Die Verkaufs­zahlen von Luft­reinigern steigen. Ein Grund: Immer mehr Menschen leiden an Allergien. Die Apparate mit ihren Filtern versprechen, Blüten­pollen, Fein­staub, Ziga­retten­rauch und chemische Verbindungen aus der Atem­luft der Wohnung zu entfernen. Die Stiftung Warentest hat 7 Luft­reiniger getestet (Preise von 249 bis 425 Euro) – unter anderem von Philips, Rowenta, Dyson, Beurer und Soehnle. Nur zwei sind gut, viele haben Probleme in einzelnen Schad­stoff-Bereichen.

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TestLuft­reiniger im Testtest 03/2020
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[Update 25.03.2020] Filtern Luft­reiniger auch Viren?

In Zeiten von Corona fragen sich viele Verbraucher, ob Luft­reiniger auch Viren aus der Raum­luft filtern können. Antwort auf diese und viele weitere Fragen finden Sie in unseren FAQ Corona. [Ende Update]

Schad­stoffe in der Luft

Das Immun­system des modernen Menschen verträgt vieles nicht, was in seiner Atem­luft schwebt. Allen voran nehmen Allergien gegen Pollen zu, aber auch anderer Fein­staub verursacht Allergien, Asthma und andere Beschwerden. Die Schad­stoff­konzentration in Innenräumen ist oft höher als in der Außen­luft. In Wohn­räumen kommen neben dem Fein­staub von außen oft noch solche aus dem Betrieb von Kamin­öfen, dem Kochen, von Kerzen und Ziga­retten hinzu. Auch Schad­stoffe wie Form­aldehyd aus Möbeln und Bodenbelägen oder die ausdampfenden Lösungs­mittel aus Lacken und Klebstoffen, machen sich bemerk­bar. Luft­filter versprechen hier, die „mikroskopischen Partikel und All­ergene“ zu filtern oder gar Form­aldehyd „zu zerstören“.

Das bietet der Luft­filter-Test der Stiftung Warentest

Test­ergeb­nisse. Die Tabelle zeigt Bewertungen für sieben Luft­filter. Die Ergeb­nisse sind recht unterschiedlich für die verschiedenen Schad­stoffe. Fein­staub können neue Geräte zum Beispiel recht gut, Form­aldehyd oft weit schlechter. Bei manchen Modellen altern die Filter recht schnell und lassen teils dramatisch in ihrer Filter­leistung nach.

Kauf­beratung. Die Testsieger filtern Pollen und Fein­staub gut. Die besten Geräte kosten 249 und 350 Euro. Wenn Sie Luft­filter kaufen wollen, dann berück­sichtigen Sie auch die laufenden Strom­kosten, vor allem aber die Preise der Ersatz­filter. Denn die reichen von 39 bis 140 Euro pro Filterset.

Tipps und Hintergrund. Im Luft­reiniger-Test zeigte sich, dass die auf den Verpackungen angegebenen Raumgrößen nur ein grober Anhalts­punkt sind. Tendenziell sind die Quadrat­meter von den Herstel­lern recht groß­zügig angegeben. Pollen-Allergiker wollen meist eine schnelle Reduktion der Konzentration an Partikeln in der Wohnung. Das schaffen viele Geräte nur für kleine Zimmer.

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus dem Heft 3/2020.

Video: So testet die Stiftung Warentest Luft­reiniger

Luft­reiniger sollen gegen Pollen, Fein­staub und Gerüche helfen. Die Stiftung Warentest hat sieben Luft­filter getestet, unter anderem von Philips, Dyson und Beurer.

Drei Filter für die Luft

Beispiel. Aufbau eines Filter­systems.

Filter­systeme sind meist so aufgebaut: Unter dem Gehäuse fängt ein Vorfilter (1) grobe Fusseln ab. Dann erwischt ein Filter aus feinen Fasern (2) Fein­staub und Pollen. Fein­staub ist teils kleiner als ein millionstel Meter, Pollen sind bis zu ein zehn­tausendstel Meter dick, etwa wie ein Haar. Der dritte Filter (3) mit Aktivkohle bindet Gerüche und gasförmige Verbindungen wie Lösungs­mittel.

Pollen verschwanden schnell zu über 90 Prozent

Beim Test wurden Pollen satt in den Testraum geblasen. Die Testsieger saugten weit über 90 Prozent der Blüten­stäube in zehn Minuten aus der Luft. Allerdings führen manche Pollen wie die der Ambrosia-Pflanze schon bei etwa zehn Partikeln pro Kubik­meter zu allergischen Reaktionen. Wer seinen Raum so rein haben will, der muss den Filter oft weit länger betreiben.

Tipp: Alle Informationen rund um Heuschnupfen und entsprechende Medikamente und Hilfs­mittel lesen im Special Medikamente bei Heuschnupfen. Gegen Tier­haare und Staub hilft auch Staubsaugen. 106 Staubsauger mit und ohne Akku finden Sie in unserem Test Staubsauger.

Mit Ziga­retten­rauch wurde die Alterung der Filter geprüft

Der Rauch von Ziga­retten bildet ein breites Spektrum von Dreck in der Luft ab: Fein­stäube vieler Größen, Gerüche, flüchtige Kohlen­wasser­stoffe – alles drin im Kippendunst. Vier der sieben Modelle fraßen mit frischen Filtern den Ziga­retten­rauch förmlich in sich hinein. Nach dem Rauch von 100 Ziga­retten ließen jedoch einige Vliese deutlich nach. Bei einem Modell sank die Filter­leistung auf ein Fünftel. Auch andere schwächelten. Hier ist häufiger Filter­wechsel angesagt. Andere hielten weit besser durch.

Qualm­maschine. Normziga­retten aus der Tabak­forschung brennen kontrolliert ab.

Form­aldehyd bringt manchen Reiniger an seine Grenzen

Form­aldehyd ist ein Beispiel für unangenehme chemische Stoffe, die nicht in der Atem­luft sein sollten. Es ist gasförmig und unsicht­bar, außerdem kann es die Schleimhäute reizen und Krebs erzeugen. Solche flüchtigen Stoffe werden nicht durch Papiervliese gefangen, sondern durch Aktivkohlefilter. Diese Filter aus feinporigen Kohlen­stoff­teilchen gab es bei allen Test­kandidaten. Leider arbeiteten die Luft­filter in diesem Bereich mit weit schwächeren Reduktions­raten als bei Pollen und Ziga­retten­rauch. Einige Modelle im Test waren beim Prüf­punkt Form­aldehyd gar mangelhaft.

Luft­filter – wie hoch sind die laufenden Kosten?

Die Strom­kosten pro Jahr hängen von der täglichen Lauf­zeit und der jeweiligen Lüfter­stufe ab. Bei 8 Stunden Betrieb täglich auf der höchsten Stufe haben wir im Schnitt etwa 50 Euro Strom­kosten jähr­lich ermittelt. Recht unterschiedlich machen sich die Preise für Ersatz­filter im Portemonnaie bemerk­bar: Die Gebrauchs­anleitungen variieren sehr stark bei den empfohlenen Wechsel­intervallen der Filter. Mal wird ein Wechsel nach 6 Monaten empfohlen, mal nach 4320 Stunden – was bei einem täglichen Betrieb von 8 Stunden etwa 18 Monaten entspricht.

Und auch die Preise unterscheiden sich drastisch. Sie reichen von 24 Euro für einen neuen Aktivkohlefilter bis zu 140 Euro bei anderen Herstel­lern für ein Filterset aus Aktivkohle- und Partikelfilter.

Tipp: Strom­kosten lassen sich durch den Wechsel des Strom­anbieters sparen. Am einfachsten geht das mit Wechseldiensten.

Bei Schimmel oder Hausmilben gilt: An die Quellen ran

Wer mit Schimmelsporen in der Wohnung zu kämpfen hat, der sollte die feuchten Ecken austrocknen, in denen der Schimmel blüht. Hier einen Luft­filter zum Einsatz zu bringen, ist höchs­tens kurz­fristig sinn­voll. Im Gegen­satz zu Belastungen, die von außen in die Wohnung gelangen, liegt die Schimmelquelle ja in der Wohnung und kann deshalb angegangen werden. Auch Hausstaub-Allergiker werden mit einem Luft­filter nicht weit kommen. Denn auch wenn die verursachenden Eiweiße der Hausstaub-Milben aus der Luft gefischt werden: Beim Schlafen oder Liegen auf Sofa und Bett werden neue All­ergene aufgewirbelt und reizen das Immun­system.

Medikamente gegen Allegien

Aktualisiert haben wir auch die Auswertung der neuesten medizi­nischen Studien zu Heuschnupfen sowie den Mitteln, die dagegen helfen, beziehungs­weise die Symptome lindern. Auf der Themenseite zu Allergien stehen weitere Tipps und Ratschläge.

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