Rechts­schutz­versicherung im Vergleich Die beste Rechts­schutz­versicherung für Sie

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Rechts­schutz­versicherung im Vergleich - Die beste Rechts­schutz­versicherung für Sie
Rechts­schutz. In Rechts­fragen hilft die Anwältin. Je nach Fall und Police zahlt die Rechts­schutz­versicherung ihr Honorar – und auch die Gerichts­kosten. © Getty Images / Maskot

Rechts­schutz im Test: 60 Rechts­schutz­versicherungen sind in unserem Vergleich. Mit einer guten Police können Sie ohne Angst vor Anwalts­kosten um Ihr Recht kämpfen.

Rechts­schutz­versicherung im Vergleich Alle Testergebnisse für Rechts­schutz­ver­sicherung

Inhalt

Der Rechts­schutz-Vergleich

Eine Rechts­schutz­versicherung für die Lebens­bereiche „Privat“, „Beruf“ und „Verkehr“ (PBV) kostet je nach Versicherer zwischen 208 und 683 Euro pro Jahr bei einer Selbst­beteiligung im Schadens­fall in Höhe von 150 Euro.

Rechts­schutz­versicherung: Vergleich zeigt enorme Preis- und Leistungs­unterschiede

Im Rechts­schutz-Test hat die Stiftung Warentest 25* Mal das Qualitäts­urteil Gut vergeben. Die Preis­unterschiede sind enorm – selbst unter den guten Angeboten. Das teuerste gute Angebot kostet 683 Euro pro Jahr, die güns­tigste gute Rechts­schutz­versicherung 267 Euro. Fast alle Versicherer sind in unserem Rechts­schutz­versicherungs-Vergleich enthalten (So haben wir getestet). Für die Bewertung der Angebote haben wir das Dickicht der Versicherungs­bedingungen nach Leistungs­unterschieden durch­sucht und die Policen entsprechend benotet. Faust­regel: Wer viele Rechts­fälle versichert und nur wenig Streitig­keiten vom Versicherungs­schutz ausschließt, erhält auch eine gute Note.

*Am 4. April 2022 korrigiert.

Familien­rechts­schutz im Test: Wer ist versichert?

Die genannten Jahres­beiträge beziehen sich auf Rechts­schutz für Familien. Kinder und Partner sind mitversichert. Singles und Rentner bekommen die Policen oft billiger. Wer in Ruhe vergleicht, findet mit dem Vergleich der Stiftung Warentest seinen persönlichen Testsieger.

Das bietet der Rechts­schutz­versicherungs-Vergleich

  • Test­ergeb­nisse (Rechts­schutz-Paket „Privat, Beruf, Verkehr“). Unsere Tabelle Rechtsschutzversicherung zeigt Bewertungen der Stiftung Warentest für 60 Rechts­schutz­versicherungen – von ADAC über Huk-Coburg bis Zurich. Sie bieten Rechts­schutz für Nicht­selb­ständige in den Lebens­bereichen „Privat“, „Beruf“ und „Verkehr“. Dargestellt sind Tarife mit einer Selbst­beteiligung von 150 Euro. Die Tabelle zeigt auch, wie viel der Zusatz­baustein „Wohnen“ für Mieter oder Vermieter und Eigentümer kostet (Stand der Daten: Januar 2022).
  • Test­ergeb­nisse (Einzel­baustein Verkehrs­rechts­schutz). Wir haben 15 Verkehrs­rechts­schutz­versicherungen unter die Lupe genommen. Diese Test­ergeb­nisse finden Sie nur im PDF zum Artikel aus Finanztest 4/2021 (Stand der Daten: November 2020).
  • Rechts­schutz für Mieter und Vermieter. Den Rechtsschutz für Mieter und Vermieter gibt es auch als Einzel­versicherung (Einzel­baustein Wohnen). Wir nennen 11 Angebote für Mieter und Vermieter (Stand der Daten: Oktober 2021). Den zugehörigen Artikel aus Finanztest 11/2021 können Sie als PDF abrufen.
  • Umfrage. Gemein­sam mit dem Deutschen Anwalt­ver­ein hat die Stiftung Warentest Anwältinnen und Anwälte gefragt, wie zufrieden sie mit der Schadenregulierung durch die Versicherer sind (Stand der Daten: Dezember 2021).
  • Archiv. Wenn Sie das Thema frei­schalten, haben Sie auch Zugriff auf die PDF zu älteren Unter­suchungen aus den Jahren 2017-2021. So können Sie vergleichen, wie Ihr Versicherer in früheren Unter­suchungen abge­schnitten hat.

Rechts­schutz­versicherung ist sinn­voll

Ein Rechts­streit bedeutet für viele Menschen an sich schon Stress. Die Angst vor den Anwalts- und Gerichts­kosten macht die Sorgen noch größer. Eine Rechts­schutz-Police kann wenigs­tens diese finanziellen Sorgen abnehmen. Auch wenn diese Versicherung – anders als eine Privathaftpflichtversicherung – nicht zu den ganz wichtigen Versicherungen zählt, ist sie doch sehr nützlich.

Das sollte eine Rechts­schutz­versicherung bieten

Welche ist die beste Rechts­schutz­versicherung? Wir haben das komplizierte Klein­gedruckte von 60 Rechts­schutz­paketen für die Lebens­bereiche Privat, Beruf und Verkehr (PBV) unter die Lupe genommen und die Tarife bewertet. Ein empfehlens­werter Tarif zeichnet sich dadurch aus, dass er Anwalts- und Gerichts­kosten in möglichst vielen Lebens­lagen über­nimmt und nur wenige Ausschluss­klauseln hat (Das macht eine gute Rechtsschutzversicherung aus).

Leistungen einer Rechts­schutz­versicherung

Eine Rechts­schutz­versicherung über­nimmt bei Rechts­ärger die Anwalts­kosten, die Gerichts­kosten sowie die Ausgaben für gericht­lich bestellte Gutachter oder Sach­verständige. Wir haben die Rechts­schutz­versicherungen unter anderem darauf­hin untersucht, ob und wie viel Rechts­schutz sie in folgenden wichtigen Leistungs­bereichen bieten:

  • Rechts­schutz im Vertrags- und Sachenrecht (inklusive Rechts­schutz für Anleger),
  • Arbeits-Rechts­schutz,
  • Verkehrs-Rechts­schutz,
  • Rechts­schutz im Sozial-, Verwaltungs- und Steuerrecht,
  • Straf-Rechts­schutz,
  • Beratungs-Rechts­schutz im Familien- und Erbrecht,
  • Beratungs-Rechts­schutz im Urheberrecht (etwa beim Vorwurf eines illegalen Downloads),
  • Schadens­ersatz-Rechts­schutz.

Diese Versicherer sind im Test

  • ADAC Versicherung
  • Adam Riese
  • Advocard
  • Allianz
  • Allrecht/Deurag
  • Arag
  • Auxilia
  • Badische Rechts­schutz­versicherung (BGV)
  • Concordia
  • DA Deutsche Allgemeine Versicherung (DA Direkt)
  • Debeka
  • Deurag
  • DEVK
  • DMB Rechts­schutz
  • Ergo
  • Huk-Coburg
  • Ideal
  • Itzehoer
  • LVM
  • Medien-Versicherung Karls­ruhe (MVK)
  • NRV
  • Örag
  • Roland
  • R+V
  • VGH
  • VRK
  • WGV
  • Württem­bergische
  • Zurich

Der Versicherer Continentale hat eine Teil­nahme am Test verweigert.

Rechts­schutz für Mieter und Vermieter/Eigentümer

Wer in seiner Eigenschaft als Mieter oder Eigentümer einer Immobilie Rechts­schutz möchte, kann den Baustein „Wohnen“ zum PBV-Rechts­schutz-Paket dazu­buchen oder ihn als Einzelversicherung abschließen. Meistens kostet das Aufpreis.

Verkehrs­rechts­schutz­versicherungen im Vergleich

Wer vor allem für Rechts­ärger rund um das Auto und den Straßenverkehr versichert sein möchte, kann Verkehrsrechtsschutz auch als Einzel­police abschließen. Leistungs­starke Policen gibt es schon für unter 100 Euro jähr­lich (bei einem Selbst­behalt von 150 Euro).

Rechts­schutz­versicherung ohne Warte­zeit

Wenn Sie den Versicherer wechseln wollen, sollte der Wechsel nahtlos erfolgen. Das vermeidet Nachteile. Während etwa bei einem Neuabschluss in vielen Fällen der Rechts­schutz erst nach mehreren Monaten „Warte­zeit“ greift, fällt diese beim nahtlosen Wechsel in der Regel weg.

Einige Anbieter schließen in ihren neuen Verträgen Rechts­schutz für teure Streitig­keiten aus, die in Altverträgen noch unbe­schränkt versichert sind. So ist der Rechts­schutz für Ärger rund um Kapital­anlagen in Policen aus der Zeit vor 2009 häufig noch umfassend versichert. Auch Auseinander­setzungen um Kredit­widerrufe sind über alte Rechts­schutz­versicherungen oft noch umfassend abge­deckt.

Rechts­schutz­versicherung rück­wirkend abschließen?

Nein, das geht nicht. Rechts­schutz­versicherungen bieten nicht rück­wirkend Versicherungs­schutz für einen Streit, der beim Abschluss der Versicherung schon in der Welt war. Ausnahme: Als einziger Versicherer bietet die Arag Spezial­policen mit Rück­wirkung: „Miet­rechts­schutz Sofort“ und Verkehrsrechtsschutz Sofort. Da diese Versicherungen aber keinen allgemeinen Rechts­schutz für mietrecht­liche beziehungs­weise verkehrs­recht­liche Streitig­keiten bieten, sondern nur einzelne ausgewählte Problemfälle versichern, sind sie nicht Teil dieses Tests.

Rechts­schutz­versicherung im Vergleich Alle Testergebnisse für Rechts­schutz­ver­sicherung

Rechts­schutz­versicherung – die wichtigsten Tipps

Familien-Police schützt auch Partner und Kinder

Die von uns untersuchten Angebote sind Familien­tarife. Kinder und Partner sind mitversichert, ein nicht­ehelicher Partner sollte im Versicherungs­schein stehen. Aber auch Singles können sich an den Testnoten orientieren. Sie zahlen oft etwas weniger Beitrag.

Rechts­schutz für Mieter und Eigentümer

Wer auch Rechts­schutz als Mieter oder Immobilien­eigentümer sucht, muss ihn gegen Aufpreis dazu buchen. Die Beiträge für den Mieter-Rechts­schutz sind im Test ebenfalls genannt. Rechts­schutz für Mieter und Eigentümer kann bei einigen Anbieter auch einzeln abge­schlossen werden. Wer nicht das große Rechts­schutz-Paket für Privat, Beruf, Verkehr (PBV) benötigt, kann also etwa nur diesen Baustein buchen und so Beitrag sparen.

Sind Sie Mitglied im Mieter­ver­ein, benötigen Sie in der Regel keinen weiteren Rechts­schutz für Mieter. Zu den Leistungen der Mieter­ver­eine gehört in der Regel auch Rechts­schutz für Miet­rechts­streitig­keiten.

Verkehrs­rechts­schutz gibts als Einzel­police ...

Wenn Sie sich nur für den Verkehrs­bereich versichern wollen, benötigen Sie eine reine Verkehrs­rechts­schutz-Police. Entsprechende Tarife finden Sie im Vergleich Verkehrsrechtsschutzversicherung (Stand der Daten: November 2020).

... Arbeits-Rechts­schutz nicht

Rechts­schutz für Ärger rund um den Beruf wird nicht als Einzel­baustein angeboten. Sie müssen wenigs­tens den Baustein Privat dazu­buchen. Sind Sie Mitglied in einer Gewerk­schaft, haben Sie darüber Rechts­schutz und brauchen den Baustein Beruf nicht unbe­dingt.

Jähr­lich zahlen, Prämie sparen

Im Ideal­fall zahlen Sie ihre Versicherungs­prämie jähr­lich. Bei monatlicher Zahl­weise ist die Police meist etwas teurer. Rabatt können Sie mitunter auch bekommen, wenn Sie einen Fünf­jahres­vertrag abschließen.

Wechsel des Versicherers

Wenn Sie in der Vergangenheit eine gute Rechts­schutz­versicherung abge­schlossen haben, ist es vermutlich ratsam, sie zu behalten. Es gilt die Faust­regel: Neue Angebote eines Rechts­schutz­versicherers sind nur selten besser als die alten. Falls Sie wechseln: Achten Sie auf einen nahtlosen Wechsel, ohne zeitliche Lücke.

Rechts­schutz­versicherung im Vergleich Alle Testergebnisse für Rechts­schutz­ver­sicherung

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Mehr zum Thema

  • Beratung und Rechts­schutz im Mietrecht Das leistet das Angebot von Mieterengel.de

    - Das Internetportal Mieterengel.de vermittelt Anwälte zur Rechts­beratung und bietet Rechts­schutz. Die Stiftung Warentest hat das Angebot unter die Lupe genommen.

  • Beratung und Rechts­schutz im Mietrecht Das leistet das Angebot von Conny

    - Das Internetportal Conny.de bietet außer Rechts­durch­setzung auch Mieter­schutz mit Beratung und Prozess­kosten­schutz. test.de hat das Angebot unter die Lupe genommen.

  • Beratung zur Miet­neben­kosten­abrechnung Das leistet das Angebot von Mineko

    - Das Internetportal Mineko.de bietet die Prüfung von Neben­kosten­abrechnungen, Muster­texte und Tipps für den Streit mit dem Vermieter an.

799 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

eisentest am 29.05.2022 um 21:49 Uhr
Deckung nur der gesetzlichen Gebühren

Vielen Dank für den ausführlichen Test.
Als Mitarbeiter einer Rechtsanwaltskanzlei habe ich häufig mit Mandanten zu tun, die eine Rechtsschutzversicherung haben und die aus allen Wolken fallen, wenn sie hören, dass die Versicherungen unsere Kosten nur in Höhe der gesetzlichen Gebühren übernehmen.
Wir schließen in der Regel Vergütungsvereinbarungen und somit müssen unsere Mandanten einen Teil der Kosten selber tragen.
Ich würde es begrüßen, wenn im Test aufgenommen wird, dass RSVs Honorarvereinbarungen - die aber manchmal notwendig sind - nicht übernehmen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 10.05.2022 um 08:50 Uhr
Wechsel, Anpassung an neuen Tarif oder Altvertrag

@gagarin48: Bitten entschuldigen Sie die späte Antwort.
Haben Sie noch die Versicherungsbedingungen WGV-ARB 2004? Im Jahr 2004 hatten wir noch keine Qualitätsurteile für Rechtsschutztarife vergeben. Wir haben daher einmal überblicksartig den damaligen WGV-Tarif (ARB 2004) mit dem heutigen Huk-Coburg Tarif PBV Plus verglichen.
Danach gelten Steuer- und Sozialrechtsschutz erst ab dem Gerichtsverfahren (nicht wie beim Huk-Tarif bereits ab dem einem Gerichtsverfahren vorhergehenden Widerspruchs- bzw. Einspruchsverfahren).
Außerdem hat der WGV-Tarif keinen allgemeinen Verwaltungsrechtsschutz (sondern Verwaltungsrechtsschutz nur in Verkehrssachen – wenn Ihnen etwa wegen eines Fehlverhaltens im Straßenverkehr der Führerscheinentzug droht).
Besser als der Huk-Tarif ist der alte WGV-Tarif beim Kapitalanlage-Rechtsschutz. Die Huk zahlt für einen Rechtsstreit zum Beispiel rund um einen Aktienkauf im PBV-Plus-Tarif maximal 10.000 Euro. Das ist zwar nicht schlecht, aber der WGV-Tarif übernimmt Anwalts- und Gerichtskosten bis zur vollen Versicherungssumme in Höhe von 300.000 Euro (eine übrigens absolut ausreichende Versicherungssumme). Zwar hat die WGV damals mit der sogenannten Effekten-Klausel versucht, den Rechtsschutz für Kapitalanlagen auszuschließen. Aber der Bundesgerichtshof hat diese Klausel für unwirksam erklärt (Aktenzeichen: IV ZR 84/12; die Folge: der Ausschluss gilt nicht!).
Besser schneidet die Huk beim Punkt Beratungsrechtsschutz im Familien- und Erbrecht ab. Hier bezahlt sie 1000 Euro Anwaltskosten, wohingegen die WGV nur eine Erstberatung bezahlt (im Wert von in der Regel maximal 250 Euro).
Beim Thema Streit rund um einen Kreditwiderruf hat die WGV die Nase vorn: Widerrufsstreitigkeiten sind in dem alten Vertrag nicht ausgeschlossen. Bei der Huk ist der Rechtsstreit rund um Widerrufe, die vor Abschluss der Rechtsschutzversicherung erfolgten (und die dann zu einem Rechtsstreit nach Abschluss der Rechtsschutzversicherung führen), ausgeschlossen.
Ergebnis: In Ihrem Fall stimmt die von uns im Artikel genannte Faustregel also nicht ganz. Einiges spricht für einen Wechsel, einiges dagegen. Es kommt also darauf an, was Ihnen persönlich wichtig ist. Wenn Ihnen ein möglichst umfassender Kapitalanlage-Rechtsschutz wichtig ist, sollten sie nicht wechseln. Ist Ihnen hingegen der Rechtsschutz für Streit rund um Scheidung und Erbe wichtig, spricht das eher für die Huk. Natürlich ist auch die Versicherungsprämie im Blick zu behalten. Der Huk-Tarif kann (je nach Postleitzahl des Versicherungsnehmers) immerhin das Doppelte der WGV-Prämie kosten.

Profilbild Stiftung_Warentest am 04.05.2022 um 18:48 Uhr
Mietervereine / siehe Artikel Finanztest 11/2021

@testomate: Mit den Leistungen der Mietervereine haben wir uns in Finanztest 11/2021 befasst. Sie finden den Artikel nach Freischaltung unter Punkt 10 "Heftartikel als PDF". Mieter-Rechtsschutz ist bei vielen Mietervereinen Bestandteil der Mitgliedschaft. Es gibt aber auch Mietervereins-Mitgliedschaften, die keine Rechtsschutzversicherung beinhalten. Wer auf den Mieter-Rechtsschutz Wert legt, sollte sich daher vor dem Erwerb der Mitgliedschaft über die Leistungen des Mietervereins erkundigen.

testomate am 04.05.2022 um 16:28 Uhr
Mieterbund

Sie weisen in Bezug auf den Arbeitsrechtsschutz zwar auf die Rechtsschutzleistungen der Gewerkschaften hin (die ich aus nicht so guter persönlicher Erfahrung nicht empfehlen kann), vergessen aber, dass bei einer Mitgliedschaft im Mieterbund neben der nichtanwaltlichen Hilfe auch eine Mietrechtsschutzversicherung im Beitrag enthalten ist. Hier habe ich schon oft Hilfe erhalten. Es wäre schön, wenn Sie die Leistungen sowohl der Gewerkschaften als auch des Mieterbundes intensiver Beleuchten.

Profilbild Stiftung_Warentest am 29.04.2022 um 14:32 Uhr
Versicherungssumme 300 000 €

@oezcanc: Eine Versicherungssumme von zum Beispiel 300 000 Euro ist aus unserer Sicht absolut ausreichend.
Regelmäßig treffen wir uns auch mit Vertretern der Rechtsschutzversicherer und diskutieren mit ihnen unsere Testkriterien. Dass es mal einen Fall gibt, bei dem Anwalts-, Gerichts- und Sachverständigenkosten jenseits von 300 000 Euro anfallen, ist extrem selten.
Bitte bedenken Sie: Der Streitwert einer Rechtsstreitigkeit vor Gericht ist nicht mit der Versicherungssumme gleichzusetzen, die man für den Deckungsschutz benötigt. Der Streitwert ist nur die Grundlage für die Berechnung der Anwalts- und Gerichtskosten. Der Streitwert ist immer viel höher als die entstehenden Anwalts- und Gerichtsgebühren. Für den Deckungsschutz benötigten Sie eine Versicherungssumme, die "nur" die Gerichts- und Anwaltskosten abdeckt.
Beispiel: Ein Autokäufer klagt vor Gericht den Kaufpreis seines Ferrari SF90 ein (Kaufpreis rund 400.00 Euro), wegen eines nicht beseitigten Mangels. Für diesen Rechtsstreit benötigt der Autokäufer nicht etwa eine Rechtsschutzversicherung mit einer Versicherungssumme von 400.000 Euro („Streitwert“). Denn die Rechtsschutzversicherung sichert die Gerichts- und Anwaltskosten ab und diese liegen bei einem Streitwert von 400 000 Euro in der ersten Instanz bei etwa 24.000 Euro. Landet der Rechtsstreit tatsächlich vor dem Bundesgerichtshof, fallen zwar rund 100.000 Euro Gerichts- und Anwaltskosten an. Aber diese Summe wäre über eine Rechtsschutzversicherung mit „nur“ 300 000 Euro Versicherungssumme ebenfalls abgedeckt.