Gesetzliche Rente

Viel Neues bei der gesetzlichen Alters­vorsorge: Kindererziehung und ein langes Arbeitsleben zählen nun mehr für die Rente. Rund 9,45 Millionen Frauen, die eine Rente beziehen und vor 1992 Kinder bekommen haben, erhalten mehr Geld. Ein klarer Fall für Männer ist die „Rente mit 63“. Wer 45 Versicherungs­jahre vorweist, darf sich ab Juli mit 63 Jahren ohne Renten­einbußen in den Ruhe­stand verabschieden. Frauen kommen meist nicht auf die 45 Jahre, weil sie wegen Familien­arbeit oft lange Jobpausen machen. test.de erläutert, wie die gesetzliche Rente funk­tioniert und berichtet regel­mäßig über aktuelle Entwick­lungen. Die Tests der Stiftung Warentest helfen allen gesetzlich Versicherten, die ergänzend fürs Alter vorsorgen wollen, ein güns­tiges Angebot zu finden. Mehr

Mehr­zahl der Rentner ist gut versorgt

Derzeit geht es der großen Mehr­heit der Ruhe­ständler bestens. Im Durch­schnitt bekommen Männer in den alten Bundes­ländern eine gesetzliche Alters­rente von 985 Euro, in den neuen Bundes­ländern sind es rund 1 060 Euro. Frauen im Westen bekommen im Durch­schnitt eine Alters­rente von 490 Euro, im Osten sind es 705 Euro. Die gesetzliche Rente ist aber nicht alles. Nach Angaben der Bundes­regierung verfügt ein Rentner­ehepaar in West­deutsch­land im Durch­schnitt über ein Gesamt­einkommen von rund 2 340 Euro, in Ostdeutsch­land sind es 1 933 Euro. Betriebs­renten, private Renten, Einnahmen aus Vermietung und Zins­einkünfte zählen dazu. Nur 2,5 Prozent aller 65-Jährigen und Älteren haben weniger als 686 Euro und sind deshalb auf staatliche Grund­sicherung angewiesen.

Alters­armut wird zunehmen

Doch die Rente ist ein Abbild des Arbeits­lebens: Wer sehr wenig verdient, wird im Alter arm sein. „Die hohe Arbeits­losig­keit und der Anstieg der gering­fügigen Beschäftigung wirken sich dämpfend auf die Alters­einkommen aus“, lautet die nüchterne Bestands­aufnahme des Wirt­schafts-Sach­verständi­genrats der Bundes­regierung. Die Zeit von 1997 bis 2006 mit weit mehr als vier Millionen Arbeits­losen, Teil­zeitboom und immer mehr unsicheren Beschäftigungs­verhält­nissen spiegelt sich jetzt in der Rente wider. So bekommen Beschäftigte, die in den Jahren 2010 und 2011 in den Ruhe­stand gegangen sind, im Durch­schnitt eine geringere Alters­rente als die Grund­sicherung – und somit auch viel weniger als der Durch­schnitt aller Rentner.

Zusätzliche Vorsorge tut Not

Die Alters­bezüge der erst vor kurzem in Rente gegangenen Menschen sind also viel geringer als der Durch­schnitt aller Rentner. Eine zusätzliche Alters­vorsorge, am besten über den Betrieb oder mit einer guten Riester-Rente, ist unter den gegebenen Umständen notwendig, um den gewohnten Lebens­stan­dard im Alter halten zu können.