Förderung für Haus und Heizung Bis zu 75 000 Euro Zuschuss

Förderung für Haus und Heizung - Bis zu 75 000 Euro Zuschuss
Eigenheim. Die höchste Förderung gibt es für die energetische Sanierung eines Hauses. © picture alliance / Westend61

Für die energetische Sanierung eines Hauses gibt es groß­zügige Förderungen. Aber auch für einen Hausbau oder -kauf kann es Kredite und Zuschüsse geben. Ein Über­blick.

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Es ist Zeit, zu handeln

Mehr als ein Drittel der gesamten Energie in Deutsch­land wird in Gebäuden verbraucht – vor allem für Heizung, Kühlung und Warm­wasser. Das soll sich ändern. Bis 2045 sollen Häuser klima­neutral sein.

Um das zu erreichen, unterstützt der Staat das energiesparende Bauen und Sanieren mit der „Bundes­förderung für effiziente Gebäude (BEG)“. Die neue Regierung will die Anforderungen an die Energieeffizienz der geförderten Maßnahmen deutlich anheben. Grund genug, jetzt zu handeln.

Förderung für Haus, Heizung und Sanierung – das Wichtigste in Kürze

Neubau.
Der Staat fördert den Neubau oder den Kauf eines Neubaus mit zins­vergüns­tigten Krediten oder Zuschüssen. Voraus­setzung ist, dass der Bau besonders energieeffizient ist. Die derzeit besonders gefragte Förderung des sogenannten Effizienz­hauses 55 läuft Ende Januar 2022 aus.
Altbau.
Besonders groß­zügig gefördert wird die energetische Sanierung. Möglich sind zins­vergüns­tigte Kredite und Zuschüsse entweder für Komplett­sanierungen oder für einzelne Maßnahmen, beispiels­weise den Austausch der Heizung oder die Dämmung der Außenwände.
Steuer­förderung.
Wer ein bestehendes Haus saniert, kann alternativ zu Krediten oder Zuschüssen beim Finanz­amt einen Steuerbonus beantragen.Welche Variante sie wählen, müssen die Eigentümer entscheiden, bevor die Arbeiten losgehen. Denn während sie die Steuerermäßigung im Nach­hinein mit der Einkommensteuererklärung geltend machen können, müssen sie Fördermittel beantragen, bevor die Hand­werker anrü­cken. Bei größeren Maßnahmen ist der Steuerbonus meist weniger attraktiv als die Fördermittel.
Beraten.
Egal, ob Hausbau, Hauskauf oder Sanierung, Eigentümer sollten sich vor Beginn der Maßnahmen bei einem ­unabhängigen Experten Rat holen. Oft ist das sogar Voraus­setzung für eine Förderung. Wer ein bestehendes Haus sanieren möchte, bekommt für wenig Geld eine erste Einschät­zung bei einem Termin vor Ort mit der Energieberatung der Verbraucherzentrale.

Kredite und Zuschüsse von KfW und Bafa

Für den Bau oder Kauf eines Effizienz­hauses oder für die energetische Sanierung einer Bestands­immobilie können Haus­besitzer im Rahmen der Bundes­förderung für effiziente Gebäude (BEG) zins­vergüns­tigte Kredite oder Zuschüsse bekommen. Die Kredite vergibt die KfW über die Haus­bank, Zuschüsse vergeben je nach Programm die KfW oder das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa).

Wichtig: Die Förderung müssen Haus­besitzer stellen, bevor sie einen Liefer- und Leistungs­vertrag oder Kauf­vertrag unter­schrieben haben. Nur Planungs- und Beratungs­leistungen dürfen sie bereits vorab in Anspruch genommen haben.* Die Arbeiten müssen von Fachleuten ausgeführt werden und die Begleitung durch einen Energie-Effizienz-Experten ist meist zwingend. Nur bei der Modernisierung der Heizung ist die Beratung durch einen Energie­experten keine Voraus­setzung.

Effizienz­haus dient als Maßstab

Der Katalog der Energiesparmaß­nahmen, die von KfW und Bafa unterstützt werden, ist lang. Grund­sätzlich gilt: Je besser die Energiebilanz des Hauses nach der Sanierung ist, desto üppiger ist die Förderung. Um die Energiebilanz eines Hauses einstufen zu können, hat die KfW den sogenannten Effizienzhaus-Standard entwickelt. Er gibt an, wie hoch der Energiebedarf eines Hauses im Verhältnis zu einem vergleich­baren Neubau ist.

Der bei der BEG-Förderung Neubau höchste erreich­bare Stan­dard ist das KfW-Effizienz­haus 40, bei einer Sanierung das KfW-Effizienz­haus 55. Es verbraucht 55 Prozent der Energie eines vergleich­baren Neubaus aus dem Jahr 2009. Der nied­rigste noch förderfähige Stan­dard bei einer Sanierung ist das KfW-Effizienz­haus 100.

Energetische Sanierung wird anspruchs­voller

Die neue Koalition hat angekündigt, die energetischen Anforderungen an Häuser anzu­heben. So sollen 2025 neu einge­baute Heizungen auf der Basis von 65 Prozent erneuer­barer Energien betrieben werden müssen. Die Neubau-Stan­dards sollen an den Stan­dard KfW-Effizienz­haus 40 angeglichen werden. Bereits ab 2024 sollen bei wesentlichen Ausbauten, Umbauten und Erweiterungen von Bestands­gebäuden die auszutauschenden Teile dem Stan­dard Effizienz­haus 70 entsprechen müssen.

Es ist also davon auszugehen, dass bald Maßnahmen gesetzlicher Stan­dard sind, für die es jetzt noch Fördermittel gibt.

*Korrigiert am 12.1.2022

Diese Förderung gibt es für Hausbau und Hauskauf

Besonders beliebt bei Bauwil­ligen ist bisher das Effizienz­haus 55. Es verbraucht höchs­tens 55 Prozent der Energie eines vergleich­baren Stan­dard­hauses. Im Jahr 2020 waren von gut 90 000 geförderten Neubauten mehr als 70 000 ein Effizienz­haus 55.

Für ein Effizienz­haus 55 gibt es bis 150 000 Euro Kredit und bis 26 250 Euro Zuschuss. „Der Mehr­aufwand gegen­über einem Stan­dard­haus ist minimal“, sagt Hermann Dann­ecker vom Deutschen Energieberater-Netz­werk, „und in der Regel durch die Förderung gedeckt.“ Ob zum Beispiel die Dämm­schicht 26 Zenti­meter oder 30 Zenti­meter dick sei, spiele beim Preis am Ende kaum eine Rolle. Dafür sei man besser vor Energiepreissteigerungen geschützt.

Förderung für das Effizienz­haus 55 läuft aus

Im November 2021 verkündete das Bundes­wirt­schafts­ministerium nun das Aus für die Förderung von neu gebauten Effizienzhäusern 55. Anträge können nur noch bis Ende Januar 2022 gestellt werden.

Die vorhandenen Fördermittel sollen vor allem in der Gebäudesanierung einge­setzt werden, hieß es in der Begründung. Dort lasse sich besonders viel CO2 einsparen. Der plötzliche Förderstopp ist für viele Bauwil­lige ein Schock. „Alle, die im kommenden Früh­jahr bauen wollen, haben mit der Förderung ­gerechnet“, sagt Dann­ecker. „Für sie funk­tioniert ohne Fördermittel die Finanzierung nicht mehr.“

Für das Effizienz­haus 40 geht es weiter

Wer kann, sollte seinen Antrag jetzt so schnell wie möglich einreichen. Klappt das nicht, müssen Bauwil­lige umplanen. Entweder sie schrauben die energetischen Anforderungen an das Haus herunter und bauen ein Stan­dard­haus ohne Förderung oder aber sie nehmen noch mehr Geld in die Hand und entscheiden sich für die weiterhin geförderte Effizienz­hausklasse 40.

Neubauten: Bis 37 500 Euro Zuschuss sind drin

Förderung für Haus und Heizung - Bis zu 75 000 Euro Zuschuss
© Stiftung Warentest / René Reichelt

Für das sogenannte Effizienz­haus 40 Plus gibt es bis 150 000 Euro Förderkredit und bis 37 500 Euro Zuschuss. Dafür darf das Haus nur 40 Prozent der Energie verbrauchen, die ein Stan­dard­neubau verbraucht und muss über eine Photovoltaikanlage oder eine andere strom­erzeugende Anlage verfügen.

Zwei Fördervarianten

Wer ein Effizienz­haus 40 baut oder ein neu gebautes Effizienz­haus 40 kauft, hat die Wahl zwischen zwei Fördervarianten:

Kredit. Je nach Effizienz­hausklasse vergibt die KfW zins­vergüns­tigte Kredite bis 150 000 Euro. Nach erfolg­reichem Abschluss der Arbeiten bekommen die Kreditnehmer einen Tilgungs­zuschuss in Höhe von bis zu 25 Prozent. Sie müssen nicht den gesamten Kredit­betrag zurück­zahlen und das Darlehen ist schneller getilgt. Die Kredite vergibt die KfW aber nicht selbst. Kreditnehmer müssen sie über eine Haus­bank beantragen. Das kann sich als Hürde erweisen, denn nicht jede Bank ist bereit, einen KfW-Kredit durch­zuleiten, insbesondere, wenn es um kleinere Kreditsummen geht. Viele Banken schränken die Vergabe nach eigenen Regeln ein. So steigen viele Institute erst ab Kredit­beträgen von 25 000 Euro oder 50 000 Euro ein oder bieten Förderdarlehen nur kombiniert mit einem eigenen Kredit an.

Zuschuss. Statt eines Kredits können Antrag­stellende direkt bei der KfW einen Investitions­zuschuss beantragen. Der Investitions­zuschuss ist genauso hoch wie der Tilgungs­zuschuss in der jeweiligen Effizienz­hausklasse, also höchs­tens 37 500 Euro.

Kredit oder Zuschuss

Welche Fördervariante die bessere ist, hängt vom Einzel­fall ab. Wer sich für den Zuschuss statt für den Kredit entscheidet, muss nicht nach einer Bank suchen, die den Kredit vermittelt. Dafür sind die Kredite der KfW in der Regel güns­tiger als ein herkömm­licher Bank­kredit.

Achtung. Die Zins­bindung bei KfW-Krediten beträgt höchs­tens zehn Jahre, danach gelten markt­übliche Konditionen. Sind die Zinsen dann deutlich höher als heute, verteuert sich der Kredit. Das Risiko ist jedoch begrenzt. Dank der Tilgungs­zuschüsse ist der Förderkredit nach zehn Jahren meist zu großen Teilen bereits getilgt.

Zuschuss für Energieberatung

Zu den genannten Summen gibt es zusätzlich bis 10 000 Euro Kredit oder bis 5 000 Euro Zuschuss für die Begleitung des Baus durch einen Experten oder für die Nach­haltig­keits­zertifizierung des Hauses.

Die Planung und Begleitung der Bauarbeiten durch eine zugelassene Energieberaterin oder einen Energieberater ist Voraus­setzung für die Förderung eines Effizienz­hauses. Die Experten planen und berechnen die Energieeffizienz eines Hauses und bestätigen am Ende, dass die Energiesparmaß­nahmen korrekt durch­geführt worden sind. Von dem Honorar für diese Begleitung über­nimmt die KfW die Hälfte (höchs­tens 5 000 Euro).

Zusätzliche Förderung für Nach­haltig­keits­zertifizierung

Statt der Kosten für die Baubegleitung können sich Bauher­rinnen und Bauherren auch die Kosten für eine Nach­haltig­keits­zertifizierung bezu­schussen lassen. Dieses Zertifikat ist Bedingung für die Förderung eines Hauses in der neu einge­führten „Nach­haltig­keits­klasse“. Felix Jansen von der Deutschen Gesell­schaft für Nach­haltiges Bauen erläutert: „Bei der Nach­haltig­keits­zertifizierung geht es nicht nur um den Energieverbrauch, sondern um viel mehr, zum Beispiel den CO2-Fußabdruck eines Hauses.“ Für die Förderung werden spezielle Fachleute benötigt. „Wir haben ein Pool solcher Auditoren, an die sich Interes­senten wenden können.“

Antrag vor Vertrags­schluss

Ein Ärgernis für das Bauen mit Förderung ist für manch einen die komplizierte Abwick­lung. Denn der Antrag muss gestellt sein, bevor die Bauwil­ligen einen Liefer- und Leistungs­vertrag oder Kauf­vertrag unter­schrieben haben. Nur Planungs- und Beratungs­leistungen dürfen sie bereits vorab in Anspruch genommen haben.

Eine Ausnahme gibt es bei der Fördervariante Kredit. Führen Kreditnehmer vorab ein Beratungs­gespräch mit der Bank und dokumentiert diese das Beratungs­gespräch mit einem speziell dafür vorgesehenen Formular, reicht es, wenn die Kreditnehmer den Antrag bis zum Beginn der Bauarbeiten einreichen.

Ist der Bau fertig, bestätigt der Energie­experte die Durch­führung der Arbeiten auf einem speziell dafür vorgesehenen Formular. Erst danach zahlt die KfW den Tilgungs­zuschuss oder den Investitions­zuschuss aus.

Diese Förderung gibt es für energetische Sanierung

Wer ein bestehendes Gebäude energetisch sanieren möchte, kann entweder staatliche Förderung für eine Komplett­sanierung oder für einzelne Maßnahmen bekommen. Wie bei der Neubau­förderung haben Geförderte die Wahl zwischen einem Kredit und einem Zuschuss. Einziger Unterschied: Zuständig für die Vergabe der Zuschüsse für Einzel­maßnahmen ist das Bafa.

Komplett­sanierung: Diese Kredite und Zuschüsse gibt es

Das Sanieren eines Hauses zum Effizienz­haus fördert die KfW besonders groß­zügig. Wenn der Energiebedarf danach mindestens zu 55 Prozent mit erneuer­baren Energien gedeckt wird, ist ein Kredit von bis zu 150 000 Euro und ein Tilgungs­zuschuss von bis zu 75 000 Euro möglich.

Alternativ können Haus­besitzer für ihre Gebäudesanierung bis zu 75 000 Euro direkten Zuschuss bekommen. Folgen die Baumaß­nahmen dem „individuellen Sanierungs­fahr­plan“ eines Energieberaters, steigt der (Tilgungs-) Zuschuss um weitere 5 Prozent­punkte. Die Baubegleitung wird wie beim Neubau gefördert.

Einzel­maßnahmen: Diese Kredite und Zuschüsse gibt es

Für einzelne Sanierungs­maßnahmen, zum Beispiel Wärmedämmung oder Erneuerung der Fenster und Türen, beträgt der Höchst­kredit 60 000 Euro, der Tilgungs­zuschuss bis 12 000 Euro. Bei Maßnahmen zum Verbessern der Heiz­technik sind (Tilgungs-) Zuschüsse bis 30 000 Euro möglich.

Tipp: Beim Einbau einer neuen Heizung ist ein hydrau­lischer Abgleich wichtig. Mehr dazu lesen Sie in unserem Special Heizung richtig einstellen. Welche Heizung sich für wen rechnet, erklären wir in unserem großen Vergleich von Heizungssystemen – und beleuchten die Vor- und Nachteile von Gasheizung, Wärmepumpe und Pellethei­zung. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Dämm­stoffe bietet die Über­sicht Wärmedämmung: Fakten, Kosten, Wirkung.

Steuerbonus statt Kredite und Zuschüsse

Haus­eigentümer, die ein bestehendes Haus energetisch sanieren, können alternativ zu den Förderkrediten oder Zuschüssen von KfW und Bafa nach Abschluss der Arbeiten beim Finanz­amt einen Steuerbonus beantragen. Das Finanz­amt zieht dann bis zu 20 Prozent der Ausgaben für eine energetische Sanierung von seiner Steuerschuld ab, pro Wohn­einheit aber insgesamt höchs­tens 40 000 Euro.

Steuerermäßigung auf drei Jahre verteilt

Die Steuer­mäßigung gibt es über drei Jahre verteilt: In dem Jahr, in dem die Sanierung abge­schlossen wurde und im darauf­folgenden Kalender­jahr können Haussanierer jeweils bis zu 7 Prozent der Kosten geltend machen, höchs­tens jeweils 14 000 Euro. Im dritten Jahr erkennt das Finanz­amt noch bis zu 6 Prozent, höchs­tens aber 12 000 Euro an.

Steuer­abzug für Haus­besitzer – das sind die Voraus­setzungen

Den Steuerbonus gibt es nur, wenn das Haus älter als zehn Jahre ist und der Eigentümer selbst darin wohnt. Außerdem darf er für die Maßnahmen nicht bereits anderweitig Steuer­vorteile genutzt oder öffent­liche Förderung kassiert haben.

Steuer­pflichtige können beim Finanz­amt Ausgaben für fast alle Maßnahmen, die den Energieverbrauch des Hauses deutlich reduzieren, geltend machen. Abrechnen können sie etwa ihre Ausgaben, wenn sie Dach und Wände dämmen, Fenster und Türen erneuern, eine Lüftungs­anlage einbauen oder die Heizung austauschen oder optimieren.

Keine Förderung für Einbau einer reinen Gasheizung

Für die Arbeiten gelten die gleichen technischen Mindestanforderungen wie für die Fördermittel. So gibt es den Steuer­abzug nicht für den Austausch einer alten Ölhei­zung durch eine moderne Gasbrenn­wert­anlage, sondern nur für folgende Heizungs­anlagen:

  • Solarkollektor­anlagen
  • Biomasseanlagen (Verbrennung von Pellets, Hack­schnitzeln und Scheit­holz)
  • Wärmepumpen (Sole/Wasser, Wasser/Wasser oder Luft/Wasser)
  • Gas-Brenn­wert­heizungen, die auf eine Einbindung erneuer­barer Energien vorbereitet sind („Renewable Ready“)
  • Hybrid­anlagen (Gas-Brenn­wert­heizungen, die zur Heizungs­unterstüt­zung mit einem Wärmeerzeuger mit erneuer­baren Energien kombiniert sind)
  • Brenn­stoff­zellen
  • Mini-Kraft-Wärmekopp­lung
  • Anschluss an ein Wärmenetz

Steuerbonus mit geringem bürokratischem Aufwand

Die steuerliche Förderung gibt es mit geringem bürokratischem Aufwand. Damit das Finanz­amt die Kosten anerkennt, muss lediglich ein Fach­unternehmen die Sanierungs­arbeiten ausführen und bescheinigen, dass es die Arbeiten gemäß den tech­nischen Anforderungen umge­setzt hat.

Eine begleitende Energieberatung, wie sie in vielen anderen Förderprogrammen verlangt wird, ist für die Steuer­förderung keine Voraus­setzung. Ausgaben für einen Energieberater zählen aber zu den förderfähigen Kosten – und zwar nicht (wie andere Ausgaben) zu 20 Prozent, sondern sogar zu 50 Prozent.

Tipp: Bei größeren Sanierungen sind die staatlichen Fördertöpfe attraktiver als der Steuer­abzug. Für Haus­besitzer, die nur einzelne Maßnahmen durch­führen, etwa die Fenster austauschen oder Dach beziehungs­weise Wand dämmen, kann die Steuer­förderung eine unkompliziertere Alternative sein.

Glossar

Effizienz­haus.
Tech­nischer Stan­dard der KfW. Die Zahlen zeigen, wie energieeffizient ein Gebäude ist. Ein Effizienz­haus 40 darf 40 Prozent der Energie verbrauchen, die ein Stan­dard­neubau verbraucht.
Effizienz­haus 40 Plus.
Extra gut gedämmtes Haus mit intelligenter Wärme- und Lüftungs­technik und strom­erzeugender Anlage, etwa einer Photovoltaikanlage. Die Anlage wird nur mitgefördert, wenn sie nicht ins Stromnetz einspeist.
Erneuer­bare-Energien-Klasse.
Mindestens 55 Prozent des Wärme­bedarfs muss aus erneuer­baren Energien gedeckt werden.
Nach­haltig­keits­klasse.
Das Haus bekommt ein Nach­haltig­keits­zertifikat. Voraus­setzung dafür ist unter anderem der Verzicht auf Schad­stoffe und eine Ökobilanzierung.
Primär­energiebedarf.
Angabe, wie viel Energie ein Gebäude benötigt. Der Wert berück­sichtigt auch den Energie­aufwand für die Förderung, die Aufbereitung und den Trans­port der Brenn­stoffe.
Trans­missions­wärmever­lust.
Angabe, wie viel Wärme über die Gebäudehülle verloren geht.
Gebäudeenergiegesetz (GEG).
Gesetz über energetische Anforde­rungen an Häuser, ersetzt die frühere Energie­einspar­ver­ordnung. Ein Stan­dard­gebäude nach dem GEG ist die Referenz­größe für ein Effizienz­haus.

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 12.01.2022 um 16:04 Uhr
Vorhabensbeginn

@behrens_th: Danke für Ihren Hinweis. Wir haben den Satz gestrichen. Sie haben Recht, der Antrag muss gestellt sein, bevor die Bauwilligen einen Liefer- und Leistungsvertrag oder Kauf­vertrag unter­schrieben haben.

behrens_th am 09.01.2022 um 12:51 Uhr
Vorhabensbeginn

Unter "Wichtig" schreiben Sie, dass der Förderantrag vor Beginn der Bauarbeiten gestellt werden muss. Das ist nicht richtig. Der Förderantrag muss bereits vor dem Abschluss von Liefer- und Leistungsverägen abgeschlossen werden. Eine Ausnahme bildet nur eine "einseitig aufhebende Bedingung" im jeweiligen Vertrag oder das Formular zu "dokumentierten Finanzierungsgespräch", wobei letzteres nur bei der Darlehensvariante der BEG Anwendung findet.

Profilbild Stiftung_Warentest am 26.04.2021 um 15:09 Uhr
Feuerstättenschau

@RupertKosto: Bitte entschuldigen Sie die späte Antwort. Sie haben Recht. Die Feuerstättenschau soll tatsächlich idealerweise zweimal innerhalb von sieben Jahren stattfinden. So steht es auch im Schornsteinfeger-Handwerksgesetz §§ 10 und 14. (PH)

RupertKosto am 24.03.2021 um 15:01 Uhr
Feuerstättenschau

Hallo, im Heft 1/2021, Seite 80 schreiben Sie, dass "die (Feuerstättenschau) .. in der Regel alle sieben Jahre statt(findet)." Meines Wissens muss sie innerhalb von sieben Jahren zweimal stattfinden. Hat sich das geandert oder ist das von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich?
Beste Grüße

Profilbild Stiftung_Warentest am 12.03.2021 um 10:11 Uhr
Verlinkung

@StefanCux: Die Verlinkung stimmt. Um die Qualität der Suchtreffer über Suchmaschinen zu erhöhen, erhalten Onlineartikel in der Regel eindeutigere Titel als die Heftartikel. (TK)