Hundefutter Test

Ein gutes Futter in der richtigen Dosierung bringt alles mit, damit der Hund rundum gut versorgt ist. Den von uns mangelhaft bewerteten Produkten fehlen wichtige Vitamine und Nähr­stoffe. Sie gefährden die Gesundheit Ihres Hundes.

Welches Hundefutter ist das beste? Im Hundefutter-Test der Stiftung Warentest konkurrieren 26 Dosen-Nass­futter mit 5 Tiefkühl-Menüs aus rohem Fleisch zum „Barfen“. Das teuerste Produkt ist, auf den Tages­bedarf umge­rechnet, zehnmal so teuer wie das billigste (Preise: 59 Cent bis 5,93 Euro pro Tages­ration). Neun Allein­futter fallen durch. Knapp jedes zweite Futter aber können wir empfehlen: Sechs­mal gibt es die Note Sehr gut, acht­mal ein Gut. Eine Schlüssel­rolle spielt die Qualität der Zutaten – wir befragten die Hersteller dazu.

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TestHundefutter24.07.2019
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Vier­beiner erfreuen sich wachsender Beliebtheit

Rund neun Millionen Hunde leben derzeit in Haushalten in Deutsch­land. Das sind 2,4 Millionen mehr als 2014. Was das Futter betrifft, hat jeder Besitzer eigene Vorstel­lungen: Feucht oder trocken? Selbst­gekocht oder roh? Wir haben eines der umsatz­stärksten Segmente geprüft: Nass­futter. Und Trend­produkte oben­drein: tiefgekühlte Menüs mit rohem Fleisch, sogenannte Barf-Produkte. Barf steht für biologisches, artgerechtes Rohfutter.

Das bietet der Hunde-Nass­futter-Test der Stiftung Warentest

Test­ergeb­nisse. Die Tabelle zeigt Bewertungen für 26 Feucht­futter in Dosen und Schalen sowie für 5 tiefgekühlte Barf-Menüs mit Rohfleisch. Wir haben die Nass­futter auf Nähr­stoff­zusammenset­zung, Schad­stoffe und Keime getestet und die Fütterungs­hinweise bewertet.

Kauf­beratung. Wir sagen, welche Futter sich für kleinere Hunde eignen und welche für größere, wie Sie beim Hundefutter-Kauf viel Geld sparen können und von welchen Produkten Sie lieber die Finger lassen sollten, da sie Hunde schlecht versorgen. Dazu nennen wir gute Trockenfutter aus unserem letzten Trockenfutter-Test, die laut Anbieter immer noch unver­ändert erhältlich sind.

Tipps zum Barfen. Wir erklären, was es mit Barfen auf sich hat, warum Rohfütterung Tiere krank machen kann, und was Sie beachten müssen, wenn Sie Ihrem Hund rohes Futter geben wollen.

Vorwürfe und Anbieterre­aktionen. Wir haben alle Hersteller der Dosenfutter im Test mit häufig geäußerten Vorwürfen – etwa Fertigfutter enthalte minderwertige Schlacht­abfälle – konfrontiert und zeigen ihre Reaktionen.

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf die PDFs der Testbe­richte aus test 6/2019 und 8/2019.

Barf: Komplett-Menü anstelle von Rations­berechnung

Der Trend zur Rohfütterung hält seit über 10 Jahren an, erzählt Petra Kölle von der Kleintierklinik München (Interview: Warum Rohfütterung Hunde krank machen kann). Jeder vierte Hunde­besitzer, der in ihre Ernährungs­sprech­stunde kommt, ist über­zeugter „Barfer“. Diese Halter bestimmen selbst, was ins Futter kommt. Allerdings ist es essenziell, die richtige Ration fürs Tier zu finden. Rezepte aus dem Internet oder Büchern sind oft nicht bedarfs­deckend, besser ist die Rations­berechnung durch einen spezialisierten Tier­arzt. Barf-Menüs wollen Besitzern diese Mühe abnehmen und präsentieren sich als Komplett­mahl­zeit. Die Produkte im Test kauf­ten wir im Heim­werk­ermarkt, Fach- und Online­handel ein.

Video: Hunde-Nass­futter und Barf-Menüs im Test

Unser Video zeigt, wie wir Hundefutter testen und welche Futter im Test durch­gefallen sind.

Allein­futter muss alle Nähr­stoffe geben

Alle 31 Test­kandidaten sind Allein­futtermittel, versprechen also, alle notwendigen Nähr­stoffe zu geben, darunter Aminosäuren für Herz und Muskeln, Linolsäure für Leber, Haut und Fell, Kalzium und Phosphor fürs Skelett sowie Vitamine. Ob sie das schaffen, haben wir für einen Modell­hund berechnet, der dem deutschen Durch­schnitts­hund entspricht: Er bewegt sich mäßig, wiegt 15 Kilogramm und braucht am Tag 724 Kalorien.

Nicht ohne Vitamin- und Mineral­stoff­zusätze

Sechs Futter sind sehr gut und vergleichs­weise günstig. Sie liefern einen optimalen Nähr­stoff­mix. Neun eignen sich nicht als Allein­futter und sind mangelhaft. Fehlen bestimmte Nähr­stoffe, kann das für den Hund fatale Folgen haben: Kommen etwa Kalzium und Phosphor zu kurz, können Hunde Knochenschäden erleiden. Zu wenig Vitamin A kann Augen­schäden hervorrufen. Zu den Verlierern zählen auch teurere Futter, die bewusst auf Vitamin- und Mineral­stoff­zusätze verzichten. Ein Allein­futter braucht diese aber, um Hunde rundum zu versorgen. Weiterer Schwach­punkt vieler Produkte: Sie geben zu hohe oder zu nied­rige Futtermengen an.

Barf-Menüs mit Keimen belastet

Dosenfutter wird erhitzt und so halt­bar gemacht. Dabei werden Keime abge­tötet. Anders die Barf-Menüs: In mehreren wiesen wir hohe Keimbelastungen nach – vor allem Enterobakterien, die meist aus dem Darm stammen. Für Hunde ist das weniger problematisch. Menschen, die mit im Haushalt leben, können sich allerdings infizieren. Tipps rund ums Barfen erhalten Sie, wenn Sie den Test frei­schalten.

Wie kommt das Futter in die Dose? Eine Recherche in Bildern

Bildergalerie. Was steckt wirk­lich in der Dose? Die Stiftung Warentest blickt hinter die Kulissen der Tier­futterproduktion und beschreibt anhand von Fotos aus zwei Werken wichtige Produktions­schritte. Die Galerie öffnet sich, wenn Sie unten rechts in das Recht­eck klicken.

Hundefutter Test

Produktions­halle mit Rohware. Organe und Innereien sind wichtige Zutaten von Tierfutter. Hersteller beziehen sie üblicher­weise in großen gefrorenen Blöcken und verarbeiten sie dann weiter. Hier ist die Produktion von Dr. Alder’s in Wethau, Sachsen-Anhalt, zu sehen.

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Vitaminlieferant. Leber von Rind oder Schwein ist ein klassisches Schlacht­neben­produkt, das den Nähr­wert­gehalt von Tierfutter steigert. Sie liefert viele Vitamine und Mineralstoffe. Stammt sie von älteren Tieren, bringt sie allerdings mehr Vitamine mit als für das Futter nötig.

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Typische Schlacht­neben­produkte. Zu sehen sind Niere, Schlund, Hühner­herzen und –magen (von links). Hersteller Mars sagt, er mache seinen Lieferanten genaue Vorgaben, wie die Organe bei Lieferung beschaffen sein sollten. Schlund etwa soll ohne Schild­drüse geliefert werden, da sonst zu viele Hormone anhängen.

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Hühner­herzen. Hier sind sie gefroren in großen Blöcken, später werden sie angetaut und weiterver­arbeitet. Auch der Mensch kann sie problemlos verzehren, macht das aber nur noch selten. In Tierfutter findet Herz, übrigens auch Muskel­fleisch, sinn­volle Verwendung.

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Pansen. Der größte der drei Vormägen des Rinds ist ebenfalls ein Schlacht­neben­produkt, das Hersteller gern zu Tierfutter verarbeiten. Es liefert neben Mineralstoffen und Vitaminen weitere wert­volle pflanzliche Inhalts­stoffe.

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Probenent­nahme. Bei Hersteller Mars in Verden wird die Rohware direkt nach Lieferung angebohrt. Anhand der Probe kann gemessen werden, ob die Qualität stimmt. Erst danach geht es in die Verarbeitung.

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Zerkleinerer. Eine Ladung Schweine­lunge wird beim Hersteller Dr. Alder’s in einen Zerkleinerer geschüttet.

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Gewolft. Je nach Wunsch kommen am anderen Ende des Zerkleinerers grobe oder fein gewolfte Fleisch­stück­chen heraus.

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Grünzeug. Auch Gemüse wie Karotten ist Teil von Tierfutter.

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Mineralstoff- und Vitamin­mischungen. Sie liegen in Form von Pulver vor. Bei Hersteller Dr. Alder’s wird die benötigte Menge noch von Hand abge­wogen. Dann wird sie mit Wasser vermengt, damit sich eine Emulsion ergibt. Diese wird dann dem Futter unterge­mischt.

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Misch­anlage. Die zerkleinerten Stücke Schweine­lunge werden in einen großen Mischer gekippt.

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Doppel­paddelmischer. In diesem Gerät werden alle Zutaten vermengt – Fleisch, Gemüse, Vitamine und Mineralstoffe.

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Maschinen statt Menschen. Bei Mars, einem der größten Hersteller von Tierfutter welt­weit, läuft in seiner Produktions­stätte in Verden alles auto­matisiert ab. Die einzelnen Verarbeitungs­schritte der Rohware sind von außen nicht sicht­bar.

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Herstellung von Chunks. So werden die kleinen Fleisch­stück­chen für Katzen- und Hundefutter bei Mars hergestellt: Zunächst kommen sie als emulgierte Masse daher, die in langen feinen Linien aufgespritzt wird.

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Dampf­gegart und geschnitten. Nach weiteren Verarbeitungs­schritten sind die Chunks besser zu erkennen. Über spezielle Waagen werden sie portioniert und anschließend mit Jelly, der Soße, abge­füllt.

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Laufband. Nach Abfüllung des Feucht­futters laufen die geschlossenen Dosen bei Dr. Alder‘s Richtung Produktions­ende.

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Konservierung. Im sogenannten Auto­klav, einer Art großem Schnell­kochtopf, wird das Tierfutter für zirka 20 bis 25 Minuten bei etwa 125 Grad Celsius erhitzt und so halt­bar gemacht. Danach wird es lang­sam herunter­gekühlt.

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Qualitäts-Check. Im Labor wird das fertige Tierfutter stich­probenweise untersucht. Dazu werden Aussehen und Geruch geprüft und die pürierte Masse auf pH-Wert, Eiweiß- und Fett­gehalt untersucht.

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Bereit zur Auslieferung. Diese Dosen wurden geprüft und für gut befunden. Nach der Etikettierung können sie in den Handel.

Dieser Test Hundefutter ist 22. Mai 2019 erschienen und wurde am 24. Juli 2019 um die Inhalte zur Futterproduktion ergänzt. Vor den genannten Daten gepostete Kommentare beziehen sich jeweils auf ältere Fassungen des Tests.

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