Sicher, bequem, leicht zu bedienen und natürlich frei von Schad­stoffen – das soll ein guter Sitz leisten. Unser Kinder­sitz-Test sagt, welche Sitze diese Kriterien erfüllen.

Schon ein Auto-Aufprall mit Tempo 30 kann tödlich sein. Ein Auto­kinder­sitz soll schützen – tut das aber nicht immer zuver­lässig: Im Kinder­sitz-Test der Stiftung Warentest fallen immer wieder Kinder­sitze wegen gravierender Sicher­heits­probleme durch. Hier finden Sie Test­ergeb­nisse für 507 Auto­kinder­sitze für Kinder aller Alters­gruppen, davon derzeit 265 lieferbar. Das März-Update bringt Testergebnisse für 17 neue Kindersitze. Die meisten schützen gut bei Unfällen. Im Bezug einer Babyschale fanden wir Schad­stoffe.

Kinder­sitz-Tests zeigen: Gute Auto­kinder­sitze schon ab 50 Euro

Von den 17 frisch getesteten Sitzen und Babyschalen schneiden viele gut ab. Sie bieten den Kleinsten Sicherheit bei einem Aufprall von vorn oder von der Seite. Aber auch etliche vormals getestete gute und sehr gute Sitze sind weiterhin erhältlich. Erfreulich: Modelle mit guten Gesamt­urteil gibt es schon ab 50 Euro. Neu im Kinder­sitz-Test ist die Babyschale iPro Baby von Hauck – in der Variante mit und ohne die Basis iPro Base. Ohne Basis montiert, über­zeugt die Schale zwar durch­aus in puncto Unfall­sicherheit, insgesamt bewerten wir diese Sitze aber mit mangelhaft. Der Grund: Unser Labor wies im Sitzbe­zug mehr Naph­thalin nach als das GS-Zeichen für Spielzeug erlaubt. Dieser poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoff (PAK) steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen – in Produkten, mit denen Kinder in Berührung kommen, hat er deshalb nichts zu suchen.

Video: Immer wieder fallen Sitze spektakulär durch

Im aktuellen Test­feld haben wir in den Crashtests zwar keine massiven Sicher­heits­probleme fest­gestellt. In der Vergangenheit fielen aber immer wieder Sitze im Kinder­sitz-Test durch Schwächen im Unfall­schutz auf − zuletzt zum Beispiel der Chicco Oasys (siehe Warnung unten). Was geschehen kann, wenn ein Auto­kinder­sitz in Sachen Sicherheit versagt, zeigt unser Video. Hier fliegt ein Modell mit Dummy im hohen Bogen durch das Test­labor.

Eindrucks­volle Beispiele aus vergangenen Kinder­sitz-Tests: Bei beiden Sitzen aus dem Test 2017 besteht ein hohes Verletzungs­risiko beim Frontalcrash.

Das biete Ihnen unsere Kinder­sitze-Tests

Test­ergeb­nisse. Unsere Daten­bank enthält Testbe­richte, Preise und Fotos für alle Auto­kinder­sitze, die die Stiftung Warentest seit 2009 getestet hat: Testergebnisse für 507 Autokindersitze.

Smarte Filter. Meist reichen drei Filterklicks, und Sie haben in Ihrer persönlichen Bestenliste den für Ihr Kind geeigneten und sicheren Sitz gefunden. Die Test­ergeb­nisse Ihrer individuellen Auto­kinder­sitz Testsieger können Sie als PDF herunter­laden und ausdrucken.

Heft­artikel. Zusätzlich erhalten Sie nach dem Frei­schalten der Daten­bank Zugriff auf die Autokindersitz-Tests aus der Zeitschrift test.

Kauf­beratung. Sie erhalten umfang­reiche Kauf­tipps sowie wert­volle Hinweise zur Richtigen Hand­habung. Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Auto­kinder­sitze finden Sie im FAQ Autokindersitze.

Auto­kinder­sitze haben immer wieder Schad­stoff­probleme

Seit 2011 führt die Stiftung Warentest beim Kinder­sitz-Test auch eine Schadstoffprüfung durch. Die Chemiker fahnden nach folgenden Substanzen: PAK (Poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe), Phthalate (Weichmacher), Flamm­schutz­mittel, Organozinn­verbindungen, pheno­lische Verbindungen, Farb­stoffe, Form­aldehyd und Metalle. Solche Schad­stoffe gehören nicht in Auto­kinder­sitze. Und doch kommen sie vor. Aktuell wurde eine Babyschale, in den Varianten mit und ohne die zugehörige Basis, aufgrund von Schad­stoffen mit Mangelhaft bewertet. Insgesamt blieben die Sitze im jüngsten Kinder­sitz-Test aber erfreulich unauffäl­lig.

Stiftung Warentest warnt vor Kinder­sitz Chicco Oasys i-Size

Die Stiftung Warentest warnt davor, den Kinder­sitz Chicco Oasys i-Size weiter zu verwenden. Der i-Size-Sitz für Kinder bis 78 cm Körpergröße versagte im Gemein­schafts­test beim Frontalcrash. Beim Aufprall im Kinder­sitz-Test riss das Gurt­schloss mit dem Schritt­gurt vorne aus der Sitz­schale heraus. Bei einem Unfall würde das Kind aus dem Sitz geschleudert. Der Anbieter hat nach eigenen Angaben reagiert und liefert ab sofort nur noch über­arbeitete Sitze aus. Besitzern des Sitzes bietet Chicco einen Umtausch der betroffenen Teile an. Der Kunden­dienst ist über die Chicco-Website erreich­bar.

Auto­kinder­sitz kaufen – so gehen Sie vor

Wenn Sie Ihr Wunsch­modell in der Test­daten­bank gefunden haben, sollten Sie auf Tour gehen: Schauen Sie sich den Sitz im Fach­handel an. Ausprobieren ist Pflicht. Passt der Sitz in Ihr Fahr­zeug? Prüfen Sie Alternativen. Klicken Sie auch auf die Website des Anbieters. Dort finden Sie verschiedene Designs sowie Listen mit passenden Auto­modellen für die Kinder­sitze.

Ausprobieren. Lassen Sie Ihr Kind Probe sitzen, bevor Sie einen Kinder­sitz kaufen. Prüfen Sie Pass­form und Komfort. Bauen Sie den Sitz unbe­dingt ins eigene Auto ein. Dabei fallen ganz schnell Probleme auf, wie zu kurze Gurte oder fehlender Einbauplatz. Manche Sitze sind so breit, dass auf der Rück­bank nur zwei neben­einander passen. Für ein drittes Kind oder einen Erwachsenen bleibt dann nur noch der Beifahrersitz. Die Stiftung Warentest hat das Platz­angebot in verschiedenen Autos untersucht. Details finden Sie in unserer Daten­bank Autos und Kindersitze: Die besten Autos für Familien.

Prüfsiegel. Achten Sie beim Kauf auf das Prüfsiegel ECE R 44 mit der Prüf­nummer 03 oder 04. Der orangefarbene Aufkleber garan­tiert, dass der Sitz nach der neuesten Norm getestet und zugelassen ist. Sitze der älteren Norm EC 44 01 oder 02 sind seit einigen Jahren verboten. Die i-Size-Kinder­sitze haben auch eine Prüfnorm. Sie sind mit ECE R 129 gekenn­zeichnet. Das ist eine interna­tionale Norm, die mitt­lerweile in mehr als 60 Staaten gilt.

Design. Die meisten Kinder­sitze sind in verschiedenen Ausführungen zu haben. Zur Wahl stehen: Farbe, Bezugs­stoff und Dekor. Auch das beein­flusst den Preis. Für die Sicherheit spielt das Dekor keine Rolle: Wählen Sie also, wenn Sie sparen wollen, die billigste Variante eines guten Kinder­sitzes.

Zubehör. Sonnendach, Kopf­stütze, Sitz­verkleinerer und Gurt­polster sind manchmal inklusive. Bei anderen Modellen kostet das Zubehör extra. Fragen Sie nach und kalkulieren Sie den Preis für alle Teile, die Sie brauchen.

Auto­kinder­sitz gebraucht kaufen? Meist keine gute Idee

Zweite Hand. Finger weg von Flohmarkt­käufen. Verwenden Sie gebrauchte Auto­kinder­sitze nur, wenn Sie Herkunft und Vorgeschichte kennen. Achten Sie darauf, dass alle Gurte und Polster und – ganz wichtig – die Gebrauchs­anleitung vorhanden sind.

Schrott. Nach einem Unfall sind Kinder­sitze Schrott. Selbst wenn sie äußerlich unver­sehrt sind. Haarrisse im Material können den Sitz unsicher machen. Zerschneiden Sie die Gurte und entsorgen Sie den Sitz via Händler oder Wert­stoff­samm­lung. Beispiel: Die Berliner Stadt­reinigung nimmt Auto­kinder­sitze kostenlos auf ihren Recycling­höfen an.

Sparen. Sparen können Sie auch, wenn Sie einen in Maßen mitwachsenden Kinder­sitz wählen. Sitze für Kinder bis 13 Kilogramm Gewicht etwa vereinen Babyschale und Kinder­sitz für kleine Kinder. Mitwachsende Sitze der Gruppe I/II/III (also von 9 bis 36 Kilogramm Körpergewicht) schützen sogar Kinder von ein bis zwölf Jahren. Kaufen Sie aber nur gute Sitze. Tipp: Unsere Daten­bank nennt mehrere Babyschalen, die nicht nur gut abschneiden, sondern auch weniger als 100 Euro kosten.

Dieser Test wird regel­mäßig aktualisiert. Ältere Nutzer­kommentare beziehen sich auf frühere Stände des Tests.

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TestAuto­kinder­sitze13.03.2020
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