Sound­bars im Test Filmreifer Ton für den Fernseher

69
Sound­bars im Test - Filmreifer Ton für den Fernseher
Aufgeräumt. Mit einer Sound­bar lässt sich der Klang verbessern, ohne viele Kabel im Wohn­zimmer verlegen zu müssen. © Getty Images, Stiftung Warentest (M)

Coole Film­dialoge, Special Effects, Stadionatmo­sphäre: Sound­bars sollen den TV-Ton aufpeppen. Das gelingt vielen Sound­bars im Test, doch nicht alle Modelle klingen gut.

Sound­bars im Test Testergebnisse für 106 Soundbars und Soundplates

Inhalt

Neben Dreh­buch und schauspielerischer Leistung haben auch tech­nische Faktoren Einfluss auf den Filmgenuss. Während viele Fernseher eine gute Bild­darstellung haben, lässt ihr Ton oft zu wünschen übrig. Und selbst bei Fernsehern, die gut klingen, ist mit Zusatz­laut­sprechern mehr raus­zuholen.

Sound­bars und Sound­plates sind solche Laut­sprecher, die eigens für den Einsatz am Fernseher entwickelt wurden. Bei der Bewertung waren wir strenger als bei Fernsehern. Von Sound­bars erwarten wir nicht nur gute Musik- und Sprach­wieder­gabe. Auch Film­effekte und komprimierte Streams per Bluetooth müssen gut umge­setzt sein.

Neu im Sound­bar-Test 2022 sind 33 Soundbars mit Preisen zwischen 100 und 2 100 Euro. Unsere Unter­suchung zeigt: Teuer heißt nicht gleich gut. Einige hoch­preisige Modelle können zum Beispiel bei der Hand­habung nicht über­zeugen. Und bei den Sound­bars mit zusätzlichem Subwoofer kostet die zweit­platzierte nur etwa halb so viel wie die Testsiegerin in dieser Gruppe – und verbraucht deutlich weniger Strom! Eine gute Möglich­keit, Geld zu sparen.

Warum sich der Sound­bar-Test für Sie lohnt

  • Test­ergeb­nisse. Unsere Tabelle zeigt Bewertungen für 106 Soundbars und Soundplates, darunter Modelle von LG, Samsung, Nubert, Teufel, Bose und Denon. 33 sind insgesamt gut, doch nur eine Sound­bar schnitt im Ton sehr gut ab.
  • Die beste Sound­bar für Sie. Die Stiftung Warentest hilft Ihnen, den richtigen Ton für Ihren Fernseher zu finden. Filtern Sie nach Preis, Noten und Eigenschaften, um Ihren persönlichen Testsieger zu ermitteln.
  • Strom und Kosten sparen. Wir haben nachgemessen und den Jahres­strom­verbrauch für die Sound­bars im Test berechnet. Bei den jüngst getesteten Geräten reichen die jähr­lichen Strom­kosten von 5 bis 40 Euro.
  • Heft­artikel als PDF. Nach dem Frei­schalten erhalten Sie alle Soundbar-Testberichte aus der Zeitschrift test seit 2017 zum Download.

Sound­bars im Test Testergebnisse für 106 Soundbars und Soundplates

Sound­bar-Vergleich: mit oder ohne Subwoofer?

Wer eine Sound­bar kaufen möchte, muss sich entscheiden, ob es ein Modell mit oder ohne zusätzlicher Bass­box sein soll. Das sind die Vor- und Nachteile der Produkt­gruppen:

Einteilige Sound­bars ohne Subwoofer. Soundbars ohne separaten Basslautsprecher sparen Platz. Bei vielen ist eine Wandmontage möglich, der Wand­kontakt kann aber die Bässe ungewollt verstärken. Daher ist die Aufstellung vor dem Fernseher sinn­voll. Die kastenförmigen Soundplates sind ebenfalls einteilig, aber wuchtiger. Sie klingen oft voluminöser und gehören zu den besten Sound­bars im Test, brauchen aber mehr Stand­fläche. Aufgrund der tiefen Bauweise ist eine Wandmontage ist ausgeschlossen.

Zwei­teilige Sound­bars mit Subwoofer. Soundbars mit separatem Basslautsprecher bestehen aus mindestens zwei Einheiten. Die Sound­bar wird direkt zum Fernseher gestellt, die kabellose Bass­box lässt sich frei im Raum platzieren. Sound­bars mit separatem Subwoofer lassen sich auch unkompliziert an der Wand befestigen.

Tipp: Schon vor dem Frei­schaltenkönnen Sie Inhalte aus der Tabelle sehen – zum Beispiel alle getesteten Soundbars und ihre Eigenschaften wie WLan, Bluetooth oder Nacht­modus. Von den 106 getesteten Modellen sind aktuell 73 Soundbars erhältlich.

Surround Sound: Raum­klang fürs Heim­kino

Surround Sound, 3D-Klang, 5.1-Ton – all das sind Begriffe für Raum­klang. Dafür sind zwei Dinge erforderlich: Erstens muss das Tonmaterial mit ortbaren Effekten aus verschiedenen Richtungen ausgestattet sein. Fährt im Film ein Auto von links vorne nach rechts hinten, wandert der Ton entsprechend durch den Raum. Passende Tonformate sind zum Beispiel Dolby Atmos und Dolby TrueHD sowie DTS:X und DTS-HD Master Audio.

Zweitens sind mehrere Laut­sprecher nötig. Bei einer Heim­kino-Anlage mit fünf oder sieben Laut­sprechern ist das kein Problem. Eine Sound­bar vereint alle Laut­sprecher unter dem Fernseher. Manche Anbieter werben zwar mit virtuellen Surround Sound – seitlich angebrachte Laut­sprecher sollen dann über Wandreflexionen Raum­klang erzeugen. Das funk­tioniert aber nur begrenzt.

Einige Sound­bars werden daher zusätzlich zur Bass­box durch Satelliten-Lautsprecher ergänzt. Diese kleinen Zusatz­boxen werden hinter den Fernseh­zuschauern platziert.

Tipp: 2020 haben wir auch AV-Receiver getestet, für einen echten Kino­sound im Wohn­zimmer.

Sound­bars im Test Testergebnisse für 106 Soundbars und Soundplates

Sound­bar-Test 2022: So testet die Stiftung Warentest

Für den Sound­bar-Test prüfen wir alle Geräte aufwendig und unabhängig – kostenlose Presseexemplare kommen nicht infrage. Die Noten für den Ton besteht beispiels­weise aus Hörtests, bei dem die Probanden die Geräte nicht sehen können. Neben Film­szenen mit Effekten spielen die Sound­bars dabei auch Musik und Dialoge ab. Tech­nische Messungen fließen ebenfalls ins Urteil ein.

Auch die Hand­habung testen wir. Darunter fällt unter anderem die Start­dauer beim Einschalten und die erste Einrichtung nach dem Kauf. Eine genauere Beschreibung des Prüf­programms finden Sie im Artikel So haben wir getestet.

WLan und Internet­funk­tionen

Viele Sound­bars lassen sich auch per WLan drahtlos ins heimische Netz­werk integrieren (Soundbars mit WLan anzeigen). Über entsprechende Apps kann man so Musik vom Smartphone oder Computer auf der Sound­bar abspielen. Teil­weise sind Musik­streaming-Dienste wie Spotify oder Deezer ebenfalls integriert.

Über die Internet­verbindung sind bei einigen Sound­bars auch Sprach­assistenten wie Amazon Alexa oder Google Assistant nutz­bar – wie bei Smart Speakers oder Smartphones. Damit können die Geräte zum Beispiel Fragen nach dem TV-Programm oder dem Wetter beant­worten.

Bedenken Sie: Sprach­assistenten und WLan benötigen Strom. Wer diese Funk­tionen nicht nutzt, sollte sie abschalten beziehungs­weise nur bei Bedarf akti­vieren. Allein für den Fernsehton ist WLan nicht erforderlich.

Sound­bars im Test Testergebnisse für 106 Soundbars und Soundplates

69

Mehr zum Thema

  • Raum­klang bei Fernsehern Schafft ein TV allein Kino-Atmosphäre?

    - Fernseher mit Raum­klang – damit werben einige Anbieter von TV-Geräten. Ob Kino-Atmosphäre ohne Zusatz­boxen möglich ist, zeigt unser Schnell­test.

  • TV-Anschlüsse Die 7 wichtigsten Anschlüsse am Fernseher

    - Auf der Rück­seite eines Fernsehers tummeln sich zahlreiche Buchsen. Doch welche TV-Anschlüsse haben welchen Nutzen? Eine Über­sicht der wichtigsten Ein- und Ausgänge.

  • Video-Streaming mit Smart-TV Ältere Smart-TVs künftig ohne Netflix

    - „Aufgrund tech­nischer Einschränkungen wird Netflix ab dem 1. Dezember 2019 auf diesem Gerät nicht mehr verfügbar sein.“ Wer diese Meldung auf seinem Smart-TV sieht, muss...

69 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Thorsten.Maverick am 22.08.2022 um 13:07 Uhr
Kontozwang?

Bei Sonos braucht man z. B. für die Lautsprechersysteme ein Online Konto. Wie sieht das bei den hier getesteten Systemen aus? Warum werden nicht endlich alles Geräte mit Kontozwang abgewertet?

bplayed am 08.08.2022 um 21:16 Uhr
fragwürdiges Testfeld

Manchmal kommen mir doch Zweifel an der Unabhängigkeit von SWT. Es hat den Anschein als wolle man gewisse Marken besonders positiv darstellen, während man andere abstrafen möchte. Anders kann ich mir nicht erklären, wie man auf die Idee kommen kann, eine 20kg schwere Nubert Soundplate mit einem Bruttovolumen von fast 50 Litern mit 3-4 Kilo schweren Soundbars von Sonos, Denon o. Canton zu vergleichen, die gerade mal auf ein Brutto Volumen von knapp 6 Litern kommen und nebenbei nur ungefähr die Hälfte kosten. Evtl. hat es damit zu tun, dass Nubert überhaupt keine Soundbar im Angebot hat! Ich möchte gar nicht bezweifeln, dass die Nubert Geräte besser klingen, aber sie haben in diesem Testfeld schlichtweg nichts verloren. In einem Autotest würde auch keiner auf die Idee kommen einen Audi Q7 mit einem Fiat 500 zu vergleichen. Ja, beides sind Autos, aber ansonsten verbindet sie nichts miteinander. Anstatt der Nubert Geräte hätte man lieber eine Teufel Soundbar ins Testfeld aufnehmen sollen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 12.07.2022 um 09:29 Uhr
Mit welchem Fernseher wurde getestet?

@ulrich.meyer: Die Zuspielung wird für alle Lautsprecher mit denselben hochwertigen Klangquellen getestet. Hierbei werden nicht Lautsprecher und Fernsehgeräte von gleichen oder verschiedenen Anbietern ausprobiert. Zur Übertragung per Kabel werden HDMI- oder TOShiba-LINK-Verbindungen genutzt.Für den Raumklangtest werden bei unseren Tests je nach Bedarf die Formate Dolby Atmos (sowohl TrueHD als auch Digital Plus), Dolby Digital oder DTS verwendet.

ulrich.meyer am 08.07.2022 um 18:12 Uhr
Mit welchem Fernseher wurde getestet?

Ich vermisste bei "So haben wir getestet" das Setup, insbesondere den Fernseher.
Die Samsung Q-Series Soundbars spielen z.B. zusammen und abgestimmt mit einem aktuellen Samsung-Fernseher anders als mit einem anderen Fabrikat.

ne_sa am 08.07.2022 um 09:50 Uhr
Keine kalten Messdaten?

Zwar ist dieser Test wahrscheinlich 5 mal besser als bei durchschnittlichen """Fachmagazinen""" der Audiobranche, ich bin aber dennoch überrascht, dass bei 5 Fachleuten und sogar den erwähnten Messungen keine Diagramme gezeigt werden. Frequenzverlauf, Verzerrung bei hohen Pegeln Gruppenlaufzeit - all das wäre spannend gewesen, relativ leicht zu messen und man hätte dem Leser damit gleich etwas beibringen können. Audio Technik wird leider noch von zu viel Voodoo beherrscht.