Tierhalterhaftpflicht

Hunde- und Pferde­besitzer sollten kein finanzielles Risiko eingehen und eine Tierhalter-Haft­pflicht­versicherung abschließen. Dabei geht nicht nur um Verletzungen, die anderen direkt durch das Tier zugefügt werden. Tierhalter können beispiels­weise auch für Folgeschäden haft­bar gemacht werden, wenn jemand vor ihrem Tier erschrickt und sich deshalb verletzt. Die private Haftpflichtversicherung deckt nur Schäden durch Kleintiere wie Katzen, Meer­schweinchen oder Vögel ab. Für größere Tiere benötigen Halter eine Tierhalter-Haft­pflicht­versicherung. Sie schützt vor Schäden, die zum Beispiel ein Pferd oder Hund anrichten. Die Mindest­deckung sollte drei Millionen Euro betragen. Die Beiträge dafür sind erschwing­lich: Hundehalter zahlen bei guten Anbietern für die Absicherung nach unserem letzten Test um die 75 Euro jähr­lich. Für Pferdehalter geht der Schutz ab etwas über 100 Euro im Jahr los. Mehr

Auch bei Pflicht­verletzung versichert

Gute Versicherungen leisten auch, wenn der Tierhalter gegen seine Pflichten verstößt, zum Beispiel der Hund trotz Leinen­zwang frei läuft oder das Pferd aus der Koppel ausbricht, weil der Zaun kaputt ist. Das kann schneller passieren, als Tierhaltern lieb ist. Zudem sind die Vorschriften in Städten und Gemeinden unüber­sicht­lich. Wann der Hund mit Leine oder Maulkorb laufen muss, ist für den Besitzer nicht immer klar ersicht­lich. Den Schutz „bei Verstoß gegen Halter­pflichten“ bieten nicht alle Gesell­schaften. Versicherte sollten sich die Bedingungen genau ansehen. Mutwil­lig darf kein Versicherter gegen die Vorschriften verstoßen. Bei Vorsatz zahlt kein Versicherer.

Familie und Freunde beim Hüten des Tieres mitversichert

Auch Angehörige sind über die Tierhalter-Haft­pflicht­versicherung geschützt – wenn sie das Tier hüten. Werden sie jedoch von ihm verletzt, können sie keine Ansprüche geltend machen. Bei Pferden empfiehlt es sich für Halter darauf zu achten, ein Fremdreiterrisiko mitzuver­sichern, wenn sie ab und zu andere auf dem Pferd reiten lassen. Halter mit einer Reitbe­teiligung sollten eine Police wählen, bei der sie im Versicherungs­vertrag mit Namen genannt werden können. Sonst besteht die Gefahr, dass die Versicherung nicht zahlt, wenn das Pferd unter Obhut des Beteiligten einen Schaden verursacht. Nach­teilig ist, dass auch der Beteiligte dann keine Ansprüche stellen kann, wenn er selbst verletzt wird.

Versicherungs­schutz ist meist freiwil­lig

Für Pferdehalter ist die Tierhalter-Haft­pflicht­versicherung freiwil­lig. Dennoch gilt: Ohne Schutz kann ein größerer Schaden für den Besitzer leicht den finanziellen Ruin bedeuten. Daher sollte sich jeder Pferde­besitzer für die Absicherung entscheiden. Das gilt auch für Hunde­besitzer. Bislang ist die Versicherung nur in Hamburg und Berlin für alle Hundehalter Pflicht. Andere Bundes­länder beschränken die Versicherungs­pflicht noch auf Besitzer von Kampf­hunden. Das stellt diese oft vor ein Problem, denn viele Versicherer lehnen gefähr­liche Hunde ab oder entscheiden nur individuell. Obwohl Rott­weiler nicht zu den klassischen Kampf­hunden zählen, werden auch sie von vielen Versicherern vom Schutz ausgenommen.

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