Kinder­wagen Test

Kombi-Kinder­wagen sollen das Kind über die ersten Lebens­jahre begleiten: der trag­bare Aufsatz ist praktisch für die Zeit nach der Geburt, der verstell­bare Sport­sitz auf Klein­kinder zuge­schnitten. Das hat seinen Preis: 299 bis 1 080 Euro kosten die Kinder­wagen in unserem Test. Doch mit dem Bugaboo ist ausgerechnet der teuerste deutlich mit Schad­stoffen belastet. Drei weitere Wagen sind mangelhaft. Andere können kippen oder sind unbe­quem. Nur 3 von 12 Modellen sind sicher und gut.

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TestKinder­wagen22.02.2017
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Drei Kinder­wagen sind gut

Erst­mals in einem Kinder­wagentest fanden wir Modelle, deren Tragetaschen lang genug sind für Kinder bis mindestens neun Monate. Das ist wichtig, denn vor diesem Zeit­punkt können viele Kinder noch nicht sitzen. Der Testsieger über­zeugt mit einer guten Tragetasche und einem guten Sitz. Außerdem lobten die Prüfer, dass er sich auf verschiedenen Untergründen sehr gut fahren lässt und der Einkaufs­korb leicht zu beladen ist. Beim zweiten guten Modell über­zeugten unter anderem Federung und Bremsen, der Test­dritte hatte die längste Tragetasche und ließ sich bequem zusammenklappen.

Alles über Kinder­wagen

Test­ergeb­nisse für 26 Kombi-Kinder­wagen. Wenn Sie diesen Artikel frei­schalten, bekommen Sie neben dem aktuellen Test von 12 Kinder­wagen auch die Test­ergeb­nisse für die 14 Modelle aus dem Vorgängertest (test 2/2015). Etliche davon sind noch liefer­bar beziehungs­weise gebraucht erhältlich. Sie erhalten Zugriff auf die beiden inter­aktiven Test­tabellen und können die PDFs zu den Artikeln aus test 3/2017 und test 2/2015 herunter­laden.

Test­ergeb­nisse für 15 Buggys. Sie brauchen eher einen Buggy? Hier gehts zum Test von Buggys (test 4/2016)!

Das Video zum Test

Bugaboo: Flamm­schutz­mittel im Kinder­griff

Die Kultmarke Bugaboo wirbt für neue Griffe aus Kunst­leder: „Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass wir ab Oktober 2016 Schiebe- und Tragebügel im Lederlook für alle Stan­dard­modelle ... anbieten werden.“ Ausgerechnet in diesen Kinder­griffen fanden wir deutliche Mengen Tris-Dichlor­propylp­hosphat (TDCPP) – ein Flamm­schutz­mittel, das vermutlich Krebs erzeugen kann. Kinder halten sich an Griffen fest und lutschen daran. Daher legt die Stiftung Warentest bei Tests von Kinder­wagen für Materialien, die vom Kind erreich­bar sind, in der Regel dieselben strengen Grenz­werte an wie für Klein­kinder­spielzeug. Der Kinder­griff des Bugaboo Buffalo über­steigt den Grenz­wert für TDCPP um ein Vielfaches. Der Wagen ist mangelhaft.

Teutonia: Naph­thalin in den Griffen

In den Griffen des Teutonia Bliss fanden die Tester deutliche Mengen Naph­thalin. Der Schad­stoff zählt zu den poly­zyklischen aromatischen Kohlen­wasser­stoffen (PAK). Er kann vermutlich Krebs erzeugen. Besorgte Eltern sollten die Griffe entfernen oder über­kleben.

Berg­steiger: Naph­thalin und Weichmacher

Der Berg­steiger Capri enthält einen Cock­tail verschiedener Schad­stoffe. Im Kinder­griff sowie in der Regenhaube wiesen die Tester Naph­thalin nach. Im Schie­begriff fanden sie deutliche Mengen der Weichmacher DEHP und DINP, sowie im Kinder­griff deutliche Mengen DINP. Die Weichmacher machen Kunststoff weich. Sie können ausdünsten, sich durch Speichel und Schweiß lösen. Das kann sowohl für das Kind als auch die Mutter gefähr­lich werden: DEHP kann die Frucht­barkeit beein­trächtigen und das Kind im Mutterleib schädigen.

Knorr-Baby: Naph­thalin, TCPP und Kipp­gefahr

Zu viel Flamm­schutz­mittel. In den Griffen des Knorr-Baby fanden die Tester ebenfalls deutliche Mengen Naph­thalin sowie im Kinder­griff erhöhte Mengen DEHP. Außerdem wiesen sie in den Textilien deutliche Mengen des Flamm­schutz­mittels TCPP nach. Die EU hat einen Grenz­wert für TCPP in Klein­kinder­spielzeug fest­gelegt, weil es Bedenken hinsicht­lich des krebs­erzeugenden Potenzials gibt.

Aufsatz kann kippen. Gesund­heits­schädliche Substanzen sind nicht das einzige Risiko. Am Knorr-Baby können Eltern einen gefähr­lichen Fehler begehen: Um den Sitz korrekt zu befestigen, müssen sie vier Metall­stifte ins Fahr­gestell einklinken. Sie hören jedoch ein deutliches Einrasten, auch wenn nur zwei Stifte einge­setzt werden. So kann der falsche Eindruck entstehen, der Aufsatz sitze fest. Er kippt jedoch – unter Umständen erst, nachdem das Kleinkind hinein­gesetzt wurde. Ist der Aufsatz in Fahrt­richtung einge­setzt, kann ein nicht ange­schnalltes Kind nach hinten aus dem Wagen fallen. Ist er rück­wärts montiert, kann sich das Kind die Arme quetschen. (Siehe auch Meldung Verletzungsgefahr bei Kombi-Kinderwagen von Knorr-Baby.)

Knorr verspricht Nachbesserung. Die Stiftung Warentest hat die Markt­aufsicht des fränkischen Anbieters verständigt. Diese Behörde mit Sitz in Nürn­berg entscheidet, ob der Wagen so weiterhin vertrieben werden darf. Knorr-Baby kündigte inzwischen an, die Konstruktion ab der nächsten Produktion mit einer Kipp­sperre zu versehen. Im Handels­blatt versprach Geschäfts­führer Peter Hotz oben­drein: „Alle bestehenden Kunden bekommen von uns ein kostenloses Nach­rüstset.“

Wenig Konkretes

Was sagen die Anbieter zu den Schad­stoff­funden? Die Stiftung Warentest bat die vier betroffenen Unternehmen um Stellung­nahme. Bis Redak­tions­schluss ließen alle offen, ob sie ihren Kunden etwas Konkretes anbieten. Dass es anders geht, bewies die Firma Hauck: Nach unserem letzten Buggytest startete das Unternehmen, mit den Test­ergeb­nissen konfrontiert, noch vor Veröffent­lichung des Testbe­richts einen Rück­ruf seines schad­stoff­belasteten Modells.

Nutzer­kommentare, die vor dem 22. Februar 2017 gepostet wurden, beziehen sich noch auf die ältere Unter­suchung.

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