Psychotherapeut und Psychologe

Starke Gefühle wie tiefe Trauer und Ängste oder auch Krisen gehören zum Leben dazu. Wenn aber Menschen die Kontrolle über ihre Probleme verlieren, sind sie möglicher­weise psychisch gestört. Auf der Themenseite Psycho­therapeut und Psycho­logie zeigen die Experten der Stiftung Warentest, welche Hilfen und Therapien es für Menschen mit Angst­störungen, Depressionen, Schizophrenien und anderen seelischen Leiden gibt. Mehr

Lange Warte­zeit vor Therapie

Ungefähr einen Monat warten Patienten auf ein Erst­gespräch und weitere drei Monate auf den Beginn der Therapie. Das zeigt ein Umfrage auf test.de mit annähernd 4 000 Teilnehmern. Besonders häufig litten die Teilnehmer inner­halb der vergangenen fünf Jahre unter Depressionen (79 Prozent) und Ängsten (64 Prozent). Um die Warte­zeit bis zum Beginn einer Therapie zu über­brücken, können Selbst­hilfe­gruppen (www.nakos.de) oder Beratungs­stellen (www.bzga.de/service/) eine Hilfe sein. Wem es sehr schlecht geht, kann sich auch an eine Klinik wenden.

Diese Therapien führen zum Erfolg

Die Umfrage legt nahe, dass es Patienten nach einer abge­schlossenen Therapie häufig deutlich besser geht. Fünf Therapien sind in Deutsch­land wissenschaftlich anerkannt:

  • Die analytische und die tiefen­psychologisch fundierte Psycho­therapie stehen in der Tradition von Sigmund Freud. Dabei gilt eine psychische Störung vor allem als Folge früherer Konflikte und anderer Belastungen, meist aus der Kindheit.
  • Die Verhaltens­therapie führt seelische Nöte auf erlerntes problematisches Verhalten zurück, das sich auch wieder verlernen lässt – etwa durch Übungen und Haus­aufgaben.
  • Die Systemische Therapie bezieht oft die Bezugs­personen des Patienten ein. Sie ist in Beratungs­stellen und bei Paar- und Familien­therapeuten sehr verbreitet.
  • Bei der Gesprächs­psycho­therapie steht die Selbst­erforschung des Patienten im Mittel­punkt.

Die Krankenkassen erstatten nur drei dieser Verfahren: die analytische und die tiefen­psychologisch fundierte Psycho­therapie sowie die Verhaltens­therapie.

Patientenrechte in der Psychiatrie

Für viele Psychiatrie-Erfahrene ist es eine Horrorvorstellung, in der Psychiatrie zu einer Behand­lung gezwungen zu werden. Doch vieles können Patienten selbst bestimmen: Mit einer Behand­lungs­ver­einbarung einigen sie sich mit Ärzten, was künftig bei einer Krise zu tun ist. Mit einer Patientenverfügung kann jeder Mensch verbindliche Vorgaben für die Behand­lung machen, mit einer Vorsorgevoll­macht können sie eine vertraute Person bestimmen, die sie vor Ärzten vertritt (Themenseite Vorsorgevollmacht).

Seminare gegen Flug­angst

Manche Ängste und Leiden betreffen auch nur bestimmte Situationen – zum Beispiel das Fliegen. Gegen Flug­angst bieten mehrere Anbieter Seminare an. Die Seminarleiter, oft erfahrene Piloten, erklären die Technik des Flug­zeugs, Wetterphänomene und Flug­abläufe. Die Teilnehmer besichtigen eine stehende Maschine und nehmen anschließend an zwei betreuten Flügen teil. Die Stiftung Warentest hat sieben Anbieter geprüft. Einer der Anbieter ist sehr gut.