Wer in der Küche sauber arbeitet, kann die Verbreitung krankmachender Erreger stoppen.

Sie siedeln auf Fleisch, Fisch, Eiern, Salat und sind eine unsicht­bare Gefahr: Keime in Lebens­mitteln können – je nach Typ und Menge – krank machen, ja sogar lebens­bedrohlich sein. Allein im Zusammen­hang mit Salmonellen registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) für 2019 rund 13 700 Krank­heits­fälle. Auf das Konto des Keims Campyl­obacter gehen im gleichen Zeitraum sogar rund 62 000 Krank­heits­fälle. Wir stellen die häufigsten Erreger vor und sagen, wie man sich vor Infektionen schützen kann.

Campyl­obacter

Geflügel­fleisch ist oft mit Campyl­obacter belastet.

So kommen die Keime in Lebens­mittel. Campyl­obacter ist der häufigste Verursacher von lebens­mittel­bedingten Erkrankungen. Ursache für einen Befall ist meist mangelnde Hygiene in den Schlacht­betrieben. Der Keim besiedelt den Darm von Tieren, vor allem von Geflügel. Neben rohem Fleisch können auch Rohmilch­produkte betroffen sein. Anders als beispiels­weise Salmonellen können sich Campyl­obacter in Lebens­mitteln nicht vermehren. Allerdings reichen schon wenige Erreger für eine Infektion. Die Keime können außerdem durch den Kontakt mit einem infizierten Tier und auch durch Menschen über­tragen werden.

Diese Folgen kann eine Infektion haben. Campyl­obacter kann Magen-Darm-Infekte mit Durch­fall, Bauch­schmerzen und Fieber auslösen – meist sind die Beschwerden nach einem bis sieben Tagen über­wunden. Bei kleinen Kindern, Schwangeren, Kranken und älteren Menschen besteht jedoch ein höheres Risiko für schwere Krank­heits­verläufe. In seltenen Fällen verursacht das Bakterium Gelenk­entzündungen sowie das Guillain-Barré-Syndrom – eine Nerven­erkrankung, die mit Lähmungen einhergeht.

Symptome. Typischer­weise treten zunächst Muskel- und Kopf­schmerzen mit Fieber auf, gefolgt von Durch­fall, Erbrechen und heftigen Bauch­schmerzen. Diese Beschwerden können sich unmittel­bar nach dem Verzehr, aber auch erst nach rund 8 Tagen einstellen. Kinder unter 5 Jahren und junge Erwachsene zwischen 20 und 29 Jahren sind in Deutsch­land besonders häufig von einer Erkrankung betroffen. Vor allem in der warmen Jahres­zeit kommt es vermehrt zu Infektionen. Bei Verdacht auf Campyl­obacter-Befall sollten Sie umge­hend zum Arzt gehen.

Wie Sie sich schützen können. Hitze und somit das Durch­kochen einer Speise tötet den Erreger ab. Das Bundes­amt für Verbraucher­schutz und Lebens­mittel­sicherheit BVL rät deshalb, Geflügel­fleisch nur gut durch­gegart zu essen. Wie man Huhn hygie­nisch zubereitet, zeigt ein Video des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Zudem ist Hygiene in der Küche wichtig, aber auch vor und nach dem Toiletten­besuch. Risiko­gruppen wie kleine Kinder, immun­geschwächte Menschen und Schwangere sollten auf rohes Fleisch und nicht pasteurisierte Milch­produkte – beispiels­weise Rohmilchkäse – verzichten.

Richtig durch­erhitzen: 70 Grad Celsius für zwei Minuten

So erkennen Sie ausreichend gegartes Fleisch: Der austretende Fleisch­saft ist klar, Geflügel wird weiß­lich, Schwein graurosa­farben und Rind graubraun. Im Zweifels­fall die Innen­temperatur mit einem Fleisch­thermo­meter prüfen. Fisch sollte so lange erhitzt werden, bis das Fleisch nicht mehr glasig aussieht und sich leicht mit der Gabel zerteilen lässt. Wer Steak ungern „well-done“, sondern lieber blutig im Kern mag, sollte sich des erhöhten Infektions­risikos bewusst sein. Schwangere und andere Risiko­gruppen sollten auf nicht durch­gegartes Fleisch vorsichts­halber verzichten. Sie schützen sich damit auch vor Toxoplasmose – einer Erkrankung, die durch den Parasiten Toxoplasma gondii verursacht wird. Gefähr­lich kann eine erst­malige Infektion in der Schwangerschaft werden. Dem Ungeborenen drohen dann schwere Schädigungen etwa der Augen oder des Gehirns. Unsere FAQ Ernährung in der Schwangerschaft informieren darüber, auf welche Speisen werdende Mütter vorsichts­halber verzichten und welche sie nur in Maßen genießen sollten.

Für Sous-Vide-Fans: Wenn Sie Geflügel­fleisch mithilfe der Sous-vide-Methode zubereiten, es also unter Vakuum und im Wasser­bad garen, sollten Sie es sicher­heits­halber nach dem Wasser­bad noch kurz scharf anbraten. Die hohen Temperaturen in der Pfanne töten die Keime ab – diese sitzen über­wiegend auf der Fleisch­oberfläche. Mit den teils nied­rigen Temperaturen im Wasser­bad gelingt das nicht zuver­lässig. Kulinarisch ist kurzes Braten nach dem Garen kein Fehler: Die Oberfläche bräunt und es entstehen Röstaromen, das Innere aber bleibt saftig und zart. Grund­sätzlich sollten Sous-vide-Gerichte möglichst frisch verzehrt werden. Menschen mit geschwächtem Immun­system sowie Kinder, Senioren und Schwangere sollten mit nied­rigen Temperaturen gegartes Fleisch vorsichts­halber meiden.

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Salmonellen

Salmonellen sitzen beim Ei über­wiegend auf der Schale.

So kommen die Keime in Lebens­mittel. Salmonellen besiedeln den Darm von Tieren, vor allem von Schweinen und Hühnern. Über Ausscheidungen können sie zum Beispiel Eierschalen kontaminieren und bei der Fleisch­ver­arbeitung auch Schweine- und Hühner­fleisch. Die Tester der Stiftung Warentest wiesen Salmonellen unter anderem schon in Hackfleisch nach. Die Erreger über­leben auch Minusgrade, weshalb sie im Auftauwasser von gefrorenem Geflügel und Wild­fleisch vorkommen können.

Diese Folgen kann eine Infektion haben. Eine Infektion mit den Bakterien kann mehr­tägigem Durch­fall, Kopf­schmerzen, Fieber und Erbrechen verursachen. Bei Babys, Klein­kindern und älteren Menschen sind auch schwere Verläufe möglich, die im schlimmsten Fall zum Tod führen können. Salmonellen gehören laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu den Haupt­ver­ursachern von Lebens­mittel­infektionen.

Wie Sie sich schützen können. Tauen Sie gefrorene Lebens­mittel unver­packt in einer abge­deckten Schüssel im Kühl­schrank auf. Schütten Sie das Tauwasser in den Ausguss und spülen Sie mit heißem Wasser nach. Klein­kinder, kranke und sehr alte Menschen sollten nur voll­ständig durch­erhitzte Eierspeisen essen. Für Speisen mit rohem Ei wie Tiramisu oder hausgemachte Mayonnaise gilt: Nur frische, unbe­schädigte Eier nehmen, schnell kühlen und wenn möglich sofort verzehren. Küchengeräte und Arbeits­flächen sollten nach dem Kontakt mit rohem Ei, rohem Fleisch und Tauwasser sofort mit heißem Wasser und Spül­mittel gereinigt werden. Hände gründlich waschen.
Achtung in der Oster­zeit: Lassen Sie Kinder keine rohen Eier mit dem Mund auspusten. Waschen Sie die Eier gut vor dem Bemalen.

Bei Hitze richtig kühlen

Besondere Vorsicht im Sommer. Steigen die Temperaturen, nimmt auch die Anzahl der bakteriellen Erkrankungen durch Salmonellen und Campyl­obacter zu, wie Studien zeigen. Schlecht gekühlte Speisen führen oft zu Lebens­mittel­vergiftungen, weil sich Keime wie etwa Salmonellen bei Wärme rasant vermehren. Fleisch verdirbt bei 20 Grad Celsius zehnmal schneller als bei 0 Grad. Lebens­mittel- und Küchenhygiene sollten in den warmen Monaten darum oberste Priorität haben.

Auch unterwegs kühlen. Wer Fisch, Fleisch, Wurst und Eier im Sommer zu Festen mitbringt oder beim Pick­nick im Freien anbietet, sollte an eine Kühltasche denken. Wer sensible Lebens­mittel wie Hack­fleisch einkauft, sollte sie auch in der Kühltasche nach Hause trans­portieren.

Kühl­schrank richtig einstellen und befüllen. Zu Hause gehören leicht verderb­lichen Lebens­mittel in den Kühlschrank: Unten über dem Gemüsefach ist es am kältesten. Einige Kühlgeräte bieten sogar extra ein Kalt­lagerfach. Auch geschnittene Salate und Obst, vor allem Melone, sollten bis zum Verzehr kühl lagern. Prüfen Sie regel­mäßig Ihre Kühl­schrank­temperatur. Stellen Sie sie auf +5 bis +7 Grad Celsius ein – in heißen Sommern eher nied­riger.

Keime in der Küche sind ein Problem. Wer sie in Schach halten will, muss seinen Kühl­schrank richtig einräumen. Wie das geht, zeigt unser Video.

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Noroviren

So kommen die Keime in Lebens­mittel. Noroviren sind besonders im Winter aktiv. Sie werden vor allem durch Kontakt mit erkrankten Personen oder verschmutzte Flächen über­tragen. Aber auch Lebens­mittel können Infektionen auslösen. Salate, tiefgekühlte Beeren und rohes Gemüse waren schon an Norovirus-Ausbrüchen beteiligt. Grund­sätzlich können aber alle Lebens­mittel betroffen sein, die unter mangelhaften hygie­nischen Bedingungen zubereitet und nicht ausreichend erhitzt werden. Muscheln können Noroviren aus dem Wasser anreichern und krank machen, wenn sie roh gegessen werden.

Diese Folgen kann eine Infektion haben. Noroviren sind für einen Groß­teil der nicht bakteriell bedingten Magen-Darm-Infektionen verantwort­lich. Besonders häufig treten die Erkrankungen im Winter auf. Typische Symptome sind heftiges, schwall­artiges Erbrechen, Übel­keit, Bauch­krämpfe und starker Durch­fall. Die Symptome sind meist nach drei Tagen verschwunden. Bedrohlich werden kann eine Erkrankung für Kinder, alte Menschen sowie immun­schwache Patienten. Noroviren sind oft Ursache von Krank­heits­ausbrüchen in Gemein­schafts­einrichtungen, Alten­heimen, Krankenhäusern oder auf Kreuz­fahrt­schiffen.

Wie Sie sich schützen können. Gründliches Hände­waschen verringert die Anste­ckungs­gefahr. Erkrankte Personen sollten keine Speisen für andere zubereiten. Erhitzen macht die Erreger unschädlich.

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Escherichia (E.) coli

In frischem Hack­fleisch wies die Stiftung Warentest bereits eine erhöhte Anzahl an potenziell krankmachenden E.coli-Bakterien nach.

So kommen die Keime in Lebens­mittel. Die Bakterien siedeln im Verdauungs­trakt von warm­blütigen Säugetieren. Beim Schlachten etwa von Rindern können die Bakterien aus dem Tierdarm auf das Fleisch und auf daraus hergestellte Produkte wie Hackfleisch oder Salami gelangen. Auch Trink­wasser kann mit den Keimen kontaminiert sein, über das sie auf Sprossen und rohes Gemüse gelangen.

Diese Folgen kann eine Infektion haben. Escherichia coli ist welt­weit einer der häufigsten Erreger für bakterielle Harnwegs- und Magen-Darm­infekte, Wund- und Atemwegs­infektionen. Der Keim ist zudem als Verursacher von Blut­vergiftungen und Kranken­haus­infektionen berüchtigt. Einige Stämme können bei Neugeborenen eine Hirnhaut­entzündung (Meningitis) auslösen. Anfäl­lig für eine Infektion sind insbesondere Kinder und Ältere oder Menschen mit einer schwachen Immun­abwehr.

Wie Sie sich schützen können. Erhitzen Sie Fleisch gut durch. Rohes Obst und Gemüse gründlich waschen und gegebenenfalls putzen.

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Ehec (Enterohämorrhagische E. coli)

Sprossen aus importierten Bocks­horn­klee­samen führten 2011 zum Ehec-Ausbruch.

Ehec, Stec, Vtec. Die Ehec-Bakterien zählen zur Familie von Escherichia (E.) coli, noch genauer zur Gruppe der E. coli, die Shigatoxine bilden können. Shigatoxin-bildende E. coli (abge­kürzt: Stec) heißen mitunter auch Verotoxin-produzierende E. coli (kurz Vtec). Diejenigen dieser Keime, die beim Menschen Erkrankungen auslösen, werden als enterohämorrhagische E. coli (Ehec) bezeichnet.

So kommen die Keime in Lebens­mittel. Ehec kommen im Darm von Wieder­käuern wie Rindern und Schafen vor. Über den Kot gelangen sie in die Umwelt und über die Verarbeitung auch in Fleisch­produkte. Ehec-Nach­weise in Lebens­mitteln sind normaler­weise ein Hinweis auf Verunreinigungen mit Fäkalien. Die Erreger finden sich vor allem in rohen oder nicht genügend erhitzten Lebens­mitteln, etwa Rohmilch­erzeug­nissen, Rohwürsten wie Teewurst sowie in rohem oder nicht ausreichend erhitztem Fleisch. Durch kontaminiertes Wasser können Ehec auch auf pflanzliche Lebens­mittel wie Sprossen gelangen. Durch Dünger und Wild-Wieder­käuer (wie Rehe) gelangen die Keime ins Getreide. In den USA und Kanada haben in den vergangenen Jahren Ehec in Mehl Krank­heits­ausbrüche verursacht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält es für wahr­scheinlich, dass auch in Deutsch­land hoch­pathogene Ehec-Varianten in Mehl vorkommen.

Diese Folgen kann eine Infektion haben. Der Ehec-Erreger kann schwere, teils blutige Durchfall­erkrankungen verursachen. Insbesondere bei kleinen Kindern kann eine Infektion das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) auslösen. Dieses kann zu akutem Nieren­versagen, Blut­gerinnungs­störungen und einer Zerstörung der roten Blutkörperchen führen – mit möglicher­weise tödlichem Ausgang.

Wie Sie sich schützen können. Kühlen im Kühl­schrank und Tief­gefrieren über­steht der Keim. Durch starke Hitze beim Kochen, Braten und Backen wird er jedoch abge­tötet. Das BfR empfiehlt, mit rohen tierischen Lebens­mitteln und Mehl besonders hygie­nisch umzu­gehen und keinen rohen Teig zu naschen. Gefrorene Beeren sollten vor dem Verzehr erhitzt werden. Sprossen gründlich waschen, möglichst schnell verbrauchen und am besten auch erhitzen. Risiko­gruppen sollten auf nicht-erhitzte Sprossen, Rohmilch­erzeug­nisse und streich­fähige Rohwürste wie Teewurst verzichten.

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Listerien

Rohmilchkäse wie Camembert kann mit Listerien belastet sein.

So kommen die Keime in Lebens­mittel. Die Erreger kommen in der Erde, auf Pflanzen, im Kompost und in Abwässern vor. Listerien sind auch in der Land­wirt­schaft verbreitet, so dass sie über die Erde etwa auch auf Gemüse übergehen können. Werden in Betrieben die Hygienemaß­nahmen nicht einge­halten, können die Bakterien auch in halt­bar gemachte und verarbeitete Lebens­mittel gelangen. Häufig betroffene Lebens­mittel sind Rohmilchkäse, Räucher­fisch und rohes Fleisch.

Diese Folgen kann eine Infektion haben. Listerien können beim Menschen zu einer sogenannten Listeriose führen. Bei Gesunden äußert sich eine Infektion oft durch kurzen, fieberhaften Durch­fall. Bei Schwangeren, älteren Menschen oder Personen mit einem schwachen Abwehr­system kann die Listeriose auch Blut­vergiftungen, Gehirn- oder Gehirnhaut­entzündung verursachen und sogar tödlich enden. Schwangeren drohen Früh- und Totgeburten. Die Rate der Todes­fälle durch Listerien liegt nach Auskunft des Robert-Koch-Instituts bei sieben Prozent.

Wie sich Verbraucher schützen können. Kochen, Braten und Pasteurisieren tötet Listerien ab – die Lebens­mittel müssen im Kern mindestens zwei Minuten lang bei 70 Grad Celsius durch­erhitzt werden. Kühlen oder Tief­gefrieren reicht nicht. Empfindliche Menschen sollten keine rohen tierischen Lebens­mittel wie Rohmilchkäse und Rohwurst (etwa Salami) und auch keine geräucherten und marinierten Fischer­zeug­nisse essen. Waschen Sie frisches Obst und Gemüse sowie Blatt­salate gründlich und schälen Sie erdnah wachsende Sorten wie Möhren oder Gurken, wenn Sie sie roh essen möchten. Achten Sie auf die Küchenhygiene.

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Schimmelpilzgifte

Wenn Nüsse nach der Ernte nicht richtig gereinigt, getrocknet oder trans­portiert werden, droht Schimmelbefall. Besonders anfäl­lig sind gemahlene Nüsse.

So kommen die Sporen in Lebens­mittel. Die Sporen von Schimmelpilzen finden den Weg in Nahrungs­mittel durch die Luft. Sind sie dort ange­kommen, bilden sie Nester, die sich in einem warmen und feuchten Klima schnell vergrößern. Schimmelpilze befallen insbesondere Getreide, Trockenfrüchte, Pistazien, Nüsse, Maiskörner, Gewürze und Brot. Ihr Geflecht kann die Nahrungs­mittel auch dort durch­ziehen, wo kein Befall sicht­bar ist.

Diese Folgen kann eine Infektion haben. Manche Schimmelpilze produzieren krebs­er­regende Gifte, die Aflatoxine.Diese können insbesondere Nieren, Leber und das Ungeborene schädigen. Zudem kann das Erbgut geschädigt werden.

Wie Sie sich schützen können. Bewahren Sie verderb­liche Lebens­mittel kühl und möglichst luft­frei auf. Hitze kann den Giften allerdings nichts anhaben. Lebens­mittel mit schimmeligen Stellen sollten Sie möglichst komplett wegwerfen – auch wenn nur kleine Schimmel­stellen sicht­bar sind. Anderen Lebens­mitteln wie Nüssen oder Gewürzen ist ein Befall nicht anzu­sehen. Entsorgen Sie, was bitter, muffig und ranzig riecht oder schmeckt. Auch über­lagerte Nüsse und Gewürze gehören in den Müll.

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Bacillus cereus

So kommen die Keime in Lebens­mittel. Bacillus-cereus-Bakterien kommen im Boden und in Staub vor. Einige Vertreter bilden hitze­stabile Sporen, die in Lebens­mitteln auskeimen können. Besonders häufig geschieht das in Gerichten, die längere Zeit warm gehalten werden – etwa Nudeln und Reis in der Gemein­schafts­verpflegung. Die Sporen über­leben auch Trock­nungs­prozesse und finden sich in Gewürzen und Trockenpilzen.

Diese Folgen kann eine Infektion haben. Die Symptome hängen von der Art des Gifts (Toxins) ab. Es gibt zwei verschiedene Erkrankungs­formen: Bei der einen kann es 6 bis 15 Stunden nach Verzehr des belasteten Lebens­mittels zu Bauch­krämpfen und Durch­fall kommen, bei der anderen inner­halb von 30 Minuten bis 6 Stunden zu Übel­keit und Erbrechen. Die Symptome halten jeweils einen Tag an und klingen normaler­weise von selbst wieder ab. Schwere Krank­heits­verläufe sind laut Bundesinstitut für Risikobewertung sehr selten.

Wie Sie sich schützen können. Zubereitete Gerichte sollten möglichst bald auf den Tisch und Essens­reste nach der Mahl­zeit schnell gekühlt werden. Auf einem Buffet, in der Gemein­schafts­verpflegung oder in vorgekochtem Zustand sollten Speisen nicht länger als drei Stunden bei mindestens 65 Grad warm gehalten werden.

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Staphylococcus aureus

So kommen die Keime in Lebens­mittel. Staphylococcus aureus kommt auf der Haut und Schleimhaut von Mensch und Tier vor, haupt­sächlich im Nasen- und Rachenraum sowie eitrigen Wunden. Durch Unacht­samkeit oder hygie­nische Mängel kann der Keim in Lebens­mittel gelangen. Dort bildet er bei Temperaturen von mehr als 15 Grad Celsius hitze­stabile Gifte. Speisen wie Salate, fleisch­haltige Gerichte, Teigwaren und Süßspeisen können betroffen sein.

Diese Folgen kann eine Infektion haben. Erbrechen, Durch­fall, Fieber, Kreis­laufkollaps. Die Inkubations­zeit beträgt gewöhnlich nur ein bis vier Stunden. Mensch-zu-Mensch-Anste­ckungen sind möglich. Der Keim verursacht tendenziell weniger Infektionen als früher und ist heute noch für etwa 1 Prozent der lebens­mittel­bedingten Infektions­krankheiten verantwort­lich.

Wie Sie sich schützen können. Der beste Schutz ist, die Kühlkette einzuhalten, und in der Küche hygie­nisch zu arbeiten. Hände­waschen vor und nach der Zubereitung von Speisen ist entscheidend. Menschen mit offenen Wunden sollten aufs Kochen und Backen verzichten.

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Clostridien

Nach­lässig hergestellte Konserven können Clostridium botulinum enthalten, das starke Gifte bildet.

So kommen die Keime in Lebens­mittel. Clostridien gedeihen in sauer­stoff­freien Umge­bungen wie etwa Vakuum­verpackungen und Konserven. Ihren Sporen kann auch Hitze nichts anhaben. Da der Keim sein Gift unter Ausschluss von Sauer­stoff produziert, sind vor allem Lebens­mittel betroffen, die unter sauer­stoff­armen Bedingungen lagern. Immer wieder kommt es darum etwa zu Vergiftungen durch belasteten Räucherfisch. Auch in Honig und einge­weckten Lebens­mitteln können Clostridien zu finden sein. Konserven sind mitt­lerweile kaum noch belastet.

Diese Folgen kann eine Infektion haben. Die gefähr­liche Art Clostridium botulinum produziert den Gift­stoff Botulinumtoxin. Er zählt zu den stärksten bekannten Giften und kann lebens­gefähr­lichen Botulismus auslösen. Mögliche erste Anzeichen für Botulismus sind Schluck-, Sprach- und Sehstörungen sowie Mund­trockenheit. Auch Übel­keit, Erbrechen und Durch­fall können auftreten. Im weiteren Verlauf kann es zu Lähmungen kommen, beginnend bei der Augen­muskulatur, bis hin zu Atemlähmung.

Wie Sie sich schützen können. Meiden Sie Konserven, die undicht, zerbeult oder gewölbt sind. Babys sollten grund­sätzlich keinen Honig bekommen. Halten Sie bei vakuum­verpacktem Räucher­fisch die Kühlkette ein.

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So halten Sie Keime in Schach

Hygiene in der Küche. Von Schneidebrettern werden Keime oft auf Speisen über­tragen. Nach dem Kontakt mit rohen Lebens­mittel sollten sie heiß und mit Spül­mittel gereinigt werden.

Kühl­schrank. Einige Keime wie Listerien vermehren sich sogar bei Kühl­schrank­temperatur. Besonders gern tummeln sich die unsicht­baren Erreger im Gemüsefach und in der Ablauf­rinne der Kühl­schrankrück­wand. Offene Lebens­mittel im Kühl­schrank sollten Sie darum abdecken. Über­füllen Sie den Kühl­schrank nicht, die Luft muss kreisen. Es empfiehlt sich außerdem, den Kühl­schrank regel­mäßig mit heißem Essig­wasser auszuwischen.

Spüllappen und Schwämme. In von Lebens­mittel­resten und Feuchtig­keit getränkten Spüllappen und -schwämmen vermehren sich zahlreiche Krank­heits­erreger bestens – so werden sie schnell zu Keim­schleudern. Das zeigen Unter­suchungen. Mit jedem Abwischen von Tisch und Arbeits­fläche gelangen Keime auf die vermeintlich gereinigte Fläche. Schwämme und Lappen sollte man darum alle ein bis zwei Tage austauschen und wegwerfen oder bei mindestens 60 Grad Celsius mit Voll­wasch­mittel waschen. Spülen Sie den Küchenlappen immer gründlich aus und breiten Sie ihn zum Trocknen aus. Im Netz kursieren Tipps, wie man Keime los wird: etwa den feuchten Schwamm zwei Minuten bei 800 Watt in der Mikrowelle erhitzen. Versuche zeigen: Gänzlich frei von Keimen sind Schwämme danach nicht. Besser: Schwamm öfter wechseln.

Schneidebretter. Das Bundes­institut für Risiko­bewertung empfiehlt, für Fleisch ein anderes Schneidebrett zu nehmen als für Obst und Gemüse. Um Kreuz­kontamination zu vermeiden, sollten Sie Bretter, aber auch Messer nach dem Kontakt mit rohen Lebens­mitteln heiß und mit Spül­mittel reinigen. Bretter aus Kunststoff lassen sich in der Geschirr­spül­maschine leicht heiß reinigen. Holz­bretter sollten nach dem Abwaschen luftig trocknen. Gut gereinigt stellen sie kein größeres Hygienerisiko dar als Kunst­stoff­bretter, wie Unter­suchungen zeigen. Egal ob aus Kunststoff oder Holz – Schneidebretter mit tiefen Ritzen gehören in den Müll. In den Ritzen können Keime prima über­leben.

Hände. Es sollte selbst­verständlich sein, vor und nach dem Zubereiten von Essen, die Hände zu waschen. Dasselbe gilt nach dem Niesen und Naseputzen. Wer rohe Eier, Fleisch und Fisch verarbeitet, sollte auch direkt danach die Hände reinigen. Achten Sie darauf, beim Einseifen keine Stelle zu vergessen. Gründliches Waschen sollte mindestens 20 Sekunden dauern. Außerdem wichtig: Saubere Kleidung, zusammen­gebundene Haare, keine Ringe. Offene Wunden am Finger mit einem Pflaster versorgen.

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