Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel

Fast jeder dritte Deutsche fürchtet, dass herkömm­liche Lebens­mittel nicht genug Nähr­stoffe liefern und nimmt Nahrungs­ergän­zungs­mittel ein. Auch viele Kinder bekommen Pillen für die Schule. Aber ist die Extradosis an Vitaminen, Mineralstoffen, Spuren­elementen oder Omega-3-Fett­säuren wirk­lich nötig? Schaden die sogenannten Supplemente gar? Das Vitamin-Special Aktive Menschen brauchen mehr stellt klar, dass eine ausgewogene Ernährung die Nähr­stoff­versorgung normaler­weise sichert. Der Test von Multivitaminsäften deckt auf, dass manche Anbieter es mit der Vitamin-Anreicherung über­treiben. Mehr

Vitamin D, Folsäure, Eisen, Jod

Es gibt nur wenige Nähr­stoffe, von denen bestimmte Personen­gruppen zu wenig aufnehmen. Nur für sie empfehlen sich Präparate.

  • Vitamin D. Ältere Menschen ab etwa 65 Jahren büßen oft die Fähig­keit ein, körper­eigenes Vitamin D mit Hilfe des Sonnenlichts in der Haut zu bilden. Das kann zu einen Mangel an Vitamin D führen, da Lebens­mittel nur etwa 20 Prozent des Vitamin-D-Bedarfs decken. Gefährdet für einen Mangel sind beispiels­weise auch Bett­lägerige und musli­mische Frauen, die Gesicht und Körper verhüllen. Nur wenn der Arzt durch eine Blut­unter­suchung einen Mangel diagnostiziert hat, der sich lang­fristig nicht durch Aufenthalte im Freien beheben lässt, empfehlen sich Vitamin-D-Präparate. Auch Babys, die im ersten Lebens­jahr vor direkter Sonne geschützt werden müssen, sollten Vitamin-D-Tabletten bekommen. Häufige Fragen zum Thema Vitamin D beant­wortet die test.de-Meldung Sonne pur oder Sonnenschutz?
  • Folsäure. Gynäkologen raten Frauen, die schwanger werden möchten oder sich im ersten Drittel einer Schwangerschaft befinden, Folsäure-Präparate einzunehmen. Zu wenig Folsäure erhöht das Risiko für Neural­rohr­defekte beim Kind, was zu einem offenen Rücken (Spina bifida) führen kann. Mehr dazu: Folat und Folsäure: 300 Mikrogramm sind sinnvoll.
  • Eisen. Frauen mit starker Monats­blutung oder Menschen mit chro­nischen Entzündungen sind zum Teil nicht ausreichend mit Eisen versorgt. Nur wenn der Arzt einen deutlichen Eisen­mangel bestätigt, sind Eisenpräparate angebracht (eine Auswahl geeigneter Mittel siehe unter Medikamente im Test).
  • Jod. Früher litten viele Deutsche an Jodmangel, weil jodreiche Lebens­mittel wie Seefisch hier­zulande traditionell nicht so oft auf dem Speiseplan stehen. Der Gesetz­geber hat daher erlaubt, Salz mit Jod anzu­reichern – geeignete Produkte finden sich im Test von 36 Speisesalzen. Mit dem jodierten Salz im Handel hatte sich die Lage bei der Jodversorgung in den vergangenen Jahren verbessert, neuerdings liegen aber Hinweise auf eine erneute Verschlechterung vor. Die Deutsche Gesell­schaft für Ernährung empfiehlt, jodiertes Salz und Seefisch wie Lachs zu verzehren. Auch Milch­produkte wie Frischmilch und Jogurt können die Jodversorgung unterstützen, weil viele Milchkühe jodiertes Futter fressen.
  • Fluor. Es schützt die Zähne, ist aber in der normalen Kost meist nicht ausreichend vorhanden. Zahn­ärzte empfehlen daher zur Karies­vorbeugung, sich zweimal täglich die Zähne mit fluoridhaltiger Zahnpasta zu putzen (gute Produkte finden Sie im Produktfinder Zahnpasten).

Ausführ­lichere Informationen über Nahrungs­ergän­zungs­mittel, die sich für Risiko­gruppen eignen, finden Sie unter Medikamente im Test.