Fördermittel Geld fürs Haus und die neue Heizung

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Fördermittel - Geld fürs Haus und die neue Heizung
Eigenheim. Für Bau, Kauf oder Sanierung von Wohn­eigentum gibt es Geld vom Staat. © picture alliance / Westend61

Der Staat fördert die energetische Sanierung mit Krediten und Zuschüssen. Auch für Bau oder Hauskauf gibt es Fördermittel. Unser Rechner zeigt die aktuellen Konditionen.

Inhalt

Das Wichtigste in Kürze

Wer ein Haus oder eine Wohnung baut, kauft oder saniert, kann verschiedene Förderungen bekommen. Die höchste Förderung gibt es für das energetische Sanieren im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).

Förderung für Haus, neue Heizung und Sanierung – der Über­blick

Darlehen vergleichen. Für den Bau oder Kauf einer selbst genutzten Immobilie vergibt die KfW Kredite. Ob sich das lohnt, ermittelt unser Vergleichsrechner.

Energieeffizienz steigern. Besonders hoch gefördert wird das energiesparende Bauen und Sanieren. Für die Komplett­sanierung eines Hauses gibt es bis 45 000 Euro Tilgungs­zuschuss. Auch für einzelne Maßnahmen, beispiels­weise den Austausch der Heizung oder die Dämmung der Außenwände gibt es Zuschüsse.

Steuer­förderung mitnehmen. Wer ein bestehendes Haus saniert, kann alternativ zu Krediten oder Zuschüssen beim Finanz­amt einen Steuerbonus beantragen. Welche Variante sie wählen, müssen die Eigentümer entscheiden, bevor die Arbeiten losgehen. Bei größeren Maßnahmen ist der Steuerbonus aber meist weniger attraktiv als die Fördermittel.

Programm finden. Welches Förderprogramm für Sie infrage kommt, ermittelt unser Rechner auf dieser Seite. Er bietet einen schnellen Über­blick über Höchst­beträge, Lauf­zeiten, Zins­sätze und Tilgungs­zuschüsse der KfW-Programme rund ums Wohnen.

Das richtige Programm finden

Für den Bau oder Kauf eines Effizienz­hauses oder für die energetische Sanierung einer Bestands­immobilie können Haus­besitzer im Rahmen der Bundes­förderung für effiziente Gebäude (BEG) zins­vergüns­tigte Kredite bekommen, für die Sanierung auch Zuschüsse. Die Kredite vergibt die KfW über die Haus­bank, Zuschüsse vergibt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa).

Kredite und Tilgungs­zuschüsse der KfW

Wie hoch der Förderkredit und der Zuschuss im Einzel­fall sind, hängt von der Art der Maßnahme ab. Unser Rechner gibt einen schnellen Über­blick über Höchst­beträge, Lauf­zeiten, Zins­sätze und Tilgungs­zuschüsse der KfW-Programme rund ums Wohnen.

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Antrag recht­zeitig stellen

Die Förderung müssen Haus­besitzer beantragen, bevor sie einen Liefer- und Leistungs­vertrag oder Kauf­vertrag unter­schrieben haben. Nur Planungs- und Beratungs­leistungen dürfen sie bereits vorab in Anspruch genommen haben. Die Arbeiten müssen von Fachleuten ausgeführt werden und die Begleitung durch einen Energie-Effizienz-Experten ist meist zwingend. Nur wer seine Heizung erneuern möchte, braucht nicht zwingend eine Energieberatung.

Tipp. Lassen Sie sich vor Beginn der Maßnahmen von einem unabhängigen Experten beraten, auch wenn es nicht zwingend vorgeschrieben ist. Wer ein bestehendes Haus sanieren möchte, bekommt für wenig Geld eine erste Einschät­zung bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale.

Diese Maßnahmen werden gefördert

Der Rechner oben zeigt: Kredite der staatlichen KfW-Bank gibt es für das Bilden von Wohn­eigentum, das energiesparende Bauen und Sanieren und für den alters­gerechten Umbau.

Effizienz­haus dient als Maßstab

Grund­sätzlich gilt: Je besser die Energiebilanz eines Hauses ist, desto höher ist die Förderung. Um die Energiebilanz eines Hauses einstufen zu können, hat die KfW den sogenannten Effizienzhaus-Standard entwickelt. Er gibt an, wie hoch der Energiebedarf eines Hauses im Verhältnis zu einem vergleich­baren Neubau ist.

Der bei der BEG-Förderung höchste erreich­bare Stan­dard ist das KfW-Effizienz­haus 40. Es verbraucht 40 Prozent der Energie eines vergleich­baren Neubaus aus dem Jahr 2009. Der nied­rigste noch förderfähige Stan­dard bei einer Sanierung ist das KfW-Effizienz­haus 85.

Energetische Sanierung

Schwer­punkt der staatlichen Förderung ist die energetische Sanierung. Die Mittel gibt es entweder für eine Komplett­sanierung oder für einzelne Maßnahmen. Für eine Komplett­sanierung vergibt die KfW zinsvergünstigte Kredite mit Tilgungszuschüssen, einzelne Maßnahmen fördert das Bafa mit Zuschüssen.

Komplett­sanierung: Bis 45 000 Euro Tilgungs­zuschuss

Am höchsten ist die Förderung für eine Komplett­sanierung zum Effizienz­haus. Wenn der Energiebedarf danach mindestens zu 55 Prozent mit erneuer­baren Energien gedeckt wird, ist ein zins­vergüns­tigter Kredit von bis zu 150 000 Euro und ein Tilgungs­zuschuss von bis zu 37 500 Euro möglich. Handelt es sich um ein Haus mit besonders schlechtem Energiestan­dard („Worst Performing Building“), kann der Tilgungs­zuschuss bis 45 000 Euro betragen.

Einzel­maßnahmen: Bis 24 000 Euro Zuschuss

Für einzelne Sanierungs­maßnahmen, zum Beispiel Wärmedämmung oder Erneuerung der Fenster und Türen, gibt es keinen KfW-Kredit. Das Bafa vergibt aber Zuschüsse. Den höchsten Zuschuss in Höhe von 18 000 Euro gibt es für Wärmepumpen, die als Wärmequelle Wasser, Abwasser oder das Erdreich nutzen. Ersetzt die Pumpe eine alte Öl- oder Gasheizung, gibt es bis 24 000 Euro Zuschuss.

Tipp: Infos über die Vor- und Nachteile von verschiedenen Dämm­stoffe bekommen Sie in unserer Über­sicht Wärmedämmung: Fakten, Kosten, Wirkung.

Energieeffiziente Neubauten

Beim Neubau wird nur noch das Effizienz­haus 40 NH gefördert. Voraus­setzung dafür ist das Qualitäts­siegel Nach­haltiges Gebäude. Erreicht der Neubau die vorgesehene Effizienz­hausstufe, zahlt die KfW einen nicht rück­zahl­baren Tilgungs­zuschuss. Auch er wurde deutlich gesenkt und beträgt jetzt nur noch 5 Prozent. Die maximale Kredithöhe beträgt nur noch 120 000 Euro.

Bis 100 000 Euro für Wohn­eigentum

Den Bau oder Kauf von selbst genutzten Eigen­heimen oder Eigentums­wohnungen fördert die KfW mit bis zu 100 000 Euro Kredit. Anders als bei den Förderprogrammen für das energetische Bauen und Sanieren gibt es hier keine besonderen Anforderungen an die Energieeffizienz oder an die Nach­haltig­keit. Dafür gibt es allerdings auch keine Tilgungs­zuschüsse. Auch der Zins­satz ist auf den ersten Blick oft wenig attraktiv. Dennoch kann sich der Kredit lohnen, wie unser KfW-Vergleichsrechner zeigt.

Bis 50 000 Euro für den alters­gerechten Umbau

Attraktiv dagegen sind die Zinsen im Programm alters­gerecht Umbauen der KfW. Hier gibt es für den Abbau von Barrieren bis zu 50 000 Euro Kredit, und zwar unabhängig vom Alter der Antrag­steller. Auch für eine Verbesserung des Einbruch­schutzes kann der Förderkredit genutzt werden.

Diese Zuschüsse gibt es für eine neue Heizung

Eine der vom Bafa geförderten Einzel­maßnahmen ist der Heizungs­tausch. Die Zuschüsse sind derzeit sehr gefragt. Denn mehr denn je stellt sich Haus­besitzern in diesen Tagen die Frage, wie sie künftig ihr Gebäude beheizen sollen.

Hier eine Über­sicht der gängigsten Heiz­systeme. Quelle für die genannten Preise ist der Eignungs-Check Heizung der Verbraucherzentrale.

Gas-Brenn­wert­kessel

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© Stiftung Warentest / René Reichelt

Vorteile. Ein Gas-Brenn­wert­kessel ist oft die einfachste Lösung mit den geringsten Investitions­kosten.

Nachteile. Die CO2-Belastung ist hoch, die Nutzer sind abhängig von der Gaspreis­entwick­lung, die Betriebs­kosten sind lang­fristig hoch.

Kosten. Ca. 12 000 Euro, in Kombina­tion mit Solar­thermie bis 25 000 Euro.

Förderung. Keine.

Solar­thermie

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© Stiftung Warentest / René Reichelt

Vorteile. Eine Solar­thermie­anlage kann etwa die Hälfte des Warm­wasser­bedarfs decken, in gut gedämmten Häusern unterstützt sie auch die Heizung. Das reduziert den CO2-Ausstoß und die Betriebs­kosten. Solar­thermie kann mit verschiedenen Heiz­systemen kombiniert werden.

Nachteile. Der Betrieb ist in der Regel nur für Haushalte mit hohem Warm­wasser­verbrauch (ab 3 bis 4 Personen) wirt­schaftlich. Die Installation ist relativ aufwendig.

Kosten. 5 000 bis 10 000 Euro.

Förderung. 25 Prozent der Kosten, höchs­tens 15 000 Euro.

Luft-Wärmepumpe

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© Stiftung Warentest / René Reichelt

Vorteile. In Neubauten und gut gedämmten Altbauten sind Wärmepumpen die erste Wahl. Luft-Wärmepumpen sind weniger aufwendig als andere Sys­teme, sie können über­all umge­setzt werden. Kein Schorn­stein nötig.

Nachteile. Luft-Wärmepumpen sind weniger effizient als andere Wärmepumpen und sie verursachen Geräusche. Wärmepumpen eignen sich nicht für schlecht gedämmte Altbauten ohne Flächenhei­zung.

Kosten. 20 000 bis 25 000 Euro.

Förderung. 25 Prozent der Kosten, maximal 15 000 Euro, bei Austausch einer Ölhei­zung oder einer alten Gasheizung 35 Prozent, höchs­tens 21 000 Euro.

Erd-Wärmepumpe

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© Stiftung Warentest / René Reichelt

Vorteile. Erd-Wärmepumpen arbeiten effizienter als Luft-Wärmepumpen und verbrauchen deshalb in der Regel weniger Strom. Kein Schorn­stein nötig.

Nachteile. Nicht alle Böden eignen sich für eine Erd-Wärmepumpe und nicht über­all sind die Bohrungen ­erlaubt. Für Erdwärmekollektoren ­werden große Flächen benötigt. Teurer und aufwendiger als Luft-Wärme­pumpen. Meist nicht für unsanierte ­Altbauten geeignet.

Kosten. 30 000 bis 40 000 Euro.

Förderung. 30 Prozent der Kosten, maximal 18 000 Euro, bei Austausch einer Ölhei­zung oder einer alten Gasheizung 40 Prozent, höchs­tens 24 000 Euro.

Pellethei­zung

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© Stiftung Warentest / René Reichelt

Vorteile. Holz ist ein nach­wachsender Rohstoff und gilt als CO2-neutral. Vor allem in Form von Pellets kann es eine Alternative zu fossilen Brenn­stoffen sein, wenn andere Heiz­systeme wie Wärmepumpen nicht möglich sind. Vergleichs­weise güns­tiger Brenn­stoff.

Nachteile. Holz steht nur in begrenztem Umfang zur Verfügung. Die Lagerung der Pellets ist platz­aufwendig.

Kosten. 25 000 bis 35 000 Euro.

Förderung. 10 Prozent der Kosten, höchs­tens 6 000 Euro, bei Austausch einer Ölhei­zung oder einer alten Gasheizung 20 Prozent, maximal 12 000 Euro.

Fern­wärme

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© Stiftung Warentest / René Reichelt

Vorteile. Abhängig vom einge­setzten Energieträger kann Fern­wärme viel CO2 einsparen. Keine Wartung nötig.

Nachteile. Fern­wärme ist nicht über­all verfügbar. Es gibt immer nur einen lokalen Anbieter. Ein Wechsel zu einem anderen Versorger ist nicht möglich. Die Verträge sind meist lang­fristig.

Kosten. 8 000 bis 15 000 Euro.

Förderung. Bis zu 25 Prozent der ­Kosten, höchs­tens 15 000 Euro. Bei Austausch einer Ölhei­zung oder einer alten Gasheizung 35 Prozent, maximal 21 000 Euro.

Nicht nur an die neue Heizung denken

Häufig ist es sinn­voll, nicht nur eine neue Heizung einzubauen, sondern auch an anderen Stellen das Haus zu sanieren. Empfehlens­wert ist deshalb, vor Beginn der Arbeiten den Rat eines Experten einzuholen. Idealer­weise erstellt er einen so genannten individuellen Sanierungs­fahr­plan für das Haus.

Tipps: Lesen Sie mehr zu den Vor- und Nach­teilen von Gasheizung, Wärmepumpe und Pellethei­zung in unserem großen Vergleich von Heizungssystemen. Lesens­wert ist auch unsere Berechnung, wie Sie mithilfe von Solar­thermie und Dämmung Gas sparen können. Informieren Sie sich zudem, wie Sie die Heizung richtig einstellen und dadurch bis 15 Prozent Heiz­kosten sparen können.

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79 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Merrill am 29.09.2022 um 16:07 Uhr
Wärmepumpen-, PV- und Solarthermie-Tests?

Deutschland muß verpflichtetend bis 2030 65% an CO2 einsparen. Ansonsten muß der Staat jährlich teure CO2-Zertifikate am Markt erwerben. Im Gebäudebereich und Verkehr ist der CO2-Rückstand am stärksten: 40% vs aktuell müsste Deutschland einsparen, d.h. ca 20 Mio Haushalte in nur 8 Jahren auf Erneuerbare Energieträger umstellen!
Es gibt jedoch unverändert von Stiftung Warentest keine (Wärmepumpen, PV-Anlagen) oder keine mehr verwendbaren Tests (Solarthermie 2008, Pelletsofen) zu Erneuerbaren Energieträgern.
„Unsere Themenplanung berücksichtigt regelmäßig Projekte mit hoher Umweltrelevanz“ behauptet die Satzung der Stiftung Warentest.
Die Testhistorie des letzten Jahrzehnts zeigt das Gegenteil.

Arnulf1 am 29.09.2022 um 10:37 Uhr
Heizungstausch

Die Bundesregierung verlangt, dass Heizungsanlagen ab einem bestimmten Alter ausgetauscht werden sollen. Dabei wird die Effizenz der alten Anlage nicht berücksichtgt. Auch Ältere Anlagen können -sofern richtig eingestellt und gewartet- sehr sparsam sein. Dies könnte der Kaminfeger bei der jählichen Wartung bescheinigen. Auch wäre dies nachhaltiger als der Austausch der Anlage.

Profilbild Stiftung_Warentest am 19.09.2022 um 10:12 Uhr
Steuerbonus versus Kfw und BAFA

@alle: Vielen Dank für Ihre vielen Anregungen für eine Folgeberichterstattung, die mit Interesse von der Fachabteilung entgegengenommen wird. Im Moment können wir noch nicht sagen, welche der Vorschläge wir aufgreifen werden.

tillad8 am 16.09.2022 um 12:48 Uhr
Steuerbonus versus Kfw und BAFA, Hinw. 13.08.22

Ein derartiger Vergleich könnte vielen viel Zeit und evtl. Geld ersparen. Sollte die Anregung von rosy-int2 von Ihnen bereits kommentiert worden sein, geben Sie mir bitte entsprechenden Hinweis; oder kommt Ihr Kommentar noch? Danke.

tillad8 am 16.09.2022 um 12:35 Uhr
Geld fürs Haus und die neue Heizung 01.09.2022

Einzelne energetische Sanierungsmaßnahmen (Bafa-Zuschüsse): Beispiel-Auswahl Wärmepumpe: Max. geförderte Kosten 60.000 Euro pro Wohnung und Kalenderjahr:
Ist es möglich, ein Beispiel hinsichtlich des Zusatzes ".. und Kalenderjahr" zu kreiren"?
Evtl. bitte folgendes Beispiel fortsetzen: Ein 10-Familienhaus soll auf Wärmepumpe(n) umgestellt werden; in welchem Fall kann hier der Zusatz "...und Kalenderjahr" deckelnd wirken?