Konto für Kinder und Jugend­liche Test

Giro­konten für Kinder und junge Leute bieten nahezu alle Banken und Sparkassen an. Die Stiftung Warentest hat die Konditionen für 148 Giro­konten für junge Leute von 112 Banken verglichen und ermittelt, ob und zu welchen Bedingungen Kinder, Schüler, Auszubildende und Studenten ein Konto eröffnen können. Erfreulich: 100 Banken im Test bieten insgesamt 125 kostenlose Jugendkonten mindestens bis zum Ausbildungs­ende an.

Gratiskarte zum Giro­konto und viele Auto­maten

Die Haus­bank der Eltern kommt dann infrage, wenn auch alle anderen Kriterien zum jungen Kunden passen. So sollte nicht nur die Konto­führung gratis sein, sondern auch die Karte zum Konto. 100 Banken in unserem Test erfüllen diese Bedingungen und stellen auch keine anderen Bedingungen – wie den Kauf eines Genossen­schafts­anteils oder einen regel­mäßigen Geld­eingang. Außerdem sollte die Bank genügend Auto­maten fürs kostenlose Geld­abheben bieten. Wer Bargeld an einem Geld­automaten zieht, der nicht zur eigenen Bank oder zum Banken­verbund gehört, muss dafür bezahlen. Pro Abhebung können das bis zu 5 Euro sein.

Das bietet der Kinder­konto-Vergleich der Stiftung Warentest

Konto­bedingungen im Über­blick. Die Stiftung Warentest hat ermittelt, ob und zu welchen Bedingungen Kinder, Schüler, Auszubildende und Studenten ein Konto eröffnen können. Unsere Tabelle zeigt die Konditionen für 148 Jugendgirokonten von 112 Banken.

Inter­aktive Tabelle. In unserer Tabelle können Sie nach verschiedenen Kriterien filtern. Außerdem sehen Sie auf einen Klick, zu welchen Konten es Prepaid- oder Stan­dard-Kreditkarten gibt.

Tipps. Wir sagen, welche Nach­weise bei Minderjäh­rigen für die Konto­eröff­nung nötig sind und welche Taschengeld-Regeln sinn­voll sind.

Heft­artikel. Sie haben kostenlos Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt Jugend­girokonten aus Finanztest 2/2019.

Giro­konten für Erwachsene. Es gibt sie noch: Kostenlose Giro­konten, bei denen alle Buchungen inklusive sind, die Girocard nichts kostet und keine Bedingungen zu erfüllen sind. Der große Girokonto-Vergleich der Stiftung Warentest bietet Details von derzeit 280 Konto­modellen von 121 Banken.

Zinsen kaum nennens­wert

72 Banken (76 Konto­modelle) zahlen Gutha­benzinsen: Jugendkonten mit Guthabenzinsen. Meistens betragen diese aber nur 0,5 Prozent oder weniger. Sie sind damit kaum nennens­wert. Höhere Zinsen zahlen einige regionale Banken bis zu bestimmten Höchst­beträgen, wie die Hamburger Volks­bank: Sie gibt 3 Prozent für Guthaben bis 500 Euro. Ebenfalls 3 Prozent bietet die Förde Sparkasse (Mein­Konto Knax) für maximal 1 000 Euro. Das gibt es auf keinem Erwachsenen­konto. Allerdings profitieren davon nur Kunden aus den Geschäfts­gebieten der jeweiligen Banken.

Das richtige Alter fürs Kinder­konto

Den idealen Zeit­punkt für das erste Giro­konto gibt es nicht. Viele Banken im Test eröffnen Konten von Geburt an, andere erst für Schul­kinder, und manchmal muss das Kind mindestens zwölf Jahre alt sein. Insbesondere Direkt­banken – die keine Filialen haben – eröffnen sogar erst für Voll­jährige ein Giro­konto. Wann das Kind bereit für ein eigenes Konto ist, entscheiden Eltern am besten anhand der Entwick­lung des Kindes. Der Branchen­verband Deutsche Kredit­wirt­schaft empfiehlt: „Kinder ab zwölf Jahre haben in der Regel die Fähig­keit, eigen­ver­antwort­lich über das eigene Geld zu verfügen.“ Eltern könnten das monatliche Taschengeld regel­mäßig per Dauer­auftrag auf das Konto ihres Kindes über­weisen und junge Menschen lernten so den Umgang mit Konto und Karte.

Eltern müssen Konto­eröff­nung begleiten

Zur Konto­eröff­nung gehen beide Eltern mit dem Kind in die Filiale – möglichst nachdem sie einen Termin vereinbart haben. Dort müssen sich alle ausweisen. Manche erlauben, dass erst ein Eltern­teil mit dem Kind die Konto­eröff­nung erledigt und der andere an den Tagen danach seine Unter­schriften dort leistet. Anderen genügt es, wenn einer vom anderen eine Voll­macht zur Konto­eröff­nung mitbringt.

Online­banking möglich

Gleich bei Konto­eröff­nung können sich die jungen Leute entscheiden, ihr Konto auch online zu nutzen. Insgesamt 129 Konto­modelle bieten mindestens ein kostenloses Online­banking-Verfahren: Jugendkonten mit kostenlosem Onlinebanking. Viele Banken haben auch eine Banking-App, mit der sie den Konto­stand checken, Umsätze nach­voll­ziehen, Über­weisungen erledigen und sich über jede Konto­bewegung informieren lassen können. Die Zugangs­daten für das Konto und die Debitkarte (Girocard, früher EC-Karte) kommen per getrennter Post, allgemein dauert das etwa zehn Tage. Mit der Plastikkarte können die Jugend­lichen im Laden bezahlen und auch Geld abheben – auch im Ausland. Am Anfang können Eltern bei vielen Jugend­konten für Bargeld­abhebungen Höchst­beträge pro Woche oder Monat fest­legen.

Kein Dispokredit für Jugend­liche

Es besteht keine Gefahr, dass ein Jugend­licher mehr ausgibt, als sein Konto hergibt. Giro­konten für Minderjäh­rige führen alle Banken nur auf Guthabenbasis. Einen Dispositions­kredit, bei dem das Konto ins Minus rutscht, gibt es erst für Voll­jährige – meist auch erst, wenn sie ein regel­mäßiges Einkommen haben.

Kreditkarten für Auslands­reisen

Es gibt auch eine Kreditkarte zum Giro­konto für Minderjäh­rige – das ist dann eine Prepaid-Kreditkarte auf Guthabenbasis: Der Konto­inhaber kann damit nur so viel ausgeben, wie er vorher auf die Karte geladen hat. Nur wenige Banken haben dieses Angebot nicht. Bei insgesamt 36 Konten* ist die Prepaid-Kreditkarte ohne Einschränkungen kostenlos: Jugendkonten mit kostenloser Prepaid-Kreditkarte. Ansonsten reicht die Spanne von 5 bis 42 Euro pro Jahr. Prepaid-Kreditkarten sind gut geeignet für Kinder und Jugend­liche auf Reisen. Eltern können von zu Hause aus Geld auf die Karten laden, falls das Guthaben nicht reicht. Manchmal lässt sich damit kostenlos Bargeld am Auto­maten ziehen.

* Korrigiert am 22. Januar 2019

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