Kreditkarten im Vergleich Test

Viele Anbieter suggerieren, dass ihre Kreditkarten rundum kostenlos sind. Das stimmt aber oft nicht. Ende 2017 hat Finanztest 23 Kreditkarten verglichen. Fünf eignen sich für Nutzer, die für eine Kreditkarte nicht eigens ein Giro­konto eröffnen wollen. Sieben gute Kreditkarten gibt es im Paket mit einem kostenlosen Giro­konto. Wir sagen, wie Sie bis 180 Euro im Jahr sparen – und warum Sie von „Revolving Credits“ die Finger lassen sollten. In einem zweiten Test haben wir im August 2018 die Verständlich­keit von Kreditkarten­abrechnungen geprüft. Nur eine erreichte das Finanztest-Qualitäts­urteil Gut.

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TestKreditkarten im Vergleich16.07.2018
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Test Kreditkarten 11/2017: Konditionen und Kosten

Vorsicht, Teilzahlungs­falle!

Viele Anbieter haben mitt­lerweile die Teilzahlung – auch Revolving Credit genannt – im Karten­antrag voreinge­stellt. Das bedeutet, dass der Nutzer nur kleine Beträge zurück­zahlt und auf die übrige Summe hohe Zinsen zahlt – im Test waren das bis zu 23 Prozent pro Jahr. Wer seine Karte laufend nutzt, häuft so auf Dauer einen beträcht­lichen Schulden­berg an. Zwei Karten aus unserem Test sind nur auf den ersten Blick in der Anschaffung und beim Einsatz komplett kostenlos: In beiden Fällen kann der Kunde die Teilzahlung aber nicht ausschließen. Darum sind die Karten für die meisten Kunden nicht empfehlens­wert. Bei vier Kreditkarten ist die Teilzahlung voreinge­stellt, kann aber abge­wählt werden.

Zwei Modell­kunden

Wir haben 23 weit verbreitete Kreditkarten geprüft – und zwar Stan­dard­karten, keine Premium-Produkte. Um sie bewerten zu können, sind wir von zwei Modell­kunden ausgegangen:

  • dem Stan­dard­nutzer, der seine Kreditkarte haupt­sächlich für Einkäufe im Internet nutzt, und mit der Kreditkarte in einem Jahr bei Onlinehänd­lern 2 500 Euro und in Geschäften 500 Euro ausgibt, sowie
  • dem Reisenden, der im Ausland mit der Karte bezahlt und Geld abhebt. Er verreist zweimal im Jahr für jeweils zwei Wochen in ein Euro­land und ein Nicht-Euro­land. Im Euro­land hebt er viermal 250 Euro an einem Geld­automaten ab und kauft für 700 Euro in Läden ein. Im Nicht-Euro­land hebt er viermal 300 Euro am Geld­automaten ab und kauft in Läden für 800 Euro ein. Im Internet macht er Umsätze von 2 000 Euro.

Wir wollten jeweils wissen: Welche Karte ist für wen güns­tiger? Worauf müssen Nutzer achten? Welche Fallen gibt es?

Das bieten unsere Kreditkarten-Tests

Test­ergeb­nisse für 23 Kreditkarten. Unsere Tabelle zeigt Jahres­preise für unsere beiden Modell­kunden: den Stan­dard­nutzer, der die Karte für Internetkäufe nutzt, und den Reisenden, der sie im Ausland einsetzt. Wir haben zudem erhoben, welche Kosten bei Abhebungen am Geld­automaten im In- und Ausland anfallen, und ob der Anbieter Fremd­gebühren der Auto­maten­betreiber erstattet. Außerdem sagen wir, welcher effektive Jahres­zins für Teilzah­lungen fällig wird, ob kontaktloses Bezahlen möglich ist und wie hoch das Tages­limit für Bargeld­abhebungen ist.

Test­ergeb­nisse für 23 Kreditkarten­abrechnungen. Unsere Tabelle zeigt, ob die – mit dem Kreditkartentest weit­gehend deckungs­gleichen – Karten­anbieter eine logische, voll­ständige, sprach­lich verständliche und lesbare Karten­abrechnung präsentieren. Wir zeigen, dass eine gute Abrechnung kein Hexen­werk ist und über­setzen eine besonders schlechte Kreditkarten­abrechnung in eine Finanztest-Muster­abrechnung.

Tipps. Wir erklären, welche Kreditkarten­typen es gibt, für wen sich welche Karte lohnt – und warum Karten mit Teilzahlungs­ver­einbarung nicht empfehlens­wert sind. Außerdem geben wir Tipps zur richtigen Kontrolle der Karten­umsätze.

Artikel-PDF. Nach dem Frei­schalten des Tests erhalten Sie die Testberichte aus Finanztest 11/2017 und 08/2018 zum Download.

Gut für Reisende

Für die meisten Reisenden ist es wichtig, dass der Einsatz ihrer Kreditkarte im Ausland wenig Kosten verursacht. Bei vielen Karten kommt außer­halb der Euro-Länder zu den Abhebungs­gebühren ein Aufschlag von meist 1,75 Prozent dazu, die Auslands­einsatz­gebühr. Sie wird auch beim Bezahlen verlangt. Beim Modell­kunden summiert sich allein dieser Posten bei einigen Anbietern immerhin auf rund 35 Euro pro Jahr. Zwei Kreditkarten sind nahezu ohne Einschränkung empfehlens­wert. Bei anderen Kreditkarten muss der Kunde darauf achten, dass er die Teilzahlung, die im Karten­antrag stan­dard­mäßig vereinbart wird, recht­zeitig rück­gängig macht

4 000 Euro Jahres­umsatz – ohne Abhebungen

Die teuerste Kreditkarte im Test kostet unseren Reisenden 183 Euro im Jahr. Allein 55 Euro entfallen auf die Jahres­gebühr, es sei denn, der Nutzer macht 4 000 Euro Jahres­umsatz. Das klingt vielleicht nicht nach viel, doch es zählen nur die Umsätze im Handel und keine Bargeld­abhebungen.

Karten von regionalen Banken oft teuer

Finanztest rät davon ab, ungeprüft die Kreditkarte der Haus­bank zu nehmen. Als wir uns Angebote von zahlreichen Sparkassen und Volks­banken angeschaut haben, zeigte sich: Sie sind oft teuer und kosten zwischen 20 und 30 Euro im Jahr, die Gebühr wird nur manchmal – bei vorgegebenen Umsätzen – teil­weise oder ganz erlassen. Beim Abheben am Auto­maten werden im Ausland meist 2 bis 3 Prozent der Summe, mindestens aber ein Pauschal­betrag von oft 5 Euro fällig. Karten von Sparkassen und Volks­banken haben wir nicht in unsere Unter­suchung aufgenommen, weil es sie nicht bundes­weit gibt.

Tipp: Alles über das kontaktlose Bezahlen mit Girokarte, Kreditkarte oder Handy lesen sie im Special Kontaktlos bezahlen.

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Test Kreditkarten 08/2018: Verständlich­keit der Abrechnungen

Unüber­sicht­lich und schlecht zu lesen

Finanztest hat im Juli 2018 die Abrechnungen von 23 Kreditkarten über­prüft, die uns unsere Leser zur Verfügung gestellt haben. Ergebnis: Die meisten Kreditkarten­abrechnungen sind unüber­sicht­lich, schwer nach­voll­zieh­bar und schlecht zu lesen. Bei der Umrechnung von Fremdwährungs­umsätzen kommt es zu Brüchen in der Rechenlogik und es fehlen Umrechnungs­kurse oder die Höhe der Gebühr. Wir fanden rund 140 nicht erläuterte Fach­begriffe, Kunst­wörter, schwammige Formulierungen und unver­ständliche Abkür­zungen. Eine einzige Abrechnung ragt mit dem Finanztest-Qualitäts­urteil Gut aus dem häufig unüber­sicht­lichen Daten­salat heraus.

Karten­kosten auf Abrechnung versteckt

Die Abrechnungen von zwei Banken erhielten sogar das Qualitäts­urteil Mangelhaft. Eine Bank vergisst auf dem Auszug den Prozent­satz für das Auslands­einsatz­entgelt und unter­schlägt zusätzlich einen Währungs­aufschlag von 2 Prozent. Die Abrechnung der anderen ist extrem unüber­sicht­lich und enthält rätselhafte und kaum identifizier­bare Zahlen. Wie es besser geht, zeigt die Finanztest-Muster­abrechnung. Sie entstand aus den Daten einer sehr unüber­sicht­lichen Original­kreditkarten­abrechnung.

Der Test Verständlich­keit der Kreditkarten-Abrechnungen wurde am 16.07.2018 integriert. Zuvor gepostete Nutzer­kommentare beziehen sich ausschließ­lich auf den Vergleich der Kosten und Konditionen von Kreditkarten.

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