Wie gesund ist Kaffee? 9 Gesund­heits­mythen im Check

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Wie gesund ist Kaffee? - 9 Gesund­heits­mythen im Check
Kaffee­pause. Lange galt Kaffee als ungesund, mitt­lerweile zeigen sich bei moderatem Konsum aber viele Hinweise auf positive Effekte. © Getty Images / WeStudio

Wie sich der Genuss von Kaffee auf die Gesundheit auswirkt, ist umfang­reich erforscht. Wir haben neun Behauptungen geprüft.

1. Kaffee ist gesund.

Ja, moderater Kaffee­konsum gilt inzwischen sogar als förderlich für die Gesundheit und kann Teil eines gesunden Lebens­stils sein – nicht allein wegen des Koffeins, sondern weil der Aufguss Hunderte biologisch aktiver Pflanzen­wirk­stoffe enthält.

2. Zu viel Kaffee ist ungesund.

Stimmt. Eine zu hohe Koffeindosis kann sich durch Unruhe, Anspannung, Herz­rasen und Zittern bemerk­bar machen. Mehr als vier Tassen Kaffee pro Tag kann bei dafür anfäl­ligen Personen (etwa Menschen mit psychischen Erkrankungen) Angst auslösen.

Über den Tag verteilt sind für gesunde Erwachsene – ausgenommen Schwangere – bis zu 400 Milligramm Koffein unbe­denk­lich, so die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa). Umge­rechnet auf typische Kaffee­getränke wären das maximal vier­einhalb Becher Filter­kaffee (à 200 ml) oder sieben kleine Tassen Espresso (à 40 ml).

Tipp: Welche Espresso- und Caffè-Crema-Bohnen wie viel Koffein enthalten, haben wir im Kaffeebohnen-Test gemessen.

3. Kaffee­trinker sterben früher.

Im Gegen­teil: Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass sich regel­mäßiger Kaffee­konsum von zwei bis fünf Tassen pro Tag leicht positiv auf die Lebens­erwartung auswirkt. Das gilt auch für koffeinfreien Kaffee.

Tipp: Was genau „entkoffeiniert“ bedeutet und viele weitere Fragen rund um Kaffee beant­worten wir in unserem Kaffee-FAQ.

4. Kaffee erhöht das Krebs­risiko.

Stimmt nicht. Die Interna­tionale Krebs­forschungs­agentur der Welt­gesund­heits­organisation WHO gab 2016 offiziell Entwarnung: Es gebe keine über­zeugenden Belege, dass Kaffee das Krebs­risiko erhöht.

Das Risiko für einige Krebs­arten wie Haut-, Brust-, Gebärmutter-, Prostata- oder Leber­krebs ist Beob­achtungs­studien zufolge für Kaffee­trinker sogar etwas nied­riger. Espresso und Co sollten nur nicht zu heiß getrunken werden, um die Schleimhäute in Mund und Speise­röhre zu schonen.

5. Kaffee erhöht den Blut­druck.

Nicht bei regel­mäßigem Kaffee­konsum. Drei bis fünf Tassen Kaffee am Tag scheinen sogar das Risiko für koronare Herzkrankheit, Schlaganfall und kardiovaskulär bedingten Tod zu senken. Das trifft verstärkt auf Filter­kaffee zu: Der Filter entfernt den Inhalts­stoff Cafestol, der den Cholesterinspiegel leicht erhöhen kann.

Auch bei Personen mit Bluthochdruck, die bis zu sechs Tassen Filter­kaffee pro Tag tranken, wurden keine negativen Auswirkungen auf ihr Herz-Kreis­lauf-Risiko beob­achtet.

6. Kaffee entzieht dem Körper Wasser.

Stimmt nicht. Koffein kann zwar in hohen Dosen einen harn­treibenden Effekt haben. Doch regel­mäßiger, moderater Konsum hat keine negativen Auswirkungen auf den Flüssig­keits­haushalt.

7. Koffein macht süchtig.

Nicht im eigentlichen Sinne, aber es gibt einen Gewöhnungs­effekt bei regel­mäßigem Konsum. Vieltrinker, die plötzlich auf Kaffee verzichten, können vorüber­gehend unter Kopf­schmerzen und Müdig­keit leiden. Ausgeprägten Koffein­konsum besser allmählich reduzieren.

8. Kaffee in der Schwangerschaft kann dem Fötus schaden.

Ja, zu viel Koffein kann das Risiko für Wachs­tums­störungen beim Ungeborenen erhöhen. Zudem wird es von Ungeborenen und von Schwangeren nur sehr lang­sam abge­baut, insbesondere in den letzten Schwanger­schafts­monaten. Lauf Efsa sollten Schwangere daher höchs­tens 200 Milligramm Koffein über den Tag verteilt aufnehmen. Das entspricht etwa zwei Bechern Filter­kaffee à 200 Milliliter (Koffein­gehalte anderer Getränke und Lebens­mittel stehen in unserem Kaffee-FAQ).

Eine Studienauswertung der Universität Reykjavik kommt sogar zu dem Schluss, dass sich keine für Schwangere unbe­denk­liche Menge Koffein ausmachen lässt. Die Autoren raten werdenden Müttern deshalb, Koffein vorsichts­halber zu meiden.

9. Kaffee schützt vor Diabetes.

Tatsäch­lich deuten Studien darauf hin, dass regel­mäßiger Kaffee­genuss das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, verringern kann – auch mit entkoffeiniertem Kaffee.

Mit Kaffee allein lässt sich der Krankheit aber nicht vorbeugen: Auch Faktoren wie Gewicht und Ernährung spielen bei der Diabetes-Entstehung eine große Rolle.

Tipp: Aus welchen Bohnen Sie guten Kaffee brühen können, verrät unser Kaffeebohnen-Test. Gute Geräte für die Zubereitung von Espresso, Cappuccino und Co finden Sie in unseren Tests von Kaffeevollautomaten und Kaffeemühlen sowie in unserem Siebträger-Test.

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