Mit dem Rauchen aufhören So werden Sie Nicht­raucher

31.05.2021
Mit dem Rauchen aufhören - So werden Sie Nicht­raucher
Aufhören lohnt sich in jedem Alter. Es verbessert die Gesundheit sowie die Lebens­erwartung. © Getty Images

Was bringen Entwöhnungs­kurse, Nikotin­pflaster, Aku­punktur oder der Umstieg auf die E-Zigarette? So setzen Sie den Vorsatz „Nicht­raucher werden“ in die Tat um.

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Raucherquote sinkt, Todes­fälle steigen

In Deutsch­land raucht derzeit ungefähr jeder vierte Erwachsene – etwa 26 Prozent der Männer und 19 Prozent der Frauen. Das geht aus dem aktuellen Tabak-Atlas des Deutschen Krebsforschungszentrums hervor. Die Raucherquote ist seit 2003 gesunken. Ein Grund dafür könnten gesund­heits­politische Maßnahmen der letzten Jahre sein, darunter Rauch­verbote, erhöhte Tabak­steuern, Schock­bilder auf Ziga­retten­schachteln. Doch noch immer erkranken viele Raucher an Krebs: Allein in Deutsch­land waren es 2018 etwa 85 000. Rund 127 000 Menschen starben an gesundheitlichen Folgen des Rauchens. Das entspricht rund 13 Prozent aller Todes­fälle. Seit 2013 ist dieser Wert sogar gestiegen.

Das bietet unser Special Rauch­stopp

Hilfen für den Ausstieg.
Die Gesund­heits­experten der Stiftung Warentest sagen, welche allgemeinen Tricks und Motivations­hilfen den Ausstieg erleichtern können, was psycho­logische Maßnahmen wie Raucher­entwöhnungs­kurse bringen und was von anderen nicht-medikamentösen Hilfen wie Aku­punktur und Hypnose zu halten ist. Und sie erklären, wie die Nikotin-Abhängig­keit eigentlich entsteht.
Medikamente.
Wir stellen Ihnen rezept­freie Nikotin­pflaster, Kaugummis und Lutsch­tabletten von Marken wie Nicorette und Nicotinell und rezept­pflichtige Tabletten wie Zyban und Champix vor. In unserer Medikamenten-Daten­bank finden Sie Bewertungen unserer Arznei­mittel­experten und Preise für alle Medikamente zur Raucherentwöhnung.

Aufhören ist für die Gesundheit immer gut

Die gute Nach­richt: Aufzuhören lohnt sich in jedem Alter und verbessert Gesundheit sowie Lebens­erwartung. Was logisch klingt, ist inzwischen durch Studien belegt (siehe Meldung Rauchstopp lohnt in jedem Alter). Selbst lang­jährige Raucher erholen sich erstaunlich gut, wenn sie den Giften aus Tabakqualm nicht mehr ausgesetzt sind. Eine Aufstellung des Deutschen Krebs­forschungs­zentrums informiert beispiels­weise: Nach drei Tagen bessert sich die Funk­tion der Atemwege. Nach einer Woche sinkt der Blut­druck. Binnen weniger Jahre verringert sich das Risiko für Krebs- und Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen, teil­weise auf das Niveau lebens­langer Nicht­raucher. Wer bereits an einer ziga­retten­bedingten Krankheit leidet, erhöht durch den Rauch­stopp die Erfolgs­aussichten der Therapie.

Auch die Psyche profitiert

Mancher Raucher würde sein Laster aufgeben, fürchtet aber, dass sich psychische Probleme dann verstärken oder das Sozialleben leidet. Zu Unrecht, zeigt eine Studien­auswertung der Cochrane-Organisation. Über 100 Studien mit rund 170 000 Personen ergaben: Wer für mindestens sechs Wochen mit dem Rauchen aufhört, tut Körper und Psyche Gutes. Depressionen, Ängste und Stress gingen infolge des Rauch­stopps zurück, positive Gefühle und Wohl­befinden nahmen zu.

Es gibt viele gute Grunde aufzuhören

Viele Raucher haben schon über­legt aufzuhören. Die eigene Gesundheit kann ein Grund sein oder eine Schwangerschaft. Manche möchten Geld sparen, jünger aussehen oder ihren Kindern ein gutes Vorbild sein. Auch das Coronavirus kann ein Grund sein aufzuhören: Studien deuten darauf­hin hin, dass Raucher ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben. Weitere Risiko­gruppen, und wie Sie sich vor dem Corona-Virus schützen, haben wir in unserem Corona-Special – Gesundheit, Schutzmaßnahmen zusammen­gestellt.

E-Zigarette zum Abge­wöhnen?

Der Ausstieg ist alles andere als leicht. Nikotin kann stark süchtig machen. Viele Abstinente vermissen zudem schmerzlich das Ritual des Rauchens. Immer mehr Raucher wechseln zur elektrischen, kurz E-Zigarette. Es gibt davon diverse Varia­tionen. Alle funk­tionieren ähnlich: Ein Heizelement verdampft eine Flüssig­keit (Liquid) mit oder ohne Nikotin. Nutzer ziehen den Dampf über ein Mund­stück ein. Ob E-Ziga­retten lang­fristig ein wirk­sames Hilfs­mittel gegen Nikotinsucht sind, ist nicht erwiesen. Offiziell zugelassen als Raucher-Entwöhnungs­mittel sind sie nicht.

Eine Sucht ersetzt die andere

Aktuelle Studien­ergeb­nisse zeigen, dass viele Raucher, die auf E-Ziga­retten umsteigen, zwar vom Glimm­stängel loskommen. Aber sie geraten dafür in eine Abhängig­keit von E-Ziga­retten. Wie schädlich diese lang­fristig sind, ist unklar. Denn es fehlen aussagekräftige Lang­zeit­studien. Eine ausführ­liche Zusammenfassung der Studien­lage zu E-Ziga­retten finden Sie in unserem Special Ist Dampfen weniger gefährlich als Rauchen?.

Dieses Thema wird regel­mäßig aktualisiert. Jüngstes Update: 18. Mai 2021.

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