Reinbeißen und genießen. Dazu verleiten kross gebratene Schenkel. Die Tester hatten aber einiges zu bemängeln – auch was Tier­wohl und Produktions­bedingungen angeht.

Wie steht es um die Qualität von frischen Hähn­chenschenkeln? Wie werden die Hühner gehalten? Das hat die Stiftung Warentest für 17 Hähn­chenschenkel-Produkte untersucht, darunter preis­werte von Aldi, Lidl und Co sowie teure Biokeulen. Ergebnis: Oft verderben zu viele Keime den Appetit. Fürs Tier­wohl könnten sich die Anbieter noch deutlich stärker engagieren.

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TestHähn­chenschenkel im Test08.04.2021
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Fleisch­qualität und Tier­wohl im Test

Hähn­chenschenkel, Gockelhaxen, Bollen, Keulen, Schlegel – die deutsche Sprache kennt viele Worte für die Hühner­beine. Auch Koch­rezepte gibt es ohne Ende (Perfektion Fleisch). Doch Bilder von Hühnern dicht an dicht, Berichte von zu viel Antibiotika in der Mast und Keimfunde im Fleisch können den Appetit verderben. Die Stiftung Warentest hat 17 frische Hähn­chenschenkel-Produkte untersucht: Sowohl die Qualität des Fleischs als auch das Engagement der Anbieter für Tiere, Arbeiter und Umwelt – sprich: die Unter­nehmens­ver­antwortung (Corporate Social Responsibility, CSR). Am Ende über­zeugt nur ein Produkt in beiden Tests gleichermaßen.

Das bietet der Hähn­chenschenkel-Test der Stiftung Warentest

  • Test­ergeb­nisse. EineTabelle zeigt Bewertungen für die Fleisch­qualität von 17 Hähn­chenschenkeln und -keulen, fünf davon sind Bio-Produkte (Kilo­preise: 2,72 bis 14,90 Euro). Im Test: Handels­marken, etwa von Lidl (Land­junker), Aldi (Meine Metzgerei), Edeka (Gut & Günstig) und Rewe (Wilhelm Brandenburg) sowie Biomarken aus dem Supermarkt und ein Produkt des Branchenriesen Wiesenhof. Eine zweite Tabelle zeigt, wie es um die Produktions­bedingungen steht, vor allem um das Tier­wohl in den Ställen und die Arbeits­bedingungen in den Schlacht­höfen.
  • Tipps und Hintergrund. Wir sagen, wie man sich vor Infektionen mit Krank­heits­erregern in Hühner­fleisch schützen kann, wie die Geflügelbranche arbeitet, was Logos im Supermarkt über Haltungs­bedingungen aussagen – und ob sich die Situation in Schlacht­betrieben verändert hat.
  • Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf ein PDF mit den beiden Testbe­richten aus test 4/2021.

Aromatische, aber auch verdorbene Hähn­chenschenkel

Wir haben die Hähn­chenkeulen intensiv geprüft: unter anderem auf Rück­stände von Antibiotika, Krank­heits­erreger und weitere Keime. Außerdem verkosteten wir die Produkte. Jedes zweite bestand diese sensorische Prüfung ohne Tadel, zwei Bioprodukte ragten heraus: Sie rochen und schmeckten aromatisch, kräftig nach Hähn­chen­fleisch und waren zart bis sehr zart. Andere Schenkel dagegen rochen roh nicht frisch oder sogar faulig. Richtig verdorben und deshalb mangelhaft waren die Biokeulen eines Anbieters. Wir wiesen darin viele Keime nach.

Krankmachende Salmonellen und Campyl­obacter im Fleisch

Vier Produkte sind nur ausreichend – alles konventionell erzeugtes Fleisch und Eigenmarken von Handels­ketten. Zweimal wiesen wir krankmachende Salmonellen nach, zweimal eine zu hohe Gesamt­keimzahl. Außerdem enthielten viele Hähn­chenschenkel den Durch­fallerreger Campyl­obacter und antibiotikaresistente Keime. Nur wer sie sorgfältig und hygie­nisch zubereitet, kann das Fleisch sicher genießen.

Video: Hähn­chen­fleisch im Test

Bei zehn Hähn­chen-Produkten im Test fand die Stiftung Warentest antibiotikaresistente Keime.

Mast­hühner werden kaum älter als 40 Tage

Hähn­chen­fleisch stammt über­wiegend aus Massentierhaltung. Nicht selten werden bis zu 50 000 Tiere in einem Stall gehalten und in knapp 40 Tagen zum schlacht­reifen Tier aufgezogen. Im Supermarkt trägt solches Fleisch das Logo „Haltungs­form Stufe 2“ (Diese Siegel sollen beim Kauf von Fleisch helfen). Wir haben geprüft, welche Tierhaltung die 13 Anbieter der Keulen von ihren Lieferanten fordern. Und ob in Schlacht­höfen immer noch Arbeiter aus Subunternehmen angeheuert werden. Seit 1.1.2021 ist das gesetzlich verboten. Wie die Branche damit umgeht, haben wir auch in einem Interview mit einem Gewerk­schafter hinterfragt.

Von Aldi bis Wiesenhof über­prüft

Insgesamt über­prüften wir 30 Mast- und Schlacht­betriebe – einige vor Ort, einige aufgrund der Pandemie per Video-Schalte. Alle Anbieter – von Aldi bis Wiesenhof – machten mit. Die Noten für das Unter­nehmens­engagement reichen von Gut bis Ausreichend. Ein Anbieter erzielte im Tier­wohl die Note Sehr gut, die Mehr­zahl aber war davon weit entfernt. Der Test zeigt klar: Händler und Land­wirte können das Leben der Tiere noch stärker verbessern. Verbraucher können das aktiv unterstützen, indem sie Fleisch aus anspruchs­vollen Tier­wohl­programmen kaufen.

Artgerechte Haltung. Sie umfasst Zugang zu Frisch­luft und genügend Beschäftigungs­möglich­keiten. Stufe 3 (links) und 4 (rechts) erfüllen das.

Haltungs­formen bei Geflügel­fleisch

Stufe 1. Erfüllt den gesetzlichen Mindest­stan­dard. Die Besatz­dichte im Stall darf bis zu 39 Kilogramm pro Quadrat­meter betragen. Viele Händler haben diese Stufe hinter sich gelassen und bieten nur noch Geflügel­fleisch an, das mindestens Kriterien der Stufe 2 erfüllt. Sie war deshalb im Test nicht vertreten.

Stufe 2. Die Besatz­dichte darf 35 Kilo pro Quadrat­meter nicht über­schrei­ten, das sind zirka 17 bis 23 Tiere. Ein Teil wird vorzeitig geschlachtet, um Platz zu schaffen. Unsere Bewertung: Tier­wohl ausreichend.

Stufe 3. Sie bietet Zugang zu Frisch­luft. Mit Wintergarten, auch Kalt­scharr­raum genannt, sind 29 Kilo auf den Quadrat­meter erlaubt. Genver­ändertes Futter ist tabu. Unsere Bewertung: Tier­wohl befriedi­gend.

Stufe 4. Entspricht Bio. Es gibt ein Freigelände und Unter­schlupf-Mög­lich­keiten, im Stall Einstreu wie Stroh oder Sand. Auf den Quadrat­meter kommen maximal 21 Kilo. Unsere Bewertung: Tier­wohl gut bis sehr gut.

Nutzer­kommentare, die vor dem 24. März 2021 gepostet wurden, beziehen sich auf eine frühere Unter­suchung zum Thema Hähn­chen­fleisch.

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