Sicher, bequem, leicht zu bedienen und natürlich frei von Schad­stoffen – das soll ein guter Sitz leisten. Unser Kinder­sitz-Test sagt, welche Sitze diese Kriterien erfüllen.

Schon ein Auto-Aufprall mit Tempo 30 kann tödlich sein. Ein Auto­kinder­sitz soll schützen – tut das aber nicht immer zuver­lässig: Im Kinder­sitz-Test der Stiftung Warentest fallen immer wieder Kinder­sitze wegen gravierender Sicher­heits­probleme durch. Hier finden Sie Test­ergeb­nisse für 535 Auto­kinder­sitze für Kinder aller Alters­gruppen, davon derzeit 224 lieferbar. Das Update bringt Testergebnisse für 26 neue Kindersitze. Die Schutz­wirkung der Neuen bei Unfällen reicht von sehr gut bis ausreichend.

Kinder­sitz-Tests zeigen: Gute Auto­kinder­sitze schon ab 50 Euro

Von den 26 frisch getesteten Sitzen und Babyschalen schneiden viele gut ab. Sie bieten den Kleinsten Sicherheit bei einem Aufprall von vorn oder von der Seite. Aber auch etliche vormals getestete gute und sehr gute Sitze sind weiterhin erhältlich. Erfreulich: Modelle mit gutem Gesamt­urteil gibt es schon für deutlich unter 100 Euro. Die Preise reichen jedoch bis 700 Euro. Bequem vor allem bei Babyschalen sind separate Basen, die am Auto­sitz befestigt werden und dort bleiben. Solche Sitze kosten zwar etwas mehr. Die Babyschalen sind dann aber meist deutlich leichter, was sehr vorteilhaft beim Tragen ist.

Video: Immer wieder fallen Sitze spektakulär durch

Im aktuellen Test­feld aus dem Mai 2020 haben wir in den Crashtests zwar keine massiven Sicher­heits­probleme fest­gestellt. In der Vergangenheit fielen aber immer wieder Sitze im Kinder­sitz-Test durch Schwächen im Unfall­schutz auf. Was geschehen kann, wenn ein Auto­kinder­sitz in Sachen Sicherheit versagt, zeigt unser Video. Hier fliegt ein Modell mit Dummy im hohen Bogen durch das Test­labor.

Eindrucks­volle Beispiele aus vergangenen Kinder­sitz-Tests: Bei beiden Sitzen aus dem Test 2017 besteht ein hohes Verletzungs­risiko beim Frontalcrash.

Das bietet der Kinder­sitz-Test der Stiftung Warentest

Test­ergeb­nisse. Unsere Daten­bank enthält Testbe­richte, Preise und Fotos für alle Auto­kinder­sitze, die die Stiftung Warentest seit 2009 getestet hat: Testergebnisse für 535 Autokindersitze. Erstaunlich aber wahr: Einige der Sitze aus diesen alten Test­jahr­gängen sind immer noch unver­ändert im Handel – wir fragen das einmal pro Jahr ab.

Smarte Filter. Meist reichen wenige Filterklicks, und Sie haben in Ihrer persönlichen Bestenliste den für Ihr Kind geeigneten und sicheren Sitz gefunden. Die Test­ergeb­nisse Ihrer individuellen Auto­kinder­sitz-Testsieger können Sie als PDF herunter­laden und ausdrucken.

Heft­artikel. Zusätzlich erhalten Sie nach dem Frei­schalten der Daten­bank Zugriff auf die Autokindersitz-Tests aus der Zeitschrift test. Der Test der 26 neuen Auto­kinder­sitze erscheint allerdings erst in test 07/2020.

Kauf­beratung. Sie erhalten umfang­reiche Kauf­tipps sowie wert­volle Hinweise zur Richtigen Hand­habung. Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Auto­kinder­sitze finden Sie im FAQ Autokindersitze.

Auto­kinder­sitze haben immer wieder Schad­stoff­probleme

Seit 2011 führt die Stiftung Warentest beim Kinder­sitz-Test auch eine Schadstoffprüfung durch. Die Chemiker fahnden nach folgenden Substanzen: PAK (Poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe), Phthalate (Weichmacher), Flamm­schutz­mittel, Organozinn­verbindungen, pheno­lische Verbindungen, Farb­stoffe, Form­aldehyd und Isothiazolinone. Solche Schad­stoffe gehören nicht in Auto­kinder­sitze. Und doch kommen sie vor. Insgesamt blieben die Sitze im jüngsten Kinder­sitz-Test aber erfreulich unauffäl­lig.

Auto­kinder­sitz kaufen – so gehen Sie vor

Wenn Sie Ihr Wunsch­modell in der Test­daten­bank gefunden haben, sollten Sie auf Tour gehen: Schauen Sie sich den Sitz im Fach­handel an. Ausprobieren ist Pflicht. Passt der Sitz in Ihr Fahr­zeug? Prüfen Sie Alternativen. Klicken Sie auch auf die Website des Anbieters. Dort finden Sie verschiedene Designs sowie Listen mit passenden Auto­modellen für die Kinder­sitze.

Isofix. Viele Sitze können entweder mit Gurten oder mit Isofix-Bügeln befestigt werden, manche nur per Isofix. Wenn es geht, klicken sie ihren Sitz mit den zwei Isofix-Bügeln unten am Sitz ein. Der Anschluss mit den starren Bügeln verhindert viele Fehler beim Befestigen des Sitzes im Auto. Fast alle neueren Auto­modelle haben die kleinen Isofix-Schild­chen an ihren Sitzen. An der Stelle verbirgt sich ein abnehm­bares Sitz­teil mit zwei Gurt­schlössern. Dort rasten die Isofix-Bügel fest ein.

Ausprobieren. Lassen Sie Ihr Kind Probe sitzen, bevor Sie einen Kinder­sitz kaufen. Kind und Sitz müssen zusammenpassen. Prüfen Sie Pass­form und Komfort. Bauen Sie den Sitz unbe­dingt ins eigene Auto ein. Dabei fallen ganz schnell Probleme auf, wie zu kurze Gurte oder fehlender Einbauplatz. Manche Sitze sind so breit, dass auf der Rück­bank nur zwei neben­einander passen. Für ein drittes Kind oder einen Erwachsenen bleibt dann nur noch der Beifahrersitz. Die Stiftung Warentest hat das Platz­angebot in verschiedenen Autos untersucht. Details finden Sie in unserer Daten­bank Autos und Kindersitze: Die besten Autos für Familien (Stand 2016).

Prüfsiegel. Achten Sie beim Kauf auf das Prüfsiegel ECE R 44 mit der Prüf­nummer 03 oder 04. Der orangefarbene Aufkleber garan­tiert, dass der Sitz nach der neuesten Norm getestet und zugelassen ist. Sitze der älteren Norm EC 44 01 oder 02 sind seit einigen Jahren verboten. Die i-Size-Kinder­sitze haben auch eine Prüfnorm. Sie sind mit ECE R 129 gekenn­zeichnet. Das ist eine interna­tionale Norm, die mitt­lerweile in mehr als 60 Staaten gilt.

Design. Die meisten Kinder­sitze sind in verschiedenen Ausführungen zu haben. Zur Wahl stehen: Farbe, Bezugs­stoff und Dekor. Auch das beein­flusst den Preis. Für die Sicherheit spielt das Dekor keine Rolle: Wählen Sie also, wenn Sie sparen wollen, die billigste Variante eines guten Kinder­sitzes.

Zubehör. Sonnendach, Kopf­stütze, Sitz­verkleinerer und Gurt­polster sind manchmal inklusive. Bei anderen Modellen kostet das Zubehör extra. Fragen Sie nach und kalkulieren Sie den Preis für alle Teile, die Sie brauchen.

Auto­kinder­sitz gebraucht kaufen? Meist keine gute Idee

Zweite Hand. Finger weg von Flohmarkt­käufen. Verwenden Sie gebrauchte Auto­kinder­sitze nur, wenn Sie Herkunft und Vorgeschichte kennen. Achten Sie darauf, dass alle Gurte und Polster und – ganz wichtig – die Gebrauchs­anleitung vorhanden sind.

Schrott. Nach einem Unfall sind Kinder­sitze Schrott. Selbst wenn sie äußerlich unver­sehrt sind. Haarrisse im Material können den Sitz unsicher machen. Zerschneiden Sie die Gurte und entsorgen Sie den Sitz via Händler oder Wert­stoff­samm­lung Ihres lokalen Stadt­reinigungs­betriebs.

Sparen. Sparen können Sie auch, wenn Sie einen in Maßen mitwachsenden Kinder­sitz wählen. Sowohl bei den Sitzen nach Größe (i-Size) wie auch bei den Sitzen nach Gewicht des Kindes vereinen viele Modelle Babyschale und Kinder­sitz für kleine Kinder. Oder Sie kombinieren eine Babyschale und einen mitwachsenden Sitz für Kinder von etwa 15 Monaten bis zwölf Jahren. Kaufen Sie aber nur gute Sitze. Tipp: Unsere Daten­bank nennt mehrere Babyschalen, die nicht nur gut abschneiden, sondern auch weniger als 100 Euro kosten.

Dieser Test wird regel­mäßig aktualisiert. Ältere Nutzer­kommentare beziehen sich auf frühere Stände des Tests.

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