Kühl- und Gefriergeräte Stromhunger wächst

Kühl- und Gefriergeräte - Stromhunger wächst

Immer wieder testet die Stiftung Warentest Kühl- und Gefriergeräte, zuletzt Einbau-Kühl­schränke und Kühl-Gefrier-Kombinationen. Dabei zeigten sich große Unterschiede beim Strom­verbrauch. Nun ergab eine Lang­zeitstudie: Je älter die Geräte werden, desto mehr Energie fressen sie. Die test-Experten erklären, warum das so ist.

„Voll­jährige“ Kühl­schränke brauchen im Schnitt rund ein Viertel mehr Strom

Schon im Jahr 2011 stellten die Tester der Stiftung Warentest fest, dass billigere Kühl­schränke auf Dauer teuer kommen. Im Rahmen einer Lang­zeit­unter­suchung machten die Prüfer nun noch eine andere interes­sante Beob­achtung: Der Strom­verbrauch von Kühl- und Gefriergeräten steigt im Laufe ihrer Lebens­zeit kontinuierlich an. Die Tester haben bei drei im Jahr 1994 geprüften Kühl- und Gefriergeräten nach 3 und nach 18 Jahren erneut den Strom­verbrauch gemessen. Erstaunliches Ergebnis: Er ist in dieser Zeit bei allen Geräten um 20 bis 30 Prozent angestiegen.

Anstieg in den ersten drei Jahren am größten

Kühl- und Gefriergeräte - Stromhunger wächst
Unsere Grafik zeigt, wie der Strom­verbrauch mit den Jahren steigt.

Besonders nimmt der Stromhunger in den ersten drei Jahren zu: Bei einem Gefrier­schrank mit 91 Litern Fassungs­vermögen waren es fast 23 Prozent. Studien zeigen, dass die Dämmung aus Polyureth­anschaum verantwort­lich ist. Dieser Spezialschaum wird mithilfe eines Treib­mittels hergestellt. Die Gasbläschen des Treib­mittels sorgen für die dämmende Wirkung. Sie entweichen nach und nach, sodass die Dämm­wirkung nach­lässt. Je höher die Umge­bungs­temperatur, desto stärker ist der Effekt.
Tipp: Kühl- und Gefriergeräte sollten nach 10 bis 15 Jahren durch stromsparende Modelle ersetzt werden. Wenn Sie in Nord­rhein-West­falen wohnen, können Sie unter bestimmten Voraus­setzungen sogar Zuschüsse für den Kauf besonders energieeffizienter Geräte bekommen. Die Stiftung Warentest testet regel­mäßig Kühl- und Gefriergeräte. Zuletzt nahmen die Prüfer 20 Einbau-Kühl­schränke (test 07/2013) ins Visier, von denen immerhin 13 gut abschnitten. Außerdem im Test: 17 Kühl-Gefrier-Kombinationen (test 07/2012) mit Preisen zwischen 485 und 1640 Euro. Viele davon kühlen gut und sind spar­sam.

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8 Kommentare Diskutieren Sie mit

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LithosphaereWest am 10.04.2016 um 11:40 Uhr
kreative Tests gegen absurd hohen Stromverbrauch

Ein Fall kreativer Auslegung von Prüfbedingungen findet sich in der Küche und im Keller: Der Kühlschrank und Gefrier-Kühlgeräte.
Jeder moderne Kühlschrank mit Gefrierfach besitzt eine oder mehrere elektrische Heizungen im Innenraum.
Wie bekommt er nun die begehrten A+++ Auszeichnungen trotz des absurd hohen Stromverbrauchs?
Wie bei VW: Das Testverfahren nutzen!
Die Tests werden bei über 18 Grad gefahren, da schaltet bei Miele die Heizung gezielt aus.
Kann man das nachlesen? Ja:
hier: www.schweinekraftland.de/kritik/HeizungsKuehl5.html

nils1896 am 25.08.2013 um 13:24 Uhr
Und noch eine Frage...

... Wenn die Energieeffizienz in kurzer Zeit so stark abnimmt, ist das dann nicht streng genommen ein Gewährleistungsfall? Nur der Nachweis dürfte für den Otto-Normal-Verbraucher praktisch unmöglich sein...
Besonders der Punkt mit der Fassadendämmung (siehe weiter unten) würde mich weiterhin seh rinteressieren.

uachtaran am 07.08.2013 um 22:21 Uhr
Mehr Info bitte II.

Außerdem hätte ich gerne mal eine Einschätzung von kundiger Seite: Wurden die Sparerfolge der letzten Jahre hauptsächlich durch bessere Dämmung erzielt (Das müsste ja dann zumindest teilweise in Form von kleineren Kühlräumen oder eben größeren Kühlschränken bei gleicher Kühlraumgröße sichtbar werden)? Oder ist das eher besserer Kühltechnik / besserem Innenleben zu verdanken (z. B. LED-Innenbeleuchtung, Lüfter im Kühlraum usw.)? Dann dürfte ja die Dämmung eher nachrangig, bzw. nicht alleine für den wachsenden Verbrauch verantwortlich sein. Ich habe nach dem Lesen der Meldung jedenfalls irgendwie mehr Fragen als vorher.

uachtaran am 07.08.2013 um 22:14 Uhr
Mehr Info bitte

Das ist ja eine sehr kuriose Beobachtung. Daraus ergäbe sich ja die für die Geräteindustrie sehr praktische Folgerung, dass man, auch wenn man sich jetzt den sparsamsten Kühlschrank zulegt, in fünfzehn Jahren trotzdem einen neuen „brauchen“ würde, obwohl ja zu erwarten ist, dass bis dahin noch größere Effizienz nicht oder nur mit sehr großem Aufwand erreicht worden sein wird.
Ich frage mich außerdem, wie man sich den Prozess der PU-Alterung vorstellen muss - ist das Material so instabil, dass die Bläschen kollabieren und also dann nur eine klebrige Masse übrigbleibt? Ich habe PU-Schaum bislang jedenfalls als äußerst fest erlebt und kenne auch Schaumstoffe, die auch nach Entweichen des eigentlichen Schäum-Gases immer noch ein Schaum aus Gasbläschen sind, also Dämmwirkung entfalten würden (z. B. so Kunstschwämme, wie sie jeder in der Küche liegen hat).

nils1896 am 03.08.2013 um 07:20 Uhr
Übertragbar

Vielen Dank für diese schnelle und fundierte Antwort. Gilt dies denn auch für andere Geräte wie zum Beispiel Backöfen oder aber auch Fassadendämmungen bei Häusern oder kommen hier andere Materialien zum Einsatz? Insbesondere der Punkt mit den Häusern ist ja sehr interessant, da es hier um wesentlich mehr Geld geht.