Garnelen im Test Von köstlich bis unappetitlich

Garnelen im Test - Von köstlich bis unappetitlich
© A. Plewinski

Ein Geschmack leicht nach Meer, etwas süßlich, knackig und orangerosa im Aussehen – das charakterisiert perfekte Garnelen, wenn sie zubereitet sind. Aber einige Garnelen sind von vorn­herein alles andere als perfekt. So enthalten sie zum Beispiel nennens­werte Mengen an Schad­stoffen oder haben Fehler im Geschmack. Das zeigte unser Test von 20 tiefgekühlten Garnelen­produkten. Die test-Qualitäts­urteile reichen von gut bis mangelhaft (Preise: 1,78 bis 4,40 Euro pro 100 Gramm).

Garnelen im Test Alle Testergebnisse für Tiefgekühlte Garnelen 1/2017

Inhalt
Liste der 20 getesteten Produkte
Tiefgekühlte Garnelen 1/2017 - Große, rohe Warm­wasser­garnelen
  • Aldi (Nord)/Gourmet fruits de mer King-Prawns Garnelenschwänze, roh und geschält Hauptbild
    Aldi (Nord)/Gourmet fruits de mer King-Prawns Garnelenschwänze, roh und geschält
  • Aldi Süd/Atka Riesengarnelenschwänze, roh, geschält, entdarmt Hauptbild
    Aldi Süd/Atka Riesengarnelenschwänze, roh, geschält, entdarmt
  • Alnatura/Origin Garnelen, roh & geschält, Bio Hauptbild
    Alnatura/Origin Garnelen, roh & geschält, Bio
  • Edeka/Gut & Günstig King Prawns Garnelen, roh, geschält, entdarmt Hauptbild
    Edeka/Gut & Günstig King Prawns Garnelen, roh, geschält, entdarmt
  • Escal King Prawns, roh, geschält Hauptbild
    Escal King Prawns, roh, geschält
  • Followfish Bio Garnelen roh, geschält, Bio Hauptbild
    Followfish Bio Garnelen roh, geschält, Bio
  • Netto Marken-Discount/Sea Gold Garnelenschwänze Classic, roh, geschält, entdarmt Hauptbild
    Netto Marken-Discount/Sea Gold Garnelenschwänze Classic, roh, geschält, entdarmt
  • Norma/Fjord Krone King Prawns Riesengarnelenschwänze Natur, roh, geschält, entdarmt Hauptbild
    Norma/Fjord Krone King Prawns Riesengarnelenschwänze Natur, roh, geschält, entdarmt
  • Penny/Berida King Prawns Garnelen Natur, roh, geschält, entdarmt Hauptbild
    Penny/Berida King Prawns Garnelen Natur, roh, geschält, entdarmt
  • Real/Tip King Prawns Natur, roh, geschält Hauptbild
    Real/Tip King Prawns Natur, roh, geschält
  • Three Coconut Tree Black Tiger Garnelen, roh, entdarmt Hauptbild
    Three Coconut Tree Black Tiger Garnelen, roh, entdarmt
Tiefgekühlte Garnelen 1/2017 - Große, gekochte Warm­wasser­garnelen
  • Biopolar Bio Garnelen gekocht, Bio Hauptbild
    Biopolar Bio Garnelen gekocht, Bio
  • Bofrost Meergenuss Königsgarnelen, gekocht, ohne Schale Hauptbild
    Bofrost Meergenuss Königsgarnelen, gekocht, ohne Schale
  • Costa Pacific Prawns, gekocht, geschält Hauptbild
    Costa Pacific Prawns, gekocht, geschält
  • Deutsche See Riesengarnelen, gekocht, geschält, ohne Darm Hauptbild
    Deutsche See Riesengarnelen, gekocht, geschält, ohne Darm
  • Eismann Riesengarnelen, gekocht, entdarmt, mit Schwanzsegment Hauptbild
    Eismann Riesengarnelen, gekocht, entdarmt, mit Schwanzsegment
  • Ristic Bio Organic Shrimps, gekocht, geschält, Bio Hauptbild
    Ristic Bio Organic Shrimps, gekocht, geschält, Bio
Tiefgekühlte Garnelen 1/2017 - Kleine, gekochte Garnelen
  • Costa Tiefsee Shrimps, geschält, gekocht Hauptbild
    Costa Tiefsee Shrimps, geschält, gekocht
  • Ikea Räkor Utan Skal, Eismeergarnelen ohne Schale, gekocht Hauptbild
    Ikea Räkor Utan Skal, Eismeergarnelen ohne Schale, gekocht
  • Lidl/Ocean Sea Grönland Garnelen geschält, gekocht Hauptbild
    Lidl/Ocean Sea Grönland Garnelen geschält, gekocht

Vom Luxus­gut zur Discounterware

Mit ihrem feinen Geschmack, dem orangerotem Fleisch und der gekringelten Form veredeln Garnelen fest­liche Gerichte und Häpp­chen. Längst haben die Meerestiere Einzug in die Alltags­küche gehalten – in Pasta und Salat, auf Pizza, am Spieß gegrillt oder gebraten. Noch in den Siebziger­jahren waren Garnelen seltene Luxus­lebens­mittel, heute verkaufen praktisch alle Supermärkte und Discounter die Meeresfrüchte. Mehr als 500 Gramm Garnelen verspeist jeder Bundes­bürger durch­schnitt­lich im Jahr. Meist kauft er sie tief­gefroren. 100 Gramm Tiefkühlgarnelen sind schon ab 1,78 Euro zu haben.

Riesen­garnelen, King Prawns, Shrimps ...

Wir haben vor allem große Warmgarnelen geprüft, die zum Beispiel als Riesen­garnelen, King Prawns und Black Tiger Prawns vermarktet werden (siehe Garnelen, Krabben, Shrimps & Co). Auch einige kleine Garnelen sind im Test vertreten, die etwa als „Shrimps“ im Handel sind. Insgesamt haben wir 20 Garnelen­produkte untersucht: 16 viel­verkaufte Produkte plus 4 Bioprodukte, darunter rohe und gekochte – alle­samt tief­gefroren und geschält.

Neunmal gut, einmal mangelhaft

Neunmal konnten wir das Qualitäts­urteil Gut vergeben. Einige Produkte waren aber nennens­wert mit den Schad­stoffen Perchlorat und Chlorat belastet. Beide Substanzen können die Jod-Aufnahme im Körper und damit den Stoff­wechsel der Schild­drüse hemmen. Ein Produkt war wegen eines auffälligen Gehalts an Perchlorat sogar mangelhaft. Weitere Produkte über­zeugten nicht in der sensorischen Prüfung (Geruch, Aussehen, Konsistenz und Mund­gefühl). Die Tester haben die Garnelen auch auf Rück­stände von Medikamenten und Pestiziden sowie auf Krank­heits­erreger und Keimbelastungen untersucht.

Keine Nord­seegarnelen im Test

Nord­seegarnelen sind übrigens nicht unter den geprüften Produkten, weil sie nicht zu den markt­bedeutenden Tiefkühlgarnelen zählen. Umwelt­schützer kritisieren immer wieder die ressourcen­intensive Verarbeitung dieser europäischen Garnelen. Sie werden etwa in der Nordsee gefischt und zum Pulen nach Marokko trans­portiert. Doch auch bei den Garnelen aus Asien oder Latein­amerika gibt es Probleme mit der Nach­haltig­keit, wie unser Interview mit dem Meeres­ökologen Andreas Kunzmann zeigt.

Intensive Garnelen­zucht schadet der Umwelt ...

Für steten Nach­schub an Garnelen sorgen Fischer und Zucht­betriebe – sogenannte Aquakulturen – in tropischen Ländern wie Vietnam und Indien, Honduras und Ecuador. Die Farmteiche liegen oft unmittel­bar an der Küste, wo Ebbe und Flut für einen natürlichen Wasser­austausch sorgen. Doch große Aquakulturen mit Intensiv­zucht können den Ökosystemen Schaden zufügen: Wenn für die Zucht­teiche im großem Stil die küsten­nahen Mangrovenwälder gerodet werden, gehen sie zum Beispiel als Kinder­stube für Jung­fische und als Hoch­wasser­schutz verloren.

... aber auch den Menschen

Mancher­orts werden auch Bewohner verdrängt, die seit Generationen im Küsten­gebiet fischen und Reis anbauen. Dazu kommt, dass laut Studien Aquakultur- und Verarbeitungs­betriebe längst nicht immer genug neue Jobs für die Einheimischen bieten und auch die Arbeits­rechte nicht immer wahren. Es gibt aber zunehmend Farmen, die ökologisch und sozial verantwort­lich arbeiten. Einige lassen sich mit einem Nach­haltig­keits­siegel zertifizieren, für das sie bestimmte Stan­dards einhalten müssen.

Garnelen im Test Alle Testergebnisse für Tiefgekühlte Garnelen 1/2017

So erkennen Sie Garnelen aus nach­haltiger Produktion

Zehn der Produkte im Test tragen mindestens eines dieser vier Nach­haltig­keits­siegel:

  • Bio. Es steht für eine ökologisch verantwort­liche und tiergerechte Produktion.
  • Natur­land. Das Siegel des Bioverbands geht über die Vorgaben des Biosiegels hinaus und verlangt von den Lizenznehmern explizit, soziale Stan­dards einzuhalten.
  • ASC. Das Siegel haben Wissenschaft, Wirt­schaft und Umwelt­schützer nach Vorbild des MSC entwickelt. Es gibt eine Reihe ökologische und soziale Stan­dards vor.
  • MSC. Es steht auf Garnelen aus Wild­fang und bürgt dafür, dass sie nur in bestimmten Gebieten mit ökologisch vertret­baren Methoden gefangen wurden.

Nur 87 Kilokalorien pro 100 Gramm

Garnelen sind eine gute Eiweiß­quelle. Sie bestehen zu fast 20 Prozent aus Eiweiß und nur zu 1 Prozent aus Fett – 100 Gramm enthalten daher auch nur 87 Kilokalorien. Menschen mit einem hohen Cholesterinspiegel sollten sich bei diesen Meeresfrüchten allerdings trotzdem zurück­halten: Schon 100 Gramm enthalten mit 135 Milligramm Cholesterin fast die Hälfte dessen, was die Deutsche Gesell­schaft für Ernährung pro Tag empfiehlt. Menschen ohne Cholesterin­probleme müssen sich in dieser Hinsicht aber keine Sorgen machen.

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4 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

testmail am 23.12.2016 um 12:20 Uhr
antibiotika

waren öfters in vietnam, seitdem habe ich keine garnelen mehr gegessen.
die schütten dort säckeweise antibiotika in ihre zuchten, damit die garnelen in den kleinen küstentümpeln überhaupt überleben (sie trennen ein stück vom meer ab, d.h. kleine dämme und züchten dort). ich nehme an, dass das alle machen, ist am billigsten wegen ebbe und flutbewässerung.

Nikolaus2011 am 21.12.2016 um 22:01 Uhr
Qualität ganz oben - Preis ganz unten, sagen ALDI

Beide Aldi Gruppen sind bei 'Unser Rat' nicht mal erwähnt bei beiden Garnelengruppen. Das ist ja keine Seltenheit mehr. Das Vertrauen der Verbraucher in die Marke Aldi lässt nach. Warum wird da nicht gegengesteuert? Preise stimmen ja immer noch. Um Qualität anzubieten werden scheinbar immer mehr Marken verkauft.

Profilbild Stiftung_Warentest am 21.12.2016 um 13:53 Uhr
Verfügbarkeit der getesteten Produkte

@Ex-Kd: Die Verfügbarkeit der getesteten Produkt hängt natürlich vom Warenangebot ab und von der Nachfrage.
Die Mindesthaltbarkeitsdaten der Produkte im Test reichen von April 2017 bis Mai 2018 – sie können also durchaus über längeren Zeitraum im Handel erhältlich sein. Vor unserer Testveröffentlichung haben wir die Anbieter befragt, ob sie ihre Produkte, die im Test bewertet wurden, verändert haben. Gewichtige Änderungen gab es demnach nicht. (spl)

Ex-Kd am 21.12.2016 um 10:47 Uhr
Verfügbarkeit

Sehr geehrte Stiftung Warentest,
da die Testergebnisse wahrscheinlich nur für die getesten Margen gelten, wie viele der getesteten Margen denken Sie, sind aktuell noch im Handel zu bekommen?