Giro­konto-Vergleich

Konto­wechsel leicht gemacht

Giro­konto-Vergleich - Güns­tiges Giro­konto, sicheres Online­banking
Haken dran. Mit unserer Check­liste gelingt der Wechsel des Giro­kontos ohne Probleme. © Getty Images / Westend61 / Giorgio Fochesato

Kostet das Giro­konto mehr als 60 Euro im Jahr (Girokonto-Vergleich), ist ein Konto­wechsel sinn­voll. Die Check­liste der Stiftung Warentest hilft, nichts zu vergessen.

Giro­konto-Vergleich Testergebnisse für 421 Giro­konten

Inhalt

Gesetzliche Kontenwechsel­hilfe

Seit September 2016 müssen die alte und die neue Bank per Gesetz beim Konto­wechsel zusammen­arbeiten. Die bisherige Bank muss eine Über­sicht aller Buchungen der letzten 13 Monate liefern, die künftige Bank soll alle Zahlungs­partner von der neuen Konto­verbindung schriftlich unter­richten. Beide Banken haften für Schäden, die aus einem fehl­geschlagenen Konto­wechsel entstehen. Inner­halb von zwölf Geschäfts­tagen soll der Konto­wechsel erledigt sein.

Tipp: Wie gut die Dienste der einzelnen Kredit­institute arbeiten, lesen Sie im Test Girokontowechsel.

Digi­taler Konto­wechsel­service

Viele Banken bieten zusätzlich zu den gesetzlichen Vorgaben einen digitalen Konto­wechsel­service an, der im Ablauf der gesetzlichen Kontenwechsel­hilfe ähnelt. Aber wie der Name sagt, verläuft der Wechsel nahezu komplett online. Bei der gesetzlichen Hilfe müssen Sie ein Formular ausfüllen und unter­schreiben. Mit dem digitalen Service sind die Banken nicht an die gesetzlichen Vorgaben gebunden.

Ob gesetzlich oder digital – die folgenden Schritte führen zu einem erfolg­reichen Konto­wechsel:

Schritt 1 – aktuellen Preis ermitteln

Ermitteln Sie, was Sie für Ihr Giro­konto derzeit tatsäch­lich bezahlen. Die Höhe der monatlichen Konto­führungs­gebühren steht auf dem Konto­auszug bei der vierteljähr­lichen Abrechnung. Ein Konto­wechsel ist ratsam, wenn Sie für Ihr Konto mehr als 60 Euro im Jahr (bzw. 15 Euro im Viertel­jahr) ausgeben.

Schritt 2 – andere Modelle ergründen

Fragen Sie zuerst bei Ihrer Bank nach, ob es ein Konto­modell gibt, das güns­tiger ist. Die Nutzung von Konto­auszugs­druckern, Geld­automaten und Selbst­bedienungs­terminals kann ebenfalls zur Ersparnis beitragen. Wechseln Sie die Bank nicht nur wegen einer Prämie oder eines kurz­fristigen Vorteils, aber immer dann, wenn Sie mit der Bank dauer­haft unzufrieden sind.

Schritt 3 – eigenen Bedarf erkennen

Werden Sie sich klar darüber, was Sie von der neuen Bank erwarten. Persönliche Beratung bekommen Sie in der Regel bei einer Filial­bank, Erreich­barkeit rund um die Uhr bieten meist nur Direkt­banken. Achten Sie darauf, dass Sie jeder­zeit einfach und vor allem kostenlos an Bargeld kommen. Wenn Sie einen Dispokredit benötigen, erkundigen Sie sich vorher nach der Zins­höhe. Wirt­schaftlicher als der Dispo ist ein klassisches Darlehen. Die besten Angebote von Raten­krediten finden Sie im ständig aktualisierten Ratenkredit-Vergleich.

Schritt 4 – Bedingungen checken

Wenn Sie sich für eine Bank entschieden haben, prüfen Sie vor dem Ausfüllen des Konto­eröff­nungs­antrags, ob das Giro­konto an Bedingungen geknüpft ist – wie Online-Konto­führung, einen bestimmten monatlichen Geld­eingang, den Kauf eines Genossen­schafts­anteils oder Geld­anlage bei derselben Bank. Können Sie diese Bedingungen problemlos erfüllen? Wenn Sie sofort einen Dispokredit benötigen, fragen Sie bei der neuen Bank nach, wie schnell Sie diesen bekommen können. Halten Sie dafür Ihre letzten drei Gehalts­bescheinigungen bereit.

Giro­konto-Vergleich Testergebnisse für 421 Giro­konten

Schritt 5 – Beim Wechsel von der Bank unterstützen lassen

Wenn Sie bei der neuen Bank das Konto eröffnet haben, erkundigen Sie sich, welche Hilfe die Bank beim Konto­wechsel bietet. Entweder Sie füllen das Formular für die gesetzliche Kontenwechsel­hilfe aus, mit dem Sie die neue Bank ermächtigen, alle für den Wechsel nötigen Daten bei der alten Bank anzu­fordern. Online­kunden fahren meist besser mit dem digitalen Konto­wechsel­service. In beiden Fällen bekommen Sie eine Über­sicht aller Buchungen der letzten 13 Monate, sortiert nach Last­schriften, Dauer­aufträgen und Geld­eingängen. Wie gut der Wechsel­service klappt, lesen Sie in unserem Test Girokontowechsel.

Schritt 6 – Zahlungs­empfänger auswählen

Anhand der Liste können Sie einzeln auswählen, welche Zahlungs­partner über die neue Konto­verbindung informiert werden sollen. Das über­nimmt die neue Bank per Brief – also etwa an den Arbeit­geber, den Strom­versorger oder den Kredit­geber. Dauer­aufträge müssen Sie bei der alten Bank löschen und bei der neuen Bank wieder einrichten. Bei manchen Zahlungs­part­nern müssen Sie die Bank­verbindung im Kunden­profil selbst ändern, zum Beispiel bei Amazon oder Paypal.

Schritt 7 – Konto­wechsel kontrollieren

Über­lassen Sie nicht alles der Bank. Drucken Sie die Liste der Zahlungs­partner aus. Sie können dann kontrollieren, wer Ihnen den Erhalt der neuen Konto­verbindung schon bestätigt hat. Manchmal müssen Sie noch ein wenig nach­arbeiten, weil Zahlungs­partner die Bank­schreiben nicht akzeptieren.

Schritt 8 – altes Konto kündigen

Lassen Sie das alte Giro­konto noch so lange mit etwas Guthaben bestehen, bis Ihnen alle Zahlungs­partner die neue Konto­verbindung bestätigt haben. Es kann sein, dass für das alte Konto dann Gebühren fällig werden. Das ist aber besser als kosten­pflichtige Rück­buchungen, weil das Konto nicht gedeckt ist. Wenn alle Buchungen über­tragen sind, können Sie das alte Giro­konto formlos ohne Frist und kostenlos kündigen und das Rest­guthaben auf das neue Konto über­tragen lassen.

Konto­wechsel selbst durch­führen

Wenn Sie auf den neuen Service verzichten wollen, können Sie den Konto­wechsel nach wie vor auch selbst in die Hand nehmen. Sie müssen dann selbst ermitteln, welche Zahlungs­partner Sie über Ihren Konto­wechsel informieren müssen, und auch die Mitteilungen verschi­cken. Das geht am besten, wenn Sie die Konto­auszüge von mindestens drei Monaten durch­sehen. Am besten vom Anfang eines Jahres, da in diesem Zeitraum oft auch jähr­liche Zahlungen abgehen, zum Beispiel Versicherungs­beiträge.

Wichtig: Vergessen Sie nicht, den Konto­wechsel auch Ihrem Arbeit­geber, Vermieter, Strom­versorger und dem Tele­kommunikations­anbieter mitzuteilen.

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473 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Klaus-Mayer am 19.05.2022 um 19:13 Uhr
Kontowechsel kann trotz Gesetz zum Desaster werden

Vor einem Kontowechsel, wie er hier ab Kosten von 60 Euro propagiert wird, kann man nur warnen. So teuer kann ein Konto gar nicht sein, als daß ein Wechsel sinnvoll werden könnte. Bei mir wurde das Vorhaben zum reinsten Desaster, obwohl der Ablauf des gesetzlichen Kontenwechsels im sicherlich gutgemeinten Zahlungskontengesetz (ZKG) bis zur letzten Einzelheit genau vorgegeben ist.
Zwei Monate nach Beauftragung (der sog. "Ermächtigung") war mein altes Konto, wie von mir im ausgefüllten "Ermächtigungsformular" als Ziel eingetragen, nicht mehr verfügbar, aber kein einziger Lastschrifteinreicher oder Geldeinzahler wußte etwas von dem neuen Konto, obwohl das laut Gesetz schon spätestens 12 Geschäftstage nach der Beauftragung hätte so sein müssen. Laufende Mahnungen waren die Folge.
Die schon drei Wochen nach Einreichung des Formulars wegen des sich abzeichnenden Scheiterns von mir informierte BaFin, die für die Überwachung zuständig ist, zeichnete sich jedoch durch Untätigkeit aus.

siriustag21 am 18.05.2022 um 11:39 Uhr
comdirect bank immer kundenunfreundlicher

Ich habe seit vielen Jahren ein Girokonto und ein Depot bei der comdirect. Früher war das eine servicefreundliche Bank. Wertpapierkäufe u. Verkäufe sind bei der comdirect (schon immer) sehr teuer, deshalb nutze ich das Depot nicht u. bin beim Depot zu einer anderen Bank gewechselt. Die comdirect erschwert das Onlinebanking in den letzten Jahren durch häufige TAN-Abfrage beim Login u. permanente TAN-Abfrage beim Aufruf von Ordervorlagen u. der Postbox. Die comdirect bank hat bisher keine höheren Freibeträge beim Verwahrentgelt angekündigt (wie die ING zum 01.07.2022) und hat es bis zum 18. Mail 2022 nicht geschafft, die Jahressteuerbescheinigung 2021 ins Postfach einzustellen, Beschwerden werden erst nach Wochen bearbeitet. Das ist alles andere als kundenfreundlich. Nur der hohe Aufwand des Kontowechsels hält mich bisher davon ab, die Bank auch beim Girokonto zu wechseln.

HumanBeing am 17.05.2022 um 13:06 Uhr
Höhere Gebühren für Händler durch Visa Debit

Liebe Test-Redaktion, mir fehlt bei dem Artikel, dass die Gebühren für den Handel bei Visa Debit im Vergleich zu Girocard höher sind. Das fördert die Akzeptanz nicht. Ich konnte gerade mit meiner neuen Visa-Debit-Karte, welche laut Bank-Werbung Kreditkarte und Girokarte ersetzen soll, nicht in einem Restaurant bezahlen. Mit Girocard wäre es gegangen.

genea99 am 01.04.2022 um 07:44 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Profilbild Stiftung_Warentest am 28.03.2022 um 12:44 Uhr
N26 Standard

@Meekah: Vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben in der Fußnote 3 die Information zur Kostenfreiheit der virtuellen Kreditkarte ergänzt.