Pflege­versicherung

Eine der größten Befürchtungen der Deutschen ist es, pflegebedürftig zu werden. Auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein, sich Angehörigen und Fremden – Pfle­gekräften, Ärzten – ausliefern zu müssen, in ein Heim „abge­schoben“ zu werden, das stellen sich viele schreck­lich vor. Die Angst davor ist mit ein Grund, warum sich die meisten Menschen erst mit dem Thema Pflege beschäftigen, wenn sie längst erforderlich ist. Mit dem, was sie fürchten, können sie lernen umzu­gehen. Das zeigen Betroffene, egal ob Gepflegte oder Pflegende. Die einen benötigen Hilfe, die anderen müssen helfen. Mehr

Beratungs­angebote nutzen

Braucht ein Mensch ­Unterstüt­zung im Alltag, sind ­Informationen für ihn und seine Ange­hörigen wichtig. Aufklärung über mögliche finanzielle Hilfen, ein Über­blick über die vielen Beratungsangebote oder Tipps, wie Pflegebedürf­tige und Angehörige die Pflege gemeinsam planen können. Die Pflegekassen sind verpflichtet, ihre Versicherten über alle Leistungen zu beraten. Unterstüt­zung und Information bieten in viele Regionen auch Pfle­gestütz­punkte und Patientenberatungs­stellen.

Leistungen aus der Pflege­versicherung

Auch wenn Menschen auf Hilfe angewiesen sind, wollen die meisten so lange es geht in den eigenen vier Wänden leben und möglichst gut versorgt werden. Über­nehmen Angehörige diese Aufgabe, zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung Pflegegeld. Für die Hilfe eines professionellen ambulanten Pflege­dienstes oder die Versorgung in einem Pfle­geheim über­nimmt sie einen Teil der Kosten. Der Betrag für diese so genannte Pflegesach­leistung ist höher als das Pflegegeld.

Zuschüsse für den Wohnungs­umbau

Daneben können pflegebedürftige Menschen und ihre Familie einen Zuschuss von bis zu 4 000 Euro bekommen, wenn sie ihre Wohnung behindertengerecht umbauen müssen. Die Pflegekasse zahlt auch eine Ersatzkraft, wenn die pflegenden Angehörigen krank­heits­bedingt ausfallen oder in den Urlaub fahren.

Pfle­gegrad je nach Umfang der nötigen Hilfe

Ob gesetzlich oder privat versichert – die Pflege­versicherung ist für alle Pflicht, und ihre Leistungen sind gesetzlich fest­gelegt. Im Pflegefall stellt der Versicherte einen Antrag und erhält Besuch von einem Gutachter. Dieser beur­teilt ob und wie viel Hilfe nötig ist. Danach richtet sich der Pflegegrad. Je höher der Grad, desto mehr finanzielle Leistungen gibt es. Insgesamt gibt es fünf Pfle­gegrade je nach dem Umfang der Pflegebedürfig­keit. Entscheidendes Kriterium ist, wie selbst­ständig ein Mensch seinen Alltag noch allein bewältigen kann.

Pflege­versicherung ist nur Teil­schutz

Die Leistungen der gesetzlichen Pflege­versicherung decken nur einen Teil der Kosten im Pflegefall ab. Den Rest müssen Pflegebedürftige aus ihrer Rente oder ihrem Vermögen zuzahlen. Reicht das nicht aus, springen die Sozial­hilfeträger ein. Es kann auch vorkommen, dass Kinder für ihre pflegebedürftigen Eltern Unterhalt zahlen müssen.

Private Pflege­zusatz­versicherungen

Eine private Pflegezusatzversicherung kann die finanzielle Lücke im Pflegefall schließen. Die am meisten verbreitete Variante ist die Pfleg­etagegeld­versicherung. Sie lässt dem Versicherten die Wahl, für welche Dienst­leistungen er im Pflegefall das Geld ausgibt. Daneben bieten die Versicherer sogenannte Pflege­kosten­versicherungen und auch Pflegerenten­versicherungen an. Egal welcher Versicherungs­typ infrage kommt: Eine solche Police sollte, wenn sie gewünscht ist, nicht erst jenseits der 60 Jahre abge­schlossen werden. Denn die Beiträge richten sich unter anderem nach dem Alter des Kunden beim Versicherungs­abschluss. Außerdem können die Versicherer Kunden ablehnen, wenn sie bereits Vorerkrankungen haben.