www.models-week.de Meldung

Erfolg zu haben wie Claudia Schiffer und Heidi Klum ist der Traum. Es treibt Amateur-Models zur Lorraine Media GmbH. Die Berliner Firma kassiert ­dabei richtig ab.

„Lassen Sie sich bei Models Week entdecken als Model oder Schauspieler.“ So und ähnlich wirbt die Berliner Werbeagentur Lorraine Media GmbH im Internet und in Zeitungsanzeigen.

[Update vom 19.02.2016]

Mittlerweile hat der Gesetzgeber das Widerrufsrecht reformiert. Im Einzelfall kann Kunden der Lorraine Media der Widerruf des gebuchten Anzeigenpakts direkt nach dem Foto-Casting gelingen. Vor dem Amtsgericht Halle in Westfalen verlor die Lorraine Media GmbH jüngst zu einem Großteil eine Klage gegen einen Kunden (Az. 2 C 176/15). Zur Meldung Modelcasting. [Update Ende]

Für viele, die sich melden, wird es eine teure Entdeckung. Sie werden zu einem regionalen „Modelscout-Termin“ ein­geladen. Dort wird ihnen eine Modelanzeige auf www.models-week.de schmackhaft gemacht. Über 400 Euro kann eine Anzeige kosten, wenn sie für zwölf Monate online ist. Fotos für die Anzeige werden noch beim Termin gemacht.

Lorraine Media bemüht sich selbst nicht um Jobs für die Models. Die Anzeige allein soll zum Beispiel freie Fotografen animieren, Kontakt mit den Models aufzunehmen.

Ex-Kunden beschweren sich aber, dass sich niemand melde. Sabine Görtz, Geschäftsführerin der Firma Lorraine Media behauptet, dass „nachweislich bereits weit über 1 000 Anzeigenkunden tatsächlich mindestens eine, in manchen Fällen sogar mehrere Anfragen erhalten haben.“

Die Firma zögert nicht, zahlungsunwillige Models zu verklagen und hat damit Erfolg. Ein Widerrufsrecht nach der ­Veranstaltung gibt es nicht.

Kunden sollten darauf achten, dass sie wenigstens nicht noch einmal zahlen müssen. Der Vertrag enthält eine Klausel, dass er sich am Ende um weitere zwölf Monate verlängert. Wer vergisst, drei Monate vor Ende zu kündigen, muss noch einmal 270 Euro zahlen.

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