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Pflanzliches Mittel: Faserkomplex + Vitamine (Kombination)

Wirkungsweise

Die Faserbestandteile von Blättern des Feigendistelkaktus (Opuntia ficus indica), angereichert mit Fasern einer Akazienart, sollen helfen Übergewicht abzubauen. Ein Teil dieser Fasern sind löslich, ein anderer unlöslich. Dem Produkt sind außerdem drei fettlösliche Vitamine zugesetzt. Durch eine spezielle Verarbeitungsform soll gewährleistet sein, dass die Faserbestandteile und die Vitamine nicht zur selben Zeit freigesetzt werden.

Die unlöslichen Faserbestandteile sollen im Magen Fette binden, die mit der Nahrung aufgenommen werden. Die löslichen Faserbestandteile quellen mit Wasser zu einem Gel, das dann den Fett-Faser-Komplex umschließt. In dieser Form kann das Fett aus der Nahrung nicht mehr ins Blut aufgenommen werden und wird mit dem Stuhl ausgeschieden. Im Endeffekt soll sich nicht nur das Gewicht verringern, sondern auch der Cholesterin- und der Blutzuckerspiegel sinken. Testergebnis Faserkomplex + Vitamine (Kombination)

Ob die Anwender des Produkts davon tatsächlich profitieren, müssen entsprechende Studien zeigen. Bei einer solchen Untersuchung mit Menschen mit einem BMI über 25 nahmen diejenigen, die mit dem Mittel behandelt wurden, durchschnittlich 2,4 Kilogramm mehr ab als die, die ein Scheinmedikament bekamen. Während der drei Monate, die die Studie dauerte, mussten die Teilnehmer eine fett- und kalorienreduzierte Ernährung einhalten. Unklar ist, ob das Gewicht zukünftig auf einem Niveau von unter fünf bis zehn Prozent des ursprünglichen Gewichts gehalten werden kann und ob sich bei den Betroffenen weniger Erkrankungen infolge von Übergewicht einstellen. Ferner müssen Studien, die nicht vom Hersteller des Produkts finanziert sind, dieses Ergebnis bestätigen.

Kritisch wird zudem der Vitaminzusatz gesehen. Vitamin A, D und E können nur in Gegenwart von Fett in den Körper aufgenommen werden. Wird der größte Teil der Nahrungsfette durch die Faserstoffe gebunden und ausgeschieden, kann es zu einem Mangel an fettlöslichen Vitaminen kommen. Ob die dem Produkt zugesetzten Vitamine das genügend ausgleichen, ist nicht untersucht. Andererseits besteht das Risiko, dass die pro Tag aufgenommene Vitaminmenge das Höchstmaß überschreitet, wenn außer diesem Produkt noch andere Vitaminpräparate oder mit Vitaminen angereicherte Lebensmittel verwendet werden, denn die empfohlenen sechs Tabletten XLS-MEDICAL Fettbinder decken bereits die empfohlene Tagesmenge ab.

Das Produkt wird als "wenig geeignet" bewertet, da zum einen die therapeutische Wirksamkeit nicht ausreichend nachgewiesen ist und zum anderen nicht belegt ist, dass die fixe Kombination mit Vitaminen Vorteile gegenüber der alleinigen Anwendung eines Ballaststoffkomplexes bietet.

Dieses Mittel ist als Medizinprodukt im Handel, nicht als zugelassenes Arzneimittel.

Anwendung

Von dem Mittel sollen dreimal täglich zwei Tabletten unmittelbar nach jeder Hauptmahlzeit eingenommen werden. Diese sechs Tabletten sind die Tageshöchstmenge. Zu den Tabletten soll jeweils ein Viertelliter Wasser (ca. 1 großes Glas) getrunken werden.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie dieses Produkt nicht anwenden:

  • Sie weisen Risikofaktoren für Osteoporose auf. Zu diesem Personenkreis gehören Frauen nach den Wechseljahren und Männer ab 60 Jahre.
  • Sie sind gefährdet, Nierensteine oder eine Nierenerkrankungen zu entwickeln. Das Mittel enthält Oxalsäure; dieses kann die Entstehung von Nierensteinen begünstigen.

Wenn Sie an Diabetes leiden, sollten Sie das Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt einsetzen, wenn dieser Nutzen und Risiken der Anwendung besonders sorgfältig abgewogen hat. Durch das Mittel kann der Blutzuckerspiegel absinken. Dann muss der Arzt oder die Ärztin die Diabetesbehandlung dem gegebenenfalls anpassen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • Durch die Einnahme weiterer Mittel mit Vitamin A und D kann die Menge, die pro Tag höchstens aufgenommen werden soll, überschritten werden.
  • Wenn Sie Medikamente einnehmen, um den Fettstoffspiegel zu senken, sollte ein Arzt Ihren Blutfettspiegel kontrollieren. Möglicherweise muss die Dosierung geändert werden, wenn XLS-MEDICAL Fettbinder in den Fettstoffwechsel eingreift.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Essen Sie während der Einnahme des Mittels nicht öfter als einmal pro Woche Leber oder Lebensmittel aus Leber. Da das Produkt den Tagesbedarf an Vitamin A und D bereits deckt, könnte sonst die Höchstmenge überschritten werden.

Nebenwirkungen

Muss beobachtet werden

Es können Bauchschmerzen auftreten. Vergehen sie trotz reichlicher Flüssigkeitsaufnahme nicht, beenden Sie die Einnahme des Mittels.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Eine Behandlung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen in der Wachstumsphase sollte grundsätzlich ärztlich begleitet werden. Eine medikamentöse Hilfe beim Abnehmen ist bei ihnen normalerweise nicht angebracht.

Zur Empfängnisverhütung

Hormonhaltige Empfängnisverhütungsmittel müssen mindestens zwei Stunden vor dem Produkt eingenommen werden. Die Hormone der Pille sind fettlöslich. Werden sie zusammen mit dem Nahrungsfett an die Faserstoffe gebunden und ausgeschieden, kann die empfängnisverhütende Wirkung unsicher werden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft ist die Gewichtszunahme ein natürlicher Vorgang. Selbst wenn es mehr sein sollte, als der Arzt für vertretbar hält, sind Medikamente nicht der richtige Weg, um eine weitere Zunahme zu begrenzen. Auch während der Stillzeit sind medikamentöse Maßnahmen zur Gewichtsabnahme abzulehnen.

Für ältere Menschen

Ältere Menschen sollten das Mittel sicherheitshalber nicht verwenden, da sich durch die Einnahme das Osteoporoserisiko erhöhen kann.

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