Hand­ytarife für Flücht­linge Special

Für viele Menschen auf der Flucht buch­stäblich ein Über­lebens­mittel: das Smartphone.

Flücht­linge sind auf Mobiltelefone angewiesen. Nur so können sie mit ihren Verwandten in Kontakt bleiben und den Alltag organisieren. Wer in Deutsch­land mobil telefonieren will, muss jedoch einiges beachten. test.de hat für insgesamt 14 Länder recherchiert, mit welchen Handy­tarifen Geflüchtete besonders günstig in ihre Heimat telefonieren. Unsere Tipps für die Orientierung im deutschen Mobil­funk-Tarifd­schungel bieten wir auch in eng­lischer und arabischer Sprache an.*

Über­lebens­mittel Smartphone

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Was müssen Flücht­linge wissen, wenn sie in Deutsch­land mobil telefonieren wollen, welche Anbieter sind besonders günstig? Der test.de-Podcast zum Thema (6. November 2015).

Viele Flücht­linge, die in jüngerer Zeit nach Deutsch­land gekommen sind, besitzen ein Smartphone. Oft hatte das Gerät ihnen während der Flucht bei der Orientierung geholfen. In den Flücht­lings­unterkünften nutzen die Menschen ihre Mobiltelefone, um mit Verwandten zu sprechen, die in der Heimat geblieben sind – oder sich weiterhin auf der Flucht befinden. Mit einem Smartphone können Flücht­linge außerdem die politische Lage in ihren Heimatländern verfolgen. Handys helfen ihnen auch bei der Suche nach einer länger­fristigen Unterkunft und bei der Vorbereitung von Behördengängen. Verläss­liche Informationen zu den Themen Hand­ytarife und Internet­zugang sind für Flücht­linge daher besonders wichtig.

Einfacher Start

In Deutsch­land mobil zu telefonieren ist unkompliziert. SIM-Karten für Mobiltelefone werden unter anderem in Supermärkten und an Kiosken verkauft. Auch Asylbewerber und Flücht­linge, die noch nicht registriert sind, können in Deutsch­land mit ihren Handys telefonieren. Dazu können sie sogenannte Prepaid-Karten nutzen. Zur Akti­vierung der Karten müssen Flücht­linge eine deutsche Adresse angeben. In den ersten drei Monaten reicht es, wenn die Adresse der Erst­aufnahme­stelle genannt wird.

Merk­blätter zum Ausdrucken in eng­lischer und arabischer Sprache

Was Neuankömm­linge beachten müssen, wenn sie mit dem Handy in Nicht-EU-Ländern anrufen, erklären die Merk­blätter der Stiftung Warentest. Die unabhängige Verbraucher­schutz­organisation hat die wichtigsten Fakten zum Thema zusammen­gestellt und sowohl ins Eng­lische als auch ins Arabische über­setzen lassen. Die Merk­blätter in den Sprachen Deutsch, Eng­lisch und Arabisch können Sie hier als PDF herunter­laden und ausdrucken.

Tarife unterscheiden sich stark je nach Land und Anbieter

Für Mobil­funk­betreiber, die sich auf interna­tionale Gespräche spezialisiert haben, sind Flücht­linge mitt­lerweile wichtige Kunden. Mitunter besuchen die Mobil­funk­mit­arbeiter Flücht­lings­unterkünfte, um ihre Produkte zu verkaufen. Doch nicht jeder angebotene Tarif ist auf die Bedürf­nisse von Flücht­lingen zuge­schnitten. Außerdem kann es sein, dass ein Anbieter für ein bestimmtes Land güns­tige Tarife im Angebot hat, für andere Länder hingegen nicht. So kann man mit einigen Anbietern verhält­nismäßig günstig in den Nahen Osten telefonieren, andere bieten bessere Konditionen für Gespräche nach Afrika oder in die Balkan­staaten.

Kurze Telefonate sind teurer

Von Deutsch­land aus mit dem Handy in Länder wie Syrien, Eritrea oder die Balkan­staaten zu telefonieren, kann teuer werden. So liegen die Prepaid-Gebühren für Telefonate in das Mobilnetz im Kosovo bei mindestens 18 Cent pro Minute. Deutlich güns­tiger ist es zum Beispiel, in Pakistan, Nigeria oder im Irak anzu­rufen. Für Handy-Telefonate in diese Länder gibt es güns­tige Minuten­preise, die zwischen 1 und 9 Cent betragen. Wichtig: Fast immer wird bei den speziellen Auslands­tarifen pro Gespräch eine Vermitt­lungs­gebühr fällig. Meist muss man pro Verbindung 15 Cent extra zahlen. Viele kurze Telefonate zu machen ist dann besonders teuer. Ein PDF mit güns­tigen Tarifen für 14 ausgewählte Länder finden Sie links oben unter „Inhalt“.

Orientierung für Flücht­linge und Helfer

Deutsch lernen. Flücht­linge warten oft Monate auf freie Plätze in staatlich finanzierten Deutsch­kursen. Da viele Neuankömm­linge ein Smartphone besitzen, wollte die Stiftung Warentest wissen: Können Apps beim Deutsch­lernen helfen? Zwölf Apps für arabisch­sprachige Erwachsene und Kinder waren im Test. Zwei sind empfehlens­wert. Unseren Test Apps zum Deutschlernen haben wir auch ins Arabische über­setzen lassen.

Geflüchtete unterstützen. Viele wollen helfen, fragen sich aber: Wie kann ich das am besten tun? Einen Wegweiser für freiwil­lige Helfer finden Sie in unserem Special Hilfe für Flüchtlinge. Eine Orientierungs­hilfe für das Leben in Deutsch­land bietet ein Buch der Bundes­zentrale für politische Bildung, das in zehn Sprachen verfasst ist (u.a. Deutsch, Eng­lisch, Französisch, Arabisch und Dari). Es trägt den Titel Ankommen und richtet sich an Flücht­linge, die noch nicht an staatlichen Integrations- und Deutsch­kursen teilnehmen können.

* Dieses Special ist erst­mals am 6. November 2015 auf test.de erschienen. Es wurde am 15. Juni 2016 umfassend aktualisiert. Tarife: Stand 13. Juni 2016.

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