Personenschaden. Auch bei grober Fahr­lässig­keit des Versicherungs­nehmers zahlt eine gute Haft­pflicht­police.

Der auf dem Herd vergessene Kochtopf, der vom Balkon gefallene Blumentopf, der am Zebra­streifen über­sehene Passant: Vor den finanziellen Folgen solcher Fehler schützt eine Privathaft­pflicht­versicherung. Wer bereits eine hat, sollte vergleichen: Neue Policen sind oft viel besser als alte. Sehr guten Schutz gibt es schon für 65 Euro im Jahr. Er kann aber auch fast viermal so viel kosten. Erfreulich: 97 von 303 Privathaft­pflicht­versicherungen im Test bekommen die Bestnote Sehr gut!

Schutz vor dem Ruin

Die Privathaft­pflicht­versicherung ist die wichtigste Versicherung über­haupt. Sie springt ein, wenn ein Versicherter Schadens­ersatz zahlen muss. Schon kleine Fehler, die jedem passieren können, würden sonst in den Ruin führen, wenn sich jemand dadurch schwer verletzt und bleibende Schäden davon­trägt. Zum Glück sind solche Fehler selten. Privathaft­pflicht­versicherungen kosten deshalb auch nicht viel. Doch es gibt erhebliche Unterschiede in Preis und Leistung. Die Finanztest-Maßstäbe sind streng. Neben den 99 sehr guten Policen sind 106 Angebote gut, 55 befriedigend, 34 ausreichend und 9 mangelhaft.*

Mit den Jahren immer besser

Der Schutz ist im Vergleich zur letzten Unter­suchung wieder besser geworden. Wer seine Privathaft­pflicht vor fünf oder mehr Jahren abge­schlossen hat, kann heute in der Regel erheblich besseren Schutz bekommen und sollte daher seine Police zumindest einmal gründlich auf den Prüf­stand stellen. Seinen Versicherungs­schutz prüfen sollte erst recht, wer eine Familie gegründet hat, öfter fremde Kinder oder Tiere beaufsichtigt oder eine Ferien­wohnung im Ausland gekauft hat. Finanztest hat beim Privathaft­pflicht-Vergleich für alle Fälle passende Policen gefunden und nennt die besten Angebote.

Die beste Haft­pflicht­versicherung für den eigenen Bedarf

Test­ergeb­nisse für 303 Privathaft­pflicht­versicherungen. Unser aktueller Test zeigt, welche Policen besonders viele Extra­leistungen bieten. In unserer interaktiven Testergebnis-Tabelle können Sie nach den für Sie wichtigen Kriterien filtern, etwa ob der Versicherer auch bei Schäden durch delikt­unfähige Personen oder an geliehenen Sachen leistet. Egal ob Sie Immobilien­besitzer sind oder Mieter oder in Ihrer Frei­zeit mit Motorboot, Surf­brett oder Drohne unterwegs sind: Unsere Tabelle zeigt Ihnen auf einen Klick, ob Ihr besonderes Risiko versichert ist.

Finden Sie Ihren ganz individuellen Testsieger. Für fünf Euro ermittelt die Stiftung Warentest die nach Ihren Vorgaben für Sie güns­tigsten Versicherungen. So haben Sie vollen Schutz – und sparen Geld.
Vergleich Haftpflichtversicherung

Mehr Schutz als nötig

Bei leistungs­starken Privathaft­pflicht­versicherungen ist sogar oft Schutz jenseits der gesetzlichen Haft­pflicht drin. So haften Kinder bis sieben Jahre – im Straßenverkehr sogar bis zehn Jahre – von Gesetzes wegen nicht für Schäden. Wer Nach­barn oder Freunde dennoch entschädigt wissen will, wenn die Kinder eine Scheibe einge­worfen oder ein Auto zerkratzt haben, muss das normaler­weise trotz Haft­pflicht­versicherung aus eigener Tasche zahlen. Viele Tarife bieten allerdings Ersatz auch für durch Kinder verursachte Schäden. Wir haben auch geprüft, ob auch Schäden durch delikt­unfähige ältere Personen, zum Beispiel mit einer Demenz­erkrankung, versichert sind. Unsere Tabelle zeigt, welche Versicherungen diesen zusätzlichen Schutz bieten.

Schlüssel­verlust, Drohnen

Unsere Test­tabelle zeigt auch Privathaft­pflicht-Angebote, die beim Verlust fremder Schlüssel zahlen. Mieter einer Wohnung in einem Haus mit zentraler Schließ­anlage könnten sonst mit hohen Kosten konfrontiert sein, wenn sie ihren Schlüssel verlieren. Das gleiche gilt für den Verlust beruflicher Schlüssel. Wichtig ist auch Schutz bei der Benut­zung einer Drohne, die versichert sein muss. Nach dem Luft­verkehrs­gesetz haften Halter von Drohnen selbst dann für durch ihr Gerät verursachte Schäden an Sachen und Personen, wenn sie nichts falsch gemacht haben. Wer seine Drohne ausschließ­lich privat nutzt, kann die Versicherungs­pflicht mit einer guten Privathaft­pflicht­versicherung erfüllen. Viele sehr gute Tarife schließen Drohnen ein. Kommerzielle Drohnenpiloten müssen eine spezielle Drohnen­versicherung abschließen.

Erweiterung auf eigene Schäden

Es gibt noch eine Erweiterung des Versicherungs­schutzes über die gesetzliche Haft­pflicht hinaus: Mancher Versicherer zahlt ausnahms­weise auch für Schäden, die der Versicherte erlitten hat und für die er vom Schädiger keinen Ersatz erhält. Forderungs­ausfall­deckung nennen die Versicherer das. Der eigene Versicherer zahlt in solchen Fällen das, was er zahlen würde, wenn der Schädiger bei ihm haft­pflicht­versichert wäre. Erweiterung der Erweiterung: Einige Versicherer zahlen auch dann, wenn der Schädiger vorsätzlich gehandelt hat. Einschränkung des Schutzes: Der Versicherte muss alles tun, um den Schaden­ersatz vom Schädiger zu erhalten und dabei zur Not auch auf eigene Kosten vor Gericht ziehen und den Gerichts­voll­zieher losschi­cken, bevor er Geld von der Versicherung erhalten kann.

Im Schadens­fall droht Kündigung

Wie bei den meisten anderen Versicherungs­verträgen auch: Der Versicherer ist berechtigt, den Vertrag zu kündigen, wenn es einen Schaden gibt. So regelt es das Versicherungs­vertrags­gesetz. Neuen Schutz zu bekommen, ist dann oft schwierig. Versicherer weigern sich oft, Verträge mit Menschen zu schließen, denen ein anderes Unternehmen gekündigt hat. Möglicher Ausweg: Versicherte können anbieten, den Vertrag von sich aus zu kündigen.

* Korrigiert am 18. Oktober 2019

Nutzer­kommentare, die vor dem 17. September 2019 gepostet wurden, beziehen sich auf eine frühere Unter­suchung zum selben Thema.

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