Preis­vergleich auf Flugportalen Flüge im Schnitt ein Drittel teurer als bei der Air­line

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Preis­vergleich auf Flugportalen - Flüge im Schnitt ein Drittel teurer als bei der Air­line
Flugreisen über ein Vergleichs­portal im Netz zu buchen ist bequem, aber oft nicht die billigste Lösung. © Mauritius Images / Westend61

Vergleichs­portale leben vom Fernweh – und der Hoff­nung, zu sparen. Doch auf den Portalen kosten Flüge oft deutlich mehr als direkt bei der Air­line, das zeigt eine Stich­probe der Stiftung Warentest für 22 Flüge mit 4 Fluggesell­schaften. Bei Opodo war in einem Fall sogar fast das Doppelte des Air­line-Preises fällig.

Unüber­sicht­liches Angebot

Reisende mit Fernweh schauen sich spätestens jetzt nach Flügen um. Hunderte Flug­linien und mögliche Verbindungen machen das Angebot unüber­sicht­lich. Viele Flug­gäste ziehen Vergleichs­portale im Internet zu Rate. Nicht immer eine gute Idee, wie unsere Stich­probe bei den Portalen Bravofly, Opodo, Fluege.de, Flug24.de, Airline-direct.de und Billigfluege.de zeigt.

Hinschauen lohnt sich

Wir verglichen 22 Flüge mit 4 Air­lines von Berlin nach München und Palma de Mallorca, von Hamburg nach Oslo und von Düssel­dorf nach Paris. Fast immer war der Preis inklusive aller Leistungen beim Vergleichs­portal höher als direkt bei der Air­line: Wir zahlten im Schnitt gut ein Drittel mehr, in einem Fall bei Opodo fast das Doppelte.

Aufschläge für Gepäck und Sitz­platz

Portale bekommen von Fluggesell­schaften keine Provision, müssen aber Geld verdienen. Die Lösung: Sie bieten Service­leistungen der Air­lines mit Aufschlag an. Kostet das Aufgabegepäck von Düssel­dorf nach Paris bei Air France 25 Euro, nimmt fluege.de 35,10 Euro – ein Plus von stolzen 40 Prozent. Wir fanden zudem Aufschläge bei Steuern, Gebühren und der Sitz­platz­buchung.

Wahl der Zahlungs­art kann Flug teuer machen

Anbieter müssen nach europäischem Recht eine kostenlose, zumut­bare und gängige Zahlungs­möglich­keit anbieten. Billig­fluege.de, Air­line-direct.de, Fluege.de und Flug24.de ignorieren das. Dort kostet der Flug von Berlin nach München rund ein Viertel mehr, falls Kunden nicht mit einer firmen­eigenen Mastercard zahlen.

Lieber direkt bei der Air­line buchen

Opodo bietet seit einiger Zeit ein Abo-Modell an, das besonders güns­tige Flugpreise verspricht. Doch selbst mit „Prime“-Abo für 74,99 Euro jähr­lich kostet der Flug von Hamburg nach Oslo rund ein Drittel mehr als bei Ryanair direkt. Noch teurer wird es ohne Abo. Der mit 12,49 Euro beworbene Ausgangs­preis steigt mit Gepäck und Sitz­platz auf über 100 Euro − fast doppelt so viel wie bei der Air­line direkt.

Tipp: Vergleichen Sie die Preise bei Flugportalen. Buchen Sie Flüge aber direkt bei der Fluggesell­schaft.

Sparen für die Umwelt

Mit der Ersparnis könnten Sie den CO2-Ausstoß Ihres Fluges kompensieren. Durch einen Trip von Berlin nach Palma de Mallorca gelangen zum Beispiel etwa 700 kg CO2 in die Atmosphäre. Mit den rund 16 Euro, die in Klima­schutz­projekte fließen, gleichen Sie die Umwelt­belastung aus. Die Stiftung Warentest hat die Anbieter von CO2-Kompensation getestet.

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gonnar2408 am 05.03.2020 um 13:26 Uhr
Opodo

Wir suchten in Spanien einen Flug für 2 Personen von Alicante nach Bremen. Bei Ryanair direkt gab es einen Flug für ca.480 Euro. Auf der Webseite von Opodo wurde uns bei der Suche ein Preis von 115,99 € aufgeführt. Wir führten die vorgegebenen Schritte der Buchung aus. Beim Drücken auf " jetzt bezahlen " öffnete sich für höchstens ein paar Sekunden ein Fenster mit dem Preis von 649,94 €. Eine sofortige Stornierung war nicht möglich. Es gab eine Bestätigung am nächsten Tag. Telefonisch war in Berlin nur ein Voicesystem zu erreichen. Eine Stornierung per Mail mit dem Foto des Angebots über 115,99 € blieb unbeantwortet. Bei einem 2. Anruf in Berlin war wieder das Voicesysten angeschlossen. Eine Verbindung zu einem Mitarbeiter in Deutsch war möglich beim Tippen auf die Tastatur 1 des Telefons. Danach sagte das Voicesystem, ein Deutscher Mitarbeiter ist zur Zeit nicht erreichbar, man soll eine andere Sprache wählen. Diese Trickserei wird von mir juristisch weiter verfolgt !

Manue82 am 16.06.2019 um 10:23 Uhr
zweifelhafte Geschäftspraktiken

Die Flugportale Opodo und co haben durchaus ihre Daseinsberechtigung, da sie eben die Angebote mehrerer Airlines vergleichen.
Allerdings ist ihr Geschäftsgebahren mehr als zweifelhaft. Nicht nur für Gepäck und Sitzplätze, sondern auch für Umbuchung und Zahlung werden horrende Gebühren erhoben. Das verstößt ganz klar gegen EU-Recht! Es ist mir schleierhaft, warum hier nichts passiert.
Meiner Erfahrung nach können die Angebote der Flugportale bei komplizierten Reiseplänen durchaus günstiger sein als direkt bei den Airlines, da sie unterschiedliche Airlines miteinander verknüpfen und somit mehr Alternativen anbieten können.
Trotzdem sollte immer geprüft werden, ob man die gewünschte Verbindung nicht auch direkt bei der Airline buchen kann.
Bei komplexen Reisen lohnen sich manchmal auch Flugexpertenportale wie Chimpando und co, die auch mal von Warentest getestet wurden. Damit kann man sich das rumärgern mit den OTAs und ihren zweifelhaften Geschäftspraktiken sparen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 14.06.2019 um 11:20 Uhr
Begriffsklärung

@Blackhawk
Wir haben in unserer Stichprobe lediglich die Preise von Fluggesellschaften und Buchungsportalen einander gegenübergestellt. In den ermittelten Fällen war der Gesamtpreis inklusive Serviceleistungen rund ein Drittel höher als bei der Fluggesellschaft direkt. Daher raten wir, Flüge direkt bei der Airline zu buchen.
Meta-Suchmaschinen haben wir hier nicht untersucht, nehmen die Anregung aber gerne auf.
(rosch/asr/aci)

blackhawk am 14.06.2019 um 09:10 Uhr
Begriffsklärung

Danke für die Antwort! Ja, die Trennung ist nicht immer ganz klar.
Dennoch fehlt hier einfach, den Dreiklang ansatzweise herauszustellen:
Flugline: Be- und vertreibt Flüge.
OTA: Vertreibt und vergleicht Flüge verschiedener Gesellschaften
Metasuchmaschine: Vergleicht die über OTAs vertriebenen Flugangebote, i.A. kein Vertrieb
OTA ist der Supermarkt wo man zwischen ähnlichartigen Produkten wählen kann. Die OTA bestimmt aber den Preis durch aufschläge mit.
Deswegen kann ich ihren Tipp einfach nicht nachvollziehen. In 95% der Fälle zahlt man hier drauf.

Profilbild Stiftung_Warentest am 13.06.2019 um 17:39 Uhr
Flug­vergleichs­portale vs. OTA

@blackhawk
Sie haben natürlich Recht: Bei Opodo, Fluege.de und Co handelt es sich um Online Travel Agencies (OTAs). Nach unserem Verständnis ist allerdings der Begriff „Vergleichsportal“ nicht trennscharf, denn auch die OTAs werden von Verbrauchern ja zunächst zum Vergleich von Flugpreisen und -Verbindungen genutzt und nicht ausschließlich zur Buchung. Die von Ihnen genannten Swoodoo, Google Flights usw. sind Meta-Suchmaschinen, die nach dem Vergleich zur Buchung an Dritte weiterleiten. Wir nehmen uns Ihren Kommentar aber gerne zu Herzen und haben die Dachzeile zum besseren Verständnis in „Preisvergleich auf Flugportalen“ umbenannt.
(rosch/asr/aci)