Wett­bewerb Jugend testet 2021 Das sind die besten Nach­wuchs-Tests

Wett­bewerb Jugend testet 2021 - Das sind die besten Nach­wuchs-Tests
Wett­bewerb Jugend testet: Seit 1979 testen Jugend­liche eigen­ständig Produkte und Dienst­leistungen.

Digital und nach­haltig leben – da liegt bei den 750 Nach­wuchs-Tests der Fokus. Sechs über­zeugten die Jury der Stiftung Warentest besonders.

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Viele neue Test­ideen

Selbst einmal Tester sein – dazu rufen wir jedes Jahr Jugend­liche auf. Traditionell beliebte Objekte sind Kaugummi, Schokolade, Lippen­stift, Nagellack und Schulbedarf. 2021 aber ist alles anders: Ganze 32-mal entschieden sich junge Wett­bewerbs­teilnehmer, Mund-Nasen-Masken zu prüfen. Mit einem dieser Tests gewinnen Clemens und Max einen der beiden zweiten Plätze in der Kategorie Produkttests. Viele weitere der 750 einge­reichten Ideen haben Pandemie-Bezug, etwa 17 Unter­suchungen von Desinfektions­mitteln und 5 Tests von Video­konferenz-Tools fürs Home­schoo­ling.

Umwelt­themen hoch im Kurs

Auch Umwelt- und Nach­haltig­keits­themen stehen hoch im Kurs. So prüften die Nach­wuchs-Teste­rinnen und -Tester etwa Alternativen zum Plastik-Trinkhalm, nach­haltige Mens­truations­produkte und Apps für Second­hand-Kleidung. Andere knüpften sich einzelne Nach­haltig­keits­aspekte vor: Im besten Dienst­leistungs­test, dem von Online-Skate­shops, erhob Johannes unter anderem, ob die Shops nach­haltige Produkte und emissions­freien Versand anbieten. Sarah und Katharina, Siegerinnen in der Kategorie Produkttests, stellten in ihrem Geschenk­papier-Test nicht nur fest, dass sie sich eine wieder­verwend­bare Alternative wünschen – sie entwickelten sie gleich selbst.

Profi-Tester und Politik beein­druckt

So setzen die Jugend­lichen Zeichen. Unser Chef-Tester Dr. Holger Brack­emann ist beein­druckt: „Für uns ist das eine klare Motivation, die Nach­haltig­keit noch mehr bei der Testarbeit zu berück­sichtigen.“ So hat auch die Stiftung Warentest 2021 erst­mals Mehrweg-Trinkhalme und Mens­truations­tassen unter die Lupe genommen. Auch die Politik lobte die Jugend­lichen im Rahmen der Preis­verleihung: „Die Kreativität Ihrer selbst gewählten Projekte hat mich immens beein­druckt. Mit Originalität und mit Einfalls­reichtum haben Sie es geschafft, ebenso seriöse wie praktische Tests auf die Beine zu stellen“, sagte Christine Lambrecht, Bundes­ministerin der Justiz und für Verbraucher­schutz und Schirmherrin des Wett­bewerbs.

Gruß­wort der Verbraucher­schutz­ministerin Christine Lambrecht

Die besten Produkttests

1. Platz: Geschenk­papier

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Geschenk­papier im Härtetest: Mit Sarah und Katharina aus Tutt­lingen. © Edgar Zippel für Stiftung Warentest

Im Geschenk­papier-Härtetest von Sarah und Katharina aus Tutt­lingen mussten etliche Produkte einpacken: Nach nur einer Nutzung war meist Schluss mit schön. Die Schüle­rinnen prüften etwa die Reiß­festig­keit, ob Knicke sicht­bar waren, das Durch­weichen bei einem simulierten Regenschauer und wie schnell verschiedene Stifte auf den Papieren trocknen. Folge der schlechten Noten: Die beiden entwickelten eine wieder­verwend­bare, wasch­bare Geschenk­verpackung aus Stoff­resten.

2. Platz: Honig

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Honiglieb­haberinnen: Charlotte, Lara und Emilie aus Tutt­lingen. © Edgar Zippel für Stiftung Warentest

Fleißigen Honigbienen stehen Charlotte, Lara und Emilie aus Tutt­lingen in nichts nach. Der Umfang ihres Honig-Tests hat unsere Jury umge­hauen: Sie ließen Probanden Farbe, Konsistenz, Geruch, Geschmack bewerten, führten selbst physika­lische und biochemische Messungen zu Zucker­gehalt und -sorten durch und ermittelten die Pollensorten. Die Freude am Biss ins Früh­stücks­brot verging den Honiglieb­haberinnen dadurch nicht – sie vergaben viele gute Noten.

2. Platz: Mund-Nasen-Schutz

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Masken genau untersucht: Max und Clemens aus Saerbeck. © Edgar Zippel für Stiftung Warentest

Schon als Masken noch keine Pflicht waren, wurde an der Schule von Max und Clemens aus Saerbeck freiwil­lig Maske getragen. Sie fragten sich: Kommt Sauer­stoff durch, werden wir verstanden, ist das hygie­nisch? Antworten suchten sie mit Sport- und Sprech­versuchen sowie Abstrichen aus getragenen Masken. Ihr Rat: Masken häufig wechseln und Mund ausspülen nach dem Essen. Vor allem in Stoff­masken vermehrten sich Bakterien und Schimmelpilze.

Mitmachen lohnt sich!

Nach dem Wett­bewerb ist vor dem Wett­bewerb: Ab sofort ist die Registrierung für Jugend testet 2022 möglich! Hier ein paar Tipps für Euren Test:

  • Idee. Je origineller, desto besser. Aber das Ganze muss auch Hand und Fuß haben.
  • Kategorie. Wollt Ihr einen Produkttest machen oder eine Dienst­leistung testen? Beides kann spannend sein. Prüft, was sich mit Euren Möglich­keiten besser bewerk­stel­ligen lässt.
  • Struktur. Über­legt Euch: Was ist wichtig? Was ist das Ziel? Welche Methode wollt ihr anwenden?
  • Darstellung. Die Jury schätzt es, wenn der Test über­sicht­lich dargestellt, anschaulich erklärt und gut bebildert ist.
Mehr Tipps
findet Ihr unter Jugend testet!

Die besten Dienst­leistungs­tests

1. Platz: Online-Skate­shops

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Erneut auf dem ersten Platz: Skate­boarder Johannes aus Künzelsau. © Edgar Zippel für Stiftung Warentest

Die Suche nach einem Ersatz­teil für sein Skate­board wurde für Johannes aus Künzelsau zur Suche nach dem besten Online-Skate­shop: Er bewertete Website, Waren­angebot, Bestellung und Versand, stellte Kundenfreundlich­keit und -dienst auf die Probe – wir hätten es nicht besser machen können. Zwei von zehn Shops fahren bei ihm gute Noten ein, aber für Johannes ist klar: Nichts geht über den Besuch im Skate­board-Laden. Bereits 2019 belegte er mit seinem Bruder Platz 1 bei Jugend testet.

2. Platz: Online-Studien­orientierung

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Gut beraten, gut getestet: Sophia und Lucia aus Stutt­gart. © Edgar Zippel für Stiftung Warentest

Viele Studien­orientierungs­tests im Internet sollen schnell und kostenlos bei einer Frage helfen, vor der auch Sophia und Lucia aus Stutt­gart stehen: Welches Studium ist das richtige? In einem Versuch mit 23 Probanden untersuchten die Schüle­rinnen sechs Angebote. Ihr Fazit: Die Studien­orientierungs­tests können erste Hinweise geben, aber die selbst­ständige Information oder eine persönliche Beratung nicht ersetzen − dafür bleibe zu viel außen vor, etwa Berufs­wunsch, Reise- oder Karriere­chancen.

3. Platz: Konten für junge Leute

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Lotta, Luzi, Lillian, Greta und Leonie finden das beste Konto in Düssel­dorf. © Edgar Zippel für Stiftung Warentest

15 Geld­institute mit Sitz in Düssel­dorf, fünf Schüle­rinnen, eine Mission: das beste Konto für Jugend­liche finden. In persönlichen Terminen und am Telefon fragten Lotta, Luzi, Lillian, Greta und Leonie Bank­angestellte etwa zu Kosten und Formalien aus, zu Sicherheit des digitalen Bankings und Service für Schüle­rinnen und Schüler. Insgesamt holen alle Angebote gute Noten. Unterschiede fanden sich in Details, etwa bei Auslands­über­weisungen.

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