Die staatliche KfW-Bank fördert den Bau, Kauf und die Sanierung von Häusern und Wohnungen schon seit vielen Jahren mit güns­tigen Darlehen. Doch in der aktuellen Tiefzins­phase bieten Banken Baugeld oft sogar zu einem nied­rigeren Zins­satz an. Lohnt sich da ein Förderdarlehen noch? Unser KfW-Vergleichs­rechner ermittelt, ob und wie viel Zinsen Sie bei Ihrer Finanzierung sparen, wenn Sie ein Bank­darlehen mit einem Förderkredit der KfW kombinieren.

KfW hat oft höhere Zins­sätze

Viele Banken unterbieten derzeit sogar die Zins­sätze für Förderkredite der staatlichen KfW-Bank. Die bot ihre Darlehen mit zehn Jahren Zins­bindung Ende November 2020 bestenfalls zu einem Zins­satz von 0,75 Prozent an (Überblick über KfW-Kredite). Bei Banken lagen die Topzins­sätze für Darlehen mit ebenfalls zehn Jahren Zins­bindung unter einem halben Prozent pro Jahr.

Hohe Zuschüsse fürs Energiesparen

Bei den KfW-Krediten für energieeffizientes Bauen und Sanieren ist der Zins­satz allerdings fast schon Neben­sache. Sie ­bleiben unschlagbar günstig, weil Kreditnehmer in diesen Programmen hohe Til­gungs­zuschüsse von 15 bis 40 Prozent der Kreditsumme bekommen. Diese Zuschüsse sind deutlich höher als die Zinsen, die Kreditnehmer während der Zins­bindung zahlen.

Mäßige Konditionen im Wohn­eigentums­programm

Anders ist es im KfW-Wohn­eigentums­programm für den Bau oder Kauf einer selbst genutzten Immobilie. Besondere Anforderungen an die Bauweise gibt es hier nicht – aber auch keinen Zuschuss. Zumindest auf den ersten Blick scheint der Zins­satz für die zehnjäh­rige Zins­bindung oft unattraktiv. Und anders als viele Banken lässt die KfW Sondertilgungen nur gegen Zahlung einer Vorfälligkeits­entschädigung zu.

Vorteile mit KfW-Darlehen

Kreditnehmer sollten allerdings nicht vorschnell auf ein KfW-Darlehen aus dem Wohn­eigentums­programm verzichten. Einige Banken vergeben ihre eigenen Darlehen zu güns­tigeren Konditionen, wenn sie mit einem KfW-Kredit kombiniert werden. Davon profitieren vor allem Kreditnehmer mit wenig Eigen­kapital. Sie sparen die oft happigen Zins­aufschläge, die Banken für Kredite verlangen, die 80 oder gar 90 Prozent des Kauf­preises über­steigen. Gerade bei Finanzierungen mit einer hohen Kreditquote kann es also güns­tiger sein, einen KfW-Kredit zu nutzen, obwohl dieser einen recht hohen Zins­satz aufweist.

Zins­rabatt für KfW-Darlehen

Mitunter bieten Banken KfW-Kredite im Rahmen von Sonder­aktionen mit Zins­rabatt an – güns­tiger als nach den offiziellen Angaben der Förderbank. Die KfW gibt den Banken nur Höchst­zins­sätze vor. Wenn sie auf einen Teil ihrer Marge verzichten, dürfen Sie den Förderkredit zu nied­rigeren Zinsen vergeben.

Online-Rechner zeigt Zins­ersparnis

Der erste Blick kann daher täuschen. Was wirk­lich güns­tiger ist, zeigt erst der Vergleich der Kombination aus KfW- und Bank­darlehen mit einer reinen Bank­finanzierung. Mit unserem Online­rechner können Sie selbst ermitteln, ob und in welcher Höhe Sie mit einem KfW-Kredit Zinsen sparen.

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Der KfW-Vergleichs­rechner wurde am 10. September 2020 auf eine voll­ständig neue tech­nische Basis gestellt. Zuvor gepostete Kommentare beziehen sich auf die alte (Excel-)Version des Rechners.

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