Fahr­radversicherung Schutz für Rad und E-Bike

20.08.2021
Fahr­radversicherung - Schutz für Rad und E-Bike
Fahr­radversicherung. Schutz für Räder und E-Bikes gibt es für deutlich unter 100 Euro jähr­lich. © Getty Images / Uwe Moser

Der Fahr­radversicherungs-Vergleich der Stiftung Warentest zeigt: Diebstahl­schutz für ein 2 500 Euro teures E-Bike gibts schon ab 33 Euro im Jahr.

Fahr­radversicherung Testergebnisse für 76 Fahr­rad­ver­sicherungen

Für 2,50 € freischalten
Inhalt

Große Preisspanne bei Fahr­radversicherungen

Die Anzahl der verkauften Fahr­räder steigt stetig, insbesondere bei den höher­preisigen Pedelecs mit Elektromotor, meist E-Bikes genannt. Der durch­schnitt­liche Verkaufs­preis der 2020 verkauften E-Bikes und Fahr­räder betrug hier­zulande laut Zweirad-Industrie-Verband 1 279 Euro. Im Vorjahr lag er noch bei 982 Euro.

Viele, die sich ein hoch­preisiges Fahr­rad kaufen, möchten es versichern. Hier lässt sich richtig Geld sparen: Die Jahres­beiträge unterscheiden sich teil­weise erheblich. Der reine Diebstahl­schutz ist für ein 500 Euro teures Fahr­rad bereits ab 25 Euro jähr­lich zu haben, für ein 4 000 Euro teure E-Bike ab 37 Euro. Es geht aber auch deutlich teurer: Der „Fahr­radiebstahl-Schutz“ der Arag kostet für das teuerste E-Bike im Test in Leipzig 800 Euro pro Jahr und ist nicht einmal besonders umfang­reich. Da die Beiträge auch für die speziellen Fahr­radversicherungen teil­weise je nach Wohn­ort variieren, haben wir sie für die beiden Groß­städte mit der nied­rigsten beziehungs­weise höchsten Fahr­raddiebstahl-Quote (Polizeiliche Kriminalstatistik 2020) abge­fragt:

  • Remscheid – 55 Fahr­raddiebstähle pro 100 000 Einwohnern
  • Leipzig – 1539 Fahr­raddiebstähle pro 100 000 Einwohnern

Das bietet der Vergleich Fahr­radversicherung der Stiftung Warentest

  • Test­ergeb­nisse. Die Tabelle zeigt Tarifmerkmale von über 70 Fahr­radversicherungen. Klassische Fahr­räder und E-Bikes sind damit gegen Diebstahl und weitere Gefahren wie Unfälle und Vandalismus versicher­bar. Der Vergleich zeigt zudem, bis zu welchem Kauf­preis ein Fahr­rad versicher­bar ist, ob sich das Rad auch gebraucht versichern lässt, wer einen Pannen-Schutz­brief anbietet und ob der Versicherungs­schutz auch im Ausland gilt.
  • Fünf Modell­fälle. Wir haben die Jahres­beiträge für fünf Beispielfälle erhoben: Vom 500 Euro teuren Cityrad ohne Motor über ein E-Lastenrad bis hin zum 4000 Euro teuren E-Trekkingrad. Die Tabelle zeigt die Beitrags­höhe in Leipzig (hohes Diebstahls­risiko) und Remscheid (nied­riges Diebstahls­risiko). Wann wir die einzelnen Tarife zuletzt untersucht haben, erkennen Sie am Standdatum.
  • Entscheidungs­hilfe. Hausrat­police oder separate Fahr­radversicherung? Wir sagen, was wann für welche Variante spricht.
  • Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus Finanztest 4/2021.

Wo viele Räder gestohlen werden

Die Zahl der Diebstähle ist in rück­läufig. 2020 wurden in Deutsch­land rund 261 000 Fahr­räder gestohlen, nur knapp 10 Prozent der Fälle hat die Polizei aufgeklärt. Ein gestohlenes Rad bekommt man also selten wieder. Außerdem ist das Diebstahlrisiko je nach Region sehr unterschiedlich. In vielen Groß­städten werden prozentual deutlich mehr Draht­esel gestohlen als in ländlichen Gebieten.

Fahr­radversicherung - Schutz für Rad und E-Bike
Wer in einem Stadt­staat oder in Sachsen, Brandenburg oder Sachsen-Anhalt lebt, hat das größte Risiko, Opfer eines Fahr­raddiebstahls zu werden. In Mittel- und Süddeutsch­land schlagen Fahr­raddiebe im Schnitt deutlich seltener zu. Betrachtet man Groß­städte, hat Leipzig die meisten Fahr­raddiebstähle je 100 000 Einwohner. In Remscheid passiert am wenigsten. © Stiftung Warentest / René Reichelt

Hausrat­versicherung oder Fahr­radversicherung?

Zwei Möglich­keiten. Diebstahl­schutz für Fahr­rad oder E-Bike gibt es auf zwei Wegen: Über eine Hausratversicherung sind Fahr­räder in Haus, Wohnung, verschlossener Garage oder verschlossenem Keller als Teil des Hausrats versichert. Über einen Zusatz­baustein lässt sich dieser Versicherungs­schutz für Räder erweitern, sodass er auch außer­halb der eigenen vier Wände gilt. Oft kann die Entschädigungs­summe für Fahr­räder auf maximal 10 Prozent der Versicherungs­summe erhöht werden oder darf einen festen Betrag nicht über­steigen. Für teure Räder ist das eventuell zu wenig. Neben der Hausrat­versicherung (mit Fahr­rad-Klausel) gibt es eigen­ständige Fahr­radversicherungen, die wir hier getestet haben.

Umfang. In der Hausrat­versicherung sind alle Fahr­räder eines Haus­halts zusammen bis zur Entschädigungs­summe versichert. Werden mehrere auf einmal gestohlen, reicht diese Summe unter Umständen nicht. Der Anbieter darf den Vertrag nach jedem Schadens­fall kündigen. So verliert man möglicher­weise nach ein oder zwei verhält­nismäßig geringen Schäden je nach Tarif den Fahr­radschutz oder den gesamten Hausrat­schutz.

Regional unterschiedlich. Die Beiträge richten sich nach dem Diebstahlrisiko des Wohn­orts. In Groß­städten mit hoher Diebstahlquote wie Leipzig oder Göttingen kann eine spezielle Fahr­radversicherung daher güns­tiger sein. Außerdem punktet die Spezial-Police oft mit weiteren Leistungen wie der Über­nahme von Reparatur­kosten nach Unfällen oder Akkuschäden bei E-Bikes.

Tipp: Fragen Sie bei Ihrem Hausrat­versicherer nach, wie hoch der Mehr­betrag ist, und vergleichen Sie ihn mit speziellen Fahr­radversicherungen. Sie können auch unseren individuellen Tarifrechner Hausratversicherungen nutzen, um aktuelle Preise für Ihren Wohn­ort zu ermitteln.

Diese Risiken deckt die Fahr­radversicherung ab

Alle Tarife leisten bei Diebstahl, Einbruch­diebstahl und Raub – und das rund um die Uhr. Damit die Versicherung ein am Straßenrand abge­stelltes Rad ersetzt, falls Diebe es entwenden, muss es in der Regel an einem „orts­festen Gegen­stand“ wie einem Laternenpfahl ange­schlossen werden. Teil­weise zahlen Versicherungen aber auch, wenn das Schloss nur das Wegfahren verhindert. Für das Schloss selbst machen Versicherer ebenfalls Vorgaben. Oft muss es einen Mindest­wert haben, meist 50 Euro. Manchmal sind auch nur Modelle bestimmter Hersteller erlaubt. Hier lohnt es sich, die Bedingungen genau zu lesen.

Tipp: Die Stiftung Warentest prüft auch regel­mäßig Fahrradschlösser.

Einzel­teile des Rades ebenfalls versichert

Neben dem Diebstahl des gesamten Fahr­rads decken alle Tarife im Test den Diebstahl einzelner Teile wie Sattel oder Vorderrad ab, wenn sie fest mit dem Gefährt verbunden sind. In E-Bike-Tarifen umfasst das auch den Akku. Allein der Anbieter Qover-me schränkt ein. Einzel­teile sind hier nur bis 100 Euro versichert.

Weitere Gefahren abge­sichert

Zusätzlich zum Diebstahl deckt die Mehr­heit der speziellen Fahr­radversicherungen auch andere Gefahren ab. Wir nennen sie in unserem Vergleich Fahrradversicherung „Tarife mit umfassendem Schutz“. Sie leisten auch bei Vandalismus, also mutwil­liger Beschädigung oder Zerstörung des Rades durch unbe­kannte Personen. Die Anbieter über­nehmen außerdem die Kosten, die durch Unfälle, beispiels­weise einen Zusammen­stoß mit einem Auto, oder durch Stürze ohne Beteiligung anderer Verkehrs­teilnehmer entstehen. Für Menschen, die ein E-Bike fahren, kann der Schutz der Elektronik vor Feuchtig­keit oder Über­spannung sinn­voll sein.

Welt­weite Deckung und Schutz­brief für entspanntes Reisen

Da der Versicherungs­schutz in vielen Tarifen welt­weit und oft zeitlich unbe­grenzt gilt, können Radreisende mit einem guten Gefühl fremde Länder erkunden. Wer mit dem Fahr­rad viel auf Reisen ist oder im Alltag keine langen Einschränkungen hinnehmen will, kann einen Tarif mit Schutz­brief abschließen. Dann über­nimmt der Versicherer im Fall eines Diebstahls oder einer Panne etwa den Trans­port, schickt eine Mechanikerin zur Reparatur vor Ort oder bezahlt ein Mietfahr­rad.

Abschluss und Leistung der Versicherung

Radfahre­rinnen und Radfahrer können die Versicherung direkt beim Fahr­radhändler, über Makler oder im Internet abschließen. Manche Tarife gibt es nur auf bestimmten Vertriebs­wegen. So bietet der Versicherer BD24 Berlin Direkt seine Tarife nur online an, die Signal Iduna-Policen sind hingegen nicht auf der Webseite des Anbieters zu bekommen, sondern nur über Versicherungs­vertrete­rinnen und Makler.

Meist ist für jedes Fahr­rad ein eigener Vertrag nötig. In einigen Tarifen darf das Rad bei Vertrags­abschluss beliebig alt sein. In den anderen müssen sich Neukäufer inner­halb von drei Monaten bis vier Jahren nach dem Erwerb entscheiden. In rund der Hälfte der Tarife sind auch gebraucht gekaufte Räder versicher­bar.

Rabatt für GPS und Schadenfreiheit

Einige Anbieter bieten Rabatte, wenn außer dem Schloss noch ein Gerät zur Ortung per GPS einge­baut ist. Bei manchen E-Bikes ist so eine Funk­tion ab Werk integriert. Der Anbieter Asspario gibt beispiels­weise 20 Prozent Preis­nach­lass und der Versicherer Alteos wirbt mit einem Rück­holservice, der das gestohlene Rad aufzufinden versuche.

Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) können bei Tarifen von Pergande & Pöthe sparen: 10 Prozent erlässt der Anbieter. Alle Kunden erhalten bis zu 30 Prozent Rabatt, wenn sie keine Schäden melden.

Die Verträge haben oft eine Lauf­zeit von einem Jahr, manchmal auch länger. In der Regel verlängern sie sich auto­matisch, wenn die Versicherten sie nicht recht­zeitig kündigen. Aufgepasst: Teil­weise gibt es eine maximale Vertrags­lauf­zeit von drei oder fünf Jahren. Wer nicht ohne Schutz dastehen möchte, sollte sich früh­zeitig um den Wechsel zu einer anderen Fahr­radversicherung oder die Erweiterung der Hausrat­versicherung kümmern.

Ersatz­fahr­rad oder Geld

Ist das Fahr­rad gestohlen oder hat es einen Totalschaden, leisten die Versicherer mit einem neuen, gleich­wertigen Ersatz­rad oder bezahlen Geld. Meist ersetzen sie den Neuwert. In manchen Tarifen bekommen die Kunden jedoch nur den Zeit­wert erstattet, bei dem der Wert­verlust durch Alter und Gebrauch abge­zogen wird. Wenige Anbieter verlangen eine Selbst­beteiligung von bis zu 250 Euro. Versicherte sollten die Rechnung und Rahmennummer des Fahr­rads sowie den Kauf­beleg des Schlosses und den Schlüssel vorlegen können. Um für die Anzeige bei der Polizei alle relevanten Daten parat zu haben, kann man sie in die App Fahrradpass eintragen. Eine Codierung des Rads kann im Fall des Verlusts die Suche nach der Eigentümerin oder dem Eigentümer einfacher machen, falls es bei der Polizei oder dem Fundbüro landet.

Nach jedem Schaden darf ein Versicherer den Vertrag kündigen. Der Anbieter Qover-me, der sich bisher vorbehalten hatte, Kunden sogar vor die Tür zu setzen, wenn er den Schaden nicht über­nimmt, hat seine Bedingungen in diesem Punkt inzwischen verbessert.

Mehr Tipps rund ums Fahr­rad

Fahr­radversicherung - Schutz für Rad und E-Bike

Für Fahr­radbegeisterte und Kauf­interes­sierte bietet unser Handbuch Fahrrad und E-Bike viele nützliche Tipps und Tests. Welche Neuerungen gibt es in Sachen Technik? Welche Fahr­radtypen gibt es, wie funk­tioniert die Wartung und was ist bei E-Bikes zu beachten? Antworten auf diese und viele weitere Fragen finden Sie im Ratgeber der Stiftung Warentest. Es ist für 29,90 Euro im Buch­handel und in unserem Online-Shop erhältlich.

Dieser Test wurde zuletzt am 20. August 2021 aktualisiert. Davor gepostete Nutzer­kommentare beziehen sich auf einen früheren Stand.

Jetzt freischalten

Test Fahr­radversicherung

20.08.2021

Zugriff auf Informationen für 76 Produkte (inkl. PDF).

2,50 €

Wie wollen Sie bezahlen?

  • test.de-Flatrate

    Freier Zugriff auf alle Testergebnisse und Online-Artikel für 7,90 € pro Monat oder 54,90 € im Jahr. Abonnenten von test oder Finanztest zahlen die Hälfte.

    Flatrate neu erwerben
  • Diesen Artikel per Kreditkarte kaufen
  • Diesen Artikel per PayPal kaufen
  • Diesen Artikel per Handy kaufen
  • Gutschein einlösen

Preise inkl. MwSt.

Fragen zum Kauf beantworten wir in unserem Hilfe-Bereich.

Warum ist dieser Artikel kostenpflichtig?

Die Stiftung Warentest

  • kauft alle Testprodukte anonym im Handel ein,
  • nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch,
  • lässt mit wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten testen,
  • ist vollständig anzeigenfrei,
  • erhält nur rund 3 Prozent ihrer Erträge als öffentlichen Zuschuss.
  • Mehr zum Thema

    Hausrat­versicherung Die besten Tarife für Sie

    - Die Hausrat­versicherung schützt bei Einbruch, Brand und anderen Schäden in der Wohnung. Mit dem Versicherungs­vergleich finden Sie leistungs­starke und güns­tige Tarife.

    Hausrat­versicherung 157 Tarife im Test

    - Haustür nur zugezogen? Fenster offengelassen? Herd nicht ausgeschaltet? Bei Einbruch und Feuer hilft die Hausrat­versicherung. Die Stiftung Warentest hat 157 Tarife von...

    Kündigung durch den Versicherer Was Kunden tun können

    - Nach einem Schadens­fall und zum Ablauf der Versicherungs­lauf­zeit dürfen viele Versicherer die Verträge mit ihren Kunden lösen. Tun sie das, sind ihre Kunden oft...