Berufs­unfähigkeits­versicherung Test

Egal, was das Leben bereithält: Vor den finanziellen Folgen, wenn jemand durch Krankheit oder Unfall lange Zeit nicht mehr in seinem Beruf tätig kann, schützt am besten eine Berufs­unfähigkeits­versicherung. Kunden erhalten dann monatlich die in ihrem Vertrag fest­gelegte Rente, die bei Bedarf sogar bis zum Renten­eintritt von derzeit 67 Jahren gezahlt werden sollte. Finanztest hat 74 Angebote unter die Lupe genommen. Erfreulich: Fast die Hälfte schneidet sehr gut ab.

31 Angebote sind sehr gut

Von 74 untersuchten Angeboten schneiden 31 mit der Bestnote sehr gut ab. Viele Angebote erhalten ein Gut. Schön für die Versicherungs­kunden: Sie finden eine große Auswahl an Angeboten mit geeigneten Vertrags­bedingungen vor, die meistens auch ein Antrags­formular haben, mit dem Interes­senten gut zurecht­kommen können. Auch gut: Der Testsieger ist nicht am teuersten.

Alles rund ums Thema Berufs­unfähigkeit

Unser Themenpaket Berufsunfähigkeitsversicherung bündelt auf 56 Seiten alle Tests und Infos zum Thema Invaliditäts­schutz. Neben der aktuellen Unter­suchung zu Berufs­unfähigkeits-Policen aus Finanztest 7/2017 finden Sie dort auch Test­urteile und Tabellen zu alternativen Versicherungs­arten wie Erwerbs­unfähigkeits­versicherung, Grund­fähig­keits­versicherung oder Schwere-Krankheiten-Versicherung. Und in unseren FAQ beant­worten die Versicherungs­experten der Stiftung Warentest viele wichtige Fragen rund ums Thema Berufs­unfähigkeit.

Berufs­unfähigkeits­versicherung früh abschließen

Finanztest rät dazu, sich schon in jungen Jahren um eine Berufs­unfähigkeits­versicherung zu kümmern. Dann ist der Schutz meist deutlich güns­tiger, und Kunden sind oft noch gesund. Das ist wichtig, denn Versicherer können kranke Kunden ablehnen. Gerade bei psychischen Leiden geschieht das oft. Für andere Erkrankungen wie Rücken­beschwerden oder Allergien nehmen die Unternehmen meist Beitrags­zuschläge oder schließen diese Beschwerden vom Schutz aus. In letzterem Fall erhält der Versicherungs­nehmer keine Rente, wenn er wegen der ausgeschlossenen Leiden berufs­unfähig wird.

Nicht jeder wird versichert

Auch der ausgeübte Beruf spielt eine Rolle: Je risikoreicher die Tätig­keit, desto teurer die Absicherung. Artisten oder Musiker ­bekommen aufgrund ihres hohen Berufs­unfähigkeits­risikos oft gar keinen Vertrag.

Vertrag später anpassen

Berufs­unfähigkeits­versicherungen laufen oft über Jahr­zehnte. Kunden sollten deshalb ihren Beitrag und die anfangs vereinbarte Rente bei Bedarf ändern können. Viele Tarife erlauben es Kunden, die vereinbarte Rente im Vertrags­verlauf zu erhöhen, ohne dass eine erneute Gesund­heits- oder Risiko­prüfung erfolgt. Erhöhungs­möglich­keiten sind sinn­voll, denn normaler­weise steigt der Absicherungs­bedarf über die Jahre. Bei vielen Versicherern können Kunden vereinbaren, dass ihre Rente regel­mäßig steigt, nachdem sie berufs­unfähig geworden sind. Wie flexibel die Angebote in dieser Hinsicht sind, floss mit in unsere Bewertung ein.

Auswege bei finanziellem Engpass

Die meisten Versicherer bieten auch Lösungen bei Zahlungs­schwierig­keiten – etwa, indem sie die Kunden von den Beiträgen frei­stellen oder ihnen diese stunden.

Wann Versicherer leisten müssen

Und was ist, wenn der Ernst­fall eintritt und der Versicherte nicht mehr in dem erlernten Beruf arbeiten kann? In früheren Verträgen fanden sich oft Klauseln, die vom Versicherten dann verlangten, eine andere Tätig­keit auszuüben, die er auf Grund seiner Ausbildung und Erfahrung ausüben kann. Die meisten Versicherer verzichten heute auf diese sogenannte „abstrakte Verweisung“. Das ist auch dann von Vorteil, wenn jemand gerade in Eltern­zeit ist oder arbeitslos – oder ein Sabbatical genommen hat. Dann zählt, zumindest für eine bestimmte Frist von drei oder fünf Jahren, der zuletzt ausgeübte Beruf: Wenn dieser nicht mehr ausgeübt werden kann, muss der Versicherer leisten.

Zahlen die Versicherer denn über­haupt?

Wird jemand berufs­unfähig, ist er im Schnitt 47 Jahre alt. Viele, die eine Berufs­unfähigkeit melden, bekommen ihre Rente. Das belegen drei Studien, die Finanztest vorliegen: Die Leistungs­quote liegt bei etwa 70 Prozent – höher als vielfach vermutet.

Selbst gut mitarbeiten

Versicherte können einiges dafür tun, damit ein Versicherer ihre Berufs­unfähigkeit anerkennt. So reicht manchmal der Nach­weis einer schweren Krankheit nicht aus. Wichtig ist eine Tätig­keits­beschreibung, die klar zeigt, warum jemand aufgrund seines Gesund­heits­zustands seine zuletzt ausgeübte Tätig­keit nicht mehr bewältigen kann. Eine juristische Beratung hilft, Fehler zu vermeiden.

Bei Klage 50:50

Lehnt ein Berufs­unfähigkeits­versicherer die Leistung ab, gibt es die Möglich­keit, vor Gericht zu ziehen. In der Regel trägt ein Rechts­schutz­versicherer die Kosten des Rechts­streits. Die Chance, einen Prozess zu gewinnen und die Rente doch durch­zusetzen, liegt bei 50:50. Das belegt ein Rechts­gut­achten, in dem Finanztest 143 Gerichts­urteile auswertete. Mehr Informationen erhalten Sie in unserem Special Rente bei Berufsunfähigkeit, Finanztest 6/2017, das auch in unserem Themenpaket Berufsunfähigkeitsversicherung enthalten ist.

Nutzer­kommentare, die vor dem 20. Juni 2017 gepostet wurden, beziehen sich noch auf die Vorgänger-Unter­suchung aus Finanztest 8/2015.

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TestBerufs­unfähigkeits­versicherungStand der Daten: 01.06.2017
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