Erkältung Test

Husten, Schnupfen, Halsweh, Fieber: Apotheken und Drogerien bieten zahlreiche Mittel an, um Erkältungs­beschwerden zu lindern. Die Stiftung Warentest empfiehlt 50 wirkungs­volle und kostengüns­tige Helfer, darunter ist allerdings kein Kombinations­präparat.*

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TestErkältung22.01.2016
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Erkältung erwischt jeden Zweiten mindestens einmal im Jahr

Der Hals kratzt, die Nase läuft – und die Stimmung ist im Keller. Am nächsten Tag Husten. Kopfweh. Glieder­schmerzen. Erkältungs­krankheiten setzen auch in diesem Winter Millionen Menschen außer Gefecht: Jeden Zweiten erwischt es einmal oder öfter pro Jahr. Die meisten Betroffenen kämpfen mit Haus­mitteln oder Medikamenten gegen ihre Symptome. Nicht jedes Produkt, das Apotheken und Drogeriemärkte bewerben, ist eine gute Wahl. Um teure Fehlkäufe zu ersparen, haben die Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest ihre Daten­bank Medikamente im Test ausgewertet und die 50 aktuell preisgüns­tigsten unter den besten rezept­freien Mitteln gegen Schnupfen, Husten, Hals­schmerzen und Fieber zusammen­gestellt. Darunter finden sich etwa auch Hustensäfte auf Pflanzenbasis.

Jedes Symptom einzeln bekämpfen

Die viel­verkauften und intensiv beworbenen Kombiprä­parate wie Grip­postad C oder Wick MediNait versprechen, verschiedene Symptome gleich­zeitig zu lindern und enthalten daher mehrere Wirk­stoffe. Die Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest bewerten Kombimittel gegen Erkältungen aber als wenig geeignet. Schließ­lich treten Halsweh, Schnupfen, Husten und andere Symptome nicht immer in gleicher Konstellation auf, oft auch nach­einander. Sie auf Verdacht zusammen zu behandeln, ist nicht sinn­voll. Hinzu kommt, dass etwa bei Schnupfen ein lokal gesprühtes Nasen­spray eine verstopfte Nase gezielt befreit. Kombimittel dagegen werden geschluckt und wirken im ganzen Körper. Neben­wirkungen sind möglich. Wenn Wirk­stoffe in einem Präparat kombiniert sind, muss dieses Kombimittel nach Auffassung der Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest aber besser sein als ein Einzel­mittel. Im Testbe­richt Problematische Pillen (test 12/2013) geht die Stiftung Warentest ausführ­lich auf Kombiprä­parate ein.

Echinacea, Umck­aloabo, Vitamin C und Zink

Einige Verbraucher setzen auf spezielle Erkältungs­mittel auf pflanzlicher Basis. Darunter sind etwa Echinacea-Mittel, die Extrakte aus dem Kraut des Sonnenhuts (Echinacea purpurea) enthalten. Sie stehen im Ruf, unter anderem das Immun­system zu stärken und vor Infekten zu schützen. Auch beliebt: Umck­aloabo. Der Wurzelextrakt aus einer südafrikanischen Geranien­art soll Schleimhäute schützen, Schleim lösen, Bakterien abtöten und das Immun­system stärken. Zugelassen ist Umck­aloabo bei akuter Bronchitis. Wie die Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest Echinacea und Umck­aloabo sowie Präparate mit Vitamin C und Zink bewerten, verrät unser Testbe­richt. Noch ausführ­lichere Bewertungen finden Sie in unserer Daten­bank Medikamente im Test.

Kräuter­tees und ätherische Öle

Bereits alte Über­lieferungen schrieben vielen Pflanzen positive Effekte zu: Lindenblüten sollen den Körper ins Schwitzen bringen, Holunderblüten und Thymian Schleim lösen, Weiden­rinde und Mädesüß Schmerzen lindern. Die Wärme und Flüssig­keit tun bei Erkältungen auf jeden Fall gut. Ätherische Öle in Mitteln zum Einreiben oder in Bade­zusätzen können das Atmen erleichtern. Oft sind Eukalyptus, Pfefferminz, Kampfer enthalten. Allerdings können ätherische Öle bei Asth­matikern und Menschen mit anderen Atemwegs­erkrankungen Atemnot auslösen. Gleiches gilt für Kinder unter zwei Jahren, wenn Salben und Öle unter Mund und Nase gerieben werden. Auch Bäder können für sie riskant sein. Risiko­gruppen sollten darauf verzichten.

Gesundwerden braucht Zeit

Selbst die besten Mittel können Erkältungs­beschwerden nur lindern. Der Grund: Fast immer verursachen Viren den Infekt. Gegen die rund 200 bekannten Erreger ist kein Kraut gewachsen. Kein Medikament vertreibt sie schlag­artig. Das muss der Körper mit den Abwehr­kräften selbst leisten. Erwachsene brauchen meist sieben bis zehn Tage, um wieder fit zu werden. Kinder, deren Immun­system sich noch ausbildet, sind oft länger und häufiger krank: Bis zu zehn Infekte pro Jahr sind normal.

Fieber hilft dem Immun­system

Kinder fiebern bei Erkältungen häufig, Erwachsene selten. Von Fieber sprechen Mediziner, wenn die Körpertemperatur auf mindestens 38 Grad steigt – gemessen wird im Po. Von hohem Fieber ist bei Erwachsenen ab 39 Grad die Rede, bei Kindern ab 39,5 Grad. Im Ohr oder unterm Arm gemessen, ergibt sich eine um 0,5 Grad nied­rigere Temperatur. Wer dort misst, muss den Wert entsprechend nach oben korrigieren. Fieber schwächt Patienten, hat aber eine wichtige Funk­tion: Es hilft dem Immun­system, Viren zu töten. Gefähr­lich für die Betroffenen wird es erst ab etwa 42 Grad. Dann drohen Organschäden. Hohes Fieber lässt sich mit Medikamenten senken, Haus­mittel können da unterstützen.

Tipp: Ausführ­lichere Infos zu den Medikamenten und unseren Bewertungs­kriterien finden Sie in unserer Daten­bank Medikamente im Test.

Das bietet der test-Artikel

Die Gesund­heits­experten der Stiftung Warentest erklären, welche Wirk­stoffe und Arznei­mittel bei Erkältung helfen. Vier Tabellen zeigen, was bei Husten, Schnupfen, Hals­schmerzen und Fieber hilft. Die Tabellen nennen Wirk­stoffe, Darreichungs­formen und Preise für insgesamt 50 Erkältungs­mittel. Außerdem erklären wir, was von den gängigen Haus­mitteln und Kräutern zu halten ist, die bei Erkältungs­krankheiten einge­setzt werden.

* Dieser Test erschien erst­mals am 15. Februar 2014. Er wurde am 22. Dezember 2015 voll­ständig aktualisiert. Nutzer­kommentare können sich daher auf die alte Fassung beziehen.

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