Zahn­zusatz­versicherungen im Test Test

Kronen, Inlays oder Implantate – welche Zusatz­versicherung zahlt am meisten für teuren Zahn­ersatz? Im Test von 220 Zahn­zusatz­versicherungen bewertet die Stiftung Warentest 70 Angebote mit Sehr gut. Beim Testsieger zahlt ein 43-jähriger Kunde rund 40 Euro im Monat, die Beiträge steigen mit den Jahren auf maximal 65 bis 70 Euro. Beim güns­tigsten Angebot mit sehr guten Zahn­ersatz­leistungen zahlt der Kunde nur 9 Euro und sein Beitrag steigt auf maximal 30 Euro.

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Ab Mitte 40 erwischt es fast jeden

Die gute Nach­richt zuerst: Regel­mäßige Zahn­pflege und Kontrolle helfen, um die Zahn­gesundheit zu erhalten. Noch nie waren in Deutsch­land so viele Kinder kariesfrei wie heute. Auch bei den jüngeren Erwachsenen von 35 bis 44 Jahren haben sich sowohl Karies als auch Parodon­talerkrankungen deutlich verringert. Das zeigte die 5. Mund­gesund­heits­studie des Instituts der Deutschen Zahn­ärzte. Die schlechte Nach­richt: Dennoch erwischt es ab Mitte 40 fast jeden. Der häufigste Fall: Mit einer Füllung ist der Zahn nicht zu retten, er muss über­kront werden. Gesetzlich Kranken­versicherte bekommen pro Jahr rund 3,6 Millionen solcher Kronen.

70 von 220 Zahn­zusatz­versicherungen im Test schneiden sehr gut ab

Zahn­ersatz kann teuer werden – vor allem, wenn Patienten sich für eine aufwendige Versorgung wie ein Implantat entscheiden. Dann ist es gut, eine private Zahn­zusatz­versicherung zu haben – denn die Krankenkasse über­nimmt von solchen Kosten nur einen geringen Teil. Die Stiftung Warentest hat die Zahn­zusatz­versicherungen aller Versicherer auf dem deutschen Markt untersucht, deren Angebote Versicherten aller gesetzlichen Krankenkassen offen­stehen. Erfreulich: Von den 220 Zusatz­policen aus unserem Test waren 70 sehr gut.

Das bietet der Test Zahn­zusatz­versicherungen

Test­ergeb­nisse. Die inter­aktive Tabelle der Stiftung Warentest zeigt 220 Zahn­zusatz­versicherungs­tarife im Vergleich. Bewertet haben wir die Leistungen für Zahn­ersatz: Regel­versorgung, privat zu zahlenden Zahn­ersatz, Inlays und Implantate. In die Bewertung der Zahn­zusatz­versicherung floss zudem ein, welche jähr­lichen Ober­grenzen für die Tarif­leistungen gelten. Die Tabelle lässt sich individuell nach einzelnen Leistungen sowie nach den monatlichen Beiträgen filtern.

Vier Leistungs­beispiele. Sie zeigen, welche Kosten für Kronen, Inlays oder Implantate anfallen können, was davon die Kasse über­nimmt und in welcher Höhe sich Zusatz­versicherungen beteiligen.

Infos über Zusatz­leistungen. Tarife enthalten oft auch Leistungen, die dem Zahnerhalt dienen, zum Beispiel für professionelle Zahn­reinigung oder Wurzelbe­hand­lungen. Wir sagen, welche Leistungen das sind und wie viel von den Kosten Sie selbst tragen müssen. Bei ansonsten gleich guten Angeboten kann das eine wichtige Entscheidungs­hilfe sein, um die für Sie beste Zahn­zusatz­versicherung zu finden.

Was die Kasse zahlt. Sie erfahren, wie Sie mit einem gut gepflegten Bonus­heft mehr Zuschuss von Ihrer Krankenkasse bekommen und auf welche Hilfe Sie Anspruch haben, wenn Ihr Einkommen sehr gering ist.

Heft-Artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus Finanztest 5/2018. Das PDF zeigt – anders als die inter­aktive Tabelle – nur die sehr guten Tarife aus unserem Test.

Zahl der sehr guten Tarife gestiegen

Mit den leistungs­stärksten Tarifen decken gesetzlich Versicherte auch bei teurem Zahn­ersatz zusammen mit dem Anteil ihrer Krankenkasse 80 bis 100 Prozent der Rechnung. Sie kosten unseren Modell­kunden beim Abschluss mit 43 Jahren zwischen 9 und 63 Euro im Monat. Gegen­über den Vorgänger­unter­suchungen gibt es jetzt noch mehr sehr gute Angebote. Neukunden können also unter vielen leistungs­starken Tarifen auswählen. Versicherte mit älteren Verträgen sollten prüfen, ob sie sich durch einen Tarifwechsel verbessern können.

Wir vergleichen – Sie sparen: Eine Versicherung nach Ihren Vorgaben

Sie wollen maßgeschneiderte, gute und güns­tige Angebote nach Ihren individuellen Vorgaben mit den Beiträgen für Ihr Alter bekommen? Nutzen Sie unseren individuellen Vergleich Zahnzusatzversicherung! Die Analyse-Daten­bank der Stiftung Warentest wird monatlich aktualisiert und ist daher immer auf dem neuesten Stand. Sie enthält Angebote nahezu aller privaten Kranken­versicherer, die in Deutsch­land Zahn­zusatz­versicherungen anbieten. So erfahren Sie mit wenig Aufwand, welche Zusatz­versicherung die für Sie beste ist. Kurzum: Wir vergleichen - Sie sparen.

Tipp: Zahlreiche weitere wert­volle Informationen rund um die Zahn­zusatz­versicherung finden Sie in unseren FAQ Zahnzusatzversicherung. Infos, Orientierung und Spartipps rund ums Thema Zahn­ersatz bietet unser Special Kosten von Zahnersatz.

Kasse zahlt nicht für teureres Material

Zahn­zusatz­versicherungen im Test Test

Fein­arbeit. Schicht für Schicht wird die zahn­farbene Keramik­verblendung aufgetragen und im Ofen gebrannt.

Eine Zusatz­versicherung ist sinn­voll, weil die Krankenkasse nicht die tatsäch­lichen Kosten für Zahn­ersatz über­nimmt. Sie zahlt für jeden zahnmedizi­nischen Befund einen festen Zuschuss, der 50 Prozent des Betrags für die Regel­versorgung beträgt – unabhängig davon, welche Art von Zahn­ersatz jemand bekommt. Regel­versorgung heißt: Zahn­ersatz in einfacher Ausführung, der medizi­nisch ausreichend ist, aber beispiels­weise keine Gold­legierungen, keine Verblendungen von Seiten­zähnen und keine Implantate vorsieht. Mit dem Bonus für regel­mäßige Zahn­arzt­besuche lässt sich der Fest­zuschuss von der gesetzlichen Krankenkasse auf maximal 65 Prozent des Betrages für die Regel­versorgung steigern. Was darüber hinaus­geht, stellt der Zahn­arzt dem Patienten privat in Rechnung. Umfasst eine Behand­lung gleich mehrere Zähne, kann das ziemlich ins Geld gehen.

Leistungen für Implantate oft einge­schränkt

Zahn­zusatz­versicherungen im Test Test

Dieser Gesichts­bogen vermisst die Kiefer­stellung. Mit den Werten können zum Beispiel Knirscherschienen auf eine individuelle Fehl­stellung abge­stimmt werden.

Werbung für Zahn­versicherungen begegnet Kunden auf Schritt und Tritt. Wer einfach beim erst­besten Angebot zugreift, kann im Leistungs­fall eine unangenehme Über­raschung erleben. Beispiels­weise kommt das Wort „Implantat“ heut­zutage in fast jedem Vertrag vor. Das heißt jedoch nicht, dass alle Tarife hier umfang­reiche Leistungen vorsehen. Im Gegen­teil: Gerade bei dieser sehr teuren Versorgung sehen viele Verträge Einschränkungen vor. Einige beschränken die Anzahl der Implantate, die sie pro Jahr finanzieren. Andere beteiligen sich nicht an den Kosten, wenn zuerst ein Knochen­aufbau notwendig ist, bevor das Implantat in den Kiefer einge­setzt werden kann. Erst in der Detail­beschreibung erfahren Kunden, was ihnen wirk­lich zusteht.

Begrenzte Leistung zu Vertrags­beginn

Am besten ist es, sich um eine leistungs­starke Zusatz­versicherung zu kümmern, solange das Gebiss noch einwand­frei ist. Denn ein frisch abge­schlossener Vertrag nützt wenig, wenn eine größere Zahnsanierung ansteht. Zu Beginn eines neuen Vertrags gelten meist acht Monate Warte­zeit, während derer es keine Kosten­über­nahme für Zahn­ersatz gibt. Mitt­lerweile kommen etliche Versicherer ihren Kunden aber entgegen und bieten auch Zahn­zusatz­versicherungen ohne Warte­zeit an. Bei knapp der Hälfte der Angebote im Test ist dies der Fall. Allerdings beschränken fast alle Versicherer ihre Leistung in den ersten drei bis fünf Jahren auf bestimmte Höchst­summen.

Keine Leistungen bei vorgeschädigten Zähnen

Gar keine Leistungen bekommen Patienten in fast allen Tarifen für Zahn­probleme, die beim Abschluss des Vertrags bereits „akten­kundig“ waren. Hat der Zahn­arzt beispiels­weise bei einer Kontroll­unter­suchung dazu geraten, demnächst einen Zahn zu über­kronen, sehen die Versicherer das bereits als laufende Behand­lung an.

Wann sich der Wechsel zu einem anderen Versicherer lohnt

Vor allem Kunden mit älteren Verträgen können sich verbessern. Heute sind viel mehr leistungs­starke und güns­tige Zahn­zusatz­versicherungen auf dem Markt als noch vor zehn Jahren. Ob sich der Wechsel zu einem anderen Anbieter lohnt, hängt davon ab, ob jemand in den nächsten drei bis fünf Jahren Zahn­ersatz benötigt. Wer schon eine Zusatz­police hat und sich verbessern will, sollte deshalb zunächst beim eigenen Versicherer nach einem besseren Angebot suchen. Denn wer nur in einen anderen Tarif beim selben Versicherer wechselt, kann die im alten Vertrag erworbenen Rechte mitnehmen – und hat so auch kurz­fristig Anspruch auf Zahn­ersatz-Leistungen. Warte­zeiten und die zu Vertrags­beginn üblichen Summen­begrenzungen gelten nur für die höheren Leistungen, die mit dem neu abge­schlossenen Vertrags­teil hinzukommen.

Zwei Arten der Beitrags­berechnung

Die weit­aus meisten Tarife in unserem Test sind mit alters­abhängigen Beiträgen kalkuliert: Der Beitrag steigt während der Vertrags­lauf­zeit stufen­weise. Nur in einzelnen Tarifen zahlen Kunden jeden Alters gleich viel. Zusätzlich kann der Versicherer den Beitrag über die plan­mäßige Erhöhung hinaus anheben, wenn er dauer­haft mehr ausgibt, als er ursprüng­lich kalkuliert hatte. Um diese Beiträge mit denen der Tarife ohne alters­abhängige Beitrags­anpassung vergleich­bar zu machen, geben wir in der Tabelle die Beitrags­spanne und den Durch­schnitt für den Zeitraum von 43 bis 73 Jahren an. Bei Tarifen ohne alters­abhängige Beitrags­anpassung richtet sich der Beitrag nur nach dem Alter des Kunden beim Vertrags­schluss. Der Versicherer bildet eine Rück­stellung, aus der er die höheren Kosten im Alter finanziert. Die Beiträge können hier nur steigen, wenn die Ausgaben steigen. Aus Kundensicht spielt die Art der Kalkulation ansonsten keine Rolle.

Im Antrag die Wahr­heit sagen

Im Antrag auf eine Versicherung müssen Kunden Fragen beant­worten und den Zahn­arzt von der Schwei­gepflicht entbinden. Häufig fragen Versicherer nur nach fehlenden Zähnen. Damit sind tatsäch­lich Lücken gemeint. Ein vorhandenes Implantat oder eine Brücke zählen nicht dazu. Daher ist es recht einfach, die Fragen korrekt zu beant­worten. Wer trotzdem unsicher ist, sollte beim Zahn­arzt nach­fragen. Genau geprüft werden die Angaben in der Regel nicht bei Vertrags­schluss, sondern erst, wenn die Unternehmen zum ersten Mal eine hohe Rechnung erhalten. Stellt sich heraus, dass ein Kunde im Antrag absicht­lich fehlende Zähne nicht erwähnt hat oder dass eine Diagnose schon vor Vertrags­schluss fest­stand, muss der Versicherer nicht zahlen. Er kann unter Umständen sogar vom Vertrag zurück­treten.

Nutzer­kommentare, die vor dem 17. April 2018 gepostet wurden, beziehen sich noch auf die Vorgänger-Unter­suchung aus Finanztest 11/2016.

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TestZahn­zusatz­versicherungen im TestStand der Daten: 01.04.2018
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