Fahr­radversicherung Güns­tiger Schutz für Rad und E-Bike

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Fahr­radversicherung - Güns­tiger Schutz für Rad und E-Bike
Fahr­radversicherung. Schutz für Räder und E-Bikes gibt es für deutlich unter 100 Euro jähr­lich. © Getty Images / Uwe Moser

Der Fahr­radversicherungs-Vergleich der Stiftung Warentest zeigt: Diebstahl­schutz pur für ein 2 500 Euro teures E-Bike gibts schon ab 32 Euro im Jahr.

Fahr­radversicherung Testergebnisse für 107 Fahr­rad­ver­sicherungen

Inhalt

Die Anzahl der verkauften Fahr­räder steigt stetig, insbesondere bei den höher­preisigen Pedelecs mit Elektromotor, meist E-Bikes genannt. Der durch­schnitt­liche Verkaufs­preis der 2021 verkauften E-Bikes und Fahr­räder betrug hier­zulande laut Zweirad-Industrie-Verband 1 395 Euro. Im Vorjahr lag er noch bei 1 279 Euro.

Viele, die sich ein hoch­preisiges Fahr­rad kaufen, möchten es versichern. Hier lässt sich richtig Geld sparen: Reinen Diebstahl­schutz gibt es je nach Rad für unter 30 Euro im Jahr. Umfassendere Schutz­brief­varianten sind teurer, die Preis­unterschiede sind hier gewaltig. Da die Beiträge auch für die speziellen Fahr­radversicherungen teil­weise je nach Wohn­ort variieren, fragen wir sie für die beiden Groß­städte mit der nied­rigsten beziehungs­weise höchsten Fahr­raddiebstahl-Quote (Polizeiliche Kriminalstatistik 2021) ab:

  • Remscheid – 45 Fahr­raddiebstähle pro 100 000 Einwohner
  • Leipzig – 1 375 Fahr­raddiebstähle pro 100 000 Einwohner

Das bietet der Vergleich Fahr­radversicherung der Stiftung Warentest

  • Test­ergeb­nisse. Die Tabelle zeigt Tarifmerkmale von über 100 Fahrradversicherungen. Klassische Fahr­räder und E-Bikes sind gegen Diebstahl und weitere Gefahren wie Unfälle und Vandalismus versicher­bar. Der Vergleich zeigt zudem, bis zu welchem Kauf­preis ein Fahr­rad das möglich ist, ob sich das Rad auch gebraucht versichern lässt, wer einen Pannen-Schutz­brief anbietet und ob der Versicherungs­schutz auch im Ausland gilt.
  • Preise für fünf Modelle. Wir zeigen Jahres­beiträge für fünf Beispielfälle vom 500 Euro teuren Cityrad ohne Motor über ein E-Lastenrad bis hin zum 4 000 Euro teuren E-Trekkingrad. Reinen Diebstahl­schutz für ein 500-Euro-Rad gibt es ab 28 Euro jähr­lich, für ein 4 000-Euro-E-Bike ab 40 Euro. Umfassenderer Schutz kann unter 100 Euro, aber auch mehrere Hundert Euro im Jahr kosten. Wann wir die einzelnen Tarife zuletzt untersucht haben, erkennen Sie am Standdatum.
  • Entscheidungs­hilfe. Hausratpolice oder separate Fahr­radversicherung? Wir sagen, was wann für welche Variante spricht.

Fahr­radversicherung Testergebnisse für 107 Fahr­rad­ver­sicherungen

Wo viele Räder gestohlen werden

Die Zahl der Diebstähle ist insgesamt weiter rück­läufig. 2021 wurden in Deutsch­land rund 234 000 Fahr­räder gestohlen. Ein gestohlenes Rad bekommt man selten wieder. Je nach Region ist das Diebstahlrisiko sehr unterschiedlich hoch. In vielen Groß­städten werden prozentual deutlich mehr Draht­esel gestohlen als in ländlichen Gebieten.

Fahr­radversicherung - Güns­tiger Schutz für Rad und E-Bike
Wer in einem Stadt­staat oder in Sachsen, Brandenburg oder Sachsen-Anhalt lebt, hat das größte Risiko, Opfer eines Fahr­raddiebstahls zu werden. In Mittel- und Süddeutsch­land schlagen Fahr­raddiebe im Schnitt deutlich seltener zu. Betrachtet man Groß­städte, hat Leipzig die meisten Fahr­raddiebstähle je 100 000 Einwohner. In Remscheid passiert am wenigsten. © Stiftung Warentest / René Reichelt

Hausrat­versicherung oder Fahr­radversicherung?

Zwei Möglich­keiten. Diebstahl­schutz für Fahr­rad oder E-Bike gibt es auf zwei Wegen: Über eine Hausratversicherung sind Fahr­räder in Haus, Wohnung, verschlossener Garage oder verschlossenem Keller als Teil des Hausrats versichert. Über einen Zusatz­baustein lässt sich der Schutz für Räder erweitern, sodass er auch außer­halb der eigenen vier Wände gilt. Oft kann die Entschädigungs­summe für Fahr­räder auf maximal 10 Prozent der Versicherungs­summe erhöht werden oder darf einen festen Betrag nicht über­steigen. Für teure Räder ist das eventuell zu wenig. Neben der Hausrat­versicherung (mit Fahr­rad-Klausel) gibt es eigen­ständige Fahrradversicherungen, die wir hier getestet haben.

Umfang. In der Hausrat­versicherung sind alle Fahr­räder eines Haus­halts zusammen bis zur Entschädigungs­summe versichert. Werden mehrere auf einmal gestohlen, reicht diese Summe unter Umständen nicht. Der Anbieter darf den Vertrag nach jedem Schadens­fall kündigen. So verliert man möglicher­weise nach ein oder zwei verhält­nismäßig geringen Schäden je nach Tarif den Fahr­radschutz oder den gesamten Hausrat­schutz.

Regional unterschiedlich. Die Beiträge richten sich nach dem Diebstahlrisiko des Wohn­orts. In Groß­städten mit hoher Diebstahlquote wie Leipzig oder Göttingen kann eine spezielle Fahr­radversicherung daher güns­tiger sein. Außerdem punktet die Spezial-Police oft mit weiteren Leistungen wie der Über­nahme von Reparatur­kosten nach Unfällen oder Akkuschäden bei E-Bikes.

Tipp: Fragen Sie bei Ihrem Hausrat­versicherer nach, wie hoch der Mehr­betrag ist, und vergleichen Sie ihn mit speziellen Fahr­radversicherungen. Sie können in unserem Vergleich von Hausratversicherungen auch aktuelle Preise und Leistungen ermitteln.

Fahr­radversicherung Testergebnisse für 107 Fahr­rad­ver­sicherungen

Diese Risiken deckt die Fahr­radversicherung ab

Alle Tarife leisten bei Diebstahl, Einbruch­diebstahl und Raub – und das rund um die Uhr. Damit die Versicherung ein am Straßenrand abge­stelltes Rad ersetzt, falls Diebe es entwenden, muss es in der Regel an einem „orts­festen Gegen­stand“ wie einem Laternenpfahl ange­schlossen werden. Teil­weise zahlen Versicherungen aber auch, wenn das Schloss nur das Wegfahren verhindert. Für das Schloss selbst machen Versicherer ebenfalls Vorgaben. Oft muss es einen Mindest­wert haben, meist 50 Euro. Manchmal sind auch nur Modelle bestimmter Hersteller erlaubt. Hier lohnt es sich, die Bedingungen genau zu lesen.

Tipp: Die Stiftung Warentest prüft auch regel­mäßig Fahrradschlösser.

Einzel­teile des Rades ebenfalls versichert

Neben dem Diebstahl des gesamten Fahr­rads decken alle Tarife im Test den Diebstahl einzelner Teile wie Sattel oder Vorderrad ab, wenn sie fest mit dem Gefährt verbunden sind. In E-Bike-Tarifen umfasst das auch den Akku. Allein der Anbieter Qover-me schränkt hier ein. Einzel­teile sind nur bis 100 Euro versichert.

Weitere Gefahren abge­sichert

Zusätzlich zum Diebstahl deckt die Mehr­heit der speziellen Fahr­radversicherungen auch andere Gefahren ab. Wir nennen sie in unserem Vergleich Fahrradversicherung „Tarife mit umfassendem Schutz“. Sie leisten auch bei Vandalismus, also mutwil­liger Beschädigung oder Zerstörung des Rades durch unbe­kannte Personen. Die Anbieter über­nehmen außerdem die Kosten, die durch Unfälle, beispiels­weise einen Zusammen­stoß mit einem Auto, oder durch Stürze ohne Beteiligung anderer Verkehrs­teilnehmer entstehen. Für Menschen, die ein E-Bike fahren, kann der Schutz der Elektronik vor Feuchtig­keit oder Über­spannung sinn­voll sein.

Welt­weite Deckung und Schutz­brief für entspanntes Reisen

Da der Versicherungs­schutz in vielen Tarifen welt­weit und oft zeitlich unbe­grenzt gilt, können Radreisende mit einem guten Gefühl fremde Länder erkunden. Wer mit dem Fahr­rad viel auf Reisen ist oder im Alltag keine langen Einschränkungen hinnehmen will, kann einen Tarif mit Schutz­brief abschließen. Dann über­nimmt der Versicherer im Fall eines Diebstahls oder einer Panne etwa den Trans­port, schickt eine Mechanikerin zur Reparatur vor Ort oder bezahlt ein Mietfahr­rad.

Abschluss und Leistung der Versicherung

Radfahre­rinnen und Radfahrer können die Versicherung direkt beim Fahr­radhändler, über Makler oder im Internet abschließen. Manche Tarife gibt es nur auf bestimmten Vertriebs­wegen.

Meist ist für jedes Fahr­rad ein eigener Vertrag nötig. In einigen Tarifen darf das Rad bei Vertrags­abschluss beliebig alt sein. In den anderen müssen sich Neukäufer inner­halb von drei Monaten bis neun Jahren nach dem Erwerb entscheiden. In rund zwei Drittel der Tarife sind auch gebraucht gekaufte Räder versicher­bar.

Rabatt für GPS und Schadenfreiheit

Einige Anbieter bieten Rabatte, wenn außer dem Schloss noch ein Gerät zur Ortung per GPS einge­baut ist. Bei manchen E-Bikes ist so eine Funk­tion ab Werk integriert. Der Anbieter Asspario gibt beispiels­weise 20 Prozent Preis­nach­lass und der Versicherer Alteos wirbt mit einem Rück­holservice, der das gestohlene Rad aufzufinden versuche.

Ersatz­fahr­rad oder Geld

Ist das Fahr­rad gestohlen oder hat es einen Totalschaden, leisten die Versicherer mit einem neuen, gleich­wertigen Ersatz­rad oder bezahlen Geld. Meist ersetzen sie den Neuwert. In manchen Tarifen bekommen die Kunden jedoch nur den Zeit­wert erstattet, bei dem der Wert­verlust durch Alter und Gebrauch abge­zogen wird. Wenige Anbieter verlangen eine Selbst­beteiligung. Versicherte sollten die Rechnung und Rahmennummer des Fahr­rads sowie den Kauf­beleg des Schlosses und den Schlüssel vorlegen können. Um für die Anzeige bei der Polizei alle relevanten Daten parat zu haben, kann man sie in die App Fahrradpass eintragen. Eine Codierung des Rads kann im Fall des Verlusts die Suche nach der Eigentümerin oder dem Eigentümer einfacher machen, falls es bei der Polizei oder dem Fundbüro landet.

Nach jedem Schaden darf ein Versicherer den Vertrag kündigen.

Mehr Tipps rund ums Fahr­rad

Für Fahr­radbegeisterte und Kauf­interes­sierte bietet unser Handbuch Fahrrad und E-Bike viele nützliche Tipps und Tests. Welche Neuerungen gibt es in Sachen Technik? Welche Fahr­radtypen gibt es, wie funk­tioniert die Wartung und was ist bei E-Bikes zu beachten? Antworten auf diese und viele weitere Fragen finden Sie im Ratgeber der Stiftung Warentest. Es ist für 29,90 Euro im Buch­handel und in unserem Online-Shop erhältlich.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 22.09.2022 um 12:47 Uhr
Versicherungen für Selbständige

@CFRAG: Die stiftung Warentest konzentriert sich auf den Schutz der Verbraucher und Verbraucherinnen, also die private Nutzung. Die berufliche / gewerbliche Nutzung von Fahrrädern war nicht Gegenstand der Untersuchung.
Wir haben dazu weder die Beiträge erhoben, noch in den Versicherungsbedingungen nach Abweichungen gesucht. Bitte wenden Sie sich an einen Versicherungsmakler mit Ihrem Anliegen.

CRFAG am 22.09.2022 um 11:04 Uhr
Versicherungen für Selbständige?

Hallo, ich bin Selbständig als Gutachter tätig und habe mir ein Pedelec zugelegt, um zu meinen Gebieten zu fahren. Wie ich bei den bisher genauer betrachteten Versicherungen feststellen musste, gelten die hier angegeben Versicherungen anscheinend nur für die rein private Nutzung. Da aber schon die Anfahrt zu den Gebieten teil meiner Leistung ist, fällt das ja wohl unter kommerzielle Nutzung. Auf den Webseiten der Versicherungen heißt es bei kommerzieller Nutzung immer nur, dass man wegen eines individuellen Angebotes melden soll. Meine Anforderungen an die Versicherungsleistungen sind aber in dem Fall auch nicht anders, als bei einer privaten Fahrt mit Gepäck. Gibt es zu Fahrradversicherungen für den kommerziellen Bereich auf diesem einfachen Niveau keinen Überblick?
VG Claus

Profilbild Stiftung_Warentest am 16.08.2022 um 14:27 Uhr
Zwei Testfälle fehlen im PDF-Testergebnis

@joyware: Aus technischen Gründen sind die vergleichenden Übersichten leider nicht anders darstellbar als PDF. Wir müssen uns, wie in der gedruckten Ausgabe auf die geläufigsten Räder beschränken.Sie können sich aber trotzdem Übersichten zu anderen Rädern anfertigen. Wählen Sie z.B. den Schnellfilter "Tarife für Fahrräder", unter "Sortieren nach": Beträge pro Jahr Citiy-Rad 500 Euro. Über die Links "+Details vergleichen" können Sie sich Vergleiche mit je drei Versicherern in einen Vergleich legen, den Vergleich öffnen und über das Druckersymbol oben auf der Seite drucken/und oder als PDF darstellen. So können Sie auch mit den übrigen Rädern, die in der Gesamt-PDF nich auftauchen verfahren.

joyware am 11.08.2022 um 21:52 Uhr
Zwei Testfälle fehlen im PDF-Testergebnis

Hallo,
im PDF fehlen die beiden Fälle Cityrad (500€) und E-Lastenrad (3500€). Auch ein Filtern auf E-Lastenrad führt im PDF zu keiner Verbesserung. Ebenso wenig wie das Abspeichern und Betrachten in zwei weiteren Programmen. Der E-Lastenrad-Fall interessiert mich. In der Textdarstellung der Ergebnisse finden sich die Werte.

Profilbild Stiftung_Warentest am 10.06.2022 um 09:41 Uhr
Ich bin dann mal bei Check24

@Anjaachtunneunzig: Verbraucher:innen haben immer die Wahl, ob sie selbst für einen Test der Stiftung Warentest bezahlen, bei dem sie wissen, dass die Stiftung Warentest keine Provision vom Anbieter bekommt und dass die Auswahl der im Test vertretenen Tarife nicht provisionsorientiert erfolgt oder ob sie sich an einen Makler- oder Preisportal wenden, das für die Vermittlung von Verträgen eine Provision bekommt.
Die Stiftung Warentest macht transparent, welche Tarife im Test vertreten sind und welche Kriterien geprüft wurden. Das sieht man auch schon vor der Bezahlung mit einem Klick auf Testergebnisse und auf "So haben wir getestet".
www.test.de/Fahrradversicherungen-Vergleich-5205101-5205105
Der Test zur Fahrradversicherung enthält neben den Preisen für die Modellfälle in der Detailansicht eine Vielzahl von Informationen zum Tarif. Neben Infos zur Grenze des versicherbaren Neupreises, zum Alter des Rades und zur Vertragslaufzeit, gibt es auch Infos zum Umfang der Versicherung, wie zum Beispiel ob Schäden durch Vandalismus oder Überschwemmung mit abgesichert sind, ob bei E-Bikes auch Schäden an Elektronik, durch Feuchtig­keit oder Verschleiß versicherbar sind, etc.