Fahr­radversicherung: Wann sie sinn­voll ist und welche Tarife günstig sind

Fahr­radversicherung. E-Bikes sind in der Anschaffung teuer. Sie zu versichern, ist oft günstig.

Der Fahr­radversicherungs-Vergleich der Stiftung Warentest zeigt: Guten Diebstahl­schutz für ein 2500 Euro teures E-Bike gibts schon ab 32 Euro im Jahr.

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TestFahr­radversicherung26.03.2021
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Menschen kaufen zunehmend hoch­preisige Fahr­räder

Corona hat für einen besonderen Boom gesorgt: Die Anzahl der verkauften Fahr­räder steigt stetig, insbesondere bei den höher­preisigen Pedelecs mit Elektromotor, meist E-Bikes genannt. Der durch­schnitt­liche Verkaufs­preis aller 2020 verkauften E-Bikes und Fahr­räder in Deutsch­land betrug laut Zweirad-Industrie-Verband 1279 Euro. Im Vorjahr lag er noch bei 982 Euro. 2019 wurden in Deutsch­land aber auch rund 278 000 Fahr­räder gestohlen, nur 9 Prozent der Fälle hat die Polizei aufgeklärt. Ein gestohlenes Rad bekommt man also selten wieder. Viele möchten deshalb ihr Zweirad versichern.

Wer in einem Stadt­staat oder in Sachsen, Brandenburg oder Sachsen-Anhalt lebt, hat das größte Risiko, Opfer eines Fahr­raddiebstahls zu werden. In Mittel- und Süddeutsch­land schlagen Fahr­raddiebe im Schnitt deutlich seltener zu. Betrachtet man Groß­städte, hat Leipzig die meisten Fahr­raddiebstähle je 100 000 Einwohner. In Remscheid passiert am wenigsten.

Hausrat­versicherung oder spezielle Fahr­radversicherung?

Den Diebstahl­schutz für Fahr­rad oder E-Bike gibt es auf zwei Wegen: Über eine Hausratversicherung ist das Rad in der Wohnung oder im Keller immer als Teil des Hausrats versichert. Über einen Zusatz­baustein lässt sich dieser Versicherungs­schutz erweitern, sodass er auch außer­halb der eigenen vier Wände gilt. Häufig darf die Entschädigungs­summe für das Rad einen gewissen Prozent­satz der Hausrat-Versicherungs­summe nicht über­schreiten. Besonders teure Fahr­räder lassen sich deshalb über die Hausrat­police oft nicht voll absichern.

Der Preis von Hausrat­versicherungen richtet sich zudem nach dem Diebstahlrisiko des Wohn­orts. In Groß­städten mit hoher Diebstahlquote wie Leipzig oder Göttingen kann eine spezielle Fahr­radversicherung daher güns­tiger sein. Außerdem punktet die Spezial-Police oft mit weiteren Leistungen wie der Über­nahme von Reparatur­kosten nach Unfällen oder Akkuschäden bei E-Bikes.

Tipp: Mit unserem stets aktuellen individuellen Tarifrechner Hausratversicherung können Sie heraus­finden, wie teuer der Fahr­radschutz über eine Hausrat-Police ist.

Fahr­radversicherungen im Vergleich der Stiftung Warentest

  • Test­ergeb­nisse. Die Tabelle zeigt Tarifmerkmale von 62 Fahr­radversicherungen, unter anderem von Wert­garantie, BD24 Berlin Direkt und Coya. Klassische Fahr­räder und E-Bikes sind damit gegen Diebstahl und weitere Gefahren wie Unfälle und Vandalismus versicher­bar. Unsere Tabelle sagt, bis zu welchem Kauf­preis ein Fahr­rad versicher­bar ist, ob sich das Rad auch gebraucht versichern lässt, wer einen Pannen-Schutz­brief anbietet – und und ob der Versicherungs­schutz auch im Ausland gilt.
  • Fünf Modell­fälle. Wir haben die Jahres­beiträge für fünf Beispielfälle erhoben: Vom 500 Euro teuren Cityrad ohne Motor über ein E-Lastenrad bis hin zum 4000 Euro teuren E-Trekkingrad. Die Tabelle zeigt die Beitrags­höhe in Leipzig (hohes Diebstahls­risiko) und Remscheid (nied­riges Diebstahls­risiko).
  • Entscheidungs­hilfe. Hausrat­police oder separate Fahr­radversicherung? Wir sagen, was wann für welche Variante spricht.
  • Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus Finanztest 4/2021.

Große Preisspanne bei Fahr­radversicherungen

Die Jahres­beiträge unterscheiden sich teil­weise erheblich zwischen den Tarifen, wie unser Vergleich zeigt. Wir haben die Preise für fünf Modelle erhoben:

  • Cityrad (500 Euro)
  • Trekkingrad (1500 Euro)
  • E-Cityrad (2500 Euro)
  • E-Lastenrad (3500 Euro)
  • E-Trekkingrad (4000 Euro)

Der reine Diebstahl­schutz ist für das 500 Euro teure Fahr­rad bereits ab 24 Euro jähr­lich zu haben, für das 4000 Euro teure E-Bike ab 35 Euro. Es geht aber auch deutlich teurer: Der „Fahr­radiebstahl-Schutz“ der Arag kostet für das teuerste E-Bike im Test in Leipzig 800 Euro pro Jahr und ist nicht einmal besonders umfang­reich. Da die Beiträge auch für die speziellen Fahr­radversicherungen je nach Wohn­ort variieren, haben wir sie für die beiden Groß­städte mit der nied­rigsten beziehungs­weise höchsten Fahr­raddiebstahl-Quote abge­fragt:

  • Remscheid (62 Fahr­raddiebstähle pro 100 000 Einwohner)
  • Leipzig (1700 Fahr­raddiebstähle pro 100 000 Einwohner)

Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik 2019

Wann zahlt die Fahr­radversicherung?

Damit die Versicherung ein am Straßenrand abge­stelltes Rad ersetzt, falls Diebe es entwenden, muss es in der Regel an einem „orts­festen Gegen­stand“ wie einem Laternenpfahl ange­schlossen werden. Teil­weise zahlen Versicherungen aber auch, wenn das Schloss nur das Wegfahren verhindert. Für das Schloss selbst machen Versicherer ebenfalls Vorgaben. Oft muss es einen Mindest­wert haben, meist 50 Euro. Manchmal sind auch nur Modelle bestimmter Hersteller erlaubt. Hier lohnt es sich, die Bedingungen genau zu lesen.

Tipp: Die Stiftung Warentest prüft auch regel­mäßig Fahrradschlösser.

Mehr Tipps rund ums Fahr­rad

Für Fahr­radbegeisterte und Kauf­interes­sierte bietet unser Handbuch Fahrrad und E-Bike viele nützliche Tipps und Tests. Welche Neuerungen gibt es in Sachen Technik? Welche Fahr­radtypen gibt es, wie funk­tioniert die Wartung und was ist bei E-Bikes zu beachten? Antworten auf diese und viele weitere Fragen finden Sie im Ratgeber der Stiftung Warentest. Es ist für 29,90 Euro im Buch­handel und in unserem Online-Shop erhältlich.

Nutzer­kommentare, die vor dem 16. März 2021 gepostet wurden, beziehen sich auf eine frühere Unter­suchung von Fahr­radversicherungen.

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