FFP2-Masken im Test - 3M schützt am besten

FFP2-Masken. Sie sollen Staub, Rauch und auch Viren abhalten.

Die Stiftung Warentest hat FFP2-Masken untersucht. Die Filter­wirkung war bei allen hoch. Manche ließen aber Aerosole durch. Andere Masken beein­trächtigen das Atmen stark.

Was können FFP2-Masken leisten?

Anders als eine Mund-Nasen-Bedeckung aus Stoff sind FFP2-Masken nicht nur auf den Fremd-, sondern auch auf den Eigen­schutz des Trägers oder der Trägerin ausgerichtet. Atem­schutz­masken sollen vor Staub und Rauch, aber auch vor Aerosol­partikeln schützen. Beim Atmen ausgestoßene Aerosole sind ein Gemisch aus Luft und winzigen schwebenden Tröpf­chen in der Größe von Corona-Viren und etwas größer. Ein Mensch stößt beim Atmen etwa 100 solcher Partikel pro Sekunde aus, beim Sprechen 200 und beim Niesen etwa 20 000. Falls jemand mit Sars CoV-2 infiziert ist, können Viren in solchen Partikel enthalten sein.

FFP-Masken

Die eng­lische Abkür­zung FFP steht für „filtering face piece“. Da FFP-Masken nur Mund und Nase umschließen und je nach Ausführung vor dem Einatmen von Partikeln und wäss­rigen oder öligen Aerosolen schützen sollen, spricht man im Deutschen auch von partikelfiltrierenden Halb­masken. Sie bestehen aus mehreren Lagen mit einem Filtervlies, haben Gummi­bänder und einen form­baren Bügel, der eine optimale Anpassung an die Nase ermöglichen soll (FFP-Masken: Worauf achten, wie lange nutzen).

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Wie gut ist die Filter­wirkung der FFP2-Masken im Test?

Im Test mussten zehn FFP2-Masken zeigen, wie dicht sie gegen­über Aerosol­partikeln sind. Für die Unter­suchung wählte die Stiftung Warentest Produkte unter anderem von Drogerien, Baumärkten, Onlinehänd­lern und Apotheken aus. Um zu prüfen, wie gut die Masken wäss­rige Aerosol­partikel filtern, spannten die Prüfer sie auf einen Halter, durch den Partikel strömen, und bestimmten, wie viele der winzigen Teilchen durch das Filtermaterial dringen. Auf die Filter­wirkung war bei den von uns geprüften Modellen Verlass: Alle hielten rund 99 Prozent der Aerosol­partikel zurück, manche auch mehr.

Der Masken-Test im Video

Das Video zeigt, wie die Stiftung Warentest Filter­wirkung und Pass­form der FFP2-Masken getestet hat und gibt Tipps zum richtigen Tragen der Maske.

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Warum kommt es auch auf die Pass­form an?

Ein gut filterndes Modell nützt wenig, wenn es nicht dicht am Gesicht anliegt. Eine schlechte Pass­form kann die Schutz­wirkung deutlich mindern. Für Atem­schutz­masken gibt es keine stan­dardisierten Größen. Umso wichtiger ist es, dass ein Modell möglichst vielen Menschen passt, egal ob große oder kleine Nase, rundes oder schmales Gesicht.

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Wie hat die Stiftung Warentest den Sitz der Atem­schutz­masken getestet?

Pass­form. Frauen und Männer unter anderem von einer Berufs­feuerwehr halfen uns, die Pass­form der Masken zu prüfen. Jedes Modell wurde von zehn der Probanden getragen. Unsere Experten achteten darauf, dass in jeder Probandengruppe unterschiedliche Gesichts­typen vertreten waren, und dass bei jedem die Maske richtig saß.

EU-Norm. So ausgerüstet musste jeder Proband in eine mit wäss­rigen – ungefähr­lichen – Aerosolen angereicherte Prüfkammer und darin alltags­typische Bewegungen ausführen: auf einem Laufband gehen, dabei sprechen, nicken, den Kopf drehen. Mit Hilfe von dünnen Schläuchen wurde dabei die vom Probanden ausgeatmete Luft zu einem Mess­gerät geleitet und gemessen, wie viel des Prüfaerosols sich darin befand. Je besser die Maske etwa an den Rändern saß, desto weniger des Prüfaerosols befand sich in der ausgeatmeten Luft. FFP2-zertifizierte Masken müssen bei acht von zehn Prüf­personen so dicht halten, dass sie jeweils nicht mehr als 8 Prozent der Aerosole durch­lassen. Das fordert die Norm.

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Wodurch zeichnet sich der Testsieger aus?

FFP2-Masken im Test - 3M schützt am besten

3M. Die Maske über­zeugte als einzige bei allen Prüfungen.

Die Testsieger-Maske 3M Aura 9320+ bietet einen hohen Atem­komfort und sitzt zudem noch gut: Sie passte allen zehn Prüf­personen. Alle anderen auf ihre Pass­form geprüften Modelle erfüllen die Norm dagegen nicht. So ließ etwa die Lux-Maske von Obi bei fünf der zehn Prüf­personen zu viele Partikel durch, die Xique sogar bei sechs. Diese Masken empfiehlt die Stiftung Warentest nur einge­schränkt, da sie nur einigen Probanden passten.

Wie in solchen Fällen notwendig, informierte unser Prüf­institut die zuständige Markt­über­wachungs­behörde darüber, dass die sechs Masken die FFP2-Norm nicht in allen Punkten einhalten. Die Markt­über­wachung ist dafür zuständig, Verbrauche­rinnen und Verbraucher vor Produkten mit möglichen gesundheitlichen Risiken zu schützen. Stellen die Kontrolleure ein Risiko fest, können sie zum Beispiel einen Produktrück­ruf anordnen.

Woran erkenne ich, ob die FFP2-Maske dicht ist?

Wichtig ist für Verbrauche­rinnen und Verbraucher, den sicheren Sitz des Atem­schutzes selbst zu über­prüfen. Ein Anzeichen dafür, dass die Maske kein Leck hat: Beim Ausatmen bläht sie sich auf, beim Einatmen zieht sie sich zusammen. Weitere Fragen zur Pass­form beant­worten wir in unseren Tipps. Dort sagen wir, wie Sie den Sitz Ihrer Maske optimieren, und gehen auf praktische Probleme wie Bärte ein.

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Wie gut kann man in den Masken atmen?

Dicht sitzende Masken erschweren häufig das Atmen für Trägerinnen und Träger. Dass es anders geht, zeigte im Test die Beste der zehn geprüften: Die 3M über­zeugte sowohl mit einer guten Pass­form als auch mit einem hohen Atem­komfort – Luft holen ist mit ihr kein Problem. Auch mit Univent Medical, Medisana und Xique fällt das Atmen leicht. Allerdings gehören sie zu jenen Masken, die nicht bei allen Probanden dicht saßen.

Wie hat die Stiftung Warentest den Atem­komfort getestet?

Um den Komfort beim Ausatmen zu prüfen, spannten die Tester die Masken auf einen Prüf­kopf. Dieser ist an eine Art künst­liche Lunge ange­schlossen. Ein Sensor am Prüf­kopf misst dabei den Widerstand, der sich beim künst­lichen Ausatmen ergibt.

Bei drei Masken fällt das Atmen schwer. Die Modelle Rossmann Altapharma, Hygisun und dm Mivolis haben einen hohen Widerstand, das Atmen fällt vergleichs­weise schwer. Vor allem Menschen, die vorbelastet oder nicht mehr ganz so fit sind, bekommen durch solche Masken eher schlecht Luft. Da die Stiftung Warentest von den Modellen mit geringem Atem­komfort generell abrät, wurden sie nicht mehr auf ihre Pass­form geprüft. In der Tabelle findet sich daher bei ihnen ein „Nicht geprüft“.

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Lieber eine nicht ganz optimale FFP2-Maske als gar keine Maske?

Sitzt eine FFP2-Maske nicht optimal, schützt sie womöglich nicht besser als eine medizinische Maske oder eine Stoffmaske . Aber selbst wenn eine Maske die Aerosol­partikel eines infizierten Menschen nur zu 30 Prozent filtert und die Maske eines gesunden Menschen ebenfalls nur 30 Prozent filtert, ergibt sich eine Gesamt­abmil­derung der Aerosole (und damit der potenziellen Virenlast) von etwa 50 Prozent – und das ist besser als nichts. Erstrebens­wert ist jedoch eine Maske, die an die 100 Prozent dicht hält. Wenn die aktuell getragene Maske nicht sitzt, sollten Sie daher beim nächsten Mal zu einer anderen greifen.

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Waren Schad­stoffe ein Problem?

Nein. Die Tester analysierten verschiedene Teile der Masken auf mögliche Schad­stoffe, unter anderem auf Weichmacher, PAK (poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe), Form­aldehyd und Nickel. Erfreulicher­weise gab es bei keinem der Modelle etwas zu bean­standen.

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Testfazit: Nur 3M über­zeugt auf ganzer Linie

Als einzige Atem­schutz­maske im Test erfüllt die FFP2-Maske von 3M ohne Einschränkung unsere wichtigsten Test­kriterien: Sie sitzt gut, ist dicht und ermöglicht komfort­ables Atmen. Sechs Masken sind nur einge­schränkt empfehlens­wert – um einen best­möglichen Schutz zu gewähr­leisten müssen Nutze­rinnen und Nutzer bei ihnen unbe­dingt auf einen korrekten Sitz achten (Tipps: So sitzt Ihre Maske besser). Passt die Maske nicht, kaufen sie besser ein anderes Modell. Die Masken von Altapharma, Hygisun und Mivolis stufen die Experten der Stiftung Warentest als wenig geeignet ein. Sie behindern zu sehr beim Atmen.

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Dieses Thema haben ist im Dezember 2020 erschienen. Wir haben es am 24. Februar 2021 voll­ständig über­arbeitet und aktuelle Test­ergeb­nisse ergänzt. Zuvor gepostete Nutzer­kommentare beziehen sich auf eine frühere Fassung.

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