Giro­konto, Konto­gebühren, Dispozinsen

Das kostenlose Giro­konto gibt es immer seltener. Eine Konto­führungs­gebühr für das Gehalts- oder Renten­konto von 5 Euro im Monat oder mehr ist keine Seltenheit mehr. Viele Banken und Sparkassen kassieren jetzt wieder für Leistungen, die vor Monaten gratis waren oder führen neue Konto­modelle ein. Wer es kostenlos haben will, muss sich meist dafür entscheiden, das Giro­konto per PC zu führen, auf einen Ansprech­partner vor Ort zu verzichten oder andere Bedingungen zu erfüllen. Welche Banken noch kostenlose Giro­konten anbieten sowie Preise und Verfügbarkeit von einigen Dutzend Merkmalen – von Dauer­auftrag über Konto­auszug bis Partner-Girocard finden Sie im Vergleich Girokonten auf test.de. Mehr

Kostenlose Giro­konten

Gratis­konto heißt für die Experten von Finanztest, dass die Bank keine monatliche Konto­führungs­gebühr verlangt, keine Kosten für die Girocard (früher: ec-Karte) in Rechnung stellt und auf Vorgaben wie eine Mindest­höhe für den Geld- oder Gehalts­eingang verzichtet. Ob die Kreditkarte gratis ist, spielt keine Rolle, denn kein Kunde ist gezwungen, die Kreditkarte seiner Bank zu nehmen. Manchmal stellen die Banken Bedingungen für ihre kostenlosen Giro­konten, die ganz unterschiedlich ausfallen können. Mal muss ein Genossen­schafts­anteil von meist 52 Euro gezeichnet werden, mal wird ein bestimmter monatlicher Geld­eingang verlangt.

Nicht nur auf den Preis schauen

Bank­kunden sollten bei der Wahl nicht nur auf den Monats­preis des Giro­kontos schauen. Wichtig ist, dass das Konto zu einem passt: Soll es eine Direkt­bank sein- oder eine Bank mit Filialen? Sind die Bedingungen für ein Gratis­konto einfach zu erfüllen? Gibt es ohne große Umwege kostenlos Bargeld? Das geht fast immer noch an den Auto­maten der eigenen Bank oder des Banken­verbundes. Außer­halb des Auto­maten­verbundes kann Geld­abheben sehr teuer werden.

Jeder hat Anspruch auf ein Guthaben­konto

Banken dürfen niemandem die Eröff­nung eines Giro­kontos verwehren. Sie müssen ihnen mindestens ein sogenanntes Basis­konto eröffnen – auch Obdachlosen, Asyl­suchenden und geduldeten Flücht­lingen. Das Basis­konto muss die gleichen Zahlungs­dienste ermöglichen wie ein normales Giro­konto, wird aber meist auf Guthabenbasis geführt. Der Konto­inhaber bekommt auch eine Zahlungs­karte, kann damit aber keine Schulden machen (mehr dazu in unserer Meldung Künftig hat jeder Anspruch auf ein Guthabenkonto).

Dispokredit bei regel­mäßigem Geld­eingang

Die Banken räumen ihren Kunden einen Über­ziehungs­rahmen auf dem Giro­konto ein, den sogenannten Dispokredit. Den gibt es aber nur, wenn sie regel­mäßige Geld­eingänge haben. Dafür kassieren die Banken meist hohe Zinsen, so dass der Dispositions oft der teuerste Kredit einer Bank ist. Im Juli 2016 lag der Dispozins der deutschen Banken und Sparkassen im Durch­schnitt bei fast 10 Prozent, der Spitzen­satz bei 13 Prozent. Das ist zu hoch, denn die Kredit­institute können sich selbst günstig Geld leihen. Finanztest erhebt die Höhe der Dispozinsen regel­mäßig.

Dispokredit nur ausnahms­weise nutzen

Bank­kunden sollten nur im Notfall und für kurze Zeit das Konto über­ziehen. Wer den Dispo häufiger im Jahr nutzen muss, sollte das Giro­konto bei einer Bank wählen, die einen güns­tigen Dispozins berechnet. Güns­tige Banken verlangen unter 9 Prozent.

Klauseln für Zins­anpassung

Verbraucher müssen nach­voll­ziehen können, wie und wann sich die Zinsen verändern. Bei manchen Banken lässt die Anpassungs­klausel aber viel Spielraum, die Zinsen anzu­passen. Gut sind Banken, die den Dispo fest an einen Referenz­wert binden und den Dispozins um ebenso viele Prozent­punkte erhöhen oder senken, wie der Referenz­wert steigt oder sinkt.