Bauspar­verträge im Vergleich Come­back der Bausparkassen

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Bauspar­verträge im Vergleich - Come­back der Bausparkassen
Erst sparen, dann bauen: Ein Bauspar­vertrag kombiniert einen Sparplan mit einem Immobilien­kredit. © Stiftung Warentest / René Reichelt

Bauspardarlehen sind plötzlich wieder günstig. Unser Bauspar­vertrag-Vergleich zeigt die besten Tarife für eine Finanzierung in vier, acht und zwölf Jahren.

Bauspar­verträge im Vergleich Come­back der Bausparkassen

Seit Jahres­beginn haben sich die Zinsen für Hypothekendarlehen verdreifacht. Statt weniger als 1 Prozent zahlten Immobilienkäufer Ende Juli 2022 für ein Bank­darlehen mit zehn Jahren Lauf­zeit fast 3 Prozent Zinsen im Jahr.

Bei den Bausparkassen gibt es solche Zins­sprünge nicht. In ihren aktuellen Tarifen verlangen sie meist 1,5 bis 2,5 Prozent als Darlehens­zins – nicht mehr als im Jahr zuvor. Und für Sparer, die heute einen Vertrag abschließen, werden diese Konditionen auch noch in fünf oder zehn Jahren gelten.

Bauspardarlehen sind daher wieder güns­tiger als Bank­kredite und werden es wohl auch bleiben. Vor allem aber rückt der klassische Nutzen des Bausparens wieder in den Blick: der Schutz vor steigenden Zinsen.

Warum sich der Test Bauspar­verträge für Sie lohnt

  •  Die besten Tarife für drei Modell­fälle. Die Immobilien­experten der Stiftung Warentest haben aus mehr als 200 Tarifen und Tarif­varianten die besten Bausparlösungen für Sparer ermittelt, die in vier, acht oder zwölf Jahren eine Immobilien­finanzierung planen. Für die jeweils güns­tigsten Tarif­varianten aller 17 Bausparkassen können Sie die wesentlichen Tarifmerkmale abrufen – etwa Zins­sätze, Gebühren, Mindest­spar­guthaben und Regelsparbeitrag.
  • Hintergrund und Tipps. Unsere Grafiken zeigen anschaulich, wie ein Bauspar­vertrag in der Spar- und Darlehens­phase funk­tioniert und wie lange Sie je nach Tarif mindestens sparen müssen, bevor der Bauspar­vertrag zugeteilt wird. Mithilfe unserer Tipps können sich Sparer vor teuren und unge­eigneten Bauspar­verträgen schützen.
  • Bausparen oder Bank­darlehen? Was besser ist, hängt von der Höhe der Sparzinsen und der künftigen Zins­entwick­lung bei Hypothekendarlehen ab. Wir zeigen an einem Beispiel, wann sich Bausparen lohnt.
  • Heft­artikel. Wenn Sie den Artikel frei­schalten, erhalten Sie auch Zugriff auf das PDF zum Bauspartest aus Finanztest 9/2022.

Plus­punkte für Bausparer

Nachteil des Bausparens sind hohe Gebühren und mick­rige Zinsen in der Anspar­phase. Als Teil der künftigen Immobilien­finanzierung bietet ein Bauspar­vertrag aber eine Reihe von Vorteilen:

Zins­sicherheit. Der Zins­satz für das Bauspardarlehen steht heute schon fest – auch wenn Kunden das Geld erst in sieben oder zehn Jahren abrufen. Damit ist dieser Teil der Finan­zierung unabhängig davon, wie sich die Zinsen am Kapitalmarkt entwickeln.

Güns­tigeres Bank­darlehen. Ein Bauspar­vertrag verschafft Immobilienkäufern einen oft unterschätzten Vorteil: Sie brauchen weniger Geld von einer Bank. Schaffen sie es, den Bank­kredit mithilfe eines Bauspardarlehens unter 80 oder sogar 60 Prozent des Immobilien­werts zu drücken, bekommen sie fast immer einen besseren Zins­satz.

Geld vom Staat. Seit 2021 gelten für die Wohnungs­bauprämie höhere Einkommens­grenzen und Förderbeträge. Dadurch profitieren viel mehr Bauspare­rinnen und Bausparer als bisher davon.

Güns­tige Kleindarlehen. Banken verlangen für Hypothekendarlehen unter 50 000 Euro oft happige Zins­aufschläge. Der Zins­satz für das Bauspardarlehen gilt dagegen auch für kleine Kreditsummen.

Sondertilgungen. Bei Bauspardarlehen sind beliebig hohe Sondertilgungen oder eine komplette Rück­zahlung jeder­zeit möglich. Das ist bei Bank­darlehen gar nicht, nur begrenzt oder nur gegen Zins­aufschlag erlaubt.

Bauspar­verträge im Vergleich

Es ist allerdings nicht leicht, das beste Angebot zu finden. Die 17 Bausparkassen in Deutsch­land bieten zusammen weit mehr als 200 Tarif­varianten an. Welche am güns­tigsten ist und welche Bausparsumme am besten passt, hängt vor allem davon ab, wann das Geld zur Verfügung stehen soll und wie viel bis dahin gespart wird.

Finanztest hat daher drei Modell­fälle gewählt und für alle Kassen die jeweils güns­tigste Bausparlösung ermittelt. Im Modell­fall 1 ist ein Bau oder Kauf in vier Jahren geplant. Bis dahin zahlen die Kunden am Anfang 40 000 Euro und dann jeden Monat 300 Euro ein. Im Modell­fall 2 sparen Kunden 400 Euro im Monat und brauchen das Geld in acht Jahren. Erst in zwölf Jahren soll im Modell­fall 3 eine Immobilie finanziert werden. Bis dahin sollen 250 Euro im Monat gespart werden.

Den besten Tarif für alle gibt es nicht. Im Test gibt es je nach Modell­fall eine andere Reihen­folge der güns­tigsten Bausparkassen. Testsieger gibt es trotzdem. Mehrere Bausparkassen schafften es zumindest in zwei der drei Fälle in die Spitzengruppe der fünf besten Anbieter.

Bauspar­verträge im Vergleich Come­back der Bausparkassen

Die wichtigsten Bauspar­regeln

Der vielleicht größte Nachteil: Bausparen ist so komplex, dass selbst Beratern der Bausparkassen oft der Durch­blick fehlt (Test Bausparberatung). Die Finanztest-Experten erläutern die wichtigsten Bauspar­regeln und geben Tipps, wie Angebote geprüft werden können.

Besonders wichtig ist das richtige Timing. Ein guter Vertrag ist so justiert, dass die Bausparsumme voraus­sicht­lich pünkt­lich für die geplante Finanzierung zur Verfügung steht. Sonst müssen Sparer ihre Pläne verschieben oder die Warte­zeit bis zur Zuteilung mit einem Zwischen­kredit über­brücken. Wenige Monate sind kein Problem. Wird der Bauspar­vertrag aber erst viele Jahre nach dem Wunsch­termin zuteilungs­reif, kann ein Zwischen­kredit extrem teuer werden.

Tipp: Die güns­tigsten Hypothekendarlehen von Banken finden Sie in unserem Test Immobilienfinanzierung.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 06.01.2023 um 16:09 Uhr
Frage zu Vorteil / Nachteil Diagramm

@taproot: Die Grafik zeigt an einem Beispiel (geplante Baufinanzierung in acht Jahren, monatliche Sparrate 400 Euro) den Vorteil oder Nachteil des Bausparens im Vergleich zum Ansparen und Finanzieren bei einer Bank, jeweils für unterschiedliche Zinskonstellationen. Der Vorteil von 8.000 Euro ergibt sich im Vergleich zu einem Banksparer, der auf seine Sparraten nur eine Rendite von 0,5 Prozent erhält und nach acht Jahren einen Effektivzins von 6 Prozent für seine Bankfinanzierung zahlt. Bei einer Sparrendite von 2,5 Prozent und einem Effektivzins von 4,0 Prozent für das künftige Bankdarlehen hätte der Bausparer dagegen bereits einen kleinen Nachteil.

taproot am 06.01.2023 um 13:48 Uhr
Frage zu Vorteil / Nachteil Diagramm

Hallo!
Wie ist der Vorteil/Nachteil im oberen Diagram zu verstehen? Wären im besten Fall mit einem Bausparvertrag ein Plus von absolut 8000 EUR drin?

Profilbild Stiftung_Warentest am 13.12.2022 um 10:16 Uhr
Zuteilungsreife

@Bird12: Die Diskrepanz erklärt sich aus unserer Vorgabe für den Modellfall. Die Finanzierung ist erst in 12 Jahren gewünscht. Das schließt eine frühere Zuteilungsreife des Bausparvertrags nicht aus. Mit dem Angebot der Signal Iduna spart unser Modellkunde länger, als für die Zuteilung notwendig wäre, an und erzielt daher auch ein höheres Guthaben. Im Gegenzug fällt bei unveränderter Bausparsumme die Tilgungsrate des Bauspardarlehens niedriger aus.

Bird12 am 26.11.2022 um 21:18 Uhr
Zuteilungsreife

Sehr geehrte Damen und Herren,
in ihrem Test erreicht man mit dem Tarif F30 der Signal Iduna bei einer monatlichen Sparrate von 250 Euro nach 12 Jahren die Zuteilung. Die Bausparsumme beträgt hier 87.000 Euro.
Die Zuteilung erfolgt also nach 143 Sparraten bei einem Guthaben von 33.963 Euro.
Mit liegt eine Berechnung eines Angebots von Signal Iduna vor, das exakt die gleichen Zinsen, Sparrate, Gebühren und Bausparsumme enthält.
Allerdings erfolgt hier die Zuteilung schon nach 114 Sparraten und das Guthaben beträgt nur rund 27.500 Euro.
Erklärt sich diese Diskrepanz durch die Rangfolge der Bewertungszahl? Oder anderst gefragt: Der Zuteilungszeitpunkt wird dadurch beeinflusst wie gut man von seiner Bewertungszahl her im Vergleich zu anderen Kunden dasteht, oder?
Viele Grüße
Bird

Profilbild Stiftung_Warentest am 01.09.2022 um 16:44 Uhr
Gerichte halten Kontoentgelte für unzu­lässig

@BebeLuchs: Sie finden unsere Berichterstattung zum Thema unter dem folgenden Link: www.test.de/bausparen-kontogebuehr
Viele Bausparkassen vertreten eine andere Rechtsauffassung als die Oberlandesgerichte, zu deren Rechtsprechung wir unsere Leser:innen informierte. Solange es zur Frage der Zulässigkeit der Jahresentgelte keine höchstrichterliche Rechtsprechung gibt, trifft man weiterhin auf diese Kosten in den Verträgen.