Haft­pflicht­versicherung Test

Der auf dem Herd vergessene Topf, der am Zebra­streifen über­sehene Fußgänger, der aus der Hand gerutschte Blumentopf: Kleine Fehler haben zuweilen ruinöse finanzielle Folgen. Schutz bietet die Privathaft­pflicht­versicherung. Wer bereits eine hat, sollte sie prüfen. Neue Policen sind oft viel besser als alte. Sehr guten Schutz gibt es schon für 50 Euro. Er kann allerdings auch mehr als das Dreifache kosten. Erfreuliche 90 von 218 Privathaft­pflicht­versicherungen im Test erhalten die Bestnote.*

Schutz vor dem Ruin

Die Privathaft­pflicht­versicherung springt ein, wenn der Versicherte Schadens­ersatz zahlen muss. Der Schutz ist unerläss­lich. Schon kleine Fehler, wie sie jedem mal passieren können, führen sonst in den Ruin, wenn sich jemand dadurch schwer verletzt und bleibende Schäden davon­trägt. Zum Glück sind solche Fehler selten. Privathaft­pflicht­versicherungen sind daher günstig. Die Finanztest-Maßstäbe für sehr guten Schutz sind streng – dennoch gibt es für 90 Tarife die Bestnote, weitere 89 sind immerhin noch gut, nur 12 Tarife sind ausreichend oder mangelhaft.*

Mit den Jahren immer besser

Der Schutz ist mit den Jahren immer besser geworden. Wer seine Privathaft­pflicht vor fünf oder mehr Jahren abge­schlossen hat, kann heute in der Regel erheblich besseren Schutz bekommen und sollte daher seine Police zumindest einmal gründlich auf den Prüf­stand stellen. Seinen Versicherungs­schutz prüfen sollte erst recht, wer eine Familie gegründet hat, öfter fremde Kinder oder Tiere beaufsichtigt oder eine Ferien­wohnung im Ausland gekauft hat. Finanztest hat beim Privathaft­pflicht-Vergleich für alle Fälle passende Policen gefunden und nennt die besten Angebote.

Die beste Haft­pflicht­versicherung für den eigenen Bedarf

Test­ergeb­nisse für 218 Privathaft­pflicht­versicherungen. Unser aktueller Test zeigt, welche Policen besonders viele Extra­leistungen bieten. In unserer inter­aktiven Tabelle können Sie nach den für Sie wichtigen Kriterien filtern, etwa ob der Versicherer auch bei Schäden durch delikt­unfähige Kinder oder Gefäl­ligkeits­hand­lungen von Freunden leistet. Egal ob Sie Immobilien­besitzer sind oder Mieter oder in Ihrer Frei­zeit mit Motorboot, Surf­brett oder Drohne unterwegs sind: Unsere Tabelle zeigt Ihnen auf einen Klick, ob Ihr besonderes Risiko versichert ist.

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Vergleich Haftpflichtversicherung

Mehr Schutz als nötig

Bei leistungs­starken Privathaft­pflicht­versicherungen ist sogar oft Schutz jenseits der gesetzlichen Haft­pflicht drin. So haften Kinder bis sieben Jahre – im Straßenverkehr sogar bis zehn Jahre – von Gesetzes wegen nicht für Schäden. Wer Nach­barn oder Freunde dennoch entschädigt wissen will, wenn die Kinder eine Scheibe einge­worfen oder ein Auto zerkratzt haben, muss das normaler­weise trotz Haft­pflicht­versicherung aus eigener Tasche zahlen. Viele Tarife bieten allerdings Ersatz auch für durch Kinder verursachte Schäden. Ganz ähnliches gilt für Gefäl­ligkeits­hand­lungen: Freunde, die bei einem Umzug oder einer Reno­vierung helfen, haften von Gesetzes wegen nur bei grober Fahr­lässig­keit. Wollen sie den Schaden auch bei einfacher Fahr­lässig­keit ausgleichen, sollten sie eine Privathaft­pflicht­police mit einer Erweiterung der Deckung auch für diesen Fall haben. Unsere Tabelle zeigt, welche Versicherungen diesen zusätzlichen Schutz bieten.

Privathaft­pflicht­schutz für Drohnen­besitzer

Unsere Test­tabelle zeigt auch Privathaft­pflicht-Angebote, die Schäden durch Drohnen absichern. Ein solcher Schutz ist wichtig, denn das Luft­verkehrs­gesetz bestimmt, dass die Halter der Drohnen selbst dann für die von den Geräten verursachten Schäden an Sachen und Personen haften, wenn sie beim Fliegen der Drohne nichts falsch gemacht haben. Was viele nicht wissen: Seit 2005 gilt für Drohnen­besitzer sogar eine gesetzliche Versicherungs­pflicht. Wer seine Drohne ausschließ­lich privat nutzt, kann diese Versicherungs­pflicht mit einer guten Privathaft­pflicht­versicherung erfüllen. Kommerzielle Drohnenpiloten müssen eine spezielle Drohnen­versicherung abschließen.

Erweiterung auf eigene Schäden

Es gibt noch eine Erweiterung des Versicherungs­schutzes über die gesetzliche Haft­pflicht hinaus: Mancher Versicherer zahlt ausnahms­weise auch für Schäden, die der Versicherte erlitten hat und für die er vom Schädiger keinen Ersatz erhält. Forderungs­ausfall­deckung nennen die Versicherer das. Der eigene Versicherer zahlt in solchen Fällen das, was er zahlen würde, wenn der Schädiger bei ihm haft­pflicht­versichert wäre. Erweiterung der Erweiterung: Einige Versicherer zahlen auch dann, wenn der Schädiger vorsätzlich gehandelt hat. Einschränkung des Schutzes: Der Versicherte muss alles tun, um den Schaden­ersatz vom Schädiger zu erhalten und dabei zur Not auch auf eigene Kosten vor Gericht ziehen und den Gerichts­voll­zieher losschi­cken, bevor er Geld von der Versicherung erhalten kann.

Im Schadens­fall droht Kündigung

Wie bei den meisten anderen Versicherungs­verträgen auch: Der Versicherer ist berechtigt, den Vertrag zu kündigen, wenn es einen Schaden gibt. So regelt es das Versicherungs­vertrags­gesetz. Neuen Schutz zu bekommen, ist dann oft schwierig. Versicherer weigern sich oft, Verträge mit Menschen zu schließen, denen ein anderes Unternehmen gekündigt hat. Möglicher Ausweg: Versicherte können anbieten, den Vertrag von sich aus zu kündigen.

Nutzer­kommentare, die vor dem 19. September 2017 gepostet wurden, beziehen sich noch auf die Vorgänger-Unter­suchung aus Finanztest 12/2014.

* Passage korrigiert am 21. September 2017

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TestHaft­pflicht­versicherungStand der Daten: 01.07.2017
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