Auto­kinder­sitze im Test Test

Im Auto sind Kinder gefährdet: Schon ein Aufprall mit Tempo 30 kann tödlich sein. Ein Auto­kinder­sitz soll schützen – tut das aber nicht immer zuver­lässig: Regel­mäßig fallen bei unseren Tests Kinder­sitze wegen gravierender Sicher­heits­probleme durch. Unsere Daten­bank enthält Test­ergeb­nisse für 460 Kinder­sitze – von sehr gut bis mangelhaft, davon derzeit 253 lieferbar. Das aktuelle Update bringt Testergebnisse für 18 Kindersitze. Viele davon schützen gut bei Unfällen. Einige aber enthalten Schad­stoffe in den Bezügen.

Kinder­autositze im Test – erst­mals mit einem aufblas­baren Sitz

Neu im Test Auto­kinder­sitze: Ein aufblas­barer Sitz. Ein Knopf­druck genügt und das hand­liche Paket bläst sich dank integrierter Pumpe auto­matisch zu einem Auto­kinder­sitz auf. Ist die Luft wieder raus, passt der HY5 TT der Firma Nachfolger in den kleinsten Kofferraum. Das Modell wiegt nur rund fünf Kilogramm – klassische Kinder­sitze bringen locker dreimal so viel auf die Waage. Für die Idee verdient der HY5 ein High Five, doch bei der Umsetzung hapert es: Im Bezug des aufblas­baren Auto­kinder­sitzes fanden die Tester Naph­thalin, ein früher als Mottenpulver einge­setzter Stoff, der im Verdacht steht, Krebs zu erzeugen. Der HY5 fällt deshalb durch die Schad­stoff­prüfung – wie drei weitere Sitze des aktuellen Test­durch­gangs.

Video: Immer wieder fallen Sitze spektakulär durch

Immer wieder fallen Kinder­sitze auch durch Schwächen im Unfall­schutz auf. Was geschehen kann, wenn ein Sitz in Sachen Sicherheit versagt, zeigt unser Video in eindrucks­voller Weise. Hier löst sich ein Modell von seiner Basis und fliegt im hohen Bogen quer durch das Test­labor. In einem realen Unfall würde das nicht nur Lebens­gefahr fürs Kind bedeuten, sondern auch für vorne sitzende Erwachsene.

Der Recaro Optia & Smart Click Base und der Jané Grand versagen im Frontalcrash: Bei beiden Sitzen besteht ein hohes Verletzungs­risiko.

Das bietet Ihnen unsere Auto­kinder­sitze-Tests

Test­ergeb­nisse. Unsere Daten­bank enthält Testbe­richte, Preise und Fotos für alle Auto­kinder­sitze, die die Stiftung Warentest seit 2009 getestet hat: Testergebnisse für 460 Autokindersitze.

Smarte Filter. Meist reichen drei Filterklicks, und Sie haben in Ihrer persönlichen Bestenliste den für Ihr Kind geeigneten und sicheren Sitz gefunden. Die Test­ergeb­nisse Ihrer individuellen Auto­kinder­sitz Testsieger können Sie als PDF herunter­laden.

Heft­artikel. Zusätzlich erhalten Sie nach dem Frei­schalten der Daten­bank Zugriff auf die PDFs aller Autokindersitz-Tests aus der Zeitschrift test.

Kauf­beratung. Sie erhalten umfang­reiche Kauf­tipps sowie wert­volle Hinweise zur Richtigen Hand­habung. Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Auto­kinder­sitze finden Sie im FAQ Autokindersitze.

Aktueller Durch­gang Kinder­sitze-Test – viele sichere Modelle

Von den den 18 frisch getesteten Sitzen und Babyschalen schneiden viele gut ab. Sie bieten hohe Sicherheit bei einem Aufprall von vorn oder von der Seite. Erfreulich: Erst­mals seit Jahren bestanden alle Modelle die Crashtests. Richtig gefähr­lich kann es hingegen in etlichen Kinder­sitzen früherer Test­durch­gänge werden, etwa durch Gurte, die aus der Rückenlehne reißen.

Etliche Auto­kinder­sitze haben ein Schad­stoff­problem

Seit 2011 führt die Stiftung Warentest beim Test von Auto­kinder­sitzen auch eine Schadstoffprüfung durch. Die Chemiker fahnden nach folgenden Substanzen: PAK (Poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe), Phthalate (Weichmacher), Flamm­schutz­mittel, Organozinn­verbindungen, pheno­lische Verbindungen, Farb­stoffe, Form­aldehyd und Metalle. Solche Schad­stoffe gehören nicht in Kinder­sitze. Und doch kommen sie vor. Vier Sitze des aktuellen Testdurchgangs wurden aufgrund von Schad­stoffe mit Mangelhaft bewertet.

Video: Schad­stoff­belastete Sitze im aktuellen Test

Auch im Oktober 2018 sind wieder 4 der 18 getesteten Sitze schad­stoff­belastet.

Auto­kinder­sitz kaufen – so gehen Sie vor

Wenn Sie Ihr Wunsch­modell in der Test­daten­bank gefunden haben, sollten Sie auf Tour gehen: Schauen Sie sich den Sitz im Fach­handel an. Ausprobieren ist Pflicht. Passt der Sitz in Ihr Fahr­zeug? Prüfen Sie Alternativen. Klicken Sie auch auf die Website des Anbieters. Dort finden Sie verschiedene Designs sowie Listen mit passenden Auto­modellen für die Kinder­sitze.

Ausprobieren. Lassen Sie Ihr Kind Probe sitzen, bevor Sie einen Auto­kinder­sitz kaufen. Prüfen Sie Pass­form und Komfort. Bauen Sie den Sitz unbe­dingt ins eigene Auto ein. Dabei fallen ganz schnell Probleme auf, wie zu kurze Gurte oder fehlender Einbauplatz. Manche Sitze sind so breit, dass auf der Rück­bank nur zwei neben­einander passen. Für ein drittes Kind oder einen Erwachsenen bleibt dann nur noch der Beifahrersitz. Die Stiftung Warentest hat das Platz­angebot in verschiedenen Autos untersucht. Details finden Sie in unserer Daten­bank Autos und Kindersitze: Die besten Autos für Familien.

Prüfsiegel. Achten Sie beim Kauf auf das Prüfsiegel ECE R 44 mit der Prüf­nummer 03 oder 04. Der orangefarbene Aufkleber garan­tiert, dass der Sitz nach der neuesten Norm getestet und zugelassen ist. Sitze der älteren Norm EC 44 01 oder 02 sind seit einigen Jahren verboten. Die i-Size-Kinder­sitze haben auch eine Prüfnorm. Sie sind mit ECE R 129 gekenn­zeichnet. Das ist eine interna­tionale Norm, die mitt­lerweile in mehr als 60 Staaten gilt.

Design. Die meisten Kinder­sitze sind in verschiedenen Ausführungen zu haben. Zur Wahl stehen: Farbe, Bezugs­stoff und Dekor. Auch das beein­flusst den Preis. Für die Sicherheit spielt das Dekor keine Rolle: Wählen Sie also, wenn Sie sparen wollen, die billigste Variante eines guten Kinder­sitzes.

Zubehör. Sonnendach, Kopf­stütze, Sitz­verkleinerer und Gurt­polster sind manchmal inklusive. Bei anderen Modellen kostet das Zubehör extra. Fragen Sie nach und kalkulieren Sie den Preis für alle Teile, die Sie brauchen.

Auto­kinder­sitz gebraucht kaufen? Meist keine gute Idee

Zweite Hand. Finger weg von Flohmarkt­käufen. Verwenden Sie gebrauchte Auto­kinder­sitze nur, wenn Sie Herkunft und Vorgeschichte kennen. Achten Sie darauf, dass alle Gurte und Polster und – ganz wichtig – die Gebrauchs­anleitung vorhanden sind.

Schrott. Nach einem Unfall sind Auto­kinder­sitze Schrott. Selbst wenn sie äußerlich unver­sehrt sind. Haarrisse im Material können den Sitz unsicher machen. Zerschneiden Sie die Gurte und entsorgen Sie den Sitz via Händler oder Wert­stoff­samm­lung. Beispiel: Die Berliner Stadt­reinigung nimmt Auto­kinder­sitze kostenlos auf ihren Recycling­höfen an.

Sparen. Sparen können Sie auch, wenn Sie einen in Maßen mitwachsenden Kinder­sitz wählen. Sitze für Kinder bis 13 Kilogramm Gewicht etwa vereinen Babyschale und Kinder­sitz für kleine Kinder. Mitwachsende Sitze der Gruppe I/II/III (also von 9 bis 36 Kilogramm Körpergewicht) schützen sogar Kinder von ein bis zwölf Jahren. Kaufen Sie aber nur gute Sitze. Tipp: Unsere Daten­bank nennt mehrere Babyschalen, die nicht nur gut abschneiden, sondern auch weniger also 100 Euro kosten.

Weitere Kaufberatung und Handhabungstipps für Autokindersitze.

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TestAuto­kinder­sitze im Test23.10.2018
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