift, kann im Leistungs­fall eine unangenehme Über­raschung erleben. Beispiels­weise kommt das Wort „Implantat“ heut­zutage in fast jedem Vertrag vor. Das heißt jedoch nicht, dass alle Tarife hier umfang­reiche Leistungen vorsehen. Im Gegen­teil: Gerade bei dieser sehr teuren Versorgung sehen viele Verträge Einschränkungen vor. Einige beschränken die Anzahl der Implantate, die sie pro Jahr finanzieren. Andere beteiligen sich nicht an den Kosten, wenn zuerst ein Knochen­aufbau notwendig ist, bevor das Implantat in den Kiefer einge­setzt werden kann. Erst in der Detail­beschreibung erfahren Kunden, was ihnen wirk­lich zusteht.

Begrenzte Leistung zu Vertrags­beginn

Am besten ist es, sich um eine leistungs­starke Zusatz­versicherung zu kümmern, solange das Gebiss noch einwand­frei ist. Denn ein frisch abge­schlossener Vertrag nützt wenig, wenn eine größere Zahnsanierung ansteht. Zu Beginn eines neuen Vertrags gelten oft acht Monate Warte­zeit, während derer es keine Kosten­über­nahme für Zahn­ersatz gibt. Mitt­lerweile kommen die Versicherer ihren Kunden aber entgegen: Mehr als die Hälfte der Tarife im Test hat keine solche Warte­zeit. Allerdings beschränken die Versicherer in der Regel ihre Leistung in den ersten drei bis sieben Jahren auf bestimmte Höchst­summen.

Keine Leistungen bei vorgeschädigten Zähnen

Gar keine Leistungen bekommen Patienten in fast allen Tarifen für Zahn­probleme, die beim Abschluss des Vertrags bereits „akten­kundig“ waren. Hat der Zahn­arzt beispiels­weise bei einer Kontroll­unter­suchung dazu geraten, demnächst einen Zahn zu über­kronen, sehen die Versicherer das bereits als laufende Behand­lung an.

Wann sich der Wechsel zu einem anderen Versicherer lohnt

Vor allem Kunden mit älteren Verträgen können sich verbessern. Heute sind viel mehr leistungs­starke und güns­tige Zahn­zusatz­versicherungen auf dem Markt als noch vor zehn Jahren. Ob sich der Wechsel zu einem anderen Anbieter lohnt, hängt davon ab, ob jemand in den nächsten Jahren Zahn­ersatz benötigt. Wer schon eine Zusatz­police hat und sich verbessern möchte, sollte deshalb zunächst beim eigenen Versicherer nach einem besseren Angebot suchen. Denn nur wer in einen anderen Tarif beim selben Versicherer wechselt, kann die im alten Vertrag erworbenen Rechte mitnehmen und hat so auch kurz­fristig Anspruch auf Zahn­ersatz-Leistungen – zumindest im Umfang der bisherigen Vertrags­leistungen. Warte­zeiten und die zu Vertrags­beginn üblichen Summen­begrenzungen gelten nur für die höheren Leistungen, die mit dem neu abge­schlossenen Vertrags­teil hinzukommen.

Zwei Arten der Beitrags­berechnung

Die weit­aus meisten Tarife im Test sind mit alters­abhängigen Beiträgen kalkuliert: Der Beitrag steigt während der Vertrags­lauf­zeit stufen­weise. Nur in einzelnen Tarifen zahlen Kunden jeden Alters gleich viel. Zusätzlich kann der Versicherer den Beitrag über die plan­mäßige Erhöhung hinaus anheben, wenn er dauer­haft mehr ausgibt, als er ursprüng­lich kalkuliert hatte. Um diese Beiträge mit denen der Tarife ohne alters­abhängige Beitrags­anpassung vergleich­bar zu machen, geben wir in der Tabelle die Beitrags­spanne und den Durch­schnitt für den Zeitraum von 43 bis 73 Jahren an. Bei Tarifen ohne alters­abhängige Beitrags­anpassung richtet sich der Beitrag nur nach dem Alter des Kunden beim Vertrags­schluss: Jüngere zahlen weniger, Ältere mehr. Der Versicherer bildet eine Rück­stellung, aus der er die höheren Kosten im Alter finanziert. Die Beiträge können hier nur steigen, wenn die Ausgaben steigen. Aus Kundensicht spielt die Art der Kalkulation ansonsten keine Rolle.

Im Antrag die Wahr­heit sagen

Im Antrag auf eine Versicherung müssen Kunden Fragen beant­worten und den Zahn­arzt von der Schwei­gepflicht entbinden. Häufig fragen Versicherer nur nach fehlenden Zähnen. Damit sind tatsäch­lich Lücken gemeint. Ein vorhandenes Implantat oder eine Brücke zählen nicht dazu. Daher ist es recht einfach, die Fragen korrekt zu beant­worten. Wer trotzdem unsicher ist, sollte beim Zahn­arzt nach­fragen. Genau geprüft werden die Angaben in der Regel nicht bei Vertrags­schluss, sondern erst, wenn die Unternehmen zum ersten Mal eine hohe Rechnung erhalten. Stellt sich heraus, dass ein Kunde im Antrag absicht­lich fehlende Zähne nicht erwähnt hat oder dass eine Diagnose schon vor Vertrags­schluss fest­stand, muss der Versicherer nicht zahlen. Er kann unter Umständen sogar vom Vertrag zurück­treten.

nach oben

So viel zahlt die Kasse – so viel der Patient

Eine private Zusatz­versicherung lohnt sich vor allem bei teurem Zahn­ersatz. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt oft weniger als 20 Prozent der Kosten. An vier Beispielen zeigen wir, wie viel Geld Patienten nach dem Stand des aktuellen Tests jeweils von ihrer privaten Zusatz­versicherung erhalten würden.

Kassenkrone für 332 Euro

Voll­guss­krone aus edel­metall­freier Legierung

Für den Befund „1.1 Erhaltungs­würdiger Zahn mit weit­gehender Zerstörung der klinischen Krone“ ist als Regel­versorgung eine Krone aus einer Nichtedel­metall-Legierung (NEM) vorgesehen. Dieses Material kostet weniger als gold­haltige Legierungen. Da es sich um einen Seiten­zahn im nicht sicht­baren Bereich (Unterkiefer, Zahn 5) handelt, über­nimmt die Kasse keine Kosten für eine zahn­farbene Verblendung. Die Regel­versorgung wird nach den kassenzahn­ärzt­lichen Abrechnungs­regeln für Zahn­arzt­leistungen (Bema) und für Labor­leistungen (BEL) abge­rechnet.

Gesamt­kosten: 332 Euro

Kassen­zuschuss:249 Euro (Fest­zuschuss 2021 mit Höchstbonus)

Eigen­anteil: 83 Euro

Zahn­tarife decken 0 bis 83 Euro

Krone plus privates Extra für 664 Euro

Voll­verblendete Metall-Keramik-Krone im nicht sicht­baren Bereich

Es handelt sich um eine optisch schönere Versorgung für den gleichen Befund wie links. Die Metall­krone wird mit zahn­farbener Keramik über­zogen. Der Zahn­arzt rechnet seine Leistung fast voll­ständig nach der privatzahn­ärzt­lichen Gebühren­ordnung (GOZ) ab. Bei privater Abrechnung können Zahn­ärzte den Gebühren­satz je nach Schwierig­keit der Behand­lung steigern.

Zusammenset­zung der Kosten:

  • Material- und Labor­kosten: 332 Euro (davon 166 Euro für die Verblendung)
  • Zahn­ärzt­liche Leistungen: 332 Euro (davon 24 Euro Regel­versorgung nach Bema, 308 Euro private Leistungen, berechnet nach GOZ mit dem 2,7-fachen Gebühren­satz)

Gesamt­kosten: 664 Euro

Kassen­zuschuss:249 Euro (Fest­zuschuss 2021 mit Höchstbonus)

Eigen­anteil: 415 Euro

Zahn­tarife decken 42 bis 415 Euro

Inlay für 683 Euro

Dreiflächiges Keramik-Inlay

Ein Inlay ist eine harte Einlagefüllung für ein Loch im Zahn, das normaler­weise mit Amalgam gefüllt würde. Der Zahn­techniker fertigt es nach einem Abdruck­modell zum Beispiel aus einer Gold­legierung oder aus Keramik an. Dafür zahlt die Kasse keinen Fest­zuschuss, sondern nur so viel, wie sie für die Füllung zahlen würde. Der Zahn­arzt rechnet hier voll­ständig nach dem teureren privatzahn­ärzt­lichen System ab.

Zusammenset­zung der Kosten:

  • Material- und Labor­kosten: 341,50 Euro
  • Zahn­ärzt­liche Leistungen: 341,50 Euro (berechnet nach GOZ mit dem 3,0-fachen Gebühren­satz)

Gesamt­kosten: 683 Euro

Kassen­zuschuss: 50 Euro (Kosten einer dreiflächigen Amalgamfüllung)

Eigen­anteil: 633 Euro

Zahn­tarife decken 0 bis 633 Euro

Krone auf Implantat für 4 213 Euro

Implantat mit voll­ständig verblendeter Metall-Keramik-Krone

Der Befund heißt „2.1 Zahn­begrenzte Lücke mit einem fehlenden Zahn“. Es handelt sich um Zahn 5 im Unterkiefer, einen Seiten­zahn im nicht sicht­baren Bereich. Die Regel­versorgung wäre eine unver­blendete Brücke aus einer Metall­legierung ohne Gold­anteil, die an den Nach­barzähnen befestigt wird. Ein Implantat ist eine künst­liche Zahnwurzel, meist aus Metall, einge­schraubt in den Kieferknochen. Darauf wird der Zahn­ersatz (Supra­konstruktion) befestigt. Der Zahn­arzt rechnet seine Leistungen komplett nach der für privatzahn­ärzt­liche Abrechnung gültigen Gebühren­ordnung (GOZ) ab. Wir gehen hier von einer teuren Behand­lung aus, bei der zunächst ein Knochen­aufbau erforderlich ist, bevor der Zahn­arzt das Implantat einsetzen kann.

Zusammenset­zung der Kosten:

  • Implantat: 3 159 Euro, davon Material­kosten: 917 Euro, implantologische Leistungen 884 Euro (je zur Hälfte berechnet nach dem 2,3-fachen und dem 3,5-fachen GOZ-Satz), Knochen­aufbau: 1 358 Euro (je zur Hälfte berechnet nach dem 2,3-fachen und dem 3,5-fachen GOZ-Satz)
  • Supra­konstruktion: 1 054 Euro, davon Material- und Labor­kosten: 527 Euro (mit 160 Euro für Verblendung) und zahn­ärzt­liche Leistungen 527 Euro (je zur Hälfte berechnet nach dem 2,3-fachen und dem 3,5-fachen GOZ-Satz)

Gesamt­kosten: 4 213 Euro

Kassen­zuschuss: 576 Euro (Fest­zuschuss 2021 mit Höchstbonus)

Eigen­anteil: 3 637 Euro

Zahn­tarife decken 162 bis 3 637 Euro

nach oben

Weitere Leistungen

Mit Zahn­tarifen lassen sich oft neben Zahn­ersatz weitere Leistungen versichern. Manchmal handelt es sich um Zusatz­bausteine, mit denen Kundinnen und Kunden ihren Vertrag ergänzen können, manchmal bieten Versicherer unterschiedlich umfang­reiche Tarife an. In jedem Fall müssen sie für die Extra­leistungen etwa 10 bis 15 Euro mehr Beitrag im Monat zahlen. Wir zeigen die Zusatz­leistungen in der Tabelle, bewerten sie aber nicht.

Oft geht es um Behand­lungen wie die professionelle Zahn­reinigung, die nicht so teuer sind, dass man dafür eine Versicherung benötigen würde. Teuer werden kann zum Beispiel eine Wurzelbe­hand­lung beim Endodontologen, wenn sie privat zu zahlen ist. Sie kommt aber viel seltener vor als Zahn­ersatz.

Ein Blick auf die Zusatz­leistungen kann helfen, um sich zwischen mehreren gleich guten Tarifen zu entscheiden. Wer sich wegen einer bestimmten Zusatz­leistung für einen Tarif interes­siert, sollte vor Vertrags­schluss klären, in welcher Höhe sich der Versicherer an welchen Kosten beteiligt. Ein ja in der Tabelle sagt nur, dass es Leistungen aus diesem Bereich gibt.

Vieles ist Kassen­leistung

Zahnbe­hand­lungen wie Füllungen oder Wurzelbe­hand­lungen bezahlt in der Regel die Krankenkasse. Private Kosten fallen dafür nur an,

  • wenn die Kasse die Kosten nicht über­nimmt, zum Beispiel für Kunst­stoff­füllungen in Seiten­zähnen,
  • oder für Verfahren, die den gesetzlichen Stan­dard über­steigen, wie etwa Laser gegen Parodontitis.

Kunst­stoff­füllungen. In vielen Tarifen beteiligen sich die privaten Versicherer an den Kosten für zahn­farbene Füllungen aus Kunststoff. Die gesetzliche Kasse zahlt im Seiten­zahn­bereich nur einen Zuschuss in Höhe der güns­tigeren Amalgamfüllung. Die Mehr­kosten für einen größeren Zahn können bis rund 150 Euro betragen.

Wurzelkanalbe­hand­lung. Die Kasse zahlt eine Wurzelbe­hand­lung nur, wenn der Zahn „erhaltungs­würdig“ ist. Andernfalls bleiben die Kosten für einen Rettungs­versuch am Patienten hängen. Bei der Behand­lung wird in einem geschädigten Zahn das entzündete Gewebe bis in die Wurzelspitze entfernt und der Kanal mit einer Füllung verschlossen. Die Behand­lung kostet zwischen 200 und 1 000 Euro.

Parodontalbe­hand­lung. Eine Parodontalbe­hand­lung soll Entzündungen im Zahnbett eindämmen und ist ab einem bestimmten Grad der Erkrankung Kassen­leistung. Zur Behand­lung zählen oft mehrere professionelle Zahn­reinigungen, diagnostische Leistungen wie Bakterien­bestimmung oder Laserbe­hand­lung, die die Kasse nicht bezahlt. Sind die Zahn­fleisch­taschen weniger als 3,5 Milli­meter tief, ist die ganze Behand­lung für etliche Hundert Euro privat zu zahlen.

Funk­tions­analytik. Aufbiss-Schienen, die nächt­liches Zähne­knirschen verhindern sollen, zahlt die Krankenkasse. Nicht zur gesetzlichen Leistung gehören spezielle Mess­verfahren, mit deren Hilfe die Stellung des Ober- und Unterkiefers und die Kaubewegungen erfasst und in das Modell für die Schiene einge­arbeitet werden. Sie können einige Hundert Euro kosten. Nicht alle Zusatz­tarife enthalten sowohl diese funk­tions­analytischen Verfahren als auch die Schienen.

Aku­punktur, Hypnose, Narkose. Zur Entspannung und Schmerzlin­derung bieten einige Zahn­ärzte Aku­punktur oder Hypnose an. Beides ist keine Kassen­leistung, für eine Hypnose fallen 100 bis 200 Euro an. Eine Voll­narkose beim Zahn­arzt zahlt die Kasse nur in Ausnahme­fällen, zum Beispiel bei sehr großen Eingriffen. In anderen Fällen müssen Patienten sie selbst bezahlen. Je nach Dauer kostet das mehrere Hundert Euro. Die Tarife mit ja bezu­schussen mindestens eine der drei Leistungen.

Professionelle Zahn­reinigung. Eine Zahn­reinigung kostet etwa 50 bis 150 Euro, je nachdem, was genau gemacht wird und welchen Gebühren­satz der Zahn­arzt berechnet. Wer ein Mal im Jahr zur Zahn­reinigung geht, braucht dafür keine Versicherung – zumal auch viele Krankenkassen diese bezu­schussen. Jeder zweite Erwachsene hat jedoch mit Zahn­fleisch­erkrankungen zu tun. Dann können mehrere Reinigungen notwendig sein.

nach oben

Nutzer­kommentare, die vor dem 17. März 2021 gepostet wurden, beziehen sich noch auf die Vorgänger-Unter­suchung.

Jetzt freischalten

Test Zahn­zusatz­versicherung im Test Stand der Daten: 01.03.2021
4,00 €
Zugriff auf Testergebnisse für 244 Produkte (inkl. PDF).

Wie möchten Sie bezahlen?

  • Unser Tipp
    test.de-Flatrate

    Freier Zugriff auf alle Testergebnisse und Online-Artikel für 7,90 € pro Monat oder 54,90 € im Jahr. Abonnenten von test oder Finanztest zahlen die Hälfte.

    Flatrate neu erwerben

  • Diesen Artikel per Kreditkarte kaufen
  • Diesen Artikel per PayPal kaufen
  • Diesen Artikel per Handy kaufen
  • Gutschein einlösen
Preise inkl. MwSt.
  • kauft alle Testprodukte anonym im Handel ein,
  • nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch,
  • lässt mit wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten testen,
  • ist vollständig anzeigenfrei,
  • erhält nur rund 3 Prozent ihrer Erträge als öffentlichen Zuschuss.

Dieser Artikel ist hilfreich. 504 Nutzer finden das hilfreich.