Kinder­wagen Test

Fürs Baby ist First Class gerade gut genug: reichlich Beinfreiheit, bequeme Lieg­epos­ition, erlesene Materialien, schickes Design. Für so viel Luxus zahlen werdende Eltern 1 000 Euro und mehr. Sicher und komfortabel fährt ihr Baby in vielen Edelkutschen trotzdem nicht. Von 14 Kombi-Kinder­wagen mit Sitz und Tragetasche ist nur einer gut. Die anderen engen Babys ein oder enthalten Schad­stoffe. Zwei schneiden sogar mangelhaft ab.

Kombi-Kinderwagen 02/2015

  • ABC-Design Turbo 6S Hauptbild ABC-Design Turbo 6S
  • Britax Go Hauptbild Britax Go
  • Bugaboo Cameleon3 Base Hauptbild Bugaboo Cameleon3 Base
  • Gesslein F6 Air+ Hauptbild Gesslein F6 Air+
  • Hartan Topline S Hauptbild Hartan Topline S
  • Hauck Malibu XL All in One Hauptbild Hauck Malibu XL All in One
  • Joolz Day Earth Hauptbild Joolz Day Earth
  • Knorr-Baby Voletto Sport Hauptbild Knorr-Baby Voletto Sport
  • Maxi-Cosi Mura 4 Plus Hauptbild Maxi-Cosi Mura 4 Plus
  • Mutsy Evo Hauptbild Mutsy Evo
  • Naturkind Terra plus Hauptbild Naturkind Terra plus
  • Peg Perego Book Pop-Up Modular Hauptbild Peg Perego Book Pop-Up Modular
  • Stokke Trailz Hauptbild Stokke Trailz
  • Teutonia BeYou V2 Hauptbild Teutonia BeYou V2
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TestKinder­wagentest 02/2015
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PAK im Bezug, Chlorparaf­fine im Griff

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Audio-Podcast: Schad­stoffe in Spielzeugen und Kinder­wagen.

Im Test vor fünf Jahren schnitten zehn Kinderwagen wegen hoher Schad­stoff­werte mangelhaft ab. Diesmal sind es zwei: Der Bezug des Joolz enthält poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe (PAK). Einer davon ist Naphtalin. Diese Substanz gelangt über die Haut in den Körper und kann vermutlich Krebs erzeugen.* Die Schie­berg­riffe des Stokke enthalten kurz­kettige Chlorparaf­fine. Sie machen Kunststoffe weich, stehen aber im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Mütter nehmen den Schad­stoff über die Haut auf und geben ihn etwa mit der Muttermilch an ihr Baby weiter. Seit 2012 verbietet die EU, diese Substanzen zu verwenden oder in Verkehr zu bringen.

Naturkind verwendet natürliche Materialien

Dass es ohne Schad­stoffe geht, beweist Naturkind. Schurwolle statt Poly­esterwatte pols­tert die Tragetasche. Eine Echt­holz­platte stützt den Rücken. Die Griffe bestehen aus Kork statt aus Kunststoff. Besser geht es nicht. Dennoch: Frei von Schad­stoffen zu sein, reicht nicht für einen guten Kinder­wagen. Die Insassen müssen darin auch komfortabel liegen und sitzen. An der kindgerechten Gestaltung scheitert Naturkind – genauso wie viele andere Modelle.

Platz­mangel verhindert Babys Schlaf

14 Stunden und länger schlummern Babys pro Tag. Im Schlaf regenerieren sie und verarbeiten Erlebtes. Aufgabe der Eltern ist es, ihnen eine angenehme Schlaf­umgebung zu schaffen – zuhause und unterwegs im Kinder­wagen. 35 mal 78 Zenti­meter Liegefläche sind optimal. Doch die meisten Tragetaschen sind deutlich enger oder kürzer oder beides. Teil­weise stehen Babys in der Breite weniger als 30 Zenti­meter zur Verfügung. Ein sechs­monatiges Kind mit Windel, Schnee­anzug, Fußsack zwängen diese Taschen regelrecht ein. Manche Aufsätze sind so kurz, dass groß­geratene Babys in ihnen schon nach vier Monaten mit den Füßen anstoßen. Die Folge: Babys finden in ihnen weniger Erholung und Schlaf, rea­gieren unruhig, vielleicht sogar über­reizt und weinen rasch.

Drei Wagen mit Liegepro­blem

Ist die Tragetasche zu klein, satteln Babys auf die Sitz­einheit um. Doch manche Sitze eignen sich erst für Kinder ab neun Monaten. Kinder lernen frühestens ab dem 7. Monat, sich aufzusetzen. Vorher fehlt ihnen die Muskulatur, sich selbst aufrecht zu halten. Erst wenn sie sich allein aufsetzen, können sie im Kinder­wagensitz fahren. Bis dahin sollen Babys flach liegen. Für die Über­gangs­zeit ist es daher wichtig, dass sich der Sitz möglichst flachlegen lässt. Nur so schlafen die Kleinen bequem und rückenschonend. Dieses Liegebedürfnis ignorieren Bugaboo, Joolz und Stokke. In den von uns getesteten Modellen dieser Anbieter sitzen Kinder stets im festen Winkel von rund 100 Grad. Eltern stehen somit vor einem Dilemma: Sollen sie den Nach­wuchs in die Tragetasche zwängen oder verfrüht hinsetzen?

Sitze sollten mitwachsen

Die Sitze sind in der Regel für Kinder zwischen sechs Monaten und drei Jahren ausgelegt. In dieser Zeit wachsen sie rund 30 Zenti­meter. Sowohl den Kleinen als auch den Größeren sollen die Sitze Sicherheit und Komfort bieten. Die Stiftung Warentest hat sie mithilfe der „Kieler Kinder“ untersucht – von Anthro­pologen entwickelte Dummys für verschiedene Alters­gruppen. Ergeb­nisse: Manche Sitze sind zu tief. Schmächtige Kinder bräuchten in ihnen sitz­verkleinernde Kissen. Für große Kinder sind anderer­seits einige Rückenlehnen zu kurz. Ihr Kopf ragt über die Lehne hinaus und ist nicht abge­stützt. Zusätzlich sollten die Fußstützen mitwachsen. Ihre Länge lässt sich nur bei wenigen Kinder­wagen einstellen. Die meisten Fußstützen sind fix. Im Extremfall sind sie so lang, dass kurze Beinchen haltlos in der Luft baumeln.

Komfort für die Eltern

Nicht nur Kinder, auch Eltern müssen mit dem Gefährt zurecht­kommen. Aufrecht gehen, reichlich Schritt­freiheit, leicht erreich­bare Körbe, einfacher Umbau und Trans­port wären hilf­reich. Doch für viele Modelle müssen sich die Erwachsenen verbiegen. Das fängt mit der Schieberhöhe an. Die meisten Schieber eignen sich nur für kleine und mittel­große Erwachsene. Menschen über 1,80 Meter laufen krumm. Nur zwei Kinder­wagen eignen sich sowohl für kleine als auch für große Eltern. Unterwegs im Auto spielen die Maße des zusammen­geklappten Wagens eine wesentli­che Rolle. Peg Perego braucht den wenigsten Platz und lässt sich oben­drein mit einem Hand­griff falten. Ganz anders Hartan, Knorr-Baby und Maxi-Cosi. Sie erfordern zusammengelegt sehr viel Platz.

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*) Korrigiert am 3. Februar 2015.

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