Giro­konto

Warum jeden Monat 5 Euro oder mehr Konto­führungs­gebühren für das Gehalts- oder Renten­konto bezahlen? Das kostenlose Giro­konto gibt es noch – wenn auch seltener. Allerdings müssen sich Bank­kunden dann meist dafür entscheiden, das Giro­konto per PC zu führen, auf einen Ansprech­partner vor Ort zu verzichten oder andere Bedingungen zu erfüllen. Regel­mäßige Unter­suchungen der Stiftung Warentest zeigen, dass Kunden mit einem Giro­konto­wechsel bis zu 200 Euro im Jahr sparen können. Mehr

Kostenlos ohne Bedingungen

Gratis­konto heißt für die Experten von Finanztest, dass die Bank keine monatliche Konto­führungs­gebühr verlangt, keine Kosten für die Girocard (früher: ec-Karte) in Rechnung stellt und auf Vorgaben wie eine Mindest­höhe für den Geld­eingang verzichtet. Ob die Kreditkarte gratis ist, spielt keine Rolle, denn kein Kunde ist gezwungen, die Kreditkarte seiner Bank zu nehmen. Bei einem Test Girokonten mit fast 250 Konto­modellen fanden wir 25 Gratis­konten ohne Wenn und Aber. Vor zwei Jahren waren 13 Banken weniger im Test, aber es gab fünf bedingungs­lose Konten mehr.

Kostenlos mit Bedingungen

Manchmal stellen die Banken Bedingungen für ihre kostenlosen Giro­konten, die ganz unterschiedlich ausfallen können. Eine nied­rige Hürde ist der Genossen­schafts­anteil von meist 52 Euro, den Neukunden bei den meisten Sparda-Banken bezahlen müssen, um ein Gratis­konto zu bekommen. Höher ist die Hürde, wenn ein bestimmter monatlicher Geld­eingang verlangt wird, zum Beispiel bei der Post­bank 3 000 Euro (Konto Giro extra plus ab 1. November 2016).

Nicht nur auf den Preis schauen

Bank­kunden sollten bei der Wahl nicht nur auf den Preis schauen. Wichtig ist, dass sie ohne große Umwege kostenlos an Bargeld kommen. Das geht immer an den Auto­maten der eigenen Bank oder des Banken­verbundes. Außer­halb des Auto­maten­verbundes kann Geld­abheben sehr teuer werden.

Jeder hat Anspruch auf ein Guthaben­konto

Banken dürfen niemandem die Eröff­nung eines Giro­kontos verwehren. Sie müssen ihnen mindestens ein sogenanntes Basis­konto eröffnen – auch Obdachlosen, Asyl­suchenden und geduldeten Flücht­lingen. Das Basis­konto muss die gleichen Zahlungs­dienste ermöglichen wie ein normales Giro­konto, wird aber meist auf Guthabenbasis geführt. Der Konto­inhaber bekommt auch eine Zahlungs­karte, kann damit aber keine Schulden machen. Die Kredit­institute sollen für die Konto­führung „nur angemessene Entgelte verlangen“ dürfen. Ober­grenzen hat der Gesetz­geber nicht fest­gelegt (mehr dazu in unserer Meldung Künftig hat jeder Anspruch auf ein Guthabenkonto).