FFP2-Masken im Test

Corona-Masken: Drei Masken­typen im Vergleich

FFP2-Masken im Test - Vier können wir rundum empfehlen
Mund- und Nasen­schutz. Bunt und stylisch oder klinisch weiß, Stoff­maske, einfache medizi­nische Vlies-Maske oder FFP-Maske? Was als sicher gilt und was nicht. © shutterstock

Die FFP2-Maske hat sich als die beste Masken­art heraus­gestellt, um Menschen vor dem Coronavirus zu schützen. Einfache Stoff­masken gelten inzwischen nicht mehr als sicher. In einigen Situationen sind wieder OP-Masken zugelassen. Die Gesund­heits­expertinnen und -experten der Stiftung Warentest geben einen Über­blick über den aktuellen Erkennt­nisstand zu Funk­tions­weise und Schutz­wirkung der drei Grund­typen von Masken.

FFP2-Masken im Test Testergebnisse für 20 Atem­schutz­masken 2021

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FFP-Masken: Worauf achten, wie lange nutzen

FFP2-Masken im Test - Vier können wir rundum empfehlen
Dichtes Gewebe. Erhältlich in Apotheken, Drogerien, Supermärkten, Baumärkten und online. © Stiftung Warentest / Ralph Kaiser

FFP-Masken bestehen aus mehreren Lagen, in der Mitte befinden sich zwei bis drei Lagen eines Filtervlieses, das eine elektrostatische Ladung hat. Diese Ladung soll feinste Aerosole fest­halten. Die Masken dienen normaler­weise dem Arbeits­schutz und sollen den Träger etwa vor Aerosolen, Staub und Rauch schützen. Aber in der Corona-Krise sind FFP-Masken zum Alltags­begleiter geworden. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua) stellt eine „dicht sitzende FFP2-Maske einen geeigneten Schutz vor infektiösen Aerosolen, einschließ­lich Viren dar“.

Schutz­wirkung bestätigt

FFP-Masken sollen die Trägerin, den Träger zuver­lässig schützen: Masken der Klasse FFP2 müssen mindestens 94 Prozent der Aerosole der einge­atmeten Luft heraus­filtern, die der Klasse FFP3 sogar 99 Prozent. Die sehr dichten FFP3-Typen erschweren aber das Atmen deutlich. Sie sind eher bei direktem Kontakt mit Covid-Patienten zu empfehlen.

Wichtig: Die Masken müssen dicht am Gesicht anliegen, um gut zu filtern. Die Sauer­stoff­versorgung bleibt dabei gewähr­leistet – auch wenn manchen Menschen das Atmen mit FFP-Masken etwas schwer fällt. Siehe dazu auch unseren Test von FFP-2-Masken sowie die Tipps.

Zertifizierte Masken erkennen

Achten Sie beim Kauf von FFP-Masken auf bestimmte Merkmale, weil auch gefälschte Modelle auf dem Markt kursieren. Masken sollten EU-Vorgaben erfüllen, wenn folgende Angaben zu finden sind: CE-Zeichen mit vierstel­liger Prüf­instituts­nummer, EU-Norm EN 149 und – auf der Verpackung – die Anbiete­radresse. Die Prüf­instituts­nummern unterscheiden sich nach Herstel­lerland. Eine Über­sicht über benannte Stellen, die Atem­schutz­produkte in der EU über­wachen, steht in der Nando-Datenbank der Europäische Kommis­sion.

In Deutsch­land gibt es aktuell diese Prüf­stellen:

  • Dekra (Prüf­nummer 0158),
  • Deutsche Gesetzliche Unfall­versicherung (IFA) (Prüf­nummer 0121),
  • Prüf- und Zertifizierungs­stelle Fach­bereich Rohstoffe und Chemische Industrie der Deutschen Gesetzlichen Unfall­versicherung (Prüf­nummer 0418).
  • Tüv Nord (Prüf­nummer 0044)
  • Tüv Rhein­land (Prüf­nummer 0197)
  • itf Rosenheim (Prüf­nummer 0757)

Was die Aufdrucke KN95 und N95 bedeuten

Im Handel finden sich auch noch Modelle ohne CE-Zeichen, die aber europäischen Stan­dards in etwa entsprechen: Das sind vor allem Masken mit dem Stan­dard KN95 aus China. Der Stan­dard N95 stammt aus den USA und Kanada. Diese Masken wurden vorrangig zu Beginn der Pandemie – als Masken in Europa knapp waren – einge­führt und werden noch abver­kauft.

Masken mit einfachen Ventilen schützen nicht zuver­lässig

Masken mit einem einfachen Ventil schützen das Gegen­über nur begrenzt, so das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte BfArM. Ausgeatmete Aerosole würden nicht durch das Filtermaterial abge­fangen, sondern lediglich in gewissem Umfang durch das Ventil gebremst und verwirbelt. Diese Masken­varianten sind ursprüng­lich vor allem dafür gedacht, Arbeiter und Arbeite­rinnen vor Luft­partikeln wie Staub zu schützen. Das Robert-Koch-Insitut RKI erwähnt, dass auch spezielle Masken mit Ausatemventil auf dem Markt seien, die mit einem Vlies unterlegt sind. Wenn diese nach der Norm für medizi­nische Gesichts­masken Din EN 14683 zertifiziert seien, sollen sie auch Fremd­schutz bieten.

Was die Kürzel „NR“ und „R“ bedeuten

Beide Kürzel beziehen sich auf den Einsatz von FFP-Masken bei der Arbeit. Das Kürzel „NR“ steht für non reusable, auf Deutsch: nicht wieder verwend­bar. Laut Norm sind die Masken dann nur für den Einsatz in einer Arbeits­schicht zugelassen. Masken mit dem Kürzel „R“ für reusable, also wieder­verwend­bar, hingegen dürfen in mehreren Schichten hinter­einander wieder­verwertet werden.

Empfohlene Trage­zeit im Job

Die Deutsche Gesetzliche Unfall­versicherung (DGUV) empfiehlt denjenigen, die im Beruf FFP-Masken nutzen müssen, die Trage­zeit zeitlich zu begrenzen. Vor der Pandemie galt: Eine FFP-2-Maske ohne Ausatem-Ventil soll maximal 75 Minuten durch­gehend getragen werden und danach mindestens 30 Minuten lang nicht mehr. Inzwischen kann die Tragedauer bei leichter körperlicher Arbeit auf über 100 Minuten verlängert werden, so die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Wenn Arbeit­geber verbindliche Trage- und Erholungs­zeiten fest­legen wollen, müssen sie situations- und personenbezogene Faktoren berück­sichtigen.

Keimrisiko durch Mehr­fachnut­zung im Alltag

Im Pandemie-Alltag tragen die meisten Menschen die vergleichs­weise teuren FFP-Masken mehr­fach, oft auch an aufeinander­folgenden Tagen. Doch bei einer Coronainfektion von Trägerin oder Träger könnten Viren auf dem Maskenmaterial mehrere Tage infektiös sein. Hinzu kommt, dass nach jedem Tragen Keime aus Nase, Rachen und Haut auf der Maske verbleiben.

Lassen sich FFP-Masken aufbereiten?

Die Fachhochschule Münster und die West­fälische Wilhelms-Universität haben in Koope­ration mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte untersucht, wie sich benutzte FFP-Masken für den privaten Gebrauch aufbereiten lassen. Folgende Schluss­folgerungen lassen sich aus den durch­geführten Versuchen ableiten:

Sieben Masken für sieben Tage. Kaufen Sie sich sieben Masken und tragen Sie jeweils eine pro Tag. Hängen Sie jede Maske am Ende des Trage­tags für sieben Tage an einen Haken oder auf eine Leine. Dort kann die Maske trocknen, mögliche Viren auf dem Material werden im Laufe dieser Zeit inaktiv. Danach können Sie die Maske wieder tragen. Dieser Zyklus lässt sich bis zu fünf­mal wieder­holen. Die Maske danach im Hausmüll entsorgen.

Im Kochbeutel abkochen. Legen Sie die getragene, trockene Maske in einen hitze­beständigen Gefrier- oder Kochbeutel. Luft raus­streichen, den Beutel mit einem Clip, Draht oder Zipper verschließen. Einen Topf etwa 3 cm hoch mit Wasser befüllen, auf den Herd stellen und das Wasser aufkochen lassen. Den Beutel ins kochende Wasser geben, Topf mit Deckel verschließen. Nach zehn Minuten den Beutel vorsichtig mit einem großen Löffel aus dem Kochtopf nehmen, in einem Durch­schlag abgießen – Achtung: Verbrühungs­gefahr. Die Maske aus dem Beutel nehmen. Und maximal dreimal auf diese Art behandeln.

Bei 80 Grad in den Ofen. Trockene Hitze von 80 Grad kann Sars-CoV-2 laut Fach­hoch­schule Münster inner­halb von 60 Minuten voll­ständig inaktivieren und andere Keime deutlich reduzieren. Dafür ein Ofengitter außer­halb des Ofens mit Back­papier belegen. Den Back­ofen auf 80 Grad Celsius Ober-Unter­hitze einstellen und vorheizen. Wenn 80 Grad erreicht sind, den Rost mit Maske und Thermo­meter für 60 Minuten in den Ofen schieben. Die Ofentür zwischen­durch nicht öffnen. Die Maske sollte nicht mehr als fünf­mal auf diese Weise aufbereitet werden. Die Filter­leistung der Maske bleibe bei dem Prozedere erhalten, allerdings könnten die Haltebänder an Zugkraft verlieren.

Wichtig: Legen Sie ein Braten- oder Back­ofen­thermo­meter mit auf den Rost und kontrollieren Sie die Hitze während der Aufbereitung, weil die Temperatur­anzeigen des Back­ofens nicht immer zuver­lässig sind (siehe Backöfen im Test). Temperaturen über 105 Grad Celsius können die Filter­leistung beein­trächtigen und das Material schädigen. Das Verfahren ist nicht geeignet für FFP-2-Masken mit Ventil sowie form­stabile Körb­chenmodelle.

Was nicht funk­tioniert. Bereiten Sie FFP2-Masken nicht in der Mikrowelle, der Wasch- oder Spül­maschine oder mit UV-Licht auf. Während UV-Licht normaler­weise nur an der Oberfläche wirkt, können mecha­nische Belastungen sowie Wasch- oder Spül­maschinen­mittel die Masken beschädigen und die Filter­wirkung herab­setzen.

In der Mikrowelle werden keine gleich­mäßigen Temperaturen erreicht, sodass die Temperatur an einigen Stellen der Maske zu nied­rig und damit unwirk­sam und an anderen Stellen zu hoch sein kann, was die Maske wiederum beschädigen kann.

Auch das direkte Auskochen in Wasser oder eine Behand­lung mit Wasser­dampf kann das Material schädigen. Ebenso wenig zu empfehlen: eine Benet­zung mit Alkohol. Er könnte die elektrostatische Ladung der Maske verringern. Das gilt auch für eine Behand­lung mit Spül­mittel.

In Eigen­ver­antwortung aufbereiten. Die Bundes­anstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua) weist darauf hin, dass die private Wieder­aufbereitung und Wieder­verwendung von FFP-Masken dem bestimmungs­gemäßen Gebrauch wider­spreche. Verbraucher trügen dafür selbst die Verantwortung. Und nach derzeitiger Einschät­zung entfalle die Haftung durch den Hersteller.

Mehr zum Thema in unserem FAQ Corona – Gesundheit, Schutzmaßnahmen.

Medizi­nische Masken: Günstig und lange bekannt

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Luftig-leicht. In Supermärkten, Drogerien, Apotheken zu haben. © shutterstock

Medizi­nische Masken, auch OP-Masken genannt, bestehen aus mehreren, sehr dünnen Kunst­stoff­schichten. Einge­bettet zwischen zwei Schichten liegt ein Filtervlies. Durch die recht­eckige Form mit Faltenwurf können sich die Masken dem Gesicht gut anpassen. Die Außenseite ist oft farbig, die Innenseite weiß. Ärztinnen, Ärzte und Pfle­gekräfte trugen solche Masken schon lange vor Corona, zum Beispiel während Operationen. Die Masken sind preis­wert.

Fremd­schutz und ein gewisser Eigen­schutz

OP-Masken schützen vor allem das Gegen­über vor möglicher­weise infektiösen Tröpf­chen. In Kliniken zum Beispiel werden sie normaler­weise einge­setzt, damit Tröpf­chen aus der Atem­luft eines Arztes nicht in offene Wunden eines Patienten gelangen. Diese Masken bieten also vor allem Fremd­schutz, laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Bfarm aber auch „einen gewissen Eigen­schutz“. Allerdings könne wegen Form und Sitz der meisten medizi­nischen Gesichts­masken ein Teil der Atem­luft an den Rändern vorbeiströmen. Es sei dann möglich, dass durch einen Leck­strom beim Einatmen ungefilterte Luft angesogen werde. „Daher bieten medizi­nische Gesichts­masken dem Träger in der Regel weniger Schutz gegen­über erregerhaltigen Aerosolen als partikelfiltrierende Halb­masken“, so das Bfarm.

Wichtig: OP-Masken sollten mit den Rändern möglichst dicht am Gesicht sitzen. Zu lange Ohrsch­laufen lassen sich anpassen, indem Sie die Schlaufen einmal über Kreuz drehen. Wechseln Sie die Maske, sobald sie durch­feuchtet ist. Nutzen Sie jeden Tag eine neue und entsorgen Sie getragene Masken im Restmüll.

Nur mit CE-Zeichen eine echte medizi­nische Maske

Für die medizi­nischen Masken gelten klar definierte Filter­eigenschaften. Wenn sie die Anforderungen der europäischen Norm EN 14683 für medizi­nische Gesichts­masken erfüllen, dürfen sie als Medizin­produkte in den Handel gebracht werden. Hersteller garan­tieren mit dem CE-Zeichen, dass die Masken den europäischen Sicher­heits­vorgaben entsprechen. Es gibt auch vergleich­bar gestaltete Produkte ohne CE-Zeichen. Auf den Verpackungen steht zum Beispiel der Hinweis „kein medizi­nischer Mund­schutz“ oder „Staub­schutz“. Bei diesen Masken ist nicht nachgewiesen, dass sie die Anforderungen erfüllen – ihre Wirk­samkeit ist also nicht garan­tiert.

Stoff­masken und Visiere

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Individuell. Textilmasken – egal ob selbst genähte oder gekaufte – dürfen laut aktueller Beschluss­lage nicht mehr zum Einkaufen oder für die Fahrt in öffent­lichen Verkehrs­mitteln getragen werden. © shutterstock

Bunter Markt, keine Vorgaben: Baumwolle, Seide, Kunst­faser – Stoff­masken kommen in den unterschiedlichsten Materialien, Schnitten und Mustern daher. Sie waren im ersten Drei­viertel­jahr der Pandemie weit verbreitet, jetzt sind sie beim Einkaufen und in öffent­lichen Verkehrs­mitteln nicht mehr erlaubt. Wissenschaftlich fundierte Studien zum Nutzen der Stoff­masken liegen bislang nicht vor, auch keine gesetzliche Norm zu Filter­eigenschaften. Laut Bundes­institut für Arznei­mittel und Medizin­produkte handelt es sich um Kleidungs­stücke, weshalb diese Masken nicht gekenn­zeichnet sein müssen.

Wenn über­haupt, dann mehrere Lagen

Wenn Sie beispiels­weise in bestimmten privaten Situationen sicher­heits­halber eine Stoff­maske tragen möchten, dann sollten Sie ein Modell aus mehreren Lagen wählen. Eine Lage sollte dicht gewebt sein oder etwa aus Vlies bestehen.

Tipp: Achten Sie auf guten Sitz. Die Masken sollten seitlich möglichst dicht abschließen, beim Atmen aber nicht stören. Benutzte Exemplare unterwegs im Beutel lagern, dann bei mindestens 60 Grad waschen.

Visiere sind keine Alternative

Das Tragen von Visieren stellt nach Einschät­zung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte keine Alternative zu Masken dar. Visiere könnten in der Regel maximal die Tröpf­chen auffangen, die direkt auf die Scheibe treffen. Sie dienen dem Spritz­schutz und nicht dem Atem­schutz. Sie sind daher nicht vergleich­bar mit Masken, die zusätzlich noch eine Filter­wirkung haben und das Vorbeiströmen von Luft an den Seiten minimieren können.

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