Berufs­unfähigkeits­versicherung im Vergleich Existenz absichern – hier finden Sie die beste Police

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Berufs­unfähigkeits­versicherung im Vergleich - Existenz absichern – hier finden Sie die beste Police
Wichtiger Schutz. Eine Berufs­unfähigkeits­versicherung (BU) ist für die meisten Erwerbs­tätigen mehr als sinn­voll. Der Versicherer zahlt eine Rente, wenn der Job aus gesundheitlichen Gründen lang­fristig nicht mehr ausgeübt werden kann. © mauritius images / Cultura / Monty Rakusen

Berufs­unfähigkeit kann jede und jeden treffen, aus psychischen oder körperlichen Gründen. Eine Berufs­unfähigkeits­versicherung zahlt in solchen Fällen eine Rente.

Berufs­unfähigkeits­versicherung im Vergleich Testergebnisse für 71 Berufs­unfähigkeits­versicherungen

Inhalt

Wer lange Zeit zu krank zum Arbeiten ist, muss zusehen, wie sie oder er lang­fristig finanziell über die Runden kommt. Im Schnitt sind Menschen, die krank­heits- oder unfall­bedingt aus dem Job aussteigen müssen, 47 Jahre alt. Es trifft etwa 25 Prozent der Erwerbs­tätigen. Eine Berufs­unfähigkeits­police bietet umfassenden Schutz. Wir sagen, welche Angebote im Test mit der Bestnote „Sehr gut“ abge­schnitten haben, was der Schutz kostet und worauf Kunden beim Vertrags­schluss unbe­dingt achten sollten.

Umfrage zum Thema Berufs­unfähigkeits­versicherung

  • Umfrage. Wissen Sie, wie Sie finanziell dastehen, wenn Sie länger­fristig aus gesundheitlichen Gründen Ihren Beruf nicht mehr ausüben können? Haben Sie schon eine Berufs­unfähigkeits­versicherung? Oder denken Sie darüber nach? Sie unterstützen unsere Arbeit, wenn Sie diese und andere Fragen beant­worten. Das dauert zirka 5-10 Minuten. Wir behandeln Ihre Angaben anonym und verwenden sie nur für unsere Auswertung. Die Umfrage läuft bis zum 30. November 2022. Hier geht es zur Umfrage.
  • Schreiben Sie uns per E-Mail. Haben Sie schon einmal versucht, eine Berufs­unfähigkeits­versicherung abzu­schließen? Einen sehr guten Vertrag zu bekommen, ist nicht selbst­verständlich. Oft müssen Kunden Abstriche machen. Beispiels­weise gibt es wegen einer Vorerkrankung manchmal einen Risiko­zuschlag oder einen Leistungs­ausschluss, etwa für chro­nische Beschwerden im Rücken. Manchmal wird keine Lauf­zeit bis 67 Jahren angeboten. Teilen Sie uns Ihre ­Erfahrungen mit. Die Daten werden vertraulich behandelt. Kontakt: Bu-Vertrag@stiftung-warentest.de

Berufs­unfähigkeits­versicherung im Vergleich Testergebnisse für 71 Berufs­unfähigkeits­versicherungen

Der Staat zahlt zu wenig

Die staatlichen Leistungen in Form der Erwerbs­minderungs­rente oder der gesetzlichen Unfall­versicherung reichen in der Regel nicht aus, um den Lebens­stan­dard des Arbeits­lebens aufrecht­zuerhalten, wenn jemand krank­heits­bedingt dauer­haft nicht arbeiten kann. Deshalb ist es sinn­voll, sich selbst um eine Existenz­absicherung zu kümmern. Eine Rente von einem Berufs­unfähigkeits­versicherer hilft. Im Ideal­fall kann damit der Lebens­stan­dard des Berufs­lebens gehalten werden.

Warum sich der Test Berufs­unfähigkeits­versicherung lohnt

  • Test­ergeb­nisse. Der Berufsunfähigkeitsversicherungs-Vergleich zeigt Ihnen, mit welcher Police Sie am besten ausgestattet sind und wie viel Sie für den Schutz zahlen. 35 von 71 getesteten Angeboten schneiden mit einem Urteil Sehr gut ab, 43 Angebote sind gut, vier befriedigend.
  • Check­liste. Sie haben schon ein Angebot auf dem Tisch? Unsere Checkliste Berufsunfähigkeitsversicherung (ausfüll­bares PDF) hilft beim Einschätzen eines Angebots. Schritt für Schritt können Sie anhand von 22 Prüf­punkten die Bedingungen selbst prüfen. Tipp: Die Check­liste können Sie nach dem Ausfüllen von Ihrem Versicherer unter­schreiben lassen.
  • Wichtige Infos für junge Menschen. Je früher desto besser. Lesen Sie, warum es schon für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende sinn­voll ist, Berufs­unfähigkeits­schutz abzu­schließen.
  • Heft­artikel als PDF. Sie erhalten alle relevanten Finanztest-Artikel als PDF zum Download.

Psychische Erkrankung: Haupt­ursache für Berufs­unfähigkeit

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Häufige Ursachen für Berufs- und Erwerbs­unfähigkeit © Stiftung Warentest / René Reichelt

Berufs­unfähigkeits­schutz mehr als sinn­voll

Eine Berufs­unfähigkeits­versicherung zahlt, wenn Sie länger oder dauer­haft aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sind, Ihren zuletzt ausgeübten Beruf zu über 50 Prozent auszuüben. Mit einer Monats­rente von 1 000 Euro, 2 000 Euro kann es Ihnen möglich sein, Ihren Lebens­stan­dard zu halten oder finanzielle Sorgen zumindest abzu­federn. Im Ideal­fall deckt die Rente Ihre Verpflichtungen wie Alters­vorsorge, Steuern und eventuell Kranken­versicherungs­beiträge ebenfalls ab.

Kosten: Berufs­unfähigkeits­schutz nicht ganz günstig

Der existentielle Schutz der Arbeits­kraft ist nicht unbe­dingt günstig. Die Beitrags­höhe richtet sich nach dem Beruf, außerdem spielen Vorerkrankungen und gefähr­liche Hobbies eine Rolle. Beispiel: Eine gesunde Control­lerin, die mit 30 Jahren eine Berufs­unfähigkeits­versicherung bis zum 67. Lebens­jahr abschließt und eine Rente von 2 000 Euro vereinbart, zahlt bei einem Spitzenreiter aus unserem Test 740 Euro im Jahr, rund 62 Euro monatlich. Ein gesunder medizi­nischer Fach­angestellter, der mit 25 Jahren eine Rente von 1 000 Euro versichert und einen Vertrag bis zum 67. Geburts­tag abschließt, zahlt 618 Euro im Jahr, das sind rund 52 Euro im Monat.

Berufs­unfähigkeits­versicherung im Vergleich Testergebnisse für 71 Berufs­unfähigkeits­versicherungen

Das können Sie vor dem Frei­schalten sehen

In der Über­sicht zu unseren Untersuchungsergebnissen zeigen wir Ihnen schon vor dem Frei­schalten, welche Anbieter und Tarife wir geprüft haben. Sehen können Sie auch, nach welchen Kriterien Sie die Ergeb­nisse filtern können.

Höhe der BU-Rente richtet sich nach dem Einkommen

Welche Monats­rente Sie für den Fall einer Berufs­unfähigkeit vereinbaren können, richtet sich nach Ihrem aktuellen Einkommen und den Vorgaben des jeweiligen Versicherers. Eine Absicherung in Höhe von etwa 60 bis 80 Prozent des letzten Jahres­brutto­einkommens ist oft möglich.

Je früher desto besser: Schüle­rinnen, Schüler und Studierende

Ob Schülerin oder Schüler, Studierende oder Auszubildende: Es ist sinn­voll, sich so früh wie möglich um eine Berufs­unfähigkeits­versicherung zu kümmern. Bei manchen Versicherern ist ein Vertrag schon ab dem Schul­alter möglich. Nutzen Sie dazu unseren Tops-Link „Sehr gute Tarife ab 10 oder 15 Jahren für Schüler“ (funk­tioniert nur mit Flatrate oder nach Frei­schaltung). Mehr Informationen zu diesem Aspekt unter: Wichtige Infos für junge Menschen.

Wann Versicherer leisten müssen

Was ist, wenn der Ernst­fall eintritt und Versicherte nicht mehr in ihren Berufen arbeiten können? In früheren Verträgen fanden sich oft Klauseln, die von Versicherten dann verlangten, eine andere Tätig­keit auszuüben, die sie aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung ausüben können. Die meisten Versicherer verzichten heute auf diese sogenannte „abstrakte Verweisung“. In unserem Test erfahren Sie, bei welchen Tarifen es hier keinerlei Einschränkungen gibt.

Wichtig ist das auch, wenn Sie gerade in Eltern­zeit oder arbeitslos sind – oder ein Sabbatical genommen haben und dann berufs­unfähig werden. Dann zählt, zumindest für eine bestimmte Frist von drei oder fünf Jahren, Ihr zuletzt ausgeübter Beruf: Wenn dieser für Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr leist­bar ist, muss der Versicherer leisten.

Zahlen die Versicherer über­haupt?

Viele Versicherte, die eine Berufs­unfähigkeit melden, bekommen ihre Rente. Laut Statistik liegt die Anerkennungs­quote bei 79 Prozent. Ein häufiger Ablehnungs­grund ist, wenn jemand den Grad der Berufs­unfähigkeit nicht erreicht, er also nicht nach­weisen kann, dass er zu mindestens 50 Prozent nicht mehr seinen Beruf ausüben kann. Gestritten wird auch über die „Verletzung der vorvertraglichen Anzeige­pflicht“. Das passiert, wenn ein Versicherer fest­stellt, dass eine Kundin oder ein Kunde Gesund­heits­fragen bei Vertrags­schluss nicht wahr­heits­gemäß beant­wortet hat.

Klage gegen die Versicherung – eine 50:50-Chance

Lehnt ein Berufs­unfähigkeits­versicherer die Leistung ab, gibt es die Möglich­keit, vor Gericht zu ziehen. In der Regel trägt ein Rechts­schutz­versicherer die Kosten des Rechts­streits: Rechtsschutzversicherungs-Vergleich. Die Chance, einen Prozess zu gewinnen und die Rente doch durch­zusetzen, liegt bei 50:50. Das belegt ein Rechts­gut­achten, in dem Finanztest 143 Gerichts­urteile auswertete.

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298 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 23.08.2022 um 13:53 Uhr
Ausgewählte Zusatzleistungen

@BUinterested99: Bei den Punkten, die wir im Unterabschnitt "Ausgewählte Zusatzleistungen" darstellen, handelt es sich um Zusatzleistungen (und nicht um zusätzliche Einschränkungen für den Versicherungsschutz).
Bietet ein Tarif die Zusatzleistung "Leistungen bei Berufsunfähigkeit aufgrund bestimmter Krankheiten, z.B. Herzinfarkt oder Multiple Sklerose" an, dann bekommt der Berufsunfähige, der mindestens 6 Monate zu mindestens 50% im letzten Job nicht mehr arbeiten kann, neben seiner Berufsunfähigkeitsrente zusätzlich zum Beispiel eine einmalige Kapitalleistung.
Für den Erhalt der Berufsunfähigkeitsrente gelten nicht die gleichen Bedingungen wie für den Erhalt der Zusatzleistung.

BUinterested99 am 23.08.2022 um 12:29 Uhr
Ausschluss von Krankheiten?!

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich verstehe den Punkt "Leistungen bei Berufs­unfähigkeit aufgrund bestimmter Krankheiten" in ihrer Vergleichstabelle nicht komplett. Hier haben nur eine sehr geringe Anzahl der Versicherer einen Haken, ein großteil hat sogar ein Kreuz. Bedeutet dies, dass die Versicherer , die hier ein Kreuz haben, nicht zahlen wenn man beispielsweise an Krebs oder MS erkrankt? Wenn ja, liegt das dann daran, dass in diesem Fall nicht immer zwangsläufig von einer dauerhaften Berufsunfähigkeit ausgegangen werden kann, weil Krebs ja vielleicht heilbar ist?
Für eine kurze Erläuterung wäre ich ihnen sehr dankbar :)

Profilbild Stiftung_Warentest am 31.05.2022 um 13:00 Uhr
Höhe der Berufsunfähigkeitsrente

@Question777: In Anbetracht dessen, dass niemand weiß, ob im Fall des Eintritts einer Berufsunfähigkeit überhaupt noch nebenbei gearbeitet werden kann, sollte die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente so gewählt werden, dass eine Aufrechterhaltung des Lebensstandards auch bei Eintritt einer Berufsunfähigkeit von 100 Prozent möglich erscheint. Von daher ist unser Tipp, die Höhe der Absicherung zu überprüfen und soweit möglich, diese entsprechend des Bedarfs anzupassen. Bei der Berechnung des Absicherungsbedarfs sind auch die Beiträge für die private Krankenversicherung mit einzubeziehen.

Question777 am 31.05.2022 um 00:20 Uhr
Rückfrage zu BU und private Krankengeldtageversich

Vielen Dank zunächst für die Beantwortung meiner Frage.
Ist das nicht in der Praxis dann ein recht grosses Problem oder konstruiere ich da etwas ?
Das würde ja bei einer entsprechenden Teilzeitbeschäftigung bedeuten, dass ich nur 6 Wochen lang die Lohnfortzahlung erhalten würde. Wenn nicht gleichzeitig auch eine volle oder teilweise Erwerbsminderung festgestellt wird, wäre das schon etwas wenig, zumal ja die PKV Beiträge davon zu leisten sind. Und ich habe schon den höchst möglichen Betrag bei der BU versichert. Würden Sie in einem solchen Fall zu einer Rückkehr in die GKV raten, sofern möglich (also unter 55 und nur BU Rente und keine EM-Rente) ?

Profilbild Stiftung_Warentest am 30.05.2022 um 11:24 Uhr
BU und private Krankentagegeldversicherung

@Question777: Eine Krankentagegeldversicherung ersetzt den Verdienst­ausfall bei langer Krankheit. Doch die Verträge enden in der Regel mit dem Eintritt einer Berufs­unfähigkeit. In der Regel zahlen die Versicherer nur bei Vorliegen einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit:
www.test.de/Krankentagegeld-Nur-bei-kompletter-Arbeitsunfaehigkeit-4630734-0
Nur wenn die Bedingungen der privaten Krankenversicherung ausdrücklich regeln, dass auch bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit die Leistung fällig wird, können Berufsunfähigkeitsrentner mit Teilzeittätigkeit parallel Krankentagegeld bekommen.