Bei der Planung der Rente darf ein Blick auf die zukünftigen Abgaben nicht fehlen.

Auch Rentner müssen mit Abzügen für Steuern und Sozial­abgaben rechnen. Bei der Planung der Renten­einkünfte sollten diese Abgaben unbe­dingt berück­sichtigt werden, damit es später nicht zu bösen Über­raschungen kommt. Die verwirrende Abgaben­politik in Deutsch­land erschwert allerdings den Über­blick. Wir zeigen, welche Abgaben bei welchen Renten­arten fällig werden.

Sozial­abgaben auf Ihre Renten

Die meisten Rentner sind pflicht­versichert in einer gesetzlichen Krankenkasse. Sie zahlen nur Beiträge auf die gesetzliche Rente und die Betriebsrente. Einige Rentner sind nur freiwil­lig gesetzlich versichert, etwa weil sie im Berufs­leben länger Privatpatienten waren. Hier können bis zur Beitrags­bemessungs­grenze (2020: 56 250 Euro) Sozial­abgaben für weitere Einnahmen wie Kapital­einkünfte, Privat- und Riester-Renten anfallen. Für einige der Einnahmen gilt ein ermäßigter Beitrags­satz (siehe Tabelle), es sei denn, die betroffene Person wählt einen gesetzlichen Krankengeld­anspruch. In diesem Fall werden auf alle Einnahmen der allgemeine Beitrags­satz fällig. Privat kranken­versicherte Rentner zahlen ihre Beiträge unabhängig vom Einkommen.

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Mit diesen Abgaben müssen gesetzlich versicherte Rentner rechnen

Auch Rentner müssen Sozial­abgaben zahlen. Die Tabelle zeigt, für welche Einnahmen Beiträge an die gesetzliche Krankenkasse und die Pflege­versicherung fällig werden. Freiwil­lig versicherte Rentner müssen für mehr Arten von Einnahmen Abgaben zahlen als Pflicht­versicherte. Sie zahlen ab einer Mindest­einkommens­grenze und bis zur Beitrags­bemessungs­grenze.. Bis zu 735 Euro Abgaben im Monat sind so für sie möglich.

Wir rechnen mit einem durch­schnitt­lichen Zusatz­beitrag für die Krankenkasse von 1,1 Prozent. Außerdem gehen wir von Rentnern mit Kindern aus. Ohne Kinder zahlen Rentner 3,3 Prozent für die Pflege­versicherung. Stand der Werte: 01.01.2020.

Einkommen

Das zahlen Pflicht­versicherte in der Kranken­versicherung der Rentner
(KVdR)

Das zahlen Rentner, die freiwil­lig gesetzlich kranken­versichert sind

Einkommen

Das zahlen Pflicht­versicherte in der Kranken­versicherung der Rentner
(KVdR)

Das zahlen Rentner, die freiwil­lig gesetzlich kranken­versichert sind

Gesetzliche Rente (Alters-, Hinterbliebenen- und Erwerbs­minderungs­rente)

Für die Kranken­versicherung werden 15,7 Prozent der Bruttorente fällig. Die Hälfte, 7,85 Prozent, werden vor Auszahlung der Rente abge­zogen, die andere Hälfte über­nimmt auto­matisch die Deutsche Renten­versicherung.

Den Beitrag zur Pflege­versicherung von 3,05 Prozent zahlt der Rentner alleine.

Fällig werden 15,7 Prozent der Bruttorente. 7,85 Prozent zahlt der Rentner auf jeden Fall selbst, die restlichen 7,85 Prozent kann er als Zuschuss von der Deutschen Renten­versicherung erhalten, wenn er den Antrag dafür stellt.

Den Beitrag zur Pflege­versicherung von 3,05 Prozent zahlt der Rentner alleine.

Betriebs­rente

Rente: Für die Kranken­versicherung: 15,7 Prozent der Leistung, die über dem Frei­betrag von 159,25 Euro liegt. Für die Pflege­versicherung: 3,05 Prozent der gesamten Rente, sobald die Rente über einer Frei­grenze von 159,25 Euro liegt.

Einmalzahlung: Sie wird auf 120 Monate umge­legt. Für die Kranken­versicherung: Der Rentner zahlt 15,7 Prozent auf die fiktive Rente, die über dem Frei­betrag von 159,25 Euro liegt. Für die Pflege­versicherung: 3,05 Prozent der gesamten fiktiven Rente, sobald die Rente über einer Frei­grenze von 159,25 Euro liegt.

Rente: 15,7 Prozent der Leistung für die Kranken­versicherung. 3,05 Prozent für die Pflege­versicherung

Einmalzahlung: Sie wird auf 120 Monate umge­legt. Der Rentner zahlt zehn Jahre lang 15,7 Prozent des monatlichen Werts für die Kranken­versicherung und 3,05 Prozent für die Pflege­versicherung.

Riester-Rente

Keine Beiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung.

15,1 Prozent der Leistung für die Kranken­versicherung (ermäßigter Beitrags­satz)*, 3,05 Prozent für die Pflege­versicherung.

Rürup-Rente

Keine Beiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung.

15,1 Prozent der Leistung für die Kranken­versicherung (ermäßigter Beitrags­satz)*, 3,05 Prozent für die Pflege­versicherung.

Rente aus der gesetzlichen Unfall­versicherung

Keine Beiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung.

15,1 Prozent der Leistung für die Kranken­versicherung (ermäßigter Beitrags­satz)*, 3,05 Prozent für die Pflege­versicherung.

Rente aus einer privaten Renten­versicherung

Keine Beiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung.

15,1 Prozent der Leistung für die Kranken­versicherung (ermäßigter Beitrags­satz)*, 3,05 Prozent für die Pflege­versicherung.

Auszahlung aus der privaten Kapital­lebens­versicherung

Keine Beiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung.

Die Auszahlung wird auf 120 Monate umge­legt. 15,1 Prozent der Leistung für die Kranken­versicherung (ermäßigter Beitrags­satz)*, 3,05 Prozent für die Pflege­versicherung.

Einkommen aus angestellter Beschäftigung

Verdienst bis 450 Euro im Monat: Der Arbeit­geber über­weist für den jobbenden Rentner pauschal Sozial­abgaben.

Verdienst über 450 Euro im Monat: Der jobbende Rentner wird als Arbeitnehmer versicherungs­pflichtig. Er zahlt für den Verdienst anteilig Beiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung, aber keine Beiträge zur Arbeits­losen- und Renten­versicherung.

Verdienst bis 450 Euro im Monat: Der Arbeit­geber über­nimmt für den jobbenden Rentner die Beiträge zur Kranken­versicherung. Beiträge zur Pflege­versicherung zahlt dieser jedoch aus eigener Tasche.

Verdienst über 450 Euro im Monat: Der Angestellte wird aufgrund seiner Beschäftigung als Arbeitnehmer versicherungs­pflichtig und zahlt für den Verdienst anteilig Beiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung, aber keine Beiträge zur Renten- und Arbeits­losen­versicherung.

Einkünfte aus Kapital­vermögen (zum Beispiel Zinsen, Dividenden, Gewinne aus Wert­papier­verkäufen)

Keine Beiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung.

15,1 Prozent der Einkünfte für die Kranken­versicherung (ermäßigter Beitrags­satz)*. 3,05 Prozent für die Pflege­versicherung. Einkünfte sind Kapital­einnahmen minus Werbungs­kosten.

Miet­einkünfte

Keine Beiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung.

15,1 Prozent der Einkünfte (Miet­einnahmen minus Werbungs­kosten) für die Kranken­versicherung (ermäßigter Beitrags­satz)*, 3,05 Prozent für die Pflege­versicherung.

      Freiwil­lig oder pflicht­versichert in der Kranken­versicherung der Rentner (KVdR)

      In der Kranken­versicherung der Rentner (KVdR) sind nur diejenigen Rentner pflicht­versichert, die in der zweiten Hälfte des Berufs­lebens mindestens 90 Prozent der Zeit gesetzlich versichert waren. Aber auch Erziehungs­zeiten aus der ersten Hälfte des Arbeits­lebens werden ange­rechnet.

      Tipp: Die güns­tigste Krankenkasse auch für Rentner finden Sie in unserem Krankenkassenvergleich.

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      Renten­besteuerung

      Auch viele Rentner müssen Steuern zahlen. Allerdings sind die Steuern meistens deutlich nied­riger als die Abgaben für Kranken- und Pflege­versicherung. Für Rentner mit geringen Einkommen entfallen sie meist sogar ganz.

      Tipp: Alle Tipps zur Steuererklärung – nicht nur für Rentner – finden Sie in unserem Heft Finanztest Spezial Steuern 2020.

      Steuererklärung für Rentner

      Was viele Rentner über­rascht: Sie sind verpflichtet eine Steuererklärung abzu­geben, wenn ihre gesamten steuer­pflichtigen Einkünfte über dem Grund­frei­betrag von 9 408 Euro (2020) liegen. Das heißt aber noch nicht auto­matisch, dass sie Steuern zahlen müssen. Dank Abzügen wie etwa der Krankenkassenbeiträge müssen Rentner oft erst ab einer monatlichen gesetzlichen Rente von 1 170 Euro über­haupt Steuern zahlen, wenn sie keine weiteren Einkünfte haben.

      Tipp: Mit unserem Finanztest-Rechner für Steuern für Rentner können Sie einschätzen, welche steuerliche Belastung auf Sie zukommen wird.

      Ausgaben helfen beim Steuern sparen

      Rentner senken ihr zu versteuerndes Einkommen außerdem, indem sie Ausgaben geltend machen: zum Beispiel Versicherungs­beiträge, Spenden, Ausgaben für Medikamente und medizi­nische Behand­lungen. Auch Ausgaben für Hand­werker zählen.

      Gesetzliche Rente und Steuern

      Die Steuer, die Rentner auf ihre gesetzliche Rente zahlen müssen, richtet sich nach dem Jahr des Renten­beginns. Wer 2020 in den Ruhe­stand geht, erhält 20 Prozent seiner Rente steuerfrei. Wer schon 2005 in Rente war, bekam die Hälfte steuerfrei. Der Rentenfrei­betrag in Euro gilt immer auch für die folgenden Jahre. Die jähr­lichen Renten­erhöhungen müssen voll versteuert werden.

      Alles rund um Steuern und Rente auf test.de

      Steuerbe­rechnung für Rentner Finanztest-Rechner für Steuern für Rentner
      Steuern und Rente So haben Sie unter dem Strich mehr Geld
      Konkrete Beispiele anhand von Musterfällen Finanzplan für die Rente
      Finanztest-Ratgeber für die Steuererklärung Finanztest Spezial Steuern 2020
      Rente im Ausland So läuft es mit der Steuer

      Riester-Rente und Steuern

      Riester-Rente. Da Sparer mit der Riester-Rente in der Anspar­phase Steuern sparen konnten, müssen sie als Rentner auf die Riester-Rente Einkommens­steuer zahlen. Allerdings hängt die Versteuerung davon ab, welche der fünf Riester-Auszahlformen man wählt. Mehr zu den Gestaltungs­möglich­keiten bei der Riester-Rente in unserem Artikel Riester-Auszahlung im Steuercheck.

      Betriebs­rente und Steuern

      Auch auf Betriebs­renten aus Pensions­kassen, Pensions­fonds oder Direkt­versicherungen bezahlen Rentner Einkommens­steuer, egal ob sie eine Kapital­auszahlung oder Rentenzahlung wählen. Manche Betriebs­renten aus Direkt­zusagen oder Unterstüt­zungs­kassen werden steuerlich anders behandelt und bestimmte Frei­beträge ange­rechnet. Wurden die Beiträge zur betrieblichen Alters­vorsorge aus voll oder pauschal versteuertem Einkommen gezahlt, ist nur der nied­rigere Ertrags­anteil (siehe private Renten­versicherung) steuer­pflichtig. Wurde eine Direkt­versicherung vor 2005 abge­schlossen und der Arbeit­geber hat pauschal versteuerte Beiträge einge­zahlt, kann der Rentner die Summe heute steuerfrei ausgezahlt bekommen.

      Private Renten­versicherung und Steuern

      Bei einer Rentenzahlung ist nur der Ertrags­anteil steuer­pflichtig. Dieser Anteil richtet sich danach, wann der Sparer in Rente bezieht. Bei einem Renten­beginn mit 65 Jahren liegt der Ertrags­anteil bei 18 Prozent. Das heißt nur 18 Prozent der Rente müssen mit dem persönlichen Steu­ersatz versteuert werden.

      Bei einer Kapital­auszahlung hängt die Versteuerung davon ab, wann die Versicherung abge­schlossen wurde.

      Abschluss vor 2005. Die Kapital­auszahlung ist komplett steuerfrei, wenn:

      • Lauf­zeit mindestens zwölf Jahre
      • Mindestens fünf Jahre Beiträge gezahlt

      Ansonsten werden auf die Zins­erträge 25 Prozent Abgeltung­steuer plus Solidaritäts­zuschlag und gegebenenfalls Kirchen­steuer fällig.

      Abschluss seit 2005. Es müssen nur die Hälfte der Erträge mit dem persönlichen Steu­ersatz versteuert werden, wenn:

      • Lauf­zeit mindestens zwölf Jahre
      • Auszahlung frühestens mit 60 Jahren (Nach 2012 abge­schlossene Verträge: frühestens mit 62 Jahren)

      Ansonsten werden auf die Zins­erträge 25 Prozent Abgeltung­steuer plus Solidaritäts­zuschlag und gegebenenfalls Kirchen­steuer fällig.

      Kapital­lebens­versicherungen und Steuern

      Bei einer Kapital­lebens­versicherung hängt die Versteuerung davon ab, wann die Versicherung abge­schlossen wurde.

      Abschluss vor 2005. Die Kapital­auszahlung ist komplett steuerfrei, wenn:

      • Lauf­zeit mindestens zwölf Jahre
      • Mindestens fünf Jahre Beiträge gezahlt
      • Mindestens 60 Prozent der Beiträge als Todes­fall­summe vereinbart*

      Ansonsten werden auf die Zins­erträge 25 Prozent Abgeltung­steuer plus Solidaritäts­zuschlag und gegebenenfalls Kirchen­steuer fällig.

      Abschluss seit 2005. Es müssen nur die Hälfte der Erträge mit dem persönlichen Steu­ersatz versteuert werden, wenn:

      • Lauf­zeit mindestens zwölf Jahre
      • Auszahlung frühestens mit 60 Jahren (Nach 2012 abge­schlossene Verträge: frühestens mit 62 Jahren)
      • Bei Vertrags­abschluss seit 1. April 2009 mindestens 50 Prozent der Beitrags­zahlung als Todes­fall­summe vereinbart*

      Ansonsten werden auf die Zins­erträge 25 Prozent Abgeltung­steuer plus Solidaritäts­zuschlag und gegebenenfalls Kirchen­steuer fällig.

      Steuern auf Zinsen und Kapital­einkünfte

      Kapital­erträge werden mit der sogenannten Abgeltungs­steuer versteuert. Erträge, die über dem „Sparerpausch­betrag“ von 801 Euro liegen, werden pauschal mit 25 Prozent zuzüglich Soli und eventuell Kirchen­steuer besteuert. Liegt der persönliche Steu­ersatz des Rentners unter 25 Prozent, kann er sich über die Steuererklärung Geld wieder­holen.

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      Beispiel Musterfall Rentner

      Ein Rentner ist 2019 in Rente gegangen ist in der Kranken­versicherung der Rentner pflicht­versichert und hat folgende Einkünfte:

      • 1 800 Euro gesetzliche Rente
      • 400 Euro Betriebs­rente
      • 100 Euro Riester-Rente

      Sozial­abgaben Musterfall

      Für seine gesetzliche Rente zahlt der Rentner 7,85 Prozent Kranken­versicherungs­beiträge und 3,05 Prozent Pflege­versicherungs­beiträge. Das sind zusammen 196,20 Euro.

      Von der Betriebs­rente wird der Frei­betrag von 159,25 Euro abge­zogen. Auf die verbleibenden 240,75 Euro zahlt er 15,7 Prozent Kranken­versicherungs­beiträge. Pflege­versicherung von 3,05 Prozent zahlt er auf die gesamte Betriebs­rente. Das sind zusammen 50 Euro.

      Auf die Riester-Rente zahlt der Rentner keine Sozial­abgaben.

      Seine Einkünfte reduzieren sich durch die Sozial­abgaben um 246,20 Euro

      Steuern Musterfall

      Auf seine Gesamt­einnahmen von 27 600 Euro im Jahr muss der Rentner rund 1961 Euro (163,42 Euro monatlich) Einkommens­steuern und 108 Euro (9 Euro monatlich) Solidaritäts­zuschlag zahlen.

      Bruttorente und Nettorente

      Von den Bruttorenten von 2 300 Euro bleiben dem Rentner nach Steuern und Sozial­abgaben noch rund 1881 Euro übrig.

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      Dieser Basis­text zu Steuern und Sozial­abgaben im Renten­alter gibt einen Über­blick über die allgemeinen Regeln. Im Steuer- und Sozialrecht gibt es immer wieder Ausnahmen. Für genauere Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen Lohn­steuer­hilfe­ver­ein oder einen Steuerberater.

      *Wert korrigiert am 20.01.2020.

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