Private und gesetzliche Unfallversicherung, Unfallkasse

Jedes Jahr passieren in Deutsch­land etwa neun Millionen Unfälle. Manchmal tragen Betroffene fortwährende Gesund­heits­probleme davon. Eine private Unfall­versicherung lindert die finanziellen Folgen eines Unfalls. Sie zahlt eine vorab vereinbarte Summe, wenn der Versicherte durch ein plötzlich von außen auf seinen Körper wirkendes Ereignis unfreiwil­lig eine dauer­hafte körperliche Beein­trächtigung erleidet – unabhängig davon, ob ein Unfall zu Hause, in der Frei­zeit oder bei der Arbeit passiert. Mehr

Viele Menschen haben eine schlechte Police

Dauer­haft heißt in der Regel „für mindestens drei Jahre“. Mit der Geldsumme lässt sich zum Beispiel eine Wohnung behindertengerecht umbauen. Viele Menschen haben eine Unfall­versicherung, aber viele haben eine schlechte, die nicht immer oder im Ernst­fall zu wenig zahlt. Die angebotenen Tarife sind sehr unterschiedlich, wie unsere Tests von privaten Unfallversicherungen zeigen.

Sogenannte Gliedertaxe ist Maßstab

Nach einem schweren Unfall erhält ein Verunglückter einen bestimmten Anteil der vereinbarten Versicherungssumme aus seiner Unfall­versicherung, der vom Grad seiner Invalidität abhängt. Den Invaliditäts­grad legen die Gesell­schaften nach einer Liste der Körper­teile, der Gliedertaxe, fest. Die Gliedertaxen unterscheiden sich teil­weise, sowohl zwischen einzelnen Versicherern als auch zwischen den verschiedenen Tarifen eines Anbieters. Ein Betroffener erhält dadurch je nach Tarif bei gleicher Beein­trächtigung eine unterschiedliche Geld­leistung. Die große Summe, die ein Unternehmen bei einer schweren Beein­trächtigung zahlt, ist das entscheidende Kriterium für die Wahl der privaten Unfall­versicherung. Sinn­voll sind Tarife mit einer Progression, bei der sich die Geld­leistung bei Vollinvalidität um ein Vielfaches der Versicherungs­summe erhöht.

Weniger Schutz bei Vorschäden

Ist jemand schwerbehindert oder pflegebedürftig, kann er meist keine Unfall­versicherung mehr abschließen. Bei kleineren Vorerkrankungen sind die Unfall­versicherer aber weniger streng als zum Beispiel die privaten Krankenversicherer. Sollte ein Versicherter, der einen Unfall erleidet, bereits größere Vorschädigungen (mehr als 25 Prozent) haben, kann es jedoch sein, dass er nicht so viel Geld wie erwartet aus der Versicherung bekommt. Eventuell werden Vorschä­digungen des betroffenen Körperteils auf die durch den Unfall entstandene Invalidität ange­rechnet. Hat ein Versicherter zum Beispiel an einem Auto­rennen teil­genommen, als der Unfall geschah, oder ist der Unfall Folge von Kriegs­ereig­nissen oder durch radio­aktive Strahlung verursacht, bekommt er keinen Schutz.

Wichtiger Blick ins Klein­gedruckte

Eine Unfall­versicherung zahlt im Gegen­satz zur Berufsunfähigkeitsversicherung nur nach einem Unfall, und nicht – außer in Ausnahme­fällen – zum Beispiel auch für die Folgen psychischer Erkrankungen. Aber selbst wenn dem ersten Anschein nach alles für einen Unfall spricht, kann es sein, dass ein Kunde kein Geld bekommt. Ist ein Unfall zum Beispiel Folge einer Bewusst­seins­störung durch Alkohol- oder Medikamenten­miss­brauch oder einen epileptischen Anfall, zahlen viele Versicherer nicht. Das gilt oft auch für Unfälle nach einem Herz­infarkt. Nur sehr gute Tarife leisten dann – zumindest zum Teil. Es lohnt sich, in den Bedingungen darauf zu achten, was in solchen Fällen gilt.

Gesetzliche Unfall­versicherung für Arbeit, Kita und Schule

Die gesetzliche Unfall­versicherung dient in erster Linie zur Absicherung bei Arbeits­unfällen und Berufs­krankheiten. Für Berufs­tätige sind in der Regel die Berufs­genossenschaften die Träger der gesetzlichen Unfall­versicherung. Auch Kinder und junge Leute sind durch die gesetzliche Unfall­versicherung geschützt, hier sind die Unfall­kassen der Bundes­länder zuständig. Der Schutz gilt für Berufs­tätige, Schüler, Kita­kinder und Studenten aber nur bei der Arbeit, in der Hoch­schule, Schule oder Kita, sowie bei Unfällen auf dem Weg dorthin und zurück.

Unfall­kasse zahlt nicht in allen Fällen

Die gesetzliche Unfall­versicherung kommt dann für die medizi­nische Behand­lung, die Reha und die Wieder­einglie­derung ins Arbeits­leben auf und zahlt auch eine Rente, falls jemand bleibende Schäden davon­trägt. Da dieser Versicherungs­schutz jedoch nicht immer und über­all gilt und auch keine hohen Kapitalzah­lungen für Unfall­geschädigte vorsieht, empfiehlt es sich, ergänzend eine private Unfallversicherung abzu­schließen. Wie sich Arbeitnehmer wehren können, wenn ein Arbeits­unfall nicht als solcher anerkannt wird, erklären wir in unserer Meldung Wenn die Unfallkasse nicht zahlt.

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