Ab ins Sommervergnügen! Wer viel Zeit an der frischen Luft verbringt, im Wasser planscht oder Sport treibt, braucht einen zuverlässigen Schutz vor hautschädigender UV-Strahlung. © Westend61 / Ekaterina Yakunina
Nur jedes zweite von 20 Sonnenschutzmitteln im Test überzeugt – darunter preisgünstige. Von sechs Mitteln raten wir ab: Sie versagen beim UV-Schutz.
Testergebnisse für 20 Sonnenschutzmittel freischalten
Sonnenschutzmittel im Test
Die Haut braucht Schutz vor schädigender UV-Strahlung – nicht nur im Sommerurlaub am Strand, sondern auch im Alltag beim Radfahren, Joggen oder auf dem Balkon. Auch in unseren Breitengraden sind Sonnencremes, -lotionen oder -sprays mit hohem oder sehr hohem Sonnenschutzfaktor ( SPF 30, 50 oder 50+) ratsam.
Die Stiftung Warentest hat 20 Sonnenschutzmittel geprüft. Nur zehn davon sind gut oder sogar sehr gut und damit zuverlässige Begleiter an sonnigen Tagen, darunter immerhin auch einige preisgünstige Handelsmarken aus der Drogerie oder vom Discounter. Vier UV-Schutzmitteln zogen wir dagegen Punkte ab, weil wir in ihnen einen kritischen Weichmacher nachgewiesen haben. Und sechs Produkte sind mangelhaft, weil sie den versprochenen UV-Schutz nicht bieten. In unserem Sonnencreme-Test sagen wir Ihnen, mit welchen Mitteln Sie sicher durch den Sommer kommen!
Warum sich der Sonnencreme-Test für Sie lohnt
Testergebnisse
Der Sonnencreme-Test der Stiftung Warentest bietet Qualitätsurteile für 20 Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor LSF 30, 50 oder 50+. Mit dabei: Klassiker wie Nivea, Garnier und Ladival, Produkte von dm, Rossmann und Lidl sowie aus der Apotheke von Avène, Eucerin und Vichy. Die Preise reichen von 1,58 bis 42 Euro je 100 Milliliter, die Noten von Sehr gut bis Mangelhaft.
Die beste Sonnencreme für Sie
Möchten Sie lieber reichhaltig cremen oder ein leicht zu verteilendes Spray verwenden? Kaufen Sie gern preisgünstig beim Discounter oder bevorzugen Sie ein bestimmtes Apothekenprodukt? In unserer Test-Auswahl ist für jeden etwas dabei. Die Produkte eignen sich für Groß und Klein.
Einem Weichmacher auf der Spur
Wir haben die Sonnenschutzmittel erstmals auf kritische Weichmacher untersucht und ordnen unsere Analyseergebnisse dem aktuellen Wissensstand entsprechend ein. Im Faktencheck gehen wir der Frage nach, welchen Einfluss UV-Filter auf die Umwelt haben können.
Heftartikel als PDF
Nach dem Freischalten erhalten Sie den test-Heftartikel zum Thema Sonnenschutzmittel für Erwachsene.
Testergebnisse für 20 Sonnenschutzmittel freischalten
Nicht alle halten den Lichtschutzfaktor ein
Drei Mittel unterschreiten den auf ihren Packungen angegebenen UVB-Sonnenschutzfaktor, ein Produkt bietet keinen angemessenen Schutz vor UVA-Strahlen. Gleich doppelt, also sowohl beim UVA- als auch beim UVB-Schutz, versagen ein zertifiziertes Naturkosmetikprodukt und eine besonders teure Creme – und zwar so massiv, dass sie kaum schützen.
Tipp: Schon vor dem Freischalten können Sie alle getesteten Sonnenschutzmittel sehen und zum Beispiel nach dem Preis filtern.
Einem kritischen Weichmacher auf der Spur
Erstmals haben wir die Cremes, Lotionen und Sprays auf gesundheitskritische Weichmacher geprüft. Anlass waren Untersuchungen von Behörden, die in Urinproben ein Abbauprodukt von Weichmachern gefunden hatten, die aus Sonnencremes stammen könnten. In vier Produkten wurden wir fündig und wiesen den Weichmacher Di-n-hexylphthalat (DnHexP) nach. Die von uns gemessenen Konzentrationen bergen nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung kein akutes Gesundheitsrisiko. Wir bewerten die vier Produkte im Prüfpunkt kritische Inhaltsstoffe daher noch mit Ausreichend und insgesamt mit Befriedigend.
Tipp: Lesen Sie hier alles zum derzeitigen Wissensstand über Weichmacher in Sonnenschutzmitteln – und warum Sie Sonnenschutzmittel weiterhin großzügig verwenden sollten.
Nur wer richtig cremt, ist richtig geschützt
UV-Strahlung kann schmerzhaften Sonnenbrand verursachen, zu frühzeitiger Hautalterung und langfristig auch zu Hautkrebs führen. Davor können selbst die besten Sonnenschutzmittel nur sicher schützen, wenn sie reichlich genutzt werden: Cremes, Lotionen und Sprays also immer wieder großzügig auf der Haut verteilen (siehe FAQs Sonnencreme). Laut einer aktuellen Umfrage des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel vergisst fast jeder zweite erwachsene Mensch in Deutschland häufig, ein Sonnenschutzmittel aufzutragen. Vor allem jüngere Erwachsene – im Alter zwischen 18 und 34 Jahren – geben zudem an, dass sie im Sommer häufig einen Sonnenbrand haben.
Tipp: Im Sommer 2023 haben wir Sonnenschutzmittel für Kinder getestet. Viele der sehr guten und guten Produkte sind laut den Anbietern weiterhin unverändert im Handel erhältlich.Zwar können Kinder grundsätzlich denselben Sonnenschutz wie Erwachsene nutzen. Die Kinderprodukte sind aber häufig parfüm- und duftstofffrei, was gut für die ist, die auf Duftstoffe allergisch reagieren.
Vor UV-Licht schützt auch Kleidung – wenn sie aus dicht gewebtem Stoff ist. Ein Hut oder eine Cap bewahren die Kopfhaut vor Verbrennungen und können einen Sonnenstich vermeiden.
Lea Lukas, Kosmetik-Redakteurin bei der Stiftung Warentest
So testen wir Sonnenschutzmittel
Mithilfe aufwendiger Prüfungen sowohl an Probanden als auch in Laboranalysen ermitteln wir von jedem Sonnenschutzmittel im Test, wie gut es vor UVB- und UVA-Strahlung schützt. Nur so lässt sich beurteilen, ob auf die versprochene Schutzwirkung einer Sonnencreme Verlass ist. Außerdem prüfen wir, ob die Produkte kritische Inhaltsstoffe enthalten und bestimmen gegebenenfalls deren Konzentration. Wichtig für die Praxis sind auch unsere Anwendungstests: Mehrere Prüfpersonen bewerten zum Beispiel, wie gut sich die Mittel auf der Haut verteilen lassen, wie gut sie einziehen und ob nach dem Auftragen ein klebriger Film zurückbleibt.
Testergebnisse für 20 Sonnenschutzmittel freischalten
-
Die besten sind sehr gut und günstig
- Im Test der Stiftung Warentest: 19 Sonnencremes für Kinder mit Schutzfaktor 30, 50 oder 50+. Viele der Cremes, Lotionen und Sprays überzeugen, vier fallen durch.
-
Sonnencreme unter Schadstoffverdacht – was ist dran?
- Sonnencreme steht plötzlich im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Die Verunsicherung der Verbraucher kommt auch bei uns an. Wir geben Antworten auf häufige Fragen.
-
Achtung, Sonnenbrand! So verlässlich sind UV-Warn-Sticker wirklich
- UV-Patches sollen Sonnenbrand vorbeugen: Wechseln sie die Farbe, braucht die Haut mehr Sonnencreme. Klappt das wirklich? Wir haben Sticker zweier Anbieter geprüft.
Diskutieren Sie mit
Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.
Kommentarliste
Nutzerkommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.
Sie schreiben: "Auf unsere Testergebnisse können Sie sich verlassen."
Kann ich mich auf dieses Testergebnis so verlassen, wie ich mich auf das Testergebnis von Rauchmeldern verlassen konnte?
Liebes TEST-Team, in wie vielen Durchgängen wird die UVA-Messung durchgeführt? Gerade bei der Garnier Ambre Solaire Sonnemilch ärgert mich das Ergebnis besonders. Welchen UVA-PF haben Sie hier ermittelt?
@raskubi: Im Rahmen unseres Tests haben wir bei dem Sonnenschutzmittel „Cien Sun Sonnenmilch, LSF 50“ von Lidl eine Unterschreitung des auf der Verpackung angegebenen UVB-Schutzes, also des Lichtschutzfaktors, festgestellt. Zwei voneinander unabhängige Methoden bestätigen hierbei das Messergebnis, weshalb wir die Note Mangelhaft vergeben mussten und das Produkt nicht empfehlen können. Auf unsere Testergebnisse können Sie sich verlassen.
Das hat mir der Lidl Kundenservice auf Anfrage geschrieben. Wie kommt es zu den ganz gegensätzlichen Aussagen zur Qualität der Lidl Sonnencreme?
"Wir sind umgehend nach Bekanntwerden der Testergebnisse zudem in Kontakt mit Stiftung Warentest getreten und haben die durch Stiftung Warentest geprüfte Charge des Produkts "Lidl Cien Sun Sonnenmilch LSF 50" erneuten Analysen unterzogen. Auch hierbei konnte der auf der Verpackung ausgewiesene Lichtschutzfaktor bestätigt werden."
Kommentar vom Autor gelöscht.