Gesetzliche Unfall­versicherung: Corona als Arbeits­unfall oder Berufs­krankheit

Gesetzliche Unfall­versicherung - Corona als Arbeits­unfall oder Berufs­krankheit

Covid-19 trotz Maske? Corona kann ein Arbeits­unfall und sogar eine Berufs­krankheit sein.

Eine Covid-19-Infektion bei der Arbeit kann ein Fall für die gesetzliche Unfallversicherung sein – aber nur unter bestimmten Voraus­setzungen. test.de informiert.

Ein Fall für die gesetzliche Unfall­versicherung?

Wer sich im Job mit dem Coronavirus ansteckt, kann sich das unter Umständen als Arbeits­unfall oder als Berufs­krankheit anerkennen lassen. Die gesetzliche Unfall­versicherung stellt aber hohe Hürden – speziell für die Anerkennung von Corona als Berufskrankheit.

Corona während der versicherten Tätig­keit

Um eine Corona-Erkrankung als Versicherungs­fall der gesetzlichen Unfall­versicherung anerkennen zu lassen, ist es wichtig, dass die Infektion nach­weislich während der versicherten Tätig­keit erfolgte. Das heißt also beispiels­weise während der Arbeits­zeit. Auch Schul­kinder oder Studierende sind beim Universitäts- oder Schul­besuch versichert.

Anerkennung als Berufs­krankheit

Die Anerkennung von Covid-19 als Berufs­krankheit ist nur in ganz bestimmten Berufs­gruppen möglich. Das gilt für Personen, die im Gesund­heits­dienst arbeiten, wie Apotheke­rinnen, Ärzte oder Pflegefach­kräfte, aber auch für Menschen, die in der Wohl­fahrts­pflege wie der Kinder-, Jugend- und Familien­hilfe tätig sind. Auch Personen, die in einem Labor arbeiten oder in Berufen, in denen sie einer ähnlich hohen Infektions­gefahr ausgesetzt sind, gehören dazu.

Anerkennung als Arbeits­unfall

Etwas einfacher ist die Anerkennung einer Corona-Infektion als Arbeits­unfall. Das geht grund­sätzlich in jedem Beruf. Die Anste­ckung muss allerdings nach­weislich auf den intensiven Kontakt mit einer infizierten Person zurück­zuführen sein. „Intensiver Kontakt“ mit der infizierten Person heißt eine Dauer von mindestens 15 Minuten mit einem räumlichen Abstand von weniger als 1,5 bis 2 Metern. Darüber hinaus kann Corona nur im Einzel­fall als Arbeits­unfall anerkannt werden. Die Berufs­genossenschaft prüft übrigens auch, ob sich der Versicherte nicht auch in seiner Frei­zeit angesteckt haben könnte, etwa in der eigenen Familie.

Tipp: Alles, was Sie übers Arbeiten in der Corona-Pandemie wissen sollten, finden Sie in unserem Special Corona und Job. In welchen Fällen die Unfall­kasse noch zahlt, steht in unserem Special Arbeitsunfall.

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