FAQ Kinder­wagen und Buggy Special

Was kostet ein guter Kinder­wagen? Wie groß sollte die Liegefläche sein? Ab wann darf das Kind im Buggy fahren? Sind Schad­stoffe ein Problem? Wenn es ums Wohl ihrer Kinder und die Wahl des richtigen Gefährts geht, haben Eltern viele Fragen. In unseren FAQ beant­worten wir die wichtigsten davon.

Kinder­wagenkauf

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Wie viel muss ich für einen guten Kinder­wagen ausgeben?

Es gibt güns­tige gute und teure schlechte Kinder­wagen. Hohe Preise sind keine Garantie für hohe Qualität. Wir hatten mehrere Kinder­wagen in den Tests, die um die 1 000 Euro kosten – und mangelhaft abschnitten. Für einen guten Kombi-Kinderwagen müssen Sie mit Kosten von rund 600 Euro rechnen. Einen guten Buggy gibt es neu schon für etwas über 100 Euro.

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Wie lange brauchen die Anbieter, um den Kinder­wagen zu liefern?

Auf manche Modelle warteten wir im Test bis zu 15 Wochen. Damit der Kinder­wagen recht­zeitig zur Geburt da ist, sollten Sie sich schon einige Monate im Voraus Ihr Kinder­wagen-Wunsch­modell aussuchen.

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Neue Kinder­wagen kosten viel Geld. Spricht etwas dagegen, einen gebrauchten Kinder­wagen zu kaufen?

Beim Kauf eines Kinder­wagens im Internet oder auf dem Flohmarkt kennen Sie die Vorgeschichte nicht. Hören Sie sich besser bei Bekannten um. Prüfen Sie: Gibt es Brüche? Funk­tionieren Gurt, Verriege­lungen, Schieber und Bremsen einwand­frei? Bedenken Sie: Ersatz­teile sind nur begrenzt erhältlich. Die Gebrauchs­anleitung sollte immer dabei sein.

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Was mache ich, wenn der Kinder­wagen geklaut wurde?

Die Hausrat­versicherung erstatten in der Regel keine im Hausflur oder unterwegs gestohlenen Kinder­wagen. Schließen Sie daher den Kinder­wagen immer mit einem sicheren Fahrradschloss an – im Hausflur genauso wie vor der Arzt­praxis.

Kindgerechte Gestaltung

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Welche Eigenschaften sollte ein guter Kinder­wagen haben?

Ein guter Kinder­wagen sollte dem Kind viel Platz bieten. Wählen Sie einen Wagen mit geräumiger Tragetasche. Die Rückenlehne des Sitzes sollte 50 Zenti­meter oder länger sein. Zudem sollte er verstell­bar sein: Die Sitz­einheit sollte sich flachlegen lassen. Optimal ist es, wenn der Sitz in beide Richtungen weisen kann oder der Schieber schwenk­bar ist. Vor allem kleine Kinder sollten Blick­kontakt mit den Eltern halten können. Der Schieber sollte an die Größe von Mutter und Vater anpass­bar sein, damit sie aufrecht gehen können. Mit schwenk­baren Vorderrädern lässt sich ein Kinder­wagen auch durch enge Gassen manövrieren. Praktisch sind sie auch, wenn sie sich für den Trans­port im Auto klein zusammenklappen lassen.

Tipp: Gute Modelle zeigt unser Test Kombi-Kinderwagen

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Wie groß sollte die Liegefläche sein?

Für die Beur­teilung der funk­tionellen Liegelänge berück­sichtigen wir nicht das größt­mögliche Einzel­maß, sondern die Länge, die dem Kind über eine gewisse Breite des Körpers gut nutz­bar zur Verfügung steht, ohne dass das Kind die senkrechten Begrenzungen der Wanne berührt. Wir gehen davon aus, dass das Kind die Wanne auch bei winterlichen Temperaturen gut nutzen können soll. Neben dem Maß der Körperlänge addieren wir einen Bekleidungs­zuschlag, da das Kind neben einer Kopf­bedeckung auch mit Socken oder Strumpf­hose und einem ther­misch isolierenden Schlaf- oder Fußsack oder einer Decke bedeckt ist. Sind die Platz­verhält­nisse zu gering bemessen, kann dies dazu führen, dass das Kind die Beine anzieht oder sich nicht mehr stre­cken kann und dadurch unruhiger schläft.

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Ab wann kann mein Kind vom Liegewagen in die Sitz­einheit wechseln?

Babys sollten die ersten Monate flach liegen. Erst wenn sich die Kinder allein aufsetzen, können sie in die Sitz­einheit umsteigen. Auch die Sitz­einheiten sollten sich möglichst flachlegen lassen, damit die Kinder zwischen­durch schlafen können. Zu tiefe Sitz­flächen können zu unphysiologischen Verhält­nissen bei der Beckenrand­abstüt­zung und im Kniekehlen­bereich führen. Bei dem Versuch auf einem Sitz mit einer zu großen Sitztiefe die Rückenlehne zu erreichen kann es zu Druck im Bereich der Kniekehle kommen.

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Was halten Sie von Kinder­wagen mit starrem Sitzwinkel?

Diese Kinder­wagen zwingen dem Kind eine Körperhaltung auf. Im Vergleich zu anderen Wagen mit einer annähernd ebenen Liegefläche bedeutet dies eine Einschränkung in der Bewegungs­freiheit. Ein Drehen des Kindes in eine seitliche Lieg­epos­ition ist somit ausgeschlossen.

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Warum sind mitwachsende Fußstützen wichtig?

Kinder fahren etwa ab dem 8. Monat bis zum dritten Geburts­tag in den Sitzen. In dieser Zeit wachsen sie sehr stark. Daher sollten sich die Fußstützen verstellen lassen. Leider sind sie oftmals fix. Kurze Beinchen baumeln in der Luft. Lange Beine ragen über die Fußstütze hinaus und finden keinen Halt. Neben den Fußstützen sollten sich auch die Sitztiefe als auch die Länge der Unterschenkel­auflage den anthropome­trischen Verhält­nissen (Länge der Ober- und Unterschenkel) sowie dem Bekleidungs­zustand anpassen lassen. Bei einer nicht korrekt angepassten Sitz­geometrie kann es zu Druck­stellen etwa im Bereich der Kniekehle kommen.

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Ab wann kann mein Kind im Buggy fahren?

Ein Buggy kommt infrage, sobald das Kind selbst­ständig sitzen kann. Normaler­weise ist das irgend­wann in der zweiten Hälfte des ersten Lebens­jahres der Fall. Wenn Sie bis zum ersten Geburts­tag warten, sind Sie auf der sicheren Seite: Dann sollte die Rückenmuskulatur des Kindes soweit ausgeprägt sein, dass es auch für längere Zeit aufrecht sitzen kann. Gute Modelle zeigt unser Test Buggys.

Schad­stoffe

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Immer wieder sind Kinder­wagen deutlich mit Schad­stoffen belastet. An welchen Grenz­werten orientiert sich die Stiftung Warentest?

Die Norm für Kinder­wagen legt nur für wenige Schad­stoffe Grenz­werte fest. Daher setzt die Stiftung Warentest für Materialen, die das Kind erreichen kann, die Grenz­werte für Klein­kinder­spielzeug an. Wir gehen nach dem Prinzip des vorsorgenden Gesund­heits­schutzes vor: Schad­stoff­gehalte sollten so nied­rig wie möglich sein.

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Welche Schad­stoffe haben Sie bei Ihren Tests gefunden?

Beim letzten Test von Buggys fand unser Labor im Schie­begriff des Hauck Shopper Comfortfold kurz­kettige Chlorparaf­fine. Sie machen Kunststoffe weich, stehen aber im Verdacht, Krebs zu erzeugen. In den Griffen von sechs weiteren Buggys fand das Labor mittel- und lang­kettige Chlorparaf­fine. Außerdem fanden unsere Tester im Stoff und im Regen­schutz einzelner Kombi-Kinderwagen und Buggys erhöhte Mengen des Flamm­schutz­mittels TCPP (Tris(2-chloriso­propyl)phosphat). Aufgrund der möglicher­weise krebs­erzeugenden Wirkung hat die EU den Grenz­wert für TCPP in Klein­kinder­spielzeugen auf 5 mg/kg fest­gelegt. In den Griffen mehrere Kinder­wagen fanden die Tester den Schad­stoff Naph­thalin und die Weichmacher DEHP und DINP in deutlichen Mengen.

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Was können Eltern tun, wenn der schon gekaufte Kinder­wagen schad­stoff­belastet ist?

Besorgte Eltern sollten belastete Griffe entfernen oder über­kleben und belastete Regenhauben nicht verwenden. Besitzer eines wegen Schad­stoffen als mangelhaft beur­teilten Kinder­wagens können inner­halb der Gewähr­leistung ihren Händler auffordern, den Mangel zu beheben. Die Gewähr­leistung gilt zwei Jahre ab Lieferung. Siehe auch unsere Meldung Regenhauben für Kinderwagen: Fünf Modelle im Schadstoff-Check.

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Können die Schad­stoffe aus den Bezügen ausdünsten oder ausgewaschen werden?

Leider können wir Ihnen keine detaillierte Einschät­zung dazu geben, ob PAK und Chlorparaf­fine sich aus den Materialien auswaschen lassen oder wie lange sie benötigen, um voll­ständig zu verdampfen. Generell verflüchtigen sich diese Schad­stoffe bei Raum­temperatur. Jedoch weiß ein Verbraucher nicht, wann dieser Prozess abge­schlossen ist. Auch durch Riechen lässt sich nicht fest­stellen, ob die PAK voll­ständig verdampft sind. Wir haben dies auch nicht untersucht. So ist uns auch nicht möglich abzu­schätzen, wie schnell die Schad­stoffe sich verflüchtigen. In unserem Test Kuscheltiere (test 12/2015) haben wir probeweise die Auswasch­barkeit der Schad­stoffe untersucht. Wir haben die untersuchten Plüschtiere bei 30°C gewaschen und fest­stellen müssen, dass sich die Gehalte an Chrysen und Naph­thalin (zwei PAK-Vertreter) kaum verändert haben.

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Gelten die Test­ergeb­nisse für alle Modelle eines Herstel­lers?

Die Ergeb­nisse gelten nur für die von uns getesteten Modelle. Sie lassen sich nicht auf andere Modelle des Herstel­lers über­tragen.

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