www.meineschufa.de Meldung

Die Schufa-Klausel haben die meisten schon unterschrieben - ohne sie jedoch wirklich zu kennen. Nur wenige wissen, welche Daten die „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ von ihnen speichert. Um Aufklärung ist nun die Schufa selbst bemüht. Ab sofort sagt die Schutzgemeinschaft unter www.meineschufa.de, wer sie ist und was sie macht. Bis spätestens Ende nächsten Jahres soll es für jeden möglich sein, seine Daten zu Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit in dem Online-Portal abzurufen und auszudrucken. Stiftung Warentest sagt, wer das braucht und wie es funktioniert.

Wirtschaftsdaten online

Der Internet-Auftritt der Schufa ermöglicht jedem dort Registrierten, sich seine Daten online anzusehen und sie gegebenenfalls als Bescheid auszudrucken. Unter bestimmten Voraussetzungen: Der Datensuchende meldet sich unter „Meine Wirtschaftsauskunft“ mit Benutzername und Passwort an und nimmt am Post-Ident-Verfahren teil. Zurzeit funktioniert die Anmeldung auf meineschufa.de nur für Leute aus der Stadt Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis, in spätestens einem Jahr soll ganz Deutschland teilnehmen dürfen. Interesse an den Daten scheint zu bestehen: Allein im Jahr 2004 haben etwa eine Million Bürger eine Eigenauskunft beantragt - allerdings noch schriftlich. Wie funktioniert das nun online?

Post-Ident-Verfahren

Wenn sich Schufa-Registrierte online mit ihren persönlichen Daten angemeldet haben, müssen sie in einer Postfiliale mit ihrem Personalausweis diese Daten im so genannten Post-Ident-Verfahren bestätigen. Die Post übermittelt die Personalausweis-Daten an die Schufa, die dann wiederum diese Daten mit den online angegebenen vergleicht. Daraufhin schickt die Schufa dem Antragsteller eine spezielle Zugangskarte. Das ist eine Art Scheckkarte, auf der mehrere Zahlenkombinationen stehen. Jetzt gehts zurück zum Online-Portal. Pro Datenabfrage verlangt meineschufa.de unter dem persönlichen Zugang einen zufallsgenerierten Code, der von der Zugangskarte ablesbar ist. Nach Eingabe des Codes kann der Nutzer nun die Daten einsehen.

7,60 Euro pro Quartal

Der Online-Zugang zu den von der Schufa gesammelten Daten kostet 7,60 Euro. Der Nutzer kann für diese Gebühr den Service drei Monate lang beliebig oft nutzen. 7,60 Euro sind genau die Summe, die die Schutzgemeinschaft bisher für einen schriftlichen Bescheid verlangt. Wer die Daten online nur einmal abruft, zahlt also den gleichen Preis wie bei einer schriftlichen Anfrage. Ab dem zweiten Online-Abruf innerhalb der drei Monate spart er Geld. Weiterer Vorteil: Die Schufa wird bis zum Ende der Startphase das persönliche Portal so eingerichtet haben, dass die Daten je nach Bedarf abgerufen werden können. Das heißt: Es gibt Bescheide in Minimalversion, nur mit den notwendigen Daten. Beispiel: Es könnte ein Profil für eine Mieterauskunft geben, sodass im Bescheid nur die vom Vermieter verlangten Daten stehen.

Anonyme Schuldenfrage

Die Schufa sammelt Wirtschaftsdaten von 62 Millionen Menschen. Abgefragt werden diese normalerweise anonym: Wer einen Handyvertrag abschließt, erlaubt Mobilfunkanbietern bei der Schufa zwar nachzufragen, ob er in der Vergangenheit Probleme mit seinen Finanzen hatte. Der Mobilfunkanbieter bekommt dann aber keine Daten, sondern lediglich einen Positiv- oder Negativbescheid. Das Gleiche gilt beim Ratenkauf im Kaufhaus oder beim Steigern bei Ebay. Anders eben beim Mietvertrag: Mancher Mieter muss für seinen Vermieter einen Schufa-Bescheid besorgen. Den muss der Mieter von der Schufa für 7,60 Euro schicken lassen. In diesem Bescheid stehen dann die kompletten Daten - leider auch für den Vermieter vollständig lesbar. Und die Liste mit den Daten kann lang sein: Girokonteneröffnung, Kreditkartenausgabe, Handyvertrag, Bürgschaften oder Kontomissbrauch.

  • Tipp. Wer gar nichts für die Auskunft bezahlen will, geht einfach zu einer der 14 Schufa-Geschäftsstellen in Berlin, Bochum, Bremen, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Saarbrücken oder Stuttgart. Dort ist die mündliche Auskunft kostenlos.

Dieser Artikel ist hilfreich. 271 Nutzer finden das hilfreich.