Musik und Film: Download und Stream

Immer mehr Musikfreunde laden ihre Lieblings­songs als Audiodatei aus dem Internet herunter, statt im Laden endlos viele CDs durch­zublättern. Doch das ist nicht immer so einfach, wie es viele Anbieter versprechen. Die Stiftung Warentest hat untersucht, in welchen Musikshops das Herunter­laden am besten funk­tioniert. Auch Lieb­haber von Vinylschall­platten und Audiokassetten, die ihre kost­baren Raritäten gerne in digi­taler Form sichern möchten, können bei der Stiftung Warentest Rat finden, mit welchen Geräten das am besten klappt. Mehr

Platten­samm­lung in der Jackentasche

Digital ist praktisch: Schon eine CD nimmt weniger Platz weg als eine LP. Und gespeichert auf einem MP3-Player passt gar der Inhalt ganzer Platten­schränke in die Hemdtasche. CDs und MP3-Dateien nutzen sich beim Abspielen nicht ab wie Schall­platten oder Musikkassetten. Von digi­taler Musik lassen sich in wenigen Augen­blicken Kopien ohne jeglichen Qualitäts­verlust erstellen.

Suche in Musikshops oft wenig komfortabel

Zunehmend mehr Nutzer laden ihre Wunsch­musik direkt aus Musikshops im Internet herunter. Sie können zwischen zahlreichen Anbietern wählen, beispiels­weise Musicload, Media Markt Mussikdownload­shop, Saturn Download, 7digital, Medion Music, Apple iTunes und Amazon. Einige Anbieter haben sich auf Hörbücher spezialisiert, zum Beispiel audible.de, claudio.de und soforthoeren.de. Gut ist, wenn man genau weiß, was man sucht. Den bei ungenauen oder verkürzten Such­anfragen über­schütten die Musikshops ihre Kunden oft mit unstrukturierten, langen Ergeb­nislisten. Gegen­über Rock- und Poplieb­habern haben Klassikfans bei den meisten Shops recht wenig Auswahl, das Angebot ist oft nicht weiter unterteilt. Opern- und Kammer­musikfreunde müssen also die Voll­text­suche bemühen und darauf hoffen, dass alle entsprechenden Produktionen richtig verschlag­wortet wurden.

Ein Album kostet etwa 10 Euro

Etwa 10 Euro kostet ein Album in den Musikshops, einzelne Titel rund einen Euro. Gegen­über dem Kauf einer CD ist das meist deutlich güns­tiger. Vergleichen lohnt sich: Viele Titel sind bei unterschiedlichen Anbietern unterschiedlich teuer. Ganz so einfach wie online ein Buch kaufen ist der Musikkauf nicht immer: Bei manchen Anbietern muss der Kunde vorher einen Downloadmanager installieren, andere Anbieter lassen beim Reinhören Abspiel­programme installieren, welche in Konflikt mit bereits installierten Playern kommen können.

Tauschbörsen sind illegal

Achtung: Das Herunter­laden von Musik in Tauschbörsen ist verboten, wenn es sich um urheberrecht­lich geschützte Werke handelt. Manche Bands verbreiten ihre Musik allerdings auch bewusst kostenfrei im Internet. Dabei kann man normaler­weise davon ausgehen, dass der Download legal ist.

Selber LPs digitalisieren

Weil digital so praktisch ist, lieb­äugelt auch so mancher passionierte Platten­sammler damit, seine Schätze zu digitalisieren. Allerdings ist Digitalisieren viel Arbeit und das Ergebnis erreicht selten die Qualität einer professionellen CD-Produktion. Auch wenn es keinen Spaß macht, für dieselbe Musik zweimal zu zahlen, ist der Kauf einer CD oder eines Musikdownloads oft der bequemere Weg — voraus­gesetzt, die gewünschten Titel sind erhältlich. Wer seine Lang­spielplatten, Singles und Audiokassetten lieber selber digitalisieren möchte, hat mehrere Möglich­keiten: Zum Beispiel mit Platten­spielern und Kassetten­decks, die über USB-Kabel an einen Rechner ange­schlossen werden. Nach dem Über­spielen kann die Musik am PC bearbeitet und die Dateien können anschließend über­sicht­lich archi­viert werden. Mit Platten­spielern einiger Hersteller kann die Musik auch ohne PC direkt auf eine Audio-CD gebrannt werden. Wer einen guten Platten- oder Kassetten­spieler besitzt, muss sich zum Digitalisieren übrigens nicht zwangs­läufig einen USB-Patten­spieler anschaffen. Über spezielle Phono-Vorverstärker (Phono PreAmp) mit USB-Schnitt­stelle lässt sich auch ein alter Platten­spieler an den PC anschließen und die Lieblings­musik auf diesem Weg auf den Rechner über­spielen.

Digitalisieren lassen

Schall­platten zu digitalisieren ist ziemlich zeitraubend: Es dauert so lange wie die Spiel­zeit der Platte oder Kassette. Dazu kommen weitere Arbeits­schritte wie beispiels­weise das Entfernen des Knisterns sowie das Brennen und Nummerieren der Titel. Dienst­leister können einem diese Arbeiten abnehmen. Das hat allerdings seinen Preis, die Digitalisierung einer LP in guter Qualität kann mehr als 20 Euro kosten. Gute Anbieter digitalisieren manch alte Lieblings­scheibe mit starken Gebrauchs­spuren so perfekt, dass die CD deutlich besser klingt als die Vorlage, weil Kratzer und Knistern erfolg­reich entfernt wurden.