Auch in diesem Jahr stiegen die Beitrags­bemessungs­grenzen in der Sozial­versicherung weiter an. Davon betroffen sind vor allem Gutverdiener. Nach Angaben des Bundes­ministeriums für Arbeit und Soziales stieg auch die Versicherungs­pflicht­grenze. Dadurch wird der Wechsel in die private Kranken­versicherung für viele schwerer.

Steigende Löhne heben die Grenzen an

Einfluss auf die Sozial­versicherungs­größen hat jeweils die Einkommens­entwick­lung des vorvergangenen Jahres. Nach Angaben des Bundes­ministeriums für Arbeit und Soziales stiegen Löhne und Gehälter im Bundes­gebiet beispiels­weise im Jahr 2017 um 2,52 Prozent. Dieser Anstieg wird bei der Fest­setzung der Beitrags­bemessungs­grenzen für das Jahr 2019 in der gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeits­losen­versicherung berück­sichtigt.

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Beitrags­bemessungs­grenzen für die Sozial­versicherung

Danach steigt die Beitrags­bemessungs­grenze der Kranken- und Pflege­versicherung von 4 425 Euro auf 4 537,50 Euro brutto pro Monat oder 54 450 Euro im Jahr (2018: 53 100 Euro). Dadurch erhöht sich die Grenze, bis zu der Arbeitnehmer Beiträge auf ihr Einkommen zahlen, um 111,50 Euro im Monat. Wer mehr verdient, muss trotzdem nicht mehr Beitrag zahlen, denn Einkünfte ober­halb der Bemessungs­grenze sind beitrags­frei. Auch in der Arbeits­losen- und Renten­versicherung erhöhen sich diese Grenzen. Sie steigen laut Bundes­ministerium für Arbeit und Soziales im Westen um 200 Euro auf 6 700 Euro monatlich und um 350 Euro auf 6 150 Euro im Monat in den ostdeutschen Bundes­ländern. Die Werte für Ost- und West­deutsch­land nähern sich schritt­weise an. Bis zum Jahr 2025 soll der Unterschied zwischen alten und neuen Bundes­ländern ausgeglichen sein.

Grenzen

Brutto­lohn 2018
(Euro)

Brutto­lohn 2019
(Euro)

Monat

Jahr

Monat

Jahr

Kranken- und Pflege­versicherung

Versicherungs­pflicht­grenze

4 950

59 400

5 062,50

60 750

Beitrags­bemessungs­grenze

4 425

53 100

4 537,50

54 450

Renten- und Arbeits­losen­versicherung

Beitrags­bemessungs­grenze

West: 6 500

Ost:    5 800

West: 78 000

Ost:    69 600

West: 6 700

Ost:    6 150

West: 80 400

Ost:    73 800

    Quelle: Bundes­ministerium für Arbeit und Soziales.

      Arbeitnehmer­anteil an den Sozial­abgaben

      Die Sozialbeiträge (Beiträge für die gesetzliche Kranken-, Pflege-, Arbeits­losen- und Renten­versicherung) zahlen Arbeitnehmer und Arbeit­geber je zur Hälfte. In der Kranken­versicherung war dies einige Jahre lang anders, erst seit 2019 zahlen die Arbeit­geber auch die Hälfte des Zusatz­beitrags. Dadurch hat sich der Arbeitnehmer­anteil für fast alle verringert – trotz höherer Bemessungs­grenzen. In der Tabelle haben wir den durch­schnitt­lichen fiktiven Zusatz­beitrags­satz in die Berechnung einbezogen. Er beträgt derzeit 0,9 Prozent, der gesamte Krankenkassen-Beitrags­satz beträgt in unserem Beispiel also 15,5 Prozent (Jahr 2019). Der durch­schnitt­liche Zusatz­beitrags­satz wird jedes Jahr vom Bundes­gesund­heits­ministerium fest­gelegt und gilt etwa für Gering­verdiener oder Bezieher von Arbeits­losengeld II. Weicht eine Krankenkasse bei der individuellen Fest­legung von diesem Zusatz­beitrags­satz ab, kann es für Versicherte güns­tiger oder auch teurer werden.

      Brutto­lohn monatlich (Euro)

      Sozial­abgaben 2018 (Euro) 1

      Sozial­abgaben 2019 (Euro) 1

      Veränderung (Euro)

      Ost

      West

      Ost

      West

      Ost

      West

      4 000

      817,00

      793,00

      -24,0

      4 500

      911,9

      892,10

      -19,8

      5 000

      966,2

      943,8

      -22,4

      5 500

      1020,4

      996,6

      -23,8

      6 000

      1 053,0

      1 074,7

      1 049,3

      -3,7

      -25,4

      ab 6 700

      1 053,0

      1 129,0

      1 065,2

      1 123,2

      12,2

      -5,8

        • 1 Arbeitnehmer mit Kind, Krankenkassenbeitrag insgesamt 15,5 %.

        Wechsel in die private Kranken­versicherung

        Gesetzlich Kranken­versicherte können ab dem kommenden Jahr erst in die private Kranken­versicherung wechseln, wenn sie mehr als 5 062,50 Euro im Monat beziehungs­weise 60 750 Euro im Jahr verdienen alle Informationen zur privaten Krankenversicherung. 2018 reichte für den Wechsel noch ein Brutto­jahres­gehalt von 59 400 Euro monatlich aus. Für Arbeitnehmer, die bereits am 31. Dezember 2002 ein Einkommen über der Versicherungs­pflicht­grenze hatten und privat versichert waren, gilt aus Bestands­schutz­gründen eine nied­rigere Grenze von 54 450 Euro im Jahr 2019.

        Tipp: Privat Versicherte können mit einem Beitrags­entlastungs­tarif dafür sorgen, dass die Beitrags­last im Alter nicht zu hoch wird. Wir haben solche Tarife getestet zum Vergleich Entlastungstarife private Krankenversicherung.

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